{"id":1085214,"date":"2026-06-11T01:04:15","date_gmt":"2026-06-11T01:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1085214\/"},"modified":"2026-06-11T01:04:15","modified_gmt":"2026-06-11T01:04:15","slug":"hamburg-berlin-solarpunk-cozy-crafting-statt-spektakel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1085214\/","title":{"rendered":"Hamburg\/Berlin | \u00abSolarpunk\u00bb: Cozy Crafting statt Spektakel"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Drei Tage vor dem Launch schrieben die Entwickler des \u00dcberlebensspiels \u00abSolarpunk\u00bb etwas, das man in der Spielebranche selten liest: eine Warnung. \u00abWir wissen, dass manche Spieler auf die Wishlist-Zahl schauen und ein riesiges Survival-Spiel erwarten k\u00f6nnten, das von Dutzenden oder Hunderten Entwicklern gemacht wurde\u00bb, schrieb das deutsche Zwei-Personen-Studio Cyberwave auf Steam. \u00abAber das ist Solarpunk nicht.\u00bb<\/p>\n<p>\u00dcber 1,2 Millionen Gamer hatten das Spiel auf ihre Steam-Wunschliste gesetzt, die Demo wurde mehr als eine halbe Million Mal gespielt &#8211; und Cyberwave wollte sichergehen, dass niemand \u00abSolarpunk\u00bb mit falschen Erwartungen kauft.<\/p>\n<p>Es handele sich weder um ein Player-versus-Player-Spiel, noch um eine gro\u00dfe Story-Kampagne oder gar ein Game mit Hunderten Stunden Spielzeit, sondern um \u00abeine ruhige, cozy und fokussierte Survival Craft Sandbox, gemacht von einem winzigen Team mit viel Liebe.\u00bb Diese Offenheit ist ungew\u00f6hnlich &#8211; und sie ist symptomatisch f\u00fcr ein Spiel, das konsequent seinen eigenen Weg geht.<\/p>\n<p>Gestrandet auf schwebender Insel &#8211; Geduld ist gefragt<\/p>\n<p>\u00abSolarpunk\u00bb beginnt damit, dass man allein auf einer kleinen Himmelsinsel erwacht: kein Begleiter, keine Sprachausgabe, keine Geschichte. Ein Survival-Leitfaden und eine Handvoll einfacher Aufgaben markieren den Start: \u00c4ste aufsammeln, Steine zertr\u00fcmmern, eine Werkbank bauen. Dann ist man auf sich gestellt.<\/p>\n<p>Die Startinsel ist klein und in zehn Minuten vollst\u00e4ndig erkundet. Versteckte H\u00f6hlen oder Geheimnisse sucht man vergeblich. Es gibt Holz, Stein, etwas Lehm und Eisenerz &#8211; mehr nicht. Das Spiel spart seine \u00dcberraschungen f\u00fcr sp\u00e4ter auf.<\/p>\n<p>Wer hier sofort nach Tiefe oder Abwechslung sucht, wird tats\u00e4chlich entt\u00e4uscht. Der Einstieg verlangt Geduld. Das Tutorial hilft, wirkt aber stellenweise etwas knapp bemessen. Ein freundlicher Nicht-Spieler-Charakter, der einem gelegentlich zur Seite steht, h\u00e4tte dieser gesichtslosen Anfangsphase gutgetan.<\/p>\n<p>\u00d6kologischer Ansatz: Mit der Natur, nicht gegen sie<\/p>\n<p>Das zentrale Designprinzip von \u00abSolarpunk\u00bb ist sein \u00f6kologischer Ansatz. Wer B\u00e4ume f\u00e4llt, pflanzt Setzlinge nach. Energie kommt zun\u00e4chst aus Holz, sp\u00e4ter aus Solaranlagen und Windturbinen.<\/p>\n<p>Das Wetter beeinflusst dabei direkt die Energieproduktion: An bew\u00f6lkten Tagen liefern Solaranlagen weniger Strom, St\u00fcrme k\u00f6nnen Windturbinen beg\u00fcnstigen oder Felder besch\u00e4digen. Wer seine wachsende Siedlung effizient betreiben will, muss also auch den Himmel im Blick behalten.<\/p>\n<p>Ein solarbetriebener Bohrer ersetzt mit der Zeit die Spitzhacke, arbeitet aber nur tags\u00fcber und verlangt regelm\u00e4\u00dfige Luftschiff-Ausfl\u00fcge zur Ernte.