{"id":1087869,"date":"2026-06-12T02:35:15","date_gmt":"2026-06-12T02:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1087869\/"},"modified":"2026-06-12T02:35:15","modified_gmt":"2026-06-12T02:35:15","slug":"orf-ekelhafte-inszenierung-wirbel-um-wahl-bei-oesterreichs-oeffentlich-rechtlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1087869\/","title":{"rendered":"ORF: \u201eEkelhafte Inszenierung\u201c \u2013 Wirbel um Wahl bei \u00d6sterreichs \u00d6ffentlich-rechtlichen"},"content":{"rendered":"<p>Der ORF w\u00e4hlt in einer 15-st\u00fcndigen Marathonsitzung einen neuen Chef. Erstmals seit Jahrzehnten kommt der neue Generaldirektor von au\u00dfen. Ein Beteiligter k\u00fcndigt aber an, die Wahl anfechten zu wollen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Medienmanager Clemens Pig wird \u00d6sterreichs \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender ORF ab 2027 als neuer Generaldirektor leiten. Der ORF-Stiftungsrat w\u00e4hlte den 51-J\u00e4hrigen nach einer rund 15-st\u00fcndigen Marathonsitzung zum k\u00fcnftigen Chef, wie das gr\u00f6\u00dfte Medienunternehmen des Landes mitteilte. Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass der Sender mit seinen 4000 Mitarbeitern einen Generaldirektor von au\u00dfen bekommt.<\/p>\n<p>Pig leitete in den vergangenen zehn Jahren die \u00f6sterreichische Nachrichtenagentur APA als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Er gilt als technologieaffiner Medienmanager und integre F\u00fchrungsfigur. TV-Erfahrung hat er nicht. <\/p>\n<p>In seiner ersten Stellungnahme betonte Pig, die Herausforderungen f\u00fcr den ORF seien \u201egro\u00df, vielf\u00e4ltig und gleichzeitig\u201c. Er wolle den Sender \u201evom Rundfunk zur Plattform der Gesellschaft\u201c weiterentwickeln. Insbesondere im Streamingbereich sei eine digitale Offensive notwendig. Auch m\u00fcsse der Fokus auf dem jungen Publikum liegen, das den ORF als digitale Plattform nutzen wolle. <\/p>\n<p>Mehr als 70 Kandidaten und Kandidatinnen hatten sich auf den Spitzen-Job beworben. Im Hearing am Donnerstag stellten sich neun Bewerberinnen und Bewerber vor. Die Wahl d\u00fcrfte juristisch \u00fcberpr\u00fcft werden. Zumindest k\u00fcndigte Stiftungsrat Peter Westenthaler, der der rechten FP\u00d6 nahesteht, eine Anfechtung der Wahl an. Der ehemalige Politiker sprach vor Journalisten von einer \u201eekelhaften Inszenierung\u201c. Die Regierungsparteien SP\u00d6 und \u00d6VP h\u00e4tten sich bereits vor Ausschreibung des Postens auf einen Kandidaten verst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Der ORF verf\u00fcgt \u00fcber ein Gesamtbudget von rund 1,1 Milliarden Euro. Der Sender betreibt mehrere TV-Programme, zw\u00f6lf Radioprogramme und ein umfangreiches Online-Angebot. Die Bedeutung des ORF in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/oesterreich\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/oesterreich\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00d6sterreich<\/a> ist immens. Auch deshalb flammen immer wieder Diskussionen um die politische Unabh\u00e4ngigkeit des Senders auf.<\/p>\n<p>Turbulenzen im ORF-Management<\/p>\n<p>Der k\u00fcnftige Intendant \u00fcbernimmt einen Sender, der mit Turbulenzen im Management k\u00e4mpft. Im M\u00e4rz trat der damalige ORF-Intendant Roland Wei\u00dfmann nach Vorw\u00fcrfen zur\u00fcck, die zun\u00e4chst als \u201esexuelle Bel\u00e4stigung\u201c kommuniziert, sp\u00e4ter dann als \u201eunangemessenes Verhalten\u201c bezeichnet wurden. Eine ORF-Mitarbeiterin hatte gegen\u00fcber dem ORF-Stiftungsrat Anschuldigungen erhoben. Wei\u00dfmann bestreitet die Vorw\u00fcrfe. Seit seinem R\u00fccktritt wird der Sender von der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article69b30e1017184da7cffd7d26\/orf-jetzt-steht-eine-frau-an-der-spitze-des-oesterreichischen-rundfunks-und-macht-eine-klare-ansage.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article69b30e1017184da7cffd7d26\/orf-jetzt-steht-eine-frau-an-der-spitze-des-oesterreichischen-rundfunks-und-macht-eine-klare-ansage.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ORF-Journalistin Ingrid Thurnher<\/a> geleitet, die die Aufgabe bis zum Jahresende weiterf\u00fchren soll. <\/p>\n<p>Kurz nach Wei\u00dfmanns Abgang wurde der Chef der ORF-Werbevermarktung wegen m\u00f6glicher Compliance-Verst\u00f6\u00dfe beurlaubt. Vor wenigen Tagen wurde dann ein weiterer Spitzenmanager vom Dienst freigestellt.<\/p>\n<p>Eine weitere Herausforderung sind die knapperen Finanzen. Seit 2024 ist die wichtigste Einnahmequelle \u2013 \u00e4hnlich wie bei den \u00d6ffentlich-Rechtlichen in Deutschland \u2013 die sogenannte Haushaltsabgabe, die geringer als die vorher erhobene Rundfunkgeb\u00fchr ausf\u00e4llt und in ihrer H\u00f6he von 15,30 Euro bis 2029 festgeschrieben ist. Darauf hat der Sender mit einem Sparkurs reagiert. Obendrein drohen weitere Einschnitte.<\/p>\n<p>luwi\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der ORF w\u00e4hlt in einer 15-st\u00fcndigen Marathonsitzung einen neuen Chef. 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