{"id":1079944,"date":"2026-06-08T22:43:15","date_gmt":"2026-06-08T22:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1079944\/"},"modified":"2026-06-08T22:43:15","modified_gmt":"2026-06-08T22:43:15","slug":"berlin-ki-kriege-krisen-so-lassen-sich-zukunftsaengste-ueberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1079944\/","title":{"rendered":"Berlin | KI, Kriege, Krisen: So lassen sich Zukunfts\u00e4ngste \u00fcberwinden"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Dauerkrisen, ein durch KI zunehmend erschwerter Berufseinstieg, Wohnungsnot: Viele junge Menschen blicken sorgenvoll in die Zukunft. Das zeigt sich zum Beispiel in der Studie \u00abJugend in Deutschland 2026\u00bb, f\u00fcr die gut 2.000 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren repr\u00e4sentativ befragt wurden.<\/p>\n<p>\u00abDie Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen \u2013 in Form von Stress, Ersch\u00f6pfung und wachsender Perspektivlosigkeit\u00bb, so der Studienleiter Simon Schnetzer in einer Mitteilung der beteiligten Universit\u00e4t Potsdam.<\/p>\n<p>49 Prozent der Befragten berichten demnach von Stress, 36 Prozent von Ersch\u00f6pfung und 29 Prozent geben an, psychologische Unterst\u00fctzung zu ben\u00f6tigen. Gerade in einer Phase, in der sich wichtige Weichen f\u00fcrs Leben stellen \u2013 Berufseinstieg, Partnerschaft, Wohnen \u2013, trifft das besonders hart. Welche Strategien helfen gegen Zukunfts\u00e4ngste? Experten ordnen ein.<\/p>\n<p>Warum Zukunfts\u00e4ngste verbreitet sind<\/p>\n<p>\u00abGlobale Krisen, Klimawandel oder wirtschaftliche Unsicherheit wirken wie permanenter Stress im Hintergrund, zus\u00e4tzlich zu dem aktuellen Stress im Alltag\u00bb, sagt der Psychologe und Coach Ren\u00e9 Tr\u00e4der. Zukunfts\u00e4ngste seien daher auch kein Zeichen von Schw\u00e4che. Vielmehr seien sie angesichts der aktuellen Lage nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Eine Rolle spiele dabei, dass ein Einzelner auf Kriege und Krisen in aller Regel keinen oder nur geringen Einfluss hat. \u00abDas erzeugt ein Grundgef\u00fchl von Anspannung\u00bb, sagt die Psychologin und Buch-Autorin Pauline Stockmann. Hinzu kommt oft ein Gef\u00fchl von Unkontrollierbarkeit. Denn eine einzelne Person hat es nicht in der Hand, ob und wann etwa Krisen enden.<\/p>\n<p>Was Zukunfts\u00e4ngste noch verst\u00e4rkt<\/p>\n<p>Hinzu kommt: \u00ab\u00dcbergangsphasen im jungen Erwachsenenalter sind immer sensibel, egal, ob es einen allgemeinen Krisenmodus gibt oder nicht\u00bb, sagt Stockmann.\u00a0<\/p>\n<p>H\u00e4ufig ist die Phase gepr\u00e4gt von Fragen und Entscheidungen mit ungewissem Ausgang: \u00abFinde ich einen ad\u00e4quaten Job in meiner Heimatstadt?\u00bb, \u00abWerden mein Partner und ich gemeinsam genug Geld verdienen, um uns und unseren Kindern ein sorgenfreies Leben zu erm\u00f6glichen?\u00bb oder \u00abWerde ich im Alter arm sein?\u00bb<\/p>\n<p>Auch \u00dcberg\u00e4nge vom Studium in den Job zum Beispiel k\u00f6nnen von Unsicherheit gepr\u00e4gt sein, \u00abweil man etwas Gewohntes aufgibt und stattdessen etwas macht, das man nicht kennt\u00bb, so Stockmann. M\u00fcssen zentrale Entscheidungen im eigenen Leben bei weltpolitischer und wirtschaftlicher Instabilit\u00e4t getroffen werden, kann das der Psychologin zufolge ohnehin vorhandene Zukunfts\u00e4ngste verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt spielen soziale Medien eine Rolle. \u00abSoziale Medien und st\u00e4ndige Nachrichten beeinflussen das Gef\u00fchl von Unsicherheit ma\u00dfgeblich\u00bb, sagt Stockmann. Oft gehen eine gesunde Distanz und das Gef\u00fchl daf\u00fcr verloren, was eigentlich normal und erreichbar ist. Viele w\u00fcrden zudem eher auf Beitr\u00e4ge klicken, die Negatives erz\u00e4hlen, so Tr\u00e4der. Das k\u00f6nne unter dem Strich zu einer Verzerrung der Realit\u00e4t und somit zu innerer Unsicherheit f\u00fchren.<\/p>\n<p>Resilienz: Was sie bedeutet \u2013 und wie man sie st\u00e4rkt<\/p>\n<p>Es gibt aber Mittel, um der eigenen Unsicherheit zu begegnen. Eine wichtige Rolle spielt Resilienz. Sie beschreibt unsere psychische Widerstandskraft. \u00abResilienz hilft dabei, trotz \u00c4ngsten optimistisch zu sein und Vertrauen darin zu haben, dass sich die Dinge gut entwickeln\u00bb, erkl\u00e4rt Stockmann.