<\/p>\n<p>Mehr Tiefe als zun\u00e4chst gedacht &#8211; teils erzwungener Stillstand<\/p>\n<p>Transportdrohnen und drahtlose Stromnetze erg\u00e4nzen das Automatisierungssystem und sorgen daf\u00fcr, dass unter der gem\u00fctlichen Oberfl\u00e4che mehr Tiefe steckt, als der erste Eindruck vermuten l\u00e4sst. Wer Produktionsketten optimieren will, findet hier Stoff zum T\u00fcfteln.<\/p>\n<p>Wer hingegen rasch vorankommen will, st\u00f6\u00dft auf ein konkretes Problem: F\u00fcr den Bau des Luftschiffs braucht man Materialien wie Baumwolle. Doch die kommt auf der Startinsel kaum vor. Hat man die wenigen nat\u00fcrlich gewachsenen Exemplare bereits geerntet, wartet man geduldig, bis ein Samen zu zweien wird, dann zu dreien. Das f\u00fchlt sich weniger nach Entschleunigung an als nach erzwungenem Stillstand &#8211; und das ist der deutlichste Kritikpunkt an \u00abSolarpunk\u00bb.<\/p>\n<p>Geniale Luftschiff-Idee und der Wille zum Entdecken<\/p>\n<p>Ein Luftschiff ist das Herzst\u00fcck des Spiels &#8211; und eine seiner besten Ideen. Die Steuerung ist anfangs komplex, aber durch Bildschirmhinweise gut erlernbar. Sie findet schnell einen angenehmen Mittelweg: Man f\u00fchlt sich nie als Meister der L\u00fcfte, aber auch nie v\u00f6llig hilflos. Der Flug zwischen den Inseln dauert einige Minuten, das Andocken an Luftschiffstationen erfordert Sorgfalt.<\/p>\n<p>Die Inseln selbst \u00fcberraschen mit Abwechslung. Manche fungieren als Handelsposten, wo ein Roboter-H\u00e4ndler Aufgaben vergibt und neue Baupl\u00e4ne belohnt. Andere sind reine Rohstoffvorkommen, die man regelm\u00e4\u00dfig anfliegt. Wieder andere haben einen ganz eigenen Charakter. \u00abSolarpunk\u00bb macht dabei eines klar: Wer weiterkommen will, muss aufbrechen. Exploration ist keine Option, sondern Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Holzunterschlupf wird Anwesen, doch der Charakter stagniert<\/p>\n<p>Mit der Zeit entwickelt sich die eigene Basis von einem schlichten Holzunterschlupf zu einem durchdachten Anwesen. Neue Baumaterialien, Fenster, Dekorationen, M\u00f6bel und zus\u00e4tzliche Stockwerke erweitern die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten. Die Auswahl an Einrichtungsgegenst\u00e4nden ist beachtlich. Wer Freude am Einrichten hat, findet hier einen echten Spielplatz.<\/p>\n<p>Die Landwirtschaft folgt \u00e4hnlichen Prinzipien: Verschiedene Pflanzen haben unterschiedliche Anspr\u00fcche, Himbeerstr\u00e4ucher etwa sind besonders empfehlenswert, da ihre Fr\u00fcchte sowohl Hunger als auch Durst lindern. Im Co-op mit bis zu vier Spielenden findet \u00abSolarpunk\u00bb zu seiner eigentlichen St\u00e4rke: Aufgaben werden verteilt, die Farm w\u00e4chst schneller, und das Aufbauen bekommt einen sozialen Rhythmus, der dem Spiel gut steht.<\/p>\n<p>Was dem Zusammenspiel aber noch fehlt, sind Dinge wie beispielsweise Gestik oder wechselbare Kleidung. Allgemein scheint die Personalisierbarkeit des eigenen Charakters noch ausbauf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Atmosph\u00e4re als gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke: eine stimmige Spielwelt<\/p>\n<p>Was \u00abSolarpunk\u00bb von \u00e4hnlichen Titeln abhebt, ist die Atmosph\u00e4re. Das Gr\u00fcn der Wiesen, das Blau des Himmels, das Summen der Solaranlage und das Rauschen des Winds schaffen eine Welt, die zum Verweilen einl\u00e4dt. Die Optik h\u00e4lt, was die Ank\u00fcndigungsbilder versprechen: keine Hochglanzillusion, sondern eine stimmige, handgefertigte Spielwelt.