{"id":107555,"date":"2025-05-13T14:42:09","date_gmt":"2025-05-13T14:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/107555\/"},"modified":"2025-05-13T14:42:09","modified_gmt":"2025-05-13T14:42:09","slug":"wer-ballert-sich-zum-sieg-das-sind-die-grossen-esc-favoriten-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/107555\/","title":{"rendered":"Wer ballert sich zum Sieg?: Das sind die gro\u00dfen ESC-Favoriten 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit dem ersten Halbfinale am Dienstagabend geht der Eurovision Song Contest in die hei\u00dfe Phase. \u00dcber die diesj\u00e4hrigen Favoriten wird unterdessen schon l\u00e4ngst spekuliert. Wir zeigen, wer wom\u00f6glich das Zeug zum Sieg in Basel hat.<\/strong><\/p>\n<p>Wer eine Prophezeiung wagt, wer den Eurovision Song Contest (ESC) gewinnt, kann eigentlich nur scheitern. Regelm\u00e4\u00dfig zeigt die Veranstaltung, wie unberechenbar sie ist. Und so hat man auch schon reihenweise Favoriten letztendlich straucheln sehen, die im Vorfeld als ausgemachter King of Kotelett gehandelt wurden &#8211; um es mit Stefan Raab zu sagen.<\/p>\n<p>Einerseits. Andererseits lagen die Buchmacher, Google-Suchtrends, Spotify-Abrufzahlen oder Experten-Tipps in den vergangenen Jahren zumeist auch nicht komplett daneben. Ein gewisser Kreis an Kandidatinnen und Kandidaten, die wirklich gute Chancen auf den Gesangsthron haben, l\u00e4sst sich somit durchaus bestimmen.<\/p>\n<p>So geben sich im ersten Halbfinale an diesem Dienstagabend bereits zwei Topfavoriten beim diesj\u00e4hrigen ESC in Basel die Ehre. Wir sagen, um wen es sich handelt &#8211; und wer sonst noch zu den am hei\u00dfesten gehandelten Acts geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><b>Niederlande: Claude &#8211; &#8222;C&#8217;est la vie&#8220;<\/b><\/p>\n<p>So schnell kann es gehen: Im vergangenen Jahr wurde Joost Klein noch mit Schimpf und Schande vom ESC-Hof gejagt &#8211; und in diesem Jahr k\u00f6nnten die Niederlande schon wieder den Sieg bei dem Wettbewerb einfahren. Das jedoch ohne den &#8222;Europapa&#8220;, der nach seiner Disqualifikation im Vorjahr sein Land in Basel nicht vertreten wollte, obwohl es ihm angeboten worden war.<\/p>\n<p>Stattdessen steigt nun der 21-j\u00e4hrige Claude f\u00fcr die Niederlande in den Ring. Definitiv keine schlechte Wahl. So landete er etwa vor zweieinhalb Jahren in seinem heutigen Heimatland mit &#8222;Ladada (Mon dernier mot)&#8220; bereits einen Nummer-1-Hit. Und zum ESC bringt er mit &#8222;C\u00e9st la vie&#8220; einen melancholisch-sch\u00f6nen Popsong mit, dem zu Recht eine Topplatzierung zugetraut wird.<\/p>\n<p>Kein &#8222;Sha-la-li sha-la la&#8220; von den Niederl\u00e4ndern diesmal also. Und auch kein Niederl\u00e4ndisch! Stattdessen &#8211; \u00dcberraschung! &#8211; singt Claude, der mit vollem Namen Claude Kiambe hei\u00dft, nicht nur den Songtitel, sondern gleich das komplette Lied auf Franz\u00f6sisch. Grund daf\u00fcr ist seine urspr\u00fcngliche Herkunft aus der Demokratischen Republik Kongo, in der Franz\u00f6sisch gesprochen wird und aus der er als Kind mit seiner Mutter und seinen Geschwistern floh. Was f\u00fcr eine Geschichte, wenn er nun auch noch den ESC gewinnen w\u00fcrde. Aber zuerst muss er daf\u00fcr das erste Halbfinale \u00fcberstehen.<\/p>\n<p><b>Schweden und Malta<\/b><\/p>\n<p>So wie auch Schweden. Dass KAJ mit &#8222;Bara Bada Bastu&#8220; der Einzug ins gro\u00dfe ESC-Finale am Samstag spielend gelingen wird, kann jedoch kaum bezweifelt werden. Am Montag haben wir bereits die skurrilsten Beitr\u00e4ge beim diesj\u00e4hrigen ESC vorgestellt. Auch die im Dienste der Schweden singenden Finnen geh\u00f6ren mit ihrer Ode an das gepflegte Saunieren zu den schr\u00e4gsten V\u00f6geln in Basel. Aber freaky zu sein, ist ja nicht gleichbedeutend damit, keine Chance zu haben. Im Falle von KAJ, deren Sieg f\u00fcr einige fast schon ausgemacht zu sein scheint, sogar ganz im Gegenteil. Bescheren sie den ohnehin ESC-erfolgsverw\u00f6hnten Schweden tats\u00e4chlich den n\u00e4chsten Triumph?