<\/p>\n<p>Und Resilienz l\u00e4sst sich trainieren. \u00abDazu geh\u00f6rt, sich auf m\u00f6gliche L\u00f6sungen statt auf Probleme zu konzentrieren\u00bb, so Tr\u00e4der. Auch soziale Kontakte sind wichtig, sie bieten Halt in Krisenzeiten. Daneben ist Achtsamkeit sich selbst gegen\u00fcber entscheidend: Darauf zu achten, was einem guttut und was nicht, tr\u00e4gt dazu bei, die eigene Resilienz zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt sollte man den eigenen Umgang mit Nachrichten und sozialen Medien reflektieren. Wer Nachrichten konsumiert, sollte nicht nur von Headline zu Headline springen. Besser: sich tiefergehend mit genau den Themen besch\u00e4ftigen, die viele Sorgen ausl\u00f6sen. \u00abDas bedeutet, l\u00e4ngere Artikel lesen, die m\u00f6glichst unterschiedliche Perspektiven abbilden und allgemein verschiedene Experten-Meinungen miteinander vergleichen\u00bb, so Tr\u00e4der.<\/p>\n<p>Je mehr Informationen man hat, desto eher kann man eine fundierte Meinung entwickeln. Auch das st\u00e4rke die Resilienz. \u00abAlles, was diffus und chaotisch ist, hat ein h\u00f6heres Verunsicherungspotenzial und kann leichter zu Zukunfts\u00e4ngsten f\u00fchren.\u00bb<\/p>\n<p>Kontrolle, Einfluss, Akzeptanz?<\/p>\n<p>Der Psychologe empfiehlt daneben folgende \u00dcberlegungen, um einen besseren Umgang mit Zukunfts\u00e4ngsten zu finden:<\/p>\n<ol>\n<li>Was kann ich kontrollieren? \u00abDas kann etwa der Medienkonsum sein, den man einschr\u00e4nkt\u00bb, so Tr\u00e4der. Zum Beispiel, indem man sich pro Tag ein Zeitfenster von 15 Minuten gibt, in dem man Nachrichten konsumiert.<\/li>\n<li>Was kann ich beeinflussen? Beispielsweise bei einer Demonstration mitmachen und dort seinen Protest zum Ausdruck bringen.<\/li>\n<li>Was muss ich akzeptieren? Man muss hinnehmen, dass man auf manche Dinge einfach keinen Einfluss hat. Eine gewisse Ungewissheit ist Teil des Lebens.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es Strategien, die helfen, Zukunfts\u00e4ngsten langfristig entgegenzuwirken. Ein wichtiger Ansatz ist der Austausch: Wer mit anderen \u00fcber belastende Nachrichten oder eigene \u00c4ngste spricht, gewinnt Abstand. \u00abIm Gespr\u00e4ch mit anderen relativiert sich oft Vieles\u00bb, so Tr\u00e4der.<\/p>\n<p>Hilfreich kann auch sein, sich gedanklich auf Unw\u00e4gbarkeiten vorzubereiten. Stockmann empfiehlt, einen Plan B zu entwerfen \u00abf\u00fcr den Fall, dass etwas anders l\u00e4uft als erwartet\u00bb. Wer einen Ausweichplan hat, f\u00fchlt sich dem Unbekannten weniger ausgeliefert.<\/p>\n<p>Nicht zu untersch\u00e4tzen ist das Thema Selbstf\u00fcrsorge. \u00abDas bedeutet: Ausreichend Schlaf und gesunde Ern\u00e4hrung\u00bb, so Tr\u00e4der. K\u00f6rperliche Bet\u00e4tigung wirkt h\u00e4ufig gegen Stress und sorgt f\u00fcr Gl\u00fccksgef\u00fchle \u2013 und kann dazu beitragen, dass Zukunfts\u00e4ngste mit der Zeit von allein nachlassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Dauerkrisen, ein durch KI zunehmend erschwerter Berufseinstieg, Wohnungsnot: Viele junge Menschen blicken sorgenvoll in die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1079945,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,20177,1140,296,1937,630,4941,29,30,141,1635,1710,229445,1940,1938,54491,13353,624,6069,44190],"class_list":["post-1079944","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-aengste","tag-arbeit","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-beruf","tag-cjab","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-jugend","tag-karriere","tag-lebensplanung","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-optimismus","tag-psychologie","tag-ratgeber","tag-stress","tag-tmn0350"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116716909944646658","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1079944"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1079944\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1079945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1079944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1079944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1079944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}