{"id":1090277,"date":"2026-06-13T01:15:17","date_gmt":"2026-06-13T01:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1090277\/"},"modified":"2026-06-13T01:15:17","modified_gmt":"2026-06-13T01:15:17","slug":"rheinmetall-chef-armin-papperger-warnt-vor-ausstieg-frankreichs-beim-zukunftspanzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1090277\/","title":{"rendered":"Rheinmetall: Chef Armin Papperger warnt vor Ausstieg Frankreichs beim Zukunftspanzer"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Kampfjet-Aus w\u00e4chst die Sorge um das n\u00e4chste deutsch-franz\u00f6sische R\u00fcstungsprojekt. Rheinmetall-Chef Papperger verweist im Gespr\u00e4ch mit WELT AM SONNTAG auf den Panzer MGCS. Frankreich plane offenbar massive Budgetk\u00fcrzungen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als das Aus f\u00fcr das deutsch-franz\u00f6sische Kampfflugzeug FCAS besiegelt war, haben sie in der D\u00fcsseldorfer Zentrale von Rheinmetall direkt an das n\u00e4chste Szenario gedacht. Er schlie\u00dfe nicht aus, dass Frankreich auch bei dem Zukunftspanzerprojekt MGCS aussteige, sagt Armin Papperger, Vorstandschef von Deutschlands gr\u00f6\u00dftem R\u00fcstungskonzern, im Gespr\u00e4ch mit WELT AM SONNTAG: \u201eEine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden.\u201c<\/p>\n<p>Nach seinen Informationen plane <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> jedoch bereits, das Budget f\u00fcr das MGCS-Projekt drastisch zu k\u00fcrzen, so Papperger. Im Gespr\u00e4ch sei ein Volumen \u201evon weniger als die H\u00e4lfte\u201c der bisherigen Planungen. \u201eWir haben null Entscheidungen \u00fcber das finale Budget.\u201c<\/p>\n<p>Eine Konsequenz einer K\u00fcrzung w\u00e4ren Streichungen von Leistungsanteilen und dadurch auch weitere Verz\u00f6gerungen bei dem Vorhaben. \u201eWenn man weniger Geld zur Verf\u00fcgung hat, wird man nicht schneller, und wir sind jetzt schon sehr langsam\u201c, so der Rheinmetall-Chef. In dem seit rund zehn Jahren laufenden Programm haben die vier beteiligten Unternehmen bisher erst 25 Millionen Euro erhalten.<\/p>\n<p>Die beiden R\u00fcstungsmegaprojekte FCAS und MGCS wurden praktisch zeitgleich 2017 gestartet. Damals k\u00fcndigten der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Programme an. W\u00e4hrend FCAS als Kernelement die Entwicklung eines <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/kampfflugzeuge\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/kampfflugzeuge\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kampfflugzeugs<\/a> der sechsten Generation als Nachfolger des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/eurofighter\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/eurofighter\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurofighters<\/a> und der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rafale\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rafale\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rafale<\/a> zum Ziel hatte, stehen bei MGCS (Main Ground Combat System) die Entwicklung eines bodengebundenen Kampfsystems und die gemeinsame Entwicklung eines Zukunftspanzers als Nachfolger des deutschen Leopard 2 und des franz\u00f6sischen Leclerc im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Selbst wenn das MGCS-Vorhaben scheitert, k\u00f6nnte Deutschland seine Position als weltweit f\u00fchrender Panzerbauer sichern. Denn die deutsche Seite, also Rheinmetall und <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/knds-in-diesen-wichtigen-panzer-deal-investiert-deutschland-milliarden\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/knds-in-diesen-wichtigen-panzer-deal-investiert-deutschland-milliarden\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">KNDS Deutschland<\/a>, entwickelt als Br\u00fcckenl\u00f6sung seit gut einem Jahr bereits einen Leopard 3. Die ersten Exemplare sollen Anfang der 2030er-Jahre in Dienst gestellt werden, w\u00e4hrend die Einsatzbereitschaft des MGCS-Panzers erst in den 2040er-Jahren erwartet wird. \u201eDas ist eine Wahnsinnszeit\u201c, erkl\u00e4rt Papperger: \u201eIch kann heute nicht sagen, ob es \u00fcberhaupt ein MGCS geben wird.