{"id":1076900,"date":"2026-06-07T15:45:36","date_gmt":"2026-06-07T15:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1076900\/"},"modified":"2026-06-07T15:45:36","modified_gmt":"2026-06-07T15:45:36","slug":"ran-ans-meer-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1076900\/","title":{"rendered":"Ran ans Meer \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>\u00bbManch nennen es Gr\u00f6\u00dfenwahn\u00ab, gibt Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung unumwunden zu, was eine Leipziger Eigenart sei. \u00bbWir denken gro\u00df\u00ab, ist Teil seiner Einweihungss\u00e4tze zum Leipziger Stadthafen. London, Wien, Paris und Hamburg h\u00e4tten doch auch H\u00e4fen, warum nicht auch die Stadt an der Plei\u00dfe? Gut, sie habe keinen gro\u00dfen Strom, daf\u00fcr viele kleinere. \u00bbLeipzig ist die coolste, gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Stadt Ostdeutschlands\u00ab, sekundiert Sachsens Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer \u2013 wenn das die Dresdner h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Mit der Er\u00f6ffnung findet das Projekt nach 25 Jahren seinen Abschluss. Der Ort soll zum \u00bbzentralen Ankerpunkt mit urbaner Hafenatmosph\u00e4re\u00ab werden, hei\u00dft es im Pressetext. Gruselautor Markus Heintz lie\u00df hier schon vor Jahren einen Lifestyle-Bestatter hausen, so attraktiv ist die Idee. Immerhin sitzt der Stadthafen wie die Spinne im Netz des Gew\u00e4sserverbunds Neuseenland. Er unterstreicht dessen wassertouristische Nutzung, einen Aspekt, den der Gr\u00fcne Ring stets im Blick hat. Das Netzwerk, dem es auch um Landwirtschaft, Wald und Kultur bestellt ist, wurde selbst gerade 30 Jahre alt. Den Geburtstag begeht man mit thematischen Radtouren.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen kennen den Gr\u00fcnen Ring als Radweg. Wie in einem Radialsystem f\u00fchren die Wege strahlenf\u00f6rmig von der Innenstadt weg. Zwei Kreise verbinden sie: Der Innere Gr\u00fcne Ring f\u00fchrt um die Stadt, der \u00e4u\u00dfere weiter durchs Umland. Das ist an sich schon ein Ausflugsziel und verdeutlich, worum es geht: das Verbindende. \u00bbDer Gr\u00fcne Ring Leipzig ist eine Plattform, um die Natur- und Kulturlandschaft gemeinsam zu gestalten\u00ab, erkl\u00e4rt Christian Dietz. Der Leiter der Gr\u00fcnen-Ring-Gesch\u00e4ftsstelle spricht von einem \u00bbfreiwilligen Kooperationsnetzwerk\u00ab, in dem Leipzig, die Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie 14 Kommunen zusammenarbeiten. Gemeinsam soll die Region entwickelt werden, nicht nur f\u00fcr den Tourismus, auch die Lebensqualit\u00e4t, der hier Lebenden, und die Erhaltung der Kulturlandschaft soll Platz finden. Dass die komplizierte Konstellation aus vielen Akteuren praktische Erfolge zeigt, erstaunt. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Kompromisse gefunden werden, wenn etwa Naturschutz und Erholungsbed\u00fcrfnis kollidieren.<\/p>\n<p>Neben dem Radweg stellt den gr\u00f6\u00dften Erfolg \u2013 zumindest der sichtbarste \u2013 die Leipziger Seenlandschaft dar. Diese gab 1996 den Anschub, sich in einem Netzwerk zu koordinieren. \u00bbDamals herrschte Handlungsdruck\u00ab, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dietz. Die Gestaltung der Seenplatte umfasste allein fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig mehr als ein Kommune. Man musste gemeinsam handeln. Der Gr\u00fcne Ring bringt die Bed\u00fcrfnisse der Partner bis heute zusammen, die Seenlandschaft bleibt eine Hauptaufgabe. So ist k\u00fcrzlich die Machbarkeitsstudie f\u00fcr die Bootspassage Neue Harth abgeschlossen worden: Der Zwenkauer und Cospudener See sollen nun mit einer Schiffseisenbahn verbunden werden.<\/p>\n<p>Im Jubil\u00e4umsjahr sollen thematische Radtouren die Aufgaben des Gr\u00fcnen Rings verdeutlichen. Der Start im April sei gut angenommen worden, so Dietz. \u00bbWir haben verschiedene landwirtschaftliche Akteure im Nordosten der Stadt besucht. Schwerpunkt war das Thema stadtnahe Landwirtschaft. Wir trafen auch einen Imker und informierten uns und besuchten den Biotopverbund.