{"id":1077299,"date":"2026-06-07T19:58:18","date_gmt":"2026-06-07T19:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1077299\/"},"modified":"2026-06-07T19:58:18","modified_gmt":"2026-06-07T19:58:18","slug":"cada-und-chips-act-2-0-eu-plant-420-milliarden-fuer-cloud-und-chip-unabhaengigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1077299\/","title":{"rendered":"CADA und Chips Act 2.0: EU plant 420 Milliarden f\u00fcr Cloud- und Chip-Unabh\u00e4ngigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission stellt ein Ma\u00dfnahmenpaket vor, das die Abh\u00e4ngigkeit von US-Cloud-Diensten und Chip-Lieferanten reduzieren soll.<\/p>\n<p>Juni ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket zur digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t vorgestellt. Ziel ist es, die Abh\u00e4ngigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Anbietern deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p>Das Gesetzespaket umfasst den \u201eCloud and AI Development Act&#8220; (CADA) sowie den \u201eChips Act 2.0&#8243;. Beide Initiativen sollen strategische Schwachstellen in Sektoren beheben, in denen ausl\u00e4ndische Anbieter derzeit eine dominante Marktposition halten.<\/p>\n<p>Abgestuftes Souver\u00e4nit\u00e4tsmodell f\u00fcr Cloud-Dienste<\/p>\n<p>Anzeige: Wer die Auswirkungen des 420-Milliarden-EU-Plans auf seine Cloud-Strategie einordnen will, findet in diesem Report die wichtigsten Hebel \u2013 von Souver\u00e4nit\u00e4tsstufen bis F\u00f6rdermittel. <strong><a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/eu-420-mrd-cloud-chip-plan-digitale-souveraenitaet-2752?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_957974:Topic_digital_productivity:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=2752\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Kernst\u00fcck des CADA ist ein vierstufiges System namens \u201eUnion Assurance Levels&#8220; (UAL). Die Stufen reichen von einfacher Selbstauskunft (UAL 1) bis zur vollst\u00e4ndigen europ\u00e4ischen Kontrolle (UAL 4). F\u00fcr die h\u00f6chsten Zertifizierungsstufen m\u00fcssen Anbieter Personal und Infrastruktur innerhalb der EU einsetzen. Softwareentwicklung unter dem Einfluss von Drittstaaten w\u00e4re dann ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Branchenbeobachter gehen davon aus, dass gro\u00dfe US-Hyperscaler wie <strong>Amazon Web Services (AWS)<\/strong>, <strong>Microsoft Azure<\/strong> und <strong>Google Cloud<\/strong> die Voraussetzungen f\u00fcr UAL 3 oder UAL 4 nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Genau diese Stufen werden aber f\u00fcr \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge mit sensiblen Daten oder kritischer Infrastruktur zur Pflicht.<\/p>\n<p>Der Hintergrund: Bereits Mitte 2025 hatten Microsoft-Vertreter vor dem franz\u00f6sischen Senat einger\u00e4umt, dass europ\u00e4ische Daten nicht vor dem Zugriff US-Beh\u00f6rden gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen \u2013 der US CLOUD Act macht dies m\u00f6glich. Aktuell kontrollieren US-Firmen rund <strong>70 Prozent des europ\u00e4ischen Cloud-Marktes<\/strong>.<\/p>\n<p>Chips Act 2.0: Notfallbefugnisse und Milliardeninvestitionen<\/p>\n<p>Der \u00fcberarbeitete \u201eChips Act 2.0&#8243; soll die verfehlten Produktionsziele des ersten Rahmens von 2023 korrigieren. Neu ist: Die Kommission erh\u00e4lt <strong>Notfallbefugnisse<\/strong>, um in Krisen kommerzielle Liefervertr\u00e4ge au\u00dfer Kraft zu setzen und die Verf\u00fcgbarkeit kritischer Komponenten sicherzustellen.<\/p>\n<p>Die EU h\u00e4lt weiter am Ziel fest, bis 2030 <strong>20 Prozent des globalen Halbleitermarktes<\/strong> zu erobern. Der Europ\u00e4ische Rechnungshof prognostiziert jedoch lediglich einen Anteil von rund 11,7 Prozent.