{"id":108525,"date":"2025-05-13T23:21:09","date_gmt":"2025-05-13T23:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/108525\/"},"modified":"2025-05-13T23:21:09","modified_gmt":"2025-05-13T23:21:09","slug":"point-zero-forum-europa-steht-vor-einem-perfekten-sturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/108525\/","title":{"rendered":"Point Zero Forum: Europa steht vor einem perfekten Sturm"},"content":{"rendered":"<p itemprop=\"description\">\n                        Woher der Sturm kommt und wie er die Finanzindustrie ver\u00e4ndern kann: Reflektionen und Erkenntnisse aus den Keynotes, Workshops und Debatten.\n                    <\/p>\n<p>In einem ersten Wurf berichtet <strong>Patrick Comboeuf<\/strong> \u00fcber die Debatten zur Geopolitik im Spannungsfeld der digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t und dem grenz\u00fcberschreitenden Zahlungsverkehr.<\/p>\n<p>When the going gets tough\u2026\u00a0<\/p>\n<p>\u2026the tough get going. In etwa so h\u00e4tte Spotify wohl die Playlist zum diesj\u00e4hrigen Stelldichein der globalen Elite aus Regulation, Aufsichtsbeh\u00f6rden, Zentralbanken, Politik, Akademik sowie dem \u00d6kosystem aus etablierten und aufstrebenden Organisationen in der Finanzindustrie benannt.<\/p>\n<p>Europa steht vor einem perfekten Sturm. Die Region muss nicht zuletzt aufgrund der geopolitischen Verwerfungen ihre regulatorischen Ans\u00e4tze dringend neu definieren, ihre digitale Souver\u00e4nit\u00e4t st\u00e4rken und bisher verrnachl\u00e4ssigte Chancen besser nutzen. Nur so ist zu vermeiden, im Wettlauf um die Technologief\u00fchrerschaft in der Finanzindustrie komplett ins Hintertreffen zu geraten.\u00a0<\/p>\n<p>Dieser Realit\u00e4t haben sich Anfang Mai 2025 wiederum mehr als 2&#8217;000 der weltweit f\u00fchrenden Entscheidungstr\u00e4ger am <a href=\"https:\/\/www.pointzeroforum.com\" target=\"_blank\" class=\"external\" rel=\"noreferrer noopener\">Point Zero Forum<\/a> gestellt. Das Point Zero Forum ist die gemeinsamen Initiative des Global Finance &amp; Technology Network (GFTN) aus Singapore sowie dem Schweizer Staatssekretariat f\u00fcr Internationale Finanzfragen (SIF).<\/p>\n<p>An drei Tagen des Dialogs und der Zusammenarbeit debattierten die Beteiligten gemeinsam \u00fcber die dringenden Herausforderungen, gangbare L\u00f6sungswege und die daf\u00fcr notwendigen Beitr\u00e4ge aus Politik, Finance und Technologie \u2013 um endlich messbare Fortschritte bei Nachhaltigkeit, Inklusivit\u00e4t, Innovation und Effizienz im gesamten globalen Finanzsystem zu erzielen.<\/p>\n<p>MoneyToday widmet sich als Medienpartner in den kommenden Tagen ausgew\u00e4hlten Schl\u00fcsselthemen und zentralen Fragen aus dem diesj\u00e4hrigen Dialog.<\/p>\n<p>Heute leuchten wir das Feld der Geopolitik und die Zukunftsperspektiven des (grenz\u00fcberschreitenden) Zahlungsverkehrs aus und starten mit einem Statement von Bundesrat <strong>Guy Parmelin<\/strong>:<\/p>\n<p>Der Finanzsektor profitiert von seiner Legacy aus Expertise, Offenheit und Marktinterkonnektivit\u00e4t. F\u00fcr die unmittelbare Zukunft sind insbesondere K\u00fcnstliche Intelligenz und Agentic Systems einerseits Chance und Herausforderung zugleich. F\u00fcr die Politik in Bezug auf eine innovationsf\u00f6rdernde Governance, f\u00fcr die F\u00fchrungselite aus der Privatwirtschaft als Ansporn, mutig den sich bietenden Opportunit\u00e4ten gemeinsam mit dem grossartigen Schweizer Talentpool anzunehmen.