\u00ab Im Juni wird die touristische Infrastruktur ins Zentrum ger\u00fcckt. \u00bbWir fahren zu Beispielen, wie sich die Bergbaufolgelandschaft entwickelt hat\u00ab, sagt Dietz, \u00bbnicht nur touristisch, sondern auch im Sinne des Naturschutzes\u00ab. Es geht in den oft idyllischen S\u00fcdraum Leipzigs. Auf 40 Kilometern f\u00fchrt der Weg von B\u00f6hlen entlang der Plei\u00dfe zum Stausee R\u00f6tha. \u00dcber mehrere Seen endet die Route an der Schleuse Connewitz. Regionale Partner organisieren auf dem kostenlosen Ausflug die Verpflegung.<\/p>\n<p>\u00bbIm Juli hei\u00dft es dann \u203aran ans Meer\u2039\u00ab, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Dietz. Vor hundert Jahren wurde der Elster-Saale-Kanal besiegelt; das Vorhaben, das Leipzig mit den Weltmeeren verbinden soll(-te). Immerhin wird der Kanalradweg 2030 fertiggestellt sein. Dietz berichtet kommunalen Bestrebungen in Sachsen-Anhalt, dem Gr\u00fcnen Ring. Das sei nur folgerichtig: \u00bbDer Saale-Kanal endet ja nicht in G\u00fcnthersdorf.\u00ab<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Stadthafen: Auch OMB Jung \u00e4u\u00dfert die Hoffnung, dass der Elster-Saale-Kanal einmal am Meer endet. \u00bbVielleicht werden es meine Amtsnachfolger erleben, dass man von der Leipziger Innenstadt bis an die Nordsee paddeln kann.\u00ab Immerhin verbindet der er\u00f6ffnete Stadthafen die City mit dem Lindenauer Hafen und dem Cospudener See. In der Schreberstra\u00dfe gelegen, ist er nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt und kann zur Oase werden. Noch dominiert Beton die Sicht auf dem 13.800 Quadratmeter gro\u00dfen Areal, das 49 Liegepl\u00e4tze f\u00fcr Mehrpersonenschiffe und Sportboote bietet und Anlegepl\u00e4tze f\u00fcr Paddelboote. Leipzig investierte rund 15,67 Millionen Euro, 90 Prozent der Kosten wurden aus Bundes- und Landesmitteln mitfinanziert.<\/p>\n<p>Nicht allen ist zum Feiern zumute. Die Umweltschutzorganisation \u00d6kol\u00f6we kritisiert, dass der Hafen zur \u00dcbernutzung der Wasserwege im Auwald f\u00fchren wird. Naturschutz habe Vorrang vor Tourismus. Bei der Er\u00f6ffnung betonen alle Beteiligten, dass es um letzteren allein nicht gehe. Auch die Menschen in dieser Stadt h\u00e4tten etwas vom Hafen. In der Tat deuten frisch gepflanzte B\u00e4ume und Str\u00e4ucher an, dass der Ort zur kleinen Wasseroase werden k\u00f6nnte. Sitzgelegenheiten schaffen Aufenthaltsqualit\u00e4t, wie das stadtplanerisch hei\u00dft. Der Stadthafen ist frei begehbar und soll es auch sein. So k\u00f6nnte daraus ein so lebendiger Ort im \u00f6ffentlichen Raum werden wie der Rostocker Stadthafen \u2013 nur im Miniaturformat. Mit Anwohnerbeschwerden ist dann allerdings zu rechnen in Ostdeutschlands coolster Stadt.<\/p>\n<p>&gt; Radtour zum Thema Touristische Infrastruktur, 27.6.2026, <a href=\"https:\/\/gruenerring-leipzig.de\/27-06-2026-radtour-tourismus\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/gruenerring-leipzig.de\/27-06-2026-radtour-tourismus\/<\/a><\/p>\n<p>&gt; <a href=\"https:\/\/gruenerring-leipzig.de\/30jahre\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/gruenerring-leipzig.de\/30jahre\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbManch nennen es Gr\u00f6\u00dfenwahn\u00ab, gibt Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung unumwunden zu, was eine Leipziger Eigenart sei. \u00bbWir denken gro\u00df\u00ab,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1076901,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[43357,3364,29,30,693,18482,71,1153,228928,859],"class_list":["post-1076900","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-burkhard-jung","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-hafen","tag-kretschmer","tag-leipzig","tag-michael-kretschmer","tag-obm","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116709603969956201","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1076900","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1076900"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1076900\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1076901"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1076900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1076900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1076900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}