<\/p>\n<p>Auch die von uns bereits als Paradiesvogel gew\u00fcrdigte Miriana Conte aus Malta sollte man wom\u00f6glich auf dem Zettel haben. Und das nicht nur, weil sie mit der Debatte um ihren urspr\u00fcnglich mehrdeutigen Songtitel bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat &#8211; inzwischen ist aus &#8222;Kant&#8220; (lautmalerisch auch als das vulg\u00e4re englische &#8222;Cunt&#8220; zu verstehen) ohnehin das anscheinend weniger verf\u00e4ngliche &#8222;Serving&#8220; geworden. Conte trifft mit ihrem Rap-Pop-Song im Beyonc\u00e9-Ged\u00e4chtnis-Gewand vielmehr auch den Zeitgeist &#8211; und k\u00f6nnte daf\u00fcr in Basel belohnt werden. Sie hat ihren ersten Auftritt im zweiten Halbfinale am Donnerstag.<\/p>\n<p><b>Israel: Yuval Raphael &#8211; &#8222;New Day Will Rise&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Auch die in diesem Jahr f\u00fcr Israel antretende S\u00e4ngerin Yuval Raphael betritt erst im zweiten Halbfinale die ganz gro\u00dfe ESC-B\u00fchne. Sie ist mit mehr als nur einer B\u00fcrde nach Basel angereist. Eden Golan, ihre Vorg\u00e4ngerin <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/leute\/tv\/Dieser-ESC-schreibt-Skandal-Geschichte-article24935173.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">beim Skandal-ESC 2024 in Malm\u00f6<\/a>, wurde vor dem Hintergrund des israelischen Vorgehens in Gaza nicht nur extrem angefeindet. Sie konnte letztlich nur unter extremen Sicherheitsvorkehrungen \u00fcberhaupt an dem Wettbewerb teilnehmen.<\/p>\n<p>Yuval Raphael wurde zudem zun\u00e4chst nicht als S\u00e4ngerin bekannt: Sie ist eine \u00dcberlebende des Hamas-Terrors auf dem Supernova-Musikfestival am 7. Oktober 2023. \u00dcber das traumatische Erlebnis, bei dem sie selbst dem Tod nur entkam, weil sie sich unter Leichen versteckte, hat die 24-J\u00e4hrige schon mehrfach \u00f6ffentlich gesprochen, unter anderem vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Dennoch wurde auch sie in Basel bereits Opfer antisemitischer Drohungen. Als sie bei der ESC-Er\u00f6ffnung auf dem t\u00fcrkisfarbenen Teppich posierte, zeigte ein propal\u00e4stinensischer Demonstrant eine Kopf-ab-Geste in ihre Richtung. <\/p>\n<p>Zur Musik hat Raphael erst vor Kurzem gefunden &#8211; und prompt den israelischen Vorentscheid f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen ESC gewonnen. Dass es f\u00fcr sie in Basel ganz weit nach vorn gehen k\u00f6nnte, hat jedoch zuvorderst nichts mit der Trag\u00f6die zu tun, die ihr widerfahren ist, sondern mit ihrem Song. Die Power-Ballade &#8222;New Day Will Rise&#8220; hat durchaus das Zeug, das ESC-Publikum in all seiner Breite zu \u00fcberzeugen. Bereits im vergangenen Jahr setzten die Zuschauerinnen und Zuschauer ein Zeichen gegen das Eden-Golan-Bashing und gaben der israelischen S\u00e4ngerin die zweitmeisten Punkte. Im Falle von Yuval Raphael und &#8222;New Day Will Rise&#8220; k\u00f6nnte es ganz \u00e4hnlich laufen.<\/p>\n<p><b>Frankreich: Louane &#8211; &#8222;Maman&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Gibt es ein Jahr, in dem Frankreich nicht zu den Favoriten gez\u00e4hlt wird, am Ende dann aber doch wieder nicht ganz vorn landet? Vielleicht l\u00e4uft es diesmal ja anders. Daf\u00fcr k\u00f6nnte sprechen, dass mit Louane eine S\u00e4ngerin an den Start geht, die musikalisch schon einiges auf dem Kerbholz hat.<\/p>\n<p>In ihrem Heimatland ist die 28-J\u00e4hrige bereits seit \u00fcber zehn Jahren ein Star. Doch auch in Deutschland gelang ihr 2014 mit &#8222;Avenir&#8220; ein Top-Ten-Hit. B\u00fcrgerlich hei\u00dft Louane eigentlich Anne Edwige Maria Peichert &#8211; denn auch wenn sie Franz\u00f6sin ist, hat sie ebenso deutsche, polnische, portugiesische und brasilianische Wurzeln. Eurovision aus Fleisch und Blut sozusagen (plus noch ein bisschen S\u00fcdamerika).