<\/p>\n<p>Umso mehr f\u00e4llt auf, was noch fehlt. Das Spielgef\u00fchl bei grundlegenden Aktionen ist wenig befriedigend: Wer einen Busch mit der Axt bearbeitet, bekommt kaum visuelles Feedback \u2013 keine Partikeleffekte, keine sichtbaren Sch\u00e4den am Objekt.<\/p>\n<p>Kaum Tooltips, kein gezieltes Grafik-Tuning &#8211; aber das ist l\u00f6sbar<\/p>\n<p>Tooltips fehlen oft, sodass man sich manchmal unsicher ist, welches Item man jetzt vor sich hat. Auf dem PC fehlen zudem detaillierte Grafikoptionen. Statt individueller Einstellungen gibt es nur eine allgemeine Qualit\u00e4tsstufe. Wer gezielt einzelne Grafikaspekte anpassen m\u00f6chte, schaut in die R\u00f6hre.<\/p>\n<p>Diese Schw\u00e4chen sind real, aber keine unl\u00f6sbaren Probleme. Cyberwave hat mit seinem Vorg\u00e4ngertitel \u00abA Game About Digging A Hole\u00bb bereits gezeigt, dass das Studio auf Spielerfeedback reagiert. Und die Offenheit, mit der die Entwickler vor dem Launch \u00fcber die Grenzen ihres Spiels gesprochen haben, l\u00e4sst hoffen, dass sie auch danach zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Fazit: F\u00fcr alle, die sich in den Wolken treiben lassen wollen<\/p>\n<p>\u00abSolarpunk\u00bb ist kein Spiel, das um jeden Preis gefallen will. Es ist ein ruhiges, atmosph\u00e4risches Survival-Erlebnis f\u00fcr alle, die Entschleunigung als Tugend verstehen &#8211; allein oder mit Freunden. Man bekommt mit \u00abSolarpunk\u00bb rund 20 Stunden Hauptinhalt, eine stimmige Welt und ein Fundament, das noch Luft nach oben hat.<\/p>\n<p>Wer ein riesiges Survival-Spektakel erwartet, sollte besser woanders schauen. Wer bereit ist, sich hoch oben in den Wolken einfach treiben zu lassen, k\u00f6nnte etwas finden, das l\u00e4nger h\u00e4ngen bleibt als erwartet.<\/p>\n<p>\u00abSolarpunk\u00bb ist f\u00fcr PC, Xbox Series X\/S und Nintendo Switch 2 (jeweils rund 23 Euro) sowie f\u00fcr die Playstation 5 (rund 25 Euro) erh\u00e4ltlich. F\u00fcr das Spiel gilt keine Altersbeschr\u00e4nkung (USK 0).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Drei Tage vor dem Launch schrieben die Entwickler des \u00dcberlebensspiels \u00abSolarpunk\u00bb etwas, das man in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1085215,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[5308,230481,230480,29,2507,30,692,32265,5013,4507,6237,492,66714,4585,5725,145185,194,10106,8665,1342],"class_list":["post-1085214","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-computer","tag-cozy-games","tag-crafting","tag-deutschland","tag-freizeit","tag-germany","tag-hamburg","tag-konsolen","tag-lifestyle","tag-nachhaltigkeit","tag-natur","tag-pc","tag-simulation","tag-software","tag-spiel","tag-survival","tag-technik","tag-tmn1100","tag-tpds","tag-videospiele"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116728788911507743","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1085214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1085214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1085214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1085215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1085214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1085214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1085214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}