{"id":1089293,"date":"2026-06-12T15:57:15","date_gmt":"2026-06-12T15:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1089293\/"},"modified":"2026-06-12T15:57:15","modified_gmt":"2026-06-12T15:57:15","slug":"gaming-jugendzentrum-in-duesseldorf-zieht-nach-oberbilk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1089293\/","title":{"rendered":"Gaming-Jugendzentrum in D\u00fcsseldorf zieht nach Oberbilk"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mit einer Waffe auf andere Menschen zielen und abdr\u00fccken \u2013 nicht in der Realit\u00e4t, sondern nur in einem Computerspiel. Und dennoch stellt sich die Frage: Wie passt das zu einer kirchlichen Jugendeinrichtung? \u201eMit der Idee habe auch ich zuerst gefremdelt\u201c, gibt Karl-Hermann Otto zu, der Leiter des Jugendreferats der evangelischen Kirche in D\u00fcsseldorf. Mit Gaming habe er \u00fcberhaupt nichts am Hut. Als Vater zweier mittlerweile erwachsener T\u00f6chter ist er sich aber sicher: \u201eH\u00e4tten sie sich damals f\u00fcr Computerspiele interessiert, w\u00e4re ich als Elternteil dankbar f\u00fcr einen Ort wie diesen gewesen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Ort, von dem er spricht, ist das GG E-Sport und Gaming Jugendzentrum, das die evangelische Kirche seit dem Jahr 2020 mitten in der Altstadt an der Akademiestra\u00dfe f\u00fcr junge Menschen zwischen zw\u00f6lf und 27 Jahren betreibt \u2013 als das erste nicht kommerzielle Jugendzentrum mit Schwerpunkt auf Gaming und E-Sport in D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Begegnungsort statt Spielhalle      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Name \u201eGG\u201c leitet sich vom Begriff \u201eGood Game\u201c (englisch: gutes Spiel) ab und steht f\u00fcr Fairness, Respekt und Gemeinschaft, hei\u00dft es von den Verantwortlichen. Entsprechend sei das Zentrum kein Ort, an dem junge Menschen isoliert, stumm und stundenlang am Computer zocken, sagt Einrichtungsleiter Jan-Niklaas Wittke. \u201eWir sind keine Spielhalle\u201c, erg\u00e4nzt Karl-Hermann Otto. Stattdessen sei das Zentrum ein Begegnungsort, an dem junge Menschen ihre Leidenschaft mit Gleichgesinnten teilen und Kontakte kn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Und zudem auf Erwachsene treffen, die sie nicht f\u00fcr ihr Hobby verurteilen. Das p\u00e4dagogische Ziel: \u201eGaming als Teil jugendlicher Lebenswelt ernst nehmen, kritisch begleiten und gemeinsam gestalten.\u201c Die Kosten f\u00fcr die Einrichtung belaufen sich auf etwa 200.000 Euro im Jahr, die Stadt D\u00fcsseldorf finanziert 80 Prozent.<\/p>\n<p>Mehr Platz und weniger Barrieren am neuen Standort      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In den R\u00e4umlichkeiten in der Altstadt sei es aber mittlerweile zu eng geworden, sagt Otto. Auch seien diese nicht barrierefrei zug\u00e4nglich und es gebe keine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr ruhige Gespr\u00e4che unter vier Augen. Nach den Sommerferien soll das Zentrum deshalb an einen neuen Standort an der Kruppstra\u00dfe in Oberbilk ziehen, der derzeit f\u00fcr etwa 300.000 Euro umgebaut wird. Aus den nun 80 Quadratmetern werden dann 300. Im Ladenlokal gab es vorher unter anderem einen Vodafone-Shop und ein Bekleidungsgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zun\u00e4chst hatte das Team des Gaming-Jugendzentrums allerdings gehofft, den Standort in der Altstadt auszubauen, die Verkehrsanbindung sei schlie\u00dflich erstklassig, ebenso k\u00f6nne man hier auch spontan Jugendliche erreichen, die hier unterwegs sind, sagt Otto. Oberbilk sei wiederum anders als die Altstadt ein Viertel, wo viele der jungen Menschen wohnhaft seien. Auch das evangelische Jugendreferat ist an der Kruppstra\u00dfe ans\u00e4ssig. \u201eDamit k\u00f6nnen wir uns noch st\u00e4rker an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen orientieren\u201c, sagt Otto.<\/p>\n<p>Wertsch\u00e4tzende Atmosph\u00e4re als Blaupause      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Besonders hoch im Kurs bei diesen stehen derzeit etwa die als \u201eBallerspiele\u201c verschrienen Klassiker \u201eCounterstrike\u201c oder \u201eFortnite\u201c, erz\u00e4hlt Einrichtungsleiter Jan-Niklaas Wittke. Doch in der Einrichtung laufe der Umgang damit sehr kontrolliert ab: Pro Person sind 90 Spielminuten erlaubt, nach der H\u00e4lfte gibt es eine Pause. Bei Spielen mit Altersbegrenzung werde der entsprechende Teilbereich abgesperrt, sodass J\u00fcngere ihn nicht einsehen k\u00f6nnen. Jedes Spiel werde zudem im Vorfeld genau gepr\u00fcft und p\u00e4dagogisch eingeordnet. Explizit gewaltverherrlichende Inhalte sind tabu. Nicht aber alle Spiele, in denen Gewalt Thema ist. \u201eDarin geht es n\u00e4mlich auch um Strategie, Taktik oder die Hand-Auge-Koordination\u201c, sagt Wittke. Die jungen Leute spielten au\u00dferdem ohnehin. Umso wichtiger sei es deshalb, sie damit nicht alleine zu Hause zu lassen, sondern sie dabei zu begleiten, ihnen die damit verbundenen Gefahrenquellen aufzuzeigen sowie Medienkompetenz zu vermitteln.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Otto selbst sei ein gro\u00dfer Fan der Einrichtung geworden, gibt er zu.\u201eHier herrscht eine gesunde, wertsch\u00e4tzende Atmosph\u00e4re, die als Blaupause gelten kann\u201c, sagt er. \u201eViele Gamer h\u00f6ren \u00fcber ihr Hobby nur Negatives in Schule und Elternhaus. Hier merken sie: Die Erwachsenen sind auf meiner Seite.\u201c Zudem k\u00f6nnten sie sich in dem messen, worin sie gut sind. \u201eEin Junge mit Handicap wird m\u00f6glicherweise nie der Held auf dem Fu\u00dfballplatz sein k\u00f6nnen\u201c, sagt Otto, \u201eaber hier schon.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer Waffe auf andere Menschen zielen und abdr\u00fccken \u2013 nicht in der Realit\u00e4t, sondern nur in einem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1089294,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,1209,12093,172747],"class_list":["post-1089293","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duesseldorf","tag-de","tag-deutschland","tag-duesseldorf","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen","tag-sandra","tag-sierra"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1089293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1089293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1089293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1089294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1089293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1089293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1089293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}