{"id":1086411,"date":"2026-06-11T12:42:13","date_gmt":"2026-06-11T12:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1086411\/"},"modified":"2026-06-11T12:42:13","modified_gmt":"2026-06-11T12:42:13","slug":"freebsd-rechteausweitungsluecke-mit-augenzwinkerndem-codenamen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1086411\/","title":{"rendered":"FreeBSD: Rechteausweitungsl\u00fccke mit augenzwinkerndem Codenamen"},"content":{"rendered":"<p>In Linux haben k\u00fcrzliche Rechteausweitungsl\u00fccken f\u00fcr Furore gesorgt, die insbesondere mit sch\u00f6nen<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Copy-Fail-Linux-root-in-allen-grossen-Distributionen-mit-732-Byte-Python-11277590.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Codenamen wie \u201eCopyFail\u201c<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Dirty-Frag-Linux-Luecken-verschaffen-root-Rechte-11286691.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eDirtyFrag\u201c sogar mit eigenem Logo<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Fragnesia-Microsoft-warnt-vor-weiterer-Rechteausweitungsluecke-in-Linux-11294817.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eFragnesia\u201c<\/a> Aufmerksamkeit erregten. IT-Sicherheitsforscher haben diese Schwachstellenklasse nun auch in FreeBSD entdeckt. Und mit einem Augenzwinkern den Codenamen \u201eBumsrakete[tm]\u201c daf\u00fcr vergeben \u2013 laut Erkl\u00e4rung eine Rakete, die Bumm macht, Feuerwerk ist gemeint.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Auf einer eigens daf\u00fcr eingerichteten Webseite mit der Domain <a href=\"https:\/\/bumsrake.de\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">bumsrake.de<\/a> erkl\u00e4ren sie Details der Schwachstelle. Dabei schie\u00dfen sie satirisch ein wenig \u00fcber das Ziel hinaus und haben den Text in Donald-Trump-Sprachstil verfasst. Im Kern geht es jedoch darum, dass auch in FreeBSD aufgrund der Sicherheitsl\u00fccke der Page Cache von Dateien im Speicher manipuliert werden kann, wodurch Angreifer etwa eine root-Shell \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Der Kernel nutzt mehrere Pr\u00fcfungen, die allerdings aufgrund einiger Einschr\u00e4nkungen schlicht nicht greifen. \u00c4hnlich wie unter Linux ist auch in FreeBSD Kryptografiecode im Kernel Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Schwachstelle, die Beschreibung weist auf die AES-GCM-Entschl\u00fcsselung im Rahmen von Kernel TLS (KTLS) hin (CVE-2026-45257).<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.freebsd.org\/security\/advisories\/FreeBSD-SA-26:26.ktls.asc\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">FreeBSD-Sicherheitsmitteilung<\/a> k\u00f6nnen lokale Nutzer ohne weiterreichende Rechte im System, die Dateien lesen, deren Inhalt mit eigenem Content \u00fcberschreiben, indem sie die Datei \u00fcber eine Loopback-Verbindung mit aktiviertem KTLS schicken. Das ver\u00e4ndert den Page Cache direkt, die Daten werden aufs Laufwerk geschrieben. Durch das \u00dcberschreiben von setuid-Bin\u00e4rdateien oder anderen vertrauensw\u00fcrdigen Dateien gelingt dann die Rechteausweitung. Die komplette \u00dcbernahme des Systems ist m\u00f6glich. Die IT-Forscher stellen auch einen Demo-Exploit bereit \u2013 IT-Verantwortliche sollten daher z\u00fcgig ihre FreeBSD-Systeme absichern.<\/p>\n<p>Aktualisierte Software verf\u00fcgbar<\/p>\n<p>Durch das Upgrade der FreeBSD-base l\u00e4sst sich die L\u00fccke im aktuellen Zweig FreeBSD 15.0-RELEASE schlie\u00dfen. Der Aufruf<\/p>\n<p># pkg upgrade -r FreeBSD-base<br \/># shutdown -r +10min &#8222;Rebooting for a security update&#8220;<\/p>\n<p>erledigt das. Auf Systemen, die nicht mit den base-Systempaketen aufgesetzt wurden, soll<\/p>\n<p># freebsd-update fetch<br \/># freebsd-update install<br \/># shutdown -r +10min &#8222;Rebooting for a security update&#8220;<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Abhilfe schaffen. Es stehen zudem Quellcode-Patches bereit, die Admins anwenden k\u00f6nnen. Die Entdecker der Schwachstelle nennen als tempor\u00e4re Gegenma\u00dfnahme, bis ein neuer Kernel gebaut werden kann, das Setzen der Einstellung kern.ipc.mb_use_ext_pgs=0 in der Datei \u201e\/etc\/sysctl.conf\u201c. Das FreeBSD-Team wiederholt diesen Tipp jedoch nicht.<\/p>\n<p>Betroffen sind FreeBSD 15.0, 14.x und 13.x. Die Versionen 12.x enthalten den verwundbaren Code noch nicht. Die Sicherheitsupdates stehen derzeit f\u00fcr FreeBSD 14.3, 14.4, und 15.0 sowie dem Release-Kandidaten von 15.1 zur Verf\u00fcgung. IT-Verantwortliche sollen gegebenenfalls auf die unterst\u00fctzten FreeBSD-Versionen migrieren.<\/p>\n<p>Seitenhieb auf Aufmerksamkeits\u00f6konomie<\/p>\n<p>Die Aufbereitung der L\u00fccke als \u201eBumsrakete\u201c ist ein bissiger Seitenhieb auf die \u00fcberhand nehmende Aufmerksamkeits\u00f6konomie, wodurch Entdecker von Schwachstellen regelrechten Marketing-Aufwand treiben und den aufgedeckten Schwachstellen pr\u00e4gnante Namen geben oder sch\u00f6ne Logos dazu bauen. Die Vermischung des Ganzen mit Trump-Stil oder der Nutzung der Schriftart Comic Sans untermauert das. Die CVSS-Score-Berechnung zur Einsch\u00e4tzung des Risikos nutzen die Hinterleute auch gleich, um sich dar\u00fcber lustig zu machen: Auf die mehrfache satte H\u00f6chstwertung 10 kommt noch ein Wert +3 hinzu: CVSS 13 von 10! Der auf \u201ebumsrake.de\u201c <a href=\"https:\/\/www.first.org\/cvss\/calculator\/3.1#CVSS:3.1\/AV:L\/AC:L\/PR:N\/UI:N\/S:C\/C:H\/I:H\/A:H\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">angenommene Angriffsvektor<\/a> ergibt hingegen einen realen CVSS-Wert von <strong>9.3<\/strong>, was dem Risiko \u201e<strong>kritisch<\/strong>\u201c entspricht.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dmk@heise.de\" title=\"Dirk Knop\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dmk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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