{"id":10874,"date":"2025-04-06T16:36:08","date_gmt":"2025-04-06T16:36:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/10874\/"},"modified":"2025-04-06T16:36:08","modified_gmt":"2025-04-06T16:36:08","slug":"aktienkurse-dieser-crash-erwischt-fast-alle-aktien-aber-manche-besonders-stark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/10874\/","title":{"rendered":"Aktienkurse: Dieser Crash erwischt fast alle Aktien \u2013 aber manche besonders stark"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Als US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Rosengarten des Wei\u00dfen Hauses seine Zolltafel in die Kameras h\u00e4lt, sitzt Gary Friedman gerade in einem Investorencall. Eigentlich will der Chef des M\u00f6belh\u00e4ndlers Restoration Hardware erz\u00e4hlen, wie das Gesch\u00e4ft in den vergangenen drei Monaten gelaufen ist. Als Friedman dann live den Aktienkurs seiner Firma vorlesen will, ist mit vier Worten, die keine \u00dcbersetzung n\u00f6tig haben, alles gesagt: &#8222;Oh really? Oh shit!&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Friedman hatte soeben entdeckt, was w\u00e4hrend seines Vortrags an den Aktienm\u00e4rkten passiert war: Weil sein Unternehmen viel aus Asien importiert, war der Kurs um mehr als 25 Prozent eingebrochen. Aus Trumps gro\u00df angek\u00fcndigtem &#8222;Liberation Day&#8220; war an der B\u00f6rse ein Liquidation Day geworden, aus dem Tag der Freiheit ein Tag der Verk\u00e4ufe. Verk\u00e4ufer wollten <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/aktien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aktien<\/a> einfach nur aus ihren Depots schlagen, K\u00e4ufer ein Schn\u00e4ppchen machen \u2013 und die Kurse krachten. Der US-Leitindex S&amp;P\u202f500 fiel am Donnerstag um 4,8\u202fProzent, am Freitag sackte er noch einmal um rund sechs Prozent in die Tiefe. 97\u202fProzent aller Aktien im US-Leitindex S&amp;P\u202f500 zeigten am Freitag rote Kurse. B\u00f6rsenprofis merkten schnell, dass der Kursverfall nahezu alle Aktien traf.\u00a0\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aber nicht alle gleich gravierend.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie schnell sich die Zeiten gerade \u00e4ndern, zeigte sich wohl nirgends so drastisch wie bei der amerikanischen Gro\u00dfbank J. P. Morgan. Noch vor dem Jahreswechsel hatte sich Bankchef Jamie Dimon auf gute Gesch\u00e4fte eingestellt. &#8222;Viele Banker tanzen gerade in den Stra\u00dfen&#8220;, <a class=\"Hyperlink SCXW254261853 BCX2\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sT8cDUZI0Xs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">sagte Dimon<\/a> nur wenige Tage nach der Wahl Donald Trumps. Die US-Wirtschaft brummte, bei \u00fcppigen Zinsen war mit Krediten gut zu verdienen. Und Trump? Wollte die l\u00e4stige B\u00fcrokratie entschlacken, das w\u00fcrde die Wirtschaft weiter ankurbeln.\u00a0 <\/p>\n<p>        Banken f\u00fcrchten die Rezession gleich dreifach        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der vergangenen Woche wurde die Bank dann selbst zum Warnsignal: Als erste Gro\u00dfbank des Landes prognostizierte sie, dass die US-Wirtschaft dieses Jahr in eine <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/rezession\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rezession<\/a> rutschen d\u00fcrfte. Sollte die US-\u00d6konomie in diesem Jahr tats\u00e4chlich, wie nun vorhergesagt, um 0,3\u202fProzent schrumpfen, tr\u00e4fe das die eigene Bank gleich dreifach: In Rezessionen fragen Unternehmen oft weniger Kredite nach. Dazu geraten mehr Schuldner beim Abstottern der Kredite in Verzug. Und selbst im lukrativen Investmentbanking k\u00f6nnte es erst einmal ruhiger werden: Der Zahlungsdienstleister Klarna hat seinen B\u00f6rsengang angesichts der Turbulenzen abgeblasen. Millionenschwere Beratungsgeb\u00fchren f\u00fcr die Investmentbanken stehen nun auf der Kippe. Aktien von US-Gro\u00dfbanken wie J. P. Morgan, Citigroup oder Goldman Sachs sanken seit der Zollank\u00fcndigung unisono um mehr als 15 Prozent.