{"id":1085199,"date":"2026-06-11T00:56:37","date_gmt":"2026-06-11T00:56:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1085199\/"},"modified":"2026-06-11T00:56:37","modified_gmt":"2026-06-11T00:56:37","slug":"grossprojekt-deutlich-frueher-als-gedacht-einweihung-der-grossen-pflugfelder-bruecke-steht-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1085199\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfprojekt: Deutlich fr\u00fcher als gedacht: Einweihung der Gro\u00dfen Pflugfelder Br\u00fccke steht an"},"content":{"rendered":"<p> Bundesweit gibt es etliche Gro\u00dfprojekte, die deutlich l\u00e4nger dauern als geplant. Prominentestes Beispiel ist <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.netz-spottet-ueber-stuttgart-21-immerhin-gibt-es-neue-termine-fuer-baustellenbesichtigungen.c3c0ff44-8c48-415e-a01f-f7916f05ef3e.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Stuttgart 21<\/a>: Erst in dieser Woche machte das Bahnprojekt wieder Schlagzeilen, weil sich die Fertigstellung erneut verz\u00f6gert. Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kornwestheim-traeger-fuer-pflugfelder-bruecke-werden-eingehoben.e780df14-6e16-472a-81f7-97f24426ec1f.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gro\u00dfe Pflugfelder Br\u00fccke<\/a> \u00fcber den DB G\u00fcterbahnhof in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Kornwestheim\" title=\"Kornwestheim\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kornwestheim<\/a> ist zwar nicht mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart_21\" title=\"Stuttgart 21\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart 21<\/a> vergleichbar \u2013 zeigt aber, dass es auch anders laufen kann.<\/p>\n<p>Trotz enormer Herausforderungen beim Bau \u00fcber einem G\u00fcterbahnhof im Vollbetrieb soll die neue Br\u00fccke bereits Ende Juli freigegeben werden \u2013 und somit rund neun Monate fr\u00fcher als geplant. Von einem typischen Begleiter gro\u00dfer Bauprojekte blieb allerdings auch Kornwestheim nicht verschont: den explodierenden Kosten.<\/p>\n<p>Lange gewartet, endlich reagiert <\/p>\n<p>Die erste Gro\u00dfe Pflugfelder Br\u00fccke wurde 1917 fertiggestellt \u2013 in einer Zeit, in der sich wohl niemand vorstellen konnte, dass nur wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter tonnenschwere Busse und Lastwagen t\u00e4glich \u00fcber das Bauwerk rollen w\u00fcrden. Die Belastung f\u00fcr die Br\u00fccke sei enorm gewesen, sagt Dirk Maisenh\u00f6lder, Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt Kornwestheim.<\/p>\n<p> Bereits 2010 habe eine Pr\u00fcfung ergeben, dass die Br\u00fccke saniert werden m\u00fcsse. Ab 2012 wurde im Rathaus intensiv an einer Sanierung gearbeitet. Die Finanzierung war jedoch schwer, F\u00f6rderungen waren nicht in Sicht. W\u00e4hrenddessen br\u00f6ckelten erste Betonteile auf die Gleise darunter, ein Fangnetz wurde installiert. Irgendwann war klar, dass eine Sanierung nicht mehr ausreicht. Ende 2018 wurde dann eine F\u00f6rderung in Aussicht gestellt, der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Neubau\" title=\"Neubau\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neubau<\/a> konnte beginnen.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick w\u00e4re eine Sanierung in den 2010er-Jahre f\u00fcr die Stadt wohl deutlich g\u00fcnstiger gewesen als ein Neubau Mitte der 2020er-Jahre. Maisenh\u00f6lder hebt dennoch die Vorteile hervor: \u201eMit einer Sanierung h\u00e4tten wir rund 20 bis 30 Jahre gewonnen und h\u00e4tten dann trotzdem neu bauen m\u00fcssen.\u201c Die neue Br\u00fccke, die p\u00fcnktlich zum Start der Sommerferien befahrbar sein soll, werde dagegen voraussichtlich 100 Jahre und l\u00e4nger halten.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.56b29b89-9c97-45ee-878d-ea254f67fb1d.original1024.media.jpeg\"\/>     Noch ist auf der Br\u00fccke Baumaterial verteilt \u2013 doch zum Start der Sommerferien ist die   <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Er%C3%B6ffnung\" title=\"Er\u00f6ffnung\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Er\u00f6ffnung<\/a> geplant.    Foto: Simon Granville    <\/p>\n<p>Die neue Br\u00fccke liegt n\u00e4her an den Bahngleisen und ist mit 166 Metern etwas k\u00fcrzer als ihre Vorg\u00e4ngerin, daf\u00fcr aber zweieinhalb Meter breiter. Besonders auff\u00e4llig ist ihre starke Steigung, die fast an einen kleinen H\u00fcgel erinnert. Grund daf\u00fcr ist die Oberleitung einer der darunterliegenden Bahnstrecken, die \u00fcberbr\u00fcckt werden musste.