<\/p>\n<p>Ins selbe Horn stiess <strong>Carmen Walker Sp\u00e4h<\/strong>, welche als Vertreterin der Regierung des Gastkantons Z\u00fcrich unterstrich, das 1 von 6 Franken direkt oder indirekt auf dem hiesigen Finanzplatz verdient wird. Erfolg ist kein Selbstl\u00e4ufer, er muss verdient werden, immer wieder aufs Neue. Der Wettbewerb der besten Ideen ist daf\u00fcr eine wichtige Speerspitze.<\/p>\n<p>Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t hat heute einen massiv h\u00f6heren Stellenwert<\/p>\n<p>Eine mancherorts ge\u00e4usserte vollst\u00e4ndige Abkopplung von der US-Technologie ist weder realistisch noch w\u00fcnschenswert. Darin waren sich die meisten Diskussions- und Konferenzteilnehmer einig. Aber strategische Autonomie ist absolut wichtig \u2013 nicht durch Isolation, sondern durch Wahlfreiheit.<\/p>\n<p>Bei echter digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t geht es nicht darum, stolz eine bittere Zitrone zu besitzen \u2013 es geht darum, die Gegenseitigkeit zwischen lokalen und globalen Infrastrukturen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Twint gilt auch international als gutes Beispiel f\u00fcr inl\u00e4ndische Zahlungssouver\u00e4nit\u00e4t. D\u00e4nemark geht in seinen Ambitionen sogar noch einen Schritt weiter und strebt auch eine Offline-Version eines solchen digitalen Zahlungssystems an, wie der Vorsitzende der d\u00e4nischen Nationalbank im Interview mit <strong>Sopnendu Mohanty<\/strong>, Group CEO des Point Zero Organisators Global Finance &amp; Technology Network (GFTN) ausf\u00fchrte.\u00a0<\/p>\n<p>Grenz\u00fcberschreitender Zahlungsverkehr vor anspruchsvollen Herausforderungen<\/p>\n<p>Wie der k\u00fcrzliche Blackout auf der iberischen Halbinsel unterstrich, bestehen die zuk\u00fcnftigen Stossrichtungen nicht nur darin, Geld schneller zu bewegen. Es geht vielmehr auch darum, zu wissen, wo die Technik die Grenzen der heutigen gut ge\u00f6lten Zahlungsmaschinen wirklich verschieben kann, insbesondere bei grenz\u00fcberschreitenden Zahlungen.<\/p>\n<p>Eine solch gut ge\u00f6lte Zahlungsinfrastruktur stellt insbesondere auch der traditionelle Kreditkarten-Dienstleister Visa seit Jahrzehnten zur Verf\u00fcgung. Befragt nach deren Eindr\u00fccken und Teilnahmemotivation am Point Zero Forum, \u00e4usserte sich der <strong>Santosh Ritter<\/strong>, Country Manager Schweiz und Liechtenstein, bemerkenswert offenherzig:<\/p>\n<p>\u00abAls ein weltweit f\u00fchrendes Unternehmen f\u00fcr Zahlungstechnologie bringt Visa beim Point Zero Forum seine globalen Perspektiven auf Innovationen und regulatorische Aspekte im Finanzsektor ein. Zu den Themenfeldern, die f\u00fcr Visa im Fokus stehen, geh\u00f6ren neben dem grenz\u00fcberschreitenden Zahlungsverkehr explizit auch Technologien wie digitale W\u00e4hrungen oder der KI-gest\u00fctzte Handel.\u00bb<\/p>\n<p>Panelteilnehmer und Keynotespeaker sind sich in einem Punkt erstaunlich einig: Unterschiedliche Schienen sind gut. Unterschiedliches Geld? Nicht so sehr. Da Geld zunehmend rund um die Uhr durch inl\u00e4ndische und internationale &#8222;R\u00f6hren&#8220; fliesst, m\u00fcssen wir \u00fcber neue Wege nachdenken, um Risikomanagement und Compliance in Echtzeit zu gew\u00e4hrleisten \u2013 zum Beispiel, um Betrug und Geldw\u00e4sche zu erkennen und zu verhindern und gleichzeitig, um den Datenschutz zu wahren.<\/p>\n<p>All dies, um die Kunden zu unterst\u00fctzen, die trotz aller technischen Massnahmen das schw\u00e4chste, aber wichtigste Glied in der Zahlungsverkehrskette bleiben.