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch in Europa sackten Banktitel wie die der Deutschen Bank oder der italienischen UniCredit deutlich ab. Sollte aus der US-Zollpolitik eine globale Rezession erwachsen, w\u00e4ren sie genauso betroffen. Und in Europa d\u00fcrfte die Europ\u00e4ische Zentralbank obendrein schneller die Zinsen senken, was das Kreditgesch\u00e4ft auf dem Kontinent noch weniger lukrativ macht als in den Vereinigten Staaten. Die zynische Hoffnung vieler Banken ist nun, dass sie aus dem Crash immerhin selbst Profit ziehen k\u00f6nnen: Handelt die eigene Kundschaft in Krisen viel mit Aktien, st\u00e4rkt das \u00fcblicherweise das eigene Handelsgesch\u00e4ft. <\/p>\n<p>        Warum Techaktien besonders leiden        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">W\u00e4hrend Bankaktien zwar als Spiegel der Realwirtschaft gelten, waren Techaktien der wichtigste Treiber der US-B\u00f6rsen \u2013\u00a0und die Lieblinge der Anleger. Nur sieben Techtitel, darunter Apple, Amazon oder die Chipfirma Nvidia, waren in den vergangenen drei Jahren f\u00fcr mehr als 50\u202fProzent der Kursbewegungen im US-Leitindex S&amp;P\u202f500 verantwortlich, der eigentlich aus mehr als 500\u202fFirmen besteht. Magnificent Seven, hatten B\u00f6rsenleute die Titel lange genannt, die glorreichen Sieben. Nun sind sie pl\u00f6tzlich die Lagnificent Seven geworden, die hinkenden Sieben.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Aktie des Techriesen Apple dr\u00fcckte es seit der Zollank\u00fcndigung um rund 16\u202fProzent nach unten, Titel der Chipfirma Nvidia um fast 15\u202fProzent. Ein Index aller sieben Techriesen sank seit Ende M\u00e4rz zusammengenommen um rund zehn Prozent. Zwar sind Computerchips von Trumps Z\u00f6llen erst einmal ausgenommen, trotzdem treffen die Ank\u00fcndigungen die Konzerne deutlich: Hatte Trump in seiner ersten Amtszeit noch eine Zollausnahme f\u00fcr iPhones gemacht, sollen nun auch die Telefone betroffen sein. Laut der US-Investmentbank Jefferies kommen 85\u202fProzent von Apples iPhones aus China, die \u00fcbrigen 15\u202fProzent aus Indien. Wer auf Trumps Zolltafel nachsieht, merkt schnell: Auf Waren aus China will er insgesamt 54\u202fProzent Strafzoll draufschlagen, auf Produkte aus Indien immerhin 26\u202fProzent. \u00a0\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    ZEIT Geldkurs<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Tsch\u00fcss, Finanzchaos: In acht Wochen erkl\u00e4ren wir Schritt f\u00fcr Schritt, wie Sie bessere Geldroutinen aufbauen und das mit den ETFs endlich angehen. Anschlie\u00dfend erhalten Sie unseren Geld-Newsletter mit den besten Artikeln rund um Finanzen.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Selbst einstige Techapologeten \u00fcberschlagen sich daher mit d\u00fcsteren Visionen. Die Zollpolitik k\u00f6nne &#8222;Apple in die Luft jagen&#8220;, sagte Analyst Joe Crockett vom Wertpapierhandelshaus Rosenblatt Securities. Trumps Ideen d\u00fcrften f\u00fcr &#8222;ein \u00f6konomisches Armageddon&#8220; sorgen, meinte Dan Ives, Techexperte beim Verm\u00f6gensverwalter Wedbush Securities.\u00a0 <\/p>\n<p>        Immerhin eine gute Nachricht gab es        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wer solche Aufgeregtheit meiden will, investiert normalerweise in Konsumtitel. Shampoos, Kekse und Toilettenpapier, so was eben. &#8222;Die Leute werden ja trotzdem essen, trinken und wahrscheinlich auch rauchen&#8220;, meint Morningstar-Analyst Kristoffer Inton. Diesmal, meint Inton, komme es aber darauf an.