<\/p>\n<p>Das offizielle ESC-Video von Louanes Song zeigt den Auftritt der S\u00e4ngerin w\u00e4hrend der Halbzeitpause beim Six-Nations-Rugby-Spiel zwischen Frankreich und Schottland im Stade de France von Saint-Denis im M\u00e4rz. Der d\u00fcrfte an Bombast sogar ihren ESC-Auftritt \u00fcberbieten. Aber Pomp hat sie mit ihrer durchdringenden Stimme eigentlich auch gar nicht n\u00f6tig. Wenn der Funke bei ihrer Power-Ballade &#8222;Maman&#8220; in Basel \u00fcberspringen sollte, ist Louane wohl wirklich alles zuzutrauen.<\/p>\n<p><b>\u00d6sterreich: JJ &#8211; &#8222;Wasted Love&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich hei\u00dft er Johannes Pietsch. Doch Schulfreunde haben ihm einst nicht etwa Jo, Pietschi oder JP nachgerufen, sondern ihm den Spitznamen JJ verpasst. Unter dem tritt der 24-J\u00e4hrige nun auch als Musiker in Erscheinung. Als Kontertenor \u00fcberschreitet er dabei die Grenzen zwischen Klassik und Popmusik.<\/p>\n<p>In Wien geboren, hat auch Pietsch einen Multikulti-Hintergrund. Seine Mutter stammt von den Philippinen, aufgewachsen ist er eine Zeit lang in Dubai. In Gro\u00dfbritannien nahm er an der Castingshow &#8222;The Voice&#8220; teil, in \u00d6sterreich erreichte er im TV-Format &#8222;Starmania&#8220; die erste Finalshow.<\/p>\n<p>Auch bei seinem ESC-Song &#8222;Wasted Love&#8220; wandelt JJ musikalisch zwischen den Welten. Nicht nur stimmlich d\u00fcrfte er den meisten Mitbewerberinnen und Mitbewerbern einiges voraushaben. Seine Drei-Minuten-Operette sticht auch definitiv zwischen den vielen Standard-Popsongs, der Folklore und dem Bum-Bum heraus. JJ k\u00e4mpft im zweiten Halbfinale um den ESC-Finaleinzug. Doch wenn er den nicht mindestens schafft, fressen wir einen K\u00e4sekrainer. Vielleicht sogar zwei. \u00d6sterreichs Beitrag geh\u00f6rt zweifelsohne zu den Topfavoriten beim diesj\u00e4hrigen ESC.<\/p>\n<p><b>Deutschland: Abor &amp; Tynna &#8211; &#8222;Baller&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Das Gesch\u00fctz, das \u00d6sterreich in diesem Jahr mit JJs &#8222;Wasted Love&#8220; beim ESC auff\u00e4hrt, verleiht dem Einsatz von Abor &amp; Tylla mit &#8222;Baller&#8220; f\u00fcr Deutschland nat\u00fcrlich noch einmal eine gewisse Brisanz. Schlie\u00dflich stammt das Geschwister-Duo ebenfalls aus der Alpenrepublik. Sollte Deutschland mit \u00f6sterreichischer Unterst\u00fctzung in Basel tats\u00e4chlich schlechter abschneiden als die Nachbarn, kann man sich einige h\u00e4mische Schlagzeilen schon ausmalen.<\/p>\n<p>Aber Moment! Erstens ist &#8222;Baller&#8220; besser, als von manchen behauptet. Zweitens l\u00e4sst sich auch f\u00fcr Abor &amp; Tynna eine Statistik finden, die sie in einen Favoritenrang erheben k\u00f6nnte &#8211; <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/leute\/Eurovision-Song-Contest-Abor-Tynna-liegen-mit-Baller-bei-Google-Analyse-zum-ESC-weit-vorn-article25753078.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">eben eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte Analyse der Google-Suchanfragen<\/a>. Und drittens sollte Stefan Raab, der den ESC in diesem Jahr zur &#8222;Chefsache&#8220; erkl\u00e4rt hat und als Mentor von Abor &amp; Tynna fungiert, noch immer nicht untersch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>Wer ballert sich also im ESC-Finale wirklich zum Sieg? Absolute Gewissheit werden wir erst am Samstagabend haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem ersten Halbfinale am Dienstagabend geht der Eurovision Song Contest in die hei\u00dfe Phase. \u00dcber die diesj\u00e4hrigen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":107556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1773],"tags":[29,214,4631,30,810,809,471,1780,684,215],"class_list":{"0":"post-107555","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-eurovision-song-contest","11":"tag-germany","12":"tag-musik","13":"tag-popmusik","14":"tag-serien","15":"tag-series","16":"tag-tv","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114501054958344043","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/107556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}