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Praktisch alle weltweit operierenden Organisationen arbeiten aktuell an einer China +1 Strategie<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Dr. Axel Weber<\/strong>, Ex-Chairman der Deutschen Bundesbank und der UBS<\/p>\n<p>Gerade beim globalen Handel verwies der weitgereiste deutsche &#8222;Elderly Finance Man&#8220; <strong>Axel Weber<\/strong> auf sich akzentuierende Lieferketten-Probleme \u2013 teilweise noch ausgepr\u00e4gter zu beobachten als w\u00e4hrend der Covid-Pandemie. Die aktuellen Tendenzen Richtung Homeshoring vs. Friendshoring zeigen Ausw\u00fcchse in einer Welt, in der Nationen keine echten Freunde mehr zu haben scheinen.<\/p>\n<p>Die zerbrechende historische transatlantische Freundschaft birgt ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Risiko, die \u00fcber Jahrzehnte aufgebauten komparativen Vorteile der Globalisierung auf einen Schlag zunichte zu machen. Diese Ungewissheit erfordert entschiedenes Handeln mit Fokus auf Re-Engineering unserer Infrastrukturen.<\/p>\n<p>Die jahrzehntealte Dollar-Dominanz wird herausgefordert durch digitale W\u00e4hrungen, namentlich von Stablecoins. Wir werden hier wohl bald mit einer multipolareren Systemarchitektur konfrontiert. Europa kann dabei wom\u00f6glich sp\u00e4t die Fr\u00fcchte ernten f\u00fcr die damalige, nicht unumstrittene Einf\u00fchrung der W\u00e4hrungsunion. Gem\u00e4ss Weber stellt sich der Euro heute als etwas heraus, was uns zum Beispiel im grenz\u00fcberschreitenden Zahlungsverkehr eine gewisse Resilienz gegen\u00fcber den aktuellen Verwerfungen verschafft.<\/p>\n<p>Ein gemeinsamer globaler Nenner ist wohl die Aussicht, dass die Zukunft der Finanzindustrie bald mehr Programmierer und Quantenphysiker braucht als klassische Banker, orakelte <strong>Axel Weber<\/strong> weiter. Demgegen\u00fcber betonte er aber auch die teilweise eklatanten Unterschiede. Pers\u00f6nlich habe er nie viel vom amerikanischen Finanzsystem gehalten \u2013 die senden am liebsten immer noch Papierschecks herum, um ihre Hypothekarzinsen zu bezahlen.<\/p>\n<p>Niemand beklagt sich dar\u00fcber. Die Joe Sixpack-Durchschnittskunden scheinen sich daran gew\u00f6hnt zu haben und wollen an diesen liebgewonnenen \u2013 aber aus europ\u00e4ischer oder aisatischer Sicht eher antiquiert anmutenden \u2013 Gewohnheiten gar nichts \u00e4ndern. Auch in Afrika komme Innovation in verschiedenen Gew\u00e4ndern daher, sehr mobil aber nicht unbedingt ultra Hightech.<\/p>\n<p>Die alternde Bev\u00f6lkerung Europas wird hier kaum eine globale innovative Treiberrolle einnehmen, ist doch in Deutschland, notabene der gr\u00f6ssten kontinentalen Volkswirtschaft, Cash immer noch das domnierende Zahlungsmittel. Diese &#8222;habits persistence&#8220; verlangsamt, ja verhindert teilweise sogar wichtige Reformschritte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Woher der Sturm kommt und wie er die Finanzindustrie ver\u00e4ndern kann: Reflektionen und Erkenntnisse aus den Keynotes, Workshops&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":108526,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[28694,331,332,548,663,158,3934,3935,42626,1403,13,11954,14,15,42625,12],"class_list":{"0":"post-108525","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-herausforderungen","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-finanzindustrie","17":"tag-geopolitik","18":"tag-headlines","19":"tag-loesungen","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-point-zero-forum","23":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114503095669308942","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=108525"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108525\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/108526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=108525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=108525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}