{"id":1088705,"date":"2026-06-12T10:31:13","date_gmt":"2026-06-12T10:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1088705\/"},"modified":"2026-06-12T10:31:13","modified_gmt":"2026-06-12T10:31:13","slug":"mit-kultur-gegen-nazis-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1088705\/","title":{"rendered":"Mit Kultur gegen Nazis \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>\u00bbH\u00e4ndel auf der Platte gibt es schon; H\u00e4ndel um die Platte hatten wir auch; aber H\u00e4ndel in der Platte ist neu.\u00ab Diese lobenden Worte fand der damalige Kulturb\u00fcrgermeister Georg Girardet f\u00fcr den ersten Gr\u00fcnauer Kultursommer. Der hie\u00df 1996 noch Konzertsommer und wurde in der Ratzelschule von der Leipziger Musikschule mit H\u00e4ndel und anderen Klassikern er\u00f6ffnet. Das Viertel feierte sein 20-j\u00e4hriges Bestehen \u2013 und sich selbst mit dem Musiksommer.<\/p>\n<p>\u00bbDie Gr\u00fcnauer hatten sich mit diesem ersten Jubil\u00e4umsprogramm selbst belohnt und gleichzeitig trotzig den Finger gehoben: \u203aWir sind noch hier und wir beleben unseren Stadtteil!\u2039\u00ab, erinnert sich eine Chronistin. Damals ahnte sicher niemand, welche Entwicklung die Veranstaltungsreihe nehmen wird. In diesem Jahr wird der Stadtteil, durch den sich die Alte Salzstra\u00dfe zieht, 50 und der Kultursommer befindet sich im 30. Jahr.<\/p>\n<p>Der Kultursommer entstand 1996 aus dem Bed\u00fcrfnis heraus, das schlechte Image des Stadtteils zu bek\u00e4mpfen \u2013 und gegen Neonazis vorzugehen. Gr\u00fcnau galt als DDR-Relikt, niemand wollte hinziehen, die Bewohner wurden abgestempelt. Damals war das dortige Kirschberghaus ein Treffpunkt f\u00fcr extrem rechte Jugendliche und junge Erwachsene. Die zu dieser Zeit verbreitete akzeptierende Jugendarbeit lie\u00df sie gew\u00e4hren, statt Grenzen zu setzen. Auf der Stra\u00dfe herrschte Gewalt. Daher entschloss sich die Leitung des ebenfalls in Gr\u00fcnau befindlichen Komm-Hauses mit den Veranstaltungen Menschen aus anderen Vierteln anzulocken. Daraus entwickelte sich der Kultursommer, das Komm-Haus wurde zur zentralen Anlaufstelle, deren Verwaltung das Kulturamt auf den soziokulturellen Tr\u00e4ger Die Villa \u00fcbertrug.<\/p>\n<p>Bis heute ist die Teilhabe der Bewohner das Ziel des Kultursommers. Lokale Akteure werden eingespannt, dem Viertel nichts \u00fcbergest\u00fclpt. Es geht auch darum, m\u00f6gliche Schwellen\u00e4ngste vor angeblich zu ernster Hochkultur abzubauen. Die Menschen sollen zusammengebracht werden, nicht zuletzt ist die Veranstaltungsreihe auch ein Signal an die Bewohner, dass die Stadt sie wahrnimmt. Der Kultursommer b\u00fcndelt Verschiedenes in einem Programm. Das Festival findet an m\u00f6glichst vielen Orten im Stadtteil statt. Ein Koordinierungskreis bereit \u00fcber eine m\u00f6gliche Kleinstf\u00f6rderung. Das Gesamtbudget f\u00fcr den Kultursommer aus st\u00e4dtischen Mittel und F\u00f6rderung betr\u00e4gt 40.000 Euro.<\/p>\n<p>Am Samstag startet die fette Geburtstagsparty am Nachmittag. Zwischen den Hochh\u00e4usern werden drei gespannte Slacklines von Athleten begangen. Die spektakul\u00e4re Aktion in 30 Metern H\u00f6he kann das Publikum von unten bestaunen. Vereine stellen sich vor, Clowns ulken herum und mehrere Bands spielen. Abends gibt\u2018s Hiphop, Beats und Elektronisches vom Pult \u2013 von der Live-DJane der Antilopen Gang. Bis in den Oktober werden sich unz\u00e4hlige Veranstaltungen hineinziehen. Der Kultursommer ist aus einem zarten Pfl\u00e4nzchen zur Riesenreihe geworden. Fanden beim Auftakt neun Konzerte statt, so arbeitete das Kulturamt im Folgejahr schon mit lokalen Akteuren f\u00fcr Gr\u00f6\u00dferes zusammen. Im Jahr 2025 besuchten 10.000 Menschen 120 Einzelveranstaltungen. <\/p>\n<p>Ein Kunstwettbewerb wurde ausgelobt, um die zum Teil verschwundene Kunst im \u00f6ffentlichen Raum zu erg\u00e4nzen. Au\u00dferdem entstehen gro\u00dfformatige Fassadengem\u00e4lde, welche eine Tour miteinander verbindet. Eine bleibende Attraktion aus dem Jubil\u00e4ums- Kultursommer f\u00fcr den Gr\u00fcnauer Alltag und die kommenden Festivals. Ins Programm werden einige Jubil\u00e4en eingebunden: So feiern das Parkfest, das Theatrium und das Alleecenter jeweils 30 Jahre, die Tastentage werden zehn. Ein Audiowalk um den Kulkwitzer See widmet sich den so genannten Baseballschl\u00e4gerjahren. Jenen Jahren in den Neunzigern, wo Neonazis das Stadtbild vielerorts in Ostdeutschland bestimmten. Und die damals 1996 einen Ansto\u00df gaben, den Kultursommer ins Leben zu rufen.<\/p>\n<p>&gt; Er\u00f6ffnungsveranstaltung Gr\u00fcnauer Kultursommer, 13.6., ab 14 Uhr. <a href=\"https:\/\/gruenauer-kultursommer.de\/veranstaltung\/50-jahre-gruenau-die-grosse-geburtstagsfeier\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Informationen zum Programm<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbH\u00e4ndel auf der Platte gibt es schon; H\u00e4ndel um die Platte hatten wir auch; aber H\u00e4ndel in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1088706,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[53542,2710,3364,29,22140,2701,30,16112,39376,71,7789,859,6053,3699,33065,33066,20183,10842],"class_list":["post-1088705","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-53542","tag-2710","tag-de","tag-deutschland","tag-feier","tag-geburtstag","tag-germany","tag-gruenau","tag-kultursommer","tag-leipzig","tag-programm","tag-sachsen","tag-stadtteil","tag-veranstaltung","tag-veranstaltung-leipzig","tag-veranstaltungseroeffnung","tag-veranstaltungshinweis","tag-veranstaltungsort"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116736680707097918","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1088705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1088705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1088705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1088706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1088705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1088705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1088705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}