{"id":107737,"date":"2025-05-13T16:18:09","date_gmt":"2025-05-13T16:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/107737\/"},"modified":"2025-05-13T16:18:09","modified_gmt":"2025-05-13T16:18:09","slug":"junge-menschen-ziehen-zum-studieren-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/107737\/","title":{"rendered":"Junge Menschen ziehen zum Studieren weg"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> \u201eWenn es gegangen w\u00e4re, h\u00e4tte ich meinen Bachelor in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/viersen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Viersen<\/a> gemacht\u201c, sagt Alicia. Sie studiert Sonderp\u00e4dagogik auf Lehramt in K\u00f6ln. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte sie an der Franziskusschule in S\u00fcchteln-Vorst. Um den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/beruf\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Beruf<\/a> zu erlernen, blieb ihr keine andere Wahl als wegzuziehen, denn Viersen hat keine Hochschule. Dass sie sich in K\u00f6ln inzwischen wohlf\u00fchlt, steht f\u00fcr sie au\u00dfer Frage, aber wirklich losgelassen hat sie ihre Heimat nie. Jedes Wochenende kommt Alicia wieder zur\u00fcck nach Viersen. \u201eIch habe einfach so viele Dinge, die mich hier halten\u201c, sagt sie. Familie, Freunde, ihre Fu\u00dfballmannschaft beim ASV S\u00fcchteln \u2013 und vor allem: die Ruhe. \u201eIch liebe einfach dieses heimelige Gef\u00fchl, spazieren zu gehen auf den Feldern \u2013 weit und breit nichts\u201c, erz\u00e4hlt Alicia. \u201eIch glaube, das beste Beispiel daf\u00fcr, wie wohl ich mich hier f\u00fchle, ist: Ich komme jedes Jahr am Rosenmontag aus K\u00f6ln wieder nach S\u00fcchteln, um hier im Karnevalszug mitzulaufen\u201c, sagt sie und lacht. Trotz der vielen Gr\u00fcnde zu bleiben war der Schritt in die Gro\u00dfstadt f\u00fcr ihre pers\u00f6nliche Entwicklung wichtig. \u201eDer Schubser, in eine gro\u00dfe Stadt ziehen zu m\u00fcssen, war gut f\u00fcr mich\u201c, sagt sie r\u00fcckblickend. Doch sie wei\u00df genau: \u201eWenn ich \u00fcber eine Familie nachdenke, werde ich auf jeden Fall nach Viersen zur\u00fcckkommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ganz anders Andrej: \u201eBei mir war das schon so eine kleine Flucht aus Viersen\u201c, erz\u00e4hlt er. F\u00fcr sein duales Studium im Hotelmanagement zog er nach Frankfurt, nach dem Abschluss f\u00fchrte ihn sein Weg weiter nach Wien \u2013 heute lebt er also sogar in einem anderen Land. \u201eIch hatte einfach schon immer eine gro\u00dfe Affinit\u00e4t zum Reisen, wollte die Welt sehen\u201c, sagt er. In Viersen habe ihm das Gef\u00fchl gefehlt, sich sowohl pers\u00f6nlich als auch beruflich entfalten zu k\u00f6nnen. \u201eIch glaube, ich brauchte einfach diese Distanz \u2013 f\u00fcr mich selbst, aber auch f\u00fcr meine Karriere.\u201c Gro\u00dfe Hotelketten? Genauso wie eine Hochschule: in Viersen Fehlanzeige. Auch deshalb zog es ihn weg. Doch selbst wenn es all das gegeben h\u00e4tte, sagt er, w\u00e4re er gegangen. \u201eDie Herausforderung, mir neue soziale Kreise aufzubauen, eine neue Wohnung zu finden, neue Wege zu gehen \u2013 das hat mich unheimlich weitergebracht.\u201c Lachend f\u00fcgt er hinzu: \u201eDie Leute aus Viersen fehlen mir \u2013 aber das war\u2019s dann auch.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Merle ist in D\u00fclken aufgewachsen. Statt f\u00fcr ihr Jurastudium sofort umzuziehen, blieb sie zun\u00e4chst in Viersen wohnen und pendelte. Zwei Jahre lang fuhr sie t\u00e4glich mit dem Auto zur D\u00fcsseldorfer Uni. \u201eWenn ich ehrlich bin, hatte das nicht viel mit Viersen selbst zu tun, sondern eher damit, dass es einfach praktisch war\u201c, sagt sie. D\u00fcsseldorf ist gut erreichbar und Wohnungen sind teuer. Inzwischen ist sie umgezogen und froh \u00fcber die Entscheidung. \u201eIch habe hier ein Studentenleben, das ich in Viersen niemals gehabt h\u00e4tte\u201c, sagt sie. Die kulturellen und sozialen M\u00f6glichkeiten der Gro\u00dfstadt wei\u00df sie zu sch\u00e4tzen. Trotzdem bleibt auch bei ihr eine enge Verbindung zur Heimat. \u201eDie Eisdiele Epoca in D\u00fclken hat einfach mega Eis\u201c, sagt sie schmunzelnd. Und sie vermisst anderswo das Gef\u00fchl von Vertrautheit. \u201eWenn ich ins D\u00fclkener B\u00fcchereck gehe oder in die Wein Gang, werde ich mit einer Umarmung begr\u00fc\u00dft.\u201c Diese N\u00e4he zu den Menschen, die sie seit ihrer Kindheit kennt, fehlt in D\u00fcsseldorf. Und auch f\u00fcr Arztbesuche f\u00e4hrt sie regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck nach Viersen. \u201eIch habe hier \u00c4rzte, denen ich vertraue, und ich bekomme schnell Termine. Das ist in der Gro\u00dfstadt fast unm\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Paulina hat sich nach dem Abitur f\u00fcr eine Zwischenl\u00f6sung entschieden. \u201eIch finde es schade, dass es in Viersen keine Hochschule gibt. Denn ganz trennen wollte ich mich damals noch nicht.\u201c Sie studiert Soziale Arbeit dual \u2013 mit Theoriephasen in D\u00fcsseldorf und der Praxisstelle in Viersen. \u201eIch habe erstmal das Beste aus allen Welten mitgenommen\u201c, sagt sie. Drei Tage in der Woche wohnt sie in D\u00fcsseldorf, die \u00fcbrige Zeit verbringt sie zu Hause. Das funktioniert f\u00fcr Paulina gut. Sie genie\u00dft die Abwechslung: In der Stadt erlebt sie viel, in Viersen findet sie Ruhe. \u201eDie frische Luft in Viersen ist besonders toll\u201c, sagt sie. Langfristig zieht es Paulina allerdings in die Gro\u00dfstadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWenn es gegangen w\u00e4re, h\u00e4tte ich meinen Bachelor in Viersen gemacht\u201c, sagt Alicia. 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