<\/p>\n<p>Der Gesamtinvestitionsbedarf bis 2036 ist enorm: <strong>120 Milliarden Euro<\/strong> f\u00fcr Halbleiter, <strong>200 Milliarden Euro<\/strong> f\u00fcr Rechenzentren und <strong>100 Milliarden Euro<\/strong> f\u00fcr Cloud- und KI-Entwicklung. Die EU will ihre Rechenzentrumskapazit\u00e4t in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis sieben Jahren verdreifachen \u2013 unter anderem durch sogenannte \u201eData Center Acceleration Zones&#8220;.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Cloud-Anbieter unterst\u00fctzen Kurs<\/p>\n<p>Eine Gruppe von <strong>13 europ\u00e4ischen Cloud-Anbietern<\/strong> \u2013 darunter OVHcloud und Nextcloud \u2013 hat sich in einem offenen Brief Anfang Juni hinter die Souver\u00e4nit\u00e4tsziele der Kommission gestellt. Sie fordern eine \u201eBuild European, Buy European&#8220;-Strategie zum Schutz der digitalen Infrastruktur.<\/p>\n<p>Die Marktforschung von Gartner prognostiziert einen massiven Anstieg der europ\u00e4ischen Ausgaben f\u00fcr Cloud-Infrastruktur: von <strong>6,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf \u00fcber 23 Milliarden Euro bis 2027<\/strong>.<\/p>\n<p>Am 11. Juni will die Industriegruppe CISPE einen neuen Rahmen f\u00fcr Cloud-Souver\u00e4nit\u00e4tszertifikate vorlegen. Dies folgt auf versch\u00e4rfte regulatorische Pr\u00fcfungen, darunter Untersuchungen der Kommission gegen gro\u00dfe US-Cloud-Anbieter seit November 2025.<\/p>\n<p>Rechtliche Risiken und globale Regulierungen<\/p>\n<p>Anzeige: US-Hyperscaler kontrollieren 70 % des europ\u00e4ischen Cloud-Marktes \u2013 der CADA zwingt zu Neubewertung. Dieser Report zeigt, wie Sie mit dem vierstufigen UAL-Modell Compliance-Risiken minimieren und F\u00f6rdermittel sichern. <strong><a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/eu-420-mrd-cloud-chip-plan-digitale-souveraenitaet-2752?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_957974:Topic_digital_productivity:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=2752\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Compliance-Fahrplan jetzt sichern<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die EU-Bem\u00fchungen fallen in eine Zeit versch\u00e4rfter Regulierung weltweit. Am 4. Juni verabschiedeten die USA den \u201eGreat American AI Act&#8220;, der regelm\u00e4\u00dfige Audits und Meldepflichten f\u00fcr gro\u00dfe KI-Betreiber vorschreibt. In der EU tritt am <strong>2. August 2026<\/strong> eine neue Kennzeichnungspflicht f\u00fcr fotorealistische KI-Inhalte in Kraft.<\/p>\n<p>Rechtsexperten warnen jedoch vor m\u00f6glichen Klagen. Ein Rechtsgutachten vom Mai 2026 kommt zu dem Schluss, dass der Ausschluss von \u201eHochrisiko-Anbietern&#8220; nach dem EU-Cybersecurity Act zu Schadensersatzforderungen ausl\u00e4ndischer Investoren f\u00fchren k\u00f6nnte. Besonders problematisch: Bestehende bilaterale Investitionsabkommen \u2013 etwa mit chinesischen Investoren \u2013 enthalten oft langfristige Auslaufklauseln, die auch nach K\u00fcndigung der Vertr\u00e4ge noch wirksam bleiben.<\/p>\n<p>Ein Bericht der EU-Agentur EU-LISA vom 20. Mai zeigt zudem: KI wird zwar zunehmend zur Optimierung der Energieeffizienz in Rechenzentren eingesetzt, ist aber noch nicht reif genug als prim\u00e4re Energiemanagement-L\u00f6sung. Die Agentur, die mehrere Rechenzentren in Stra\u00dfburg, \u00d6sterreich und Estland betreibt, darf derzeit keine Drittanbieter-Clouds f\u00fcr ihren Betrieb nutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Kommission stellt ein Ma\u00dfnahmenpaket vor, das die Abh\u00e4ngigkeit von US-Cloud-Diensten und Chip-Lieferanten reduzieren soll. 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