{"id":1088740,"date":"2026-06-12T10:50:24","date_gmt":"2026-06-12T10:50:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1088740\/"},"modified":"2026-06-12T10:50:24","modified_gmt":"2026-06-12T10:50:24","slug":"berlin-west-nil-virus-breitet-sich-ueber-voegel-und-muecken-aus-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1088740\/","title":{"rendered":"Berlin: West-Nil-Virus breitet sich \u00fcber V\u00f6gel und M\u00fccken aus | Regional"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Berlin \u2013 <b>Das West-Nil-Virus ist in Berlin angekommen. Bereits mehrere Menschen haben sich infiziert und sind zum Teil schwer erkrankt. Eine Studie der Charit\u00e9 zeigt jetzt, an welchen Orten in der Stadt das Infektionsrisiko am h\u00f6chsten ist. <\/b><\/p>\n<p>Das West-Nil-Virus ist ein in Deutschland neuer Erreger, der urspr\u00fcnglich aus Afrika stammt. Seit   Langem ist er auch in S\u00fcd- und S\u00fcdosteuropa beheimatet. Im Jahr 2018 wurde das Virus erstmals in Berliner V\u00f6geln und Pferden nachgewiesen. Es zirkuliert zwischen M\u00fccken und V\u00f6geln. <\/p>\n<p>Durch einen Stich wird es von der M\u00fccke auf den Menschen \u00fcbertragen. Die erste Infektion eines Menschen in Berlin gab es 2019 (2020: 7 F\u00e4lle, 2021: 2, 2022: 5, 2023: 1). Im Jahr 2024 infizierten sich sieben Personen, f\u00fcnf davon erkrankten schwer, ihr Nervensystem wurde befallen. 2025 infizierten sich f\u00fcnf Personen. F\u00fcr dieses Jahr ist bisher kein Fall bekannt.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Eine infizierte Stechm\u00fccke unter dem Mikroskop\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/c808f0ed4640acf6ff07dff03b7c0e44,49d324ff.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die Forscher testeten Stechm\u00fccken mittels PCR-Test auf das West-Nil-Virus <\/p>\n<p>Foto: Charit\u00e9<\/p>\n<p>\u201eWir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil wir Infektionen mit dem West-Nil-Virus bisher nur durch die Standardtestung von Blutspenden diagnostizieren oder wenn schwere F\u00e4lle im Krankenhaus auf das Virus hin getestet werden\u201c, sagt Studien-Wissenschaftler Dr. Victor Corman (41). \u201eDie Zahl der Menschen mit West-Nil-Fieber in <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> k\u00f6nnte um mindestens das 100-Fache h\u00f6her liegen.\u201c<\/p>\n<p>Eine Infektion verl\u00e4uft bei den meisten Menschen unbemerkt. Etwa ein F\u00fcnftel der Infizierten entwickelt das West-Nil-Fieber mit grippe\u00e4hnlichen Symptomen: Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Ausschlag und Abgeschlagenheit. <\/p>\n<p>Bei etwa einem von 100 Infizierten bef\u00e4llt das Virus das Nervensystem. Bei dieser Form kann es zu einer Gehirnentz\u00fcndung mit geistigen Ver\u00e4nderungen und L\u00e4hmungen kommen. Das Risiko steigt bei Menschen ab 65 Jahren oder Personen mit Vorerkrankungen. Betroffene m\u00fcssen teils intensivmedizinisch behandelt werden. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung t\u00f6dlich verlaufen. Etwa zehn Prozent der schwer erkrankten Patienten versterben. Eine Therapie gegen das Virus gibt es bislang nicht. <\/p>\n<p>Was haben die Charit\u00e9-Forscher untersucht?<\/p>\n<p>Das Team hat 2023 und 2024 an f\u00fcnf Standorten im Bezirk Sch\u00f6neberg rund 24.000 Stechm\u00fccken eingefangen und auf das West-Nil-Virus hin untersucht. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Auch auf dem St. Marien-Friedhof, N\u00e4he Alexanderplatz in Mitte, fingen die Wissenschaftler mit einer Falle M\u00fccken ein \u2013 au\u00dferhalb der Studie. Und auch hier fanden sie infizierte M\u00fccken\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1c8ecf01474a32a673b7e878b786df60,bab33ee4.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Auch auf dem St. Marien-Friedhof, N\u00e4he Alexanderplatz in Mitte, fingen die Wissenschaftler mit einer Falle M\u00fccken ein \u2013 au\u00dferhalb der Studie. Und auch hier fanden sie infizierte M\u00fccken<\/p>\n<p>Foto: Charit\u00e9<\/p>\n<p>Zwischen 0,6 und 6 Prozent der Stechm\u00fccken im Jahr 2023 haben das West-Nil-Virus in sich getragen. 2024 waren es zwischen 0,2 und 2 Prozent. \u201eWir waren \u00fcberrascht, so hohe West-Nil-Virus-Infektionsraten in Stechm\u00fccken in Berlin zu finden\u201c, sagt Studienleiterin Prof. Sandra Junglen (47). Die Infektionsraten seien vergleichbar mit denen in S\u00fcdeuropa gewesen.<\/p>\n<p>Genetische Untersuchungen der Viren zeigten, dass die Viren nicht von anderen Orten eingetragen wurden, sondern sich lokal vermehrt haben: zu einem Berliner West-Nil-Virus! <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die gefangenen M\u00fccken wurden im Labor untersucht\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/3a52f3c8c363d5365bd4f7979d5e44f4,1fd55172.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die gefangenen M\u00fccken wurden im Labor untersucht<\/p>\n<p>Foto: Charit\u00e9 | Mariia Streltsova<\/p>\n<p>Besonders hohe Infektionsraten wiesen laut Forschungsteam die M\u00fccken auf Friedh\u00f6fen und in einer Wohnsiedlung mit altem Baumbestand in der N\u00e4he des S-Bahnhofs Priesterweg auf. <\/p>\n<p>Im Natur-Park S\u00fcdgel\u00e4nde wurden zwar die meisten M\u00fccken gefangen, aber nur wenige waren <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/news\/ausland\/mueckenplage-breitet-sich-aus-west-nil-virus-fordert-tote-in-italien-688b352b74590e27a46a17b8\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit dem West-Nil-Virus infiziert<\/a>. Die Forscher zogen den Schluss: Wo es umweltbedingt besonders viele Vogelarten gibt, die das Virus \u00fcbertragen, infizieren sich M\u00fccken h\u00e4ufiger. Zu diesen Arten geh\u00f6ren Greifv\u00f6gel, Kr\u00e4hen, Raben, Eichelh\u00e4her und G\u00e4nse. Dort ist auch f\u00fcr Menschen das Infektionsrisiko h\u00f6her.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Prof. Sandra Junglen und Dr. Victor Corman vom Institut f\u00fcr Virologie\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/58f4d3f229569cec2e6dab0cb3695ce9,17e47067.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Prof. Sandra Junglen und Dr. Victor Corman vom Institut f\u00fcr Virologie<\/p>\n<p>Foto: Charit\u00e9 | Mariia Streltsova<\/p>\n<p>Die Ergebnisse seien auf das ganze Stadtgebiet \u00fcbertragbar. Prof. Junglen r\u00e4t: \u201eInsbesondere Menschen mit erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr einen schweren Infektionsverlauf sollten sich vor M\u00fcckenstichen sch\u00fctzen.\u201c Mit geschlossener Kleidung und M\u00fcckenabwehrmitteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Berlin \u2013 Das West-Nil-Virus ist in Berlin angekommen. 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