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die Oberleitungen des G\u00fcterbahnhofs stellten die Verantwortlichen vor Herausforderungen. \u201eEs ist ein Unterschied, ob man eine Br\u00fccke \u00fcber ein Tal mit Wiesen baut oder \u00fcber einen G\u00fcterbahnhof im Vollbetrieb\u201c, sagt Maisenh\u00f6lder. Ein greifbares Beispiel seien die Kr\u00e4ne gewesen \u2013 die k\u00f6nne man in einem Gleisbett nicht einfach nach Belieben aufstellen und nutzen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich musste jede Ma\u00dfnahme, die den Betrieb der Deutschen Bahn in irgendeiner Weise beeinflusste, zwei Jahre im Voraus angemeldet werden \u2013 inklusive genauer Beschreibung und Zeitfenster. Zwei Jahre sp\u00e4ter bestand die Herausforderung dann darin, die Arbeiten exakt in diesem angemeldeten Zeitraum umzusetzen. \u201eAlles lief nach einer strengen Planung\u201c, sagt Maisenh\u00f6lder.<\/p>\n<p> Perfekten Partner gefunden <\/p>\n<p>Trotz dieses enormen planerischen Aufwands wird die Br\u00fccke nun deutlich fr\u00fcher fertig als vorgesehen. Daf\u00fcr gebe es laut Maisenh\u00f6lder viele kleine Gr\u00fcnde, einer sei jedoch entscheidend gewesen.<\/p>\n<p>Das Projekt musste europaweit in einem Teilnahmewettbewerb ausgeschrieben werden. Grunds\u00e4tzlich durfte sich jedes Bauunternehmen bewerben, die Stadt musste am Ende das wirtschaftlichste Angebot annehmen. Im Rathaus habe es deshalb durchaus die Sorge gegeben, dass ein Unternehmen den Zuschlag bekommt, das mit der Aufgabe \u00fcberfordert sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.e9684733-07b2-42b5-88a6-8080fe3583c8.original1024.media.jpeg\"\/>     Dirk Maisenh\u00f6lder, Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt Kornwestheim.    Foto: Emanuel Hege    <\/p>\n<p>Geholfen hat letztlich eine Anforderung in der Ausschreibung. Bewerber mussten im Wettbewerb nachweisen, dass sie bereits vergleichbare Projekte umgesetzt haben. \u201eDamit hatten wir die Gewissheit, dass das Bauunternehmen so eine Br\u00fccke auch kann\u201c, sagt Maisenh\u00f6lder.<\/p>\n<p>Den Zuschlag erhielt schlie\u00dflich Leonhard Weiss aus G\u00f6ppingen, eines der gr\u00f6\u00dften Bauunternehmen Deutschlands. Die Firma \u00fcberraschte die Stadt mit einem besonderen Vorschlag: Abriss und Neubau sollten nicht nacheinander, sondern teilweise parallel laufen. So habe der Neubau bereits begonnen, w\u00e4hrend an anderer Stelle noch abgerissen wurde.<\/p>\n<p> Kosten von 42 Millionen Euro bereiten Sorgen <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bau also besser lief als geplant, sorgen die Kosten der Br\u00fccke weiterhin f\u00fcr Bauchweh. Statt der urspr\u00fcnglich kalkulierten 22,2 Millionen Euro wird das Projekt nach aktuellem Stand rund 42 Millionen Euro kosten. Noch ist nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt, wie viel davon die Deutsche Bahn \u00fcbernimmt und welche F\u00f6rdermittel vom Land flie\u00dfen. An der Stadt d\u00fcrfte aber wohl ein Eigenanteil von rund 22 Millionen Euro h\u00e4ngen bleiben \u2013 ein weiterer schwerer Brocken in einer der schlechtesten Finanzlagen der Kornwestheimer Nachkriegsgeschichte.<\/p>\n<p>Die Kostenexplosion erkl\u00e4rt Maisenh\u00f6lder damit, dass die ersten Sch\u00e4tzungen noch aus einer Zeit vor dem Ukraine- und Iran-Krieg stammen \u2013 in Sachen Baukosten also quasi aus einem anderen Zeitalter. Inflation, steigende Preise f\u00fcr L\u00f6hne, Baustoffe und hohe Treibstoffkosten h\u00e4tten die Rahmenbedingungen f\u00fcr Bauprojekte grundlegend ver\u00e4ndert. Mit den Kosten der 2010er-Jahre sei das heute nicht mehr vergleichbar.<\/p>\n<p>Maisenh\u00f6lder betont zugleich, dass w\u00e4hrend des gesamten Projekts versucht worden sei, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Kosten im Rahmen zu halten. So seien etwa die Gel\u00e4nder einfacher gestaltet worden. \u201eUnd grunds\u00e4tzlich muss man sagen: Das ist ein rein technisches Bauwerk, ohne jeglichen Schnickschnack.\u201c M\u00f6glicherweise hat gerade das auch dazu beigetragen, die Bauzeit deutlich zu verk\u00fcrzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bundesweit gibt es etliche Gro\u00dfprojekte, die deutlich l\u00e4nger dauern als geplant. 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