{"id":108432,"date":"2025-05-13T22:31:11","date_gmt":"2025-05-13T22:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/108432\/"},"modified":"2025-05-13T22:31:11","modified_gmt":"2025-05-13T22:31:11","slug":"prekaere-lage-mehr-anfeindungen-gegen-queer-personen-in-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/108432\/","title":{"rendered":"&#8222;Prek\u00e4re Lage&#8220;: Mehr Anfeindungen gegen Queer-Personen in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00fcnchen<\/strong> &#8211; Silberne Discokugeln und schwarze Scheinwerfer an der Decke, bunte, handgezeichnete Bilder an den W\u00e4nden \u2013 wo nachts sonst die Party tobt, ging es am Dienstagvormittag um ein ernstes Thema. Das Sub in der M\u00fcllerstra\u00dfe 14 ist ein Treffpunkt f\u00fcr \u2013 unter anderem \u2013 schwule, bisexuelle und Transpersonen, zusammengefasst: ein Ort von und f\u00fcr die queere Gemeinschaft M\u00fcnchens.<\/p>\n<p>Beratungsstelle &#8222;Strong!&#8220; verzeichnet einen rapiden Anstieg an Anfeindungen gegen queere M\u00fcnchner<\/p>\n<p>Hier sprachen zwei Vertreterinnen von &#8222;Strong!&#8220;, einer Fachstelle zur Unterst\u00fctzung queerer Personen. Sie leisten Aufkl\u00e4rungs- und Sensibilisierungsarbeit, bieten ein Beratungstelefon an und sind Schnittstelle zwischen Betroffenen und der Justiz. Aus ihren Aufzeichnungen wissen sie: Die Zahl der Bel\u00e4stigungen und Gewalt gegen\u00fcber queeren Personen hat zugenommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/muc_silhouette_short.svg.svg+xml\"\/><\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Sub, Kai Kundrath, ergriff zu Beginn das Wort: &#8222;Es ist wichtig, dass wir diese Zahlen erfassen, damit die F\u00e4lle sichtbar werden.&#8220; Seit dem Jahr 2022 sind die Meldungen an die Fachstelle um 82 Prozent gestiegen: auf 289 im Jahr 2024, davon 121 allein in <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n<p>Zwar sei die Statistik nicht repr\u00e4sentativ, doch die Fachstelle &#8222;Strong!&#8220; geht bei dem Anstieg nicht nur von einer h\u00f6heren Meldemotivation aus \u2013 sondern auch davon, dass die \u00dcbergriffe tats\u00e4chlich zunehmen. Dazu z\u00e4hlen etwa Beleidigungen, Bedrohungen, Erniedrigungen, aber auch K\u00f6rperverletzung und sexualisierte Gewalt.<\/p>\n<p>Vor einigen Monaten wurde auch das Sub in M\u00fcnchen Opfer eines transfeindlichen Angriffs<\/p>\n<p>Leonie L. von &#8222;Strong!&#8220; meinte dazu: &#8222;Das Spektrum reicht von einem einzelnen Schlag bis hin zu so schweren Verletzungen, dass die Betroffenen ins Krankenhaus m\u00fcssen.&#8220; Weiter sagte sie: &#8222;Das Thema hat sich nicht erledigt, die Lage ist prek\u00e4r.&#8220; Vor einigen Monaten wurde auch das Sub in M\u00fcnchen Opfer eines transfeindlichen Angriffs. Im August 2024 spr\u00fchten Unbekannte einen Mordaufruf an die T\u00fcr des Zentrums.<\/p>\n<p>Leonie L. erinnerte sich am Dienstag an die Zeit nach dem Angriff zur\u00fcck: &#8222;Es kamen immer wieder Menschen auf uns zu und fragten: &#8218;Bin ich denn jetzt noch sicher? Ich habe Angst&#8216;.&#8220; Dabei handelt es sich um einen bekannten Fall. Doch Annina E. von &#8222;Strong!&#8220; wei\u00df: &#8222;Der Gro\u00dfteil der Vorf\u00e4lle wird nicht angezeigt oder gemeldet.&#8220; Auch die Polizei und andere Beratungsstellen gehen davon aus, dass viele Angriffe auf queere Menschen nicht erfasst sind. Das hat folgenden Grund, meinte Annina E.: &#8222;Betroffene sch\u00e4tzen ihre Erfolgschancen im Vergleich zum Aufwand einer Anzeige gering ein. Denn die T\u00e4ter bleiben leider oft unbekannt.&#8220;<\/p>\n<p>Betroffene w\u00fcrden wegen der H\u00e4ufigkeit der Beleidigungen abstumpfen<\/p>\n<p>Leoni L. f\u00fcgte hinzu: &#8222;Und viele stumpfen bei der H\u00e4ufigkeit der Vorf\u00e4lle ab.&#8220; Sie zitierte einen Betroffenen: &#8222;Wenn ich jedes Mal zur Polizei gehen w\u00fcrde, wenn ich beleidigt werde, w\u00fcrde ich da gar nicht mehr wegkommen.&#8220; Mit ihrer Initiative wollen sie dem entgegenwirken. Sie beraten Betroffene, die sich an sie wenden, und ermutigen sie, Anzeige zu erstatten.<\/p>\n<p>Das Thema Queerfeindlichkeit betrifft aber nicht nur queere Menschen, wie Leonie L. am Dienstag im Sub klarstellte: &#8222;Auf uns kommen auch immer wieder Personen zu, die gar nicht queer sind, aber daf\u00fcr gehalten werden und deshalb Anfeindungen erleben. Es kann also jeden treffen.&#8220; Umso wichtiger sei es, sich zu solidarisieren, sagte Sub-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Kai Kundrath.<\/p>\n<p>IDAHOBIT steht an \u2013 M\u00fcnchner sollen sich solidarisieren<\/p>\n<p>Er verwies in dem Zuge auf den sogenannten &#8222;IDAHOBIT&#8220;, den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans-Feindlichkeit. Er findet am Samstag, den 17. Mai weltweit statt. Auch die M\u00fcnchner sind dazu aufgerufen, f\u00fcr gleiche Rechte, Akzeptanz und eine offene Gesellschaft auf die Stra\u00dfe zu gehen. Um 15 Uhr beginnt die Veranstaltung mit Kundgebungen am Sendlinger-Tor-Platz. Gegen 15.45 Uhr startet von dort aus ein Demozug durch die Innenstadt. Abschlie\u00dfend sagte Kai Kundrath: &#8222;Die Gesellschaft braucht ein Verst\u00e4ndnis. Das ist ein Appell an jede einzelne Person, sich zu hinterfragen und offen zu sein.&#8220;<\/p>\n<p>Mehr Informationen zum IDAHOBIT gibt es <a href=\"https:\/\/subonline.org\/idahobit-2025\/\" title=\"https:\/\/subonline.org\/idahobit-2025\/\" class=\"ext_links\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchen &#8211; Silberne Discokugeln und schwarze Scheinwerfer an der Decke, bunte, handgezeichnete Bilder an den W\u00e4nden \u2013 wo&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":108433,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,15252,29,30,42576,1646,42571,42573,1268,21469,33550,42575,42574,42572,1250],"class_list":{"0":"post-108432","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-beratung","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-idahobit","13":"tag-lgbtq","14":"tag-lgbtqia","15":"tag-muellerstrasse","16":"tag-muenchen","17":"tag-queer","18":"tag-queerfeindlichkeit","19":"tag-solidarisierung","20":"tag-strong","21":"tag-sub","22":"tag-unterstuetzung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114502899152663465","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=108432"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108432\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/108433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=108432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=108432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}