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein Index mit US-Konsumtiteln der Ratingagentur hielt sich am Donnerstag und Freitag zwar besser als alle anderen Branchen, gab aber dennoch um vier Prozent nach. Gerade Bananen, Kaffee oder Tee waren zuvor nach Analysen von Handelsexperten meist zollfrei ins Land gekommen, nun wird auch hier mindestens der Basiszoll <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2025-04\/05\/trumps-universelle-zehn-prozent-zoelle-in-kraft\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von zehn Prozent<\/a> f\u00e4llig. Betonung auf: mindestens. Experten hatten schnell herausgefunden, dass viel Tee zum Beispiel aus China kommt und dann insgesamt 54\u00a0Prozent Strafzoll f\u00e4llig w\u00e4ren.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kurz vor B\u00f6rsenschluss am Freitag kam er dann doch noch: der Lichtblick, die kleine Aufmunterung. Titel der Turnschuhmarke Nike drehten pl\u00f6tzlich ins Plus, stiegen um mehr als vier Prozent. Doch die vermeintlich gute Nachricht war streng genommen keine: Nike stellt 44\u202fProzent seiner Schuhe in Vietnam her, das sich vor Strafz\u00f6llen in H\u00f6he von 46 Prozent f\u00fcrchtet. Pr\u00e4sident Trump sagte noch am Freitagabend \u00fcberraschend, er k\u00f6nne diese Z\u00f6lle auf null reduzieren. Zumindest, wenn das Land einen Deal mache. Die Anleger, scheint es, sind dieser Tage schon mit einem Wenn zufrieden. <\/p>\n<p>            Die Folgen von Trumps Z\u00f6llen        <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-04\/berechnung-us-zoelle-donald-trump-fehler-mathematik-oekonomie\" data-ct-label=\"Berechnung der US-Z\u00f6lle: Ein folgenschwerer Rechenfehler\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Berechnung der US-Z\u00f6lle:<br \/>\n                        Ein folgenschwerer Rechenfehler<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2025-04\/us-zoelle-donald-trump-wirtschaft-handelspolitik\" data-ct-label=\"US-Z\u00f6lle: Die eierlegende Zollmilchsau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    US-Z\u00f6lle:<br \/>\n                        Die eierlegende Zollmilchsau<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/geld\/2025-04\/aktienkurse-boerse-us-zoelle-donald-trump-geldanlage\" data-ct-label=\"Aktienkurse \u2022 Das Beste aus Z+: Ist jetzt der beste Zeitpunkt, um in den MSCI World zu investieren?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Aktienkurse \u2022 Das Beste aus Z+:<br \/>\n                        Ist jetzt der beste Zeitpunkt, um in den MSCI World zu investieren?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Rosengarten des Wei\u00dfen Hauses seine Zolltafel in die Kameras h\u00e4lt, sitzt Gary Friedman&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10875,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[791,8134,1383,175,170,169,29,106,666,30,171,174,972,173,172,1492,8135],"class_list":{"0":"post-10874","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-aktien","9":"tag-aktienkurs","10":"tag-aktienkurse","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-deutschland","15":"tag-donald-trump","16":"tag-geld","17":"tag-germany","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-rezession","21":"tag-unternehmen","22":"tag-unternehmen-maerkte","23":"tag-us-zoelle","24":"tag-wirtschaftskrise"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114291997763486018","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10874"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10874\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}