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Konsolidierung europ\u00e4ischer R\u00fcstungskonzerne sieht der Rheinmetall-Chef noch erhebliche H\u00fcrden. Das Scheitern des FCAS-Kampfflugzeugs sei wahrscheinlich eine Mixtur aus staatlichen und industriellen Uneinigkeiten gewesen. Es werde noch immer sehr national gedacht, zum Schutz von Eigeninteressen. <\/p>\n<p>\u201eWenn man eine Konsolidierung in Europa machen m\u00f6chte, m\u00fcsste das nat\u00fcrlich auch irgendwie politisch mit unterst\u00fctzt werden. Aber das sehen wir im Augenblick nicht\u201c, bem\u00e4ngelt Papperger. Die Konsolidierung m\u00fcsse \u00fcber die Firmen erfolgen. \u201eEs wird nur manchmal behindert \u00fcber Regierungen. Vor allem dann, wenn auch Staatsbetriebe mit dabei sind.\u201c Pappergers Erkl\u00e4rung: \u201eDie Regierungen wollen bei Staatsbetrieben ihren Einfluss haben, und nat\u00fcrlich wollen sie die Konsolidierung nicht.\u201c<\/p>\n<p>Den bevorstehenden B\u00f6rsengang von KNDS verfolge Rheinmetall mit Interesse, werde aber selbst keine Anteile zeichnen. \u201eWir beteiligen uns nicht an dem B\u00f6rsengang. Wir hatten Diskussionen gef\u00fchrt, auch mit KNDS, ob es sinnvoll ist, eine Konsolidierung in Europa zu machen, aber sie blieben ergebnislos. Also sind wir nicht mehr daran interessiert.\u201c Papperger deutete an, dass vor allem Frankreich nicht an einem Zusammenschluss interessiert war.<\/p>\n<p>Er sehe Vorteile, dass es in seinem Konzern keine Staatsbeteiligung gibt, w\u00e4hrend beim KNDS-B\u00f6rsengang der deutsche Staat zun\u00e4chst wie Frankreich einen 40-Prozent-Anteil anstrebt und somit nur 20 Prozent freie Aktion\u00e4re geplant sind, so der Rheinmetall-Chef. \u201eWir k\u00f6nnen wirklich schnell entscheiden. Bei gro\u00dfen Vorhaben wie der geplanten \u00dcbernahme des F-126-Fregattenprogramms binnen einer Stunde, wenn es gut vorbereitet ist\u201c, betont Papperger. <\/p>\n<p>F\u00fcr ihn ist KNDS \u201emehr ein Partner, als ein Konkurrent, weil wir so viele Programme gemeinsam machen\u201c. Beispielsweise entwickeln und produzieren die Unternehmen zusammen den Puma-Sch\u00fctzenpanzer sowie den Boxer-Radpanzer oder die n\u00e4chste Leopard-Generation.<\/p>\n<p>Schwerlastdrohne geplant<\/p>\n<p>Die breitere Aufstellung von Rheinmetall mit dem Einstieg in Weltraumaktivit\u00e4ten, das Marinegesch\u00e4ft und den Bau von Kampfflugzeug-Bauteilen sieht Papperger als logische Konsequenz, um einen R\u00fcstungs-Champion aufzubauen. Er sehe keine Verzettelungsgefahr. Entscheidend sei, dass Rheinmetall liefere. In diesem Jahr werde ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent oder um viereinhalb Milliarden Euro angestrebt.<\/p>\n<p>Auf der Luftfahrtausstellung ILA in Berlin pr\u00e4sentierte der Konzern auch die von Boeing Defence Australia entwickelte Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat, mit der sich Rheinmetall um einen Jagdbomberdrohnenauftrag der Bundeswehr bewirbt. Papperger legt Wert darauf, dass es sich um ein australisches Produkt handele. Die deutsche Regierung stehe mit der australischen in Verbindung, geplant sei ein sogenanntes Government-to-Government-Gesch\u00e4ft. Bei ausreichenden St\u00fcckzahlen k\u00f6nnte die Drohne von Rheinmetall in Deutschland produziert werden, sagt Papperger.<\/p>\n<p>Zu den neuen Rheinmetall-Aktivit\u00e4ten z\u00e4hlt auch die auf der ILA bekannt gegebene Absichtserkl\u00e4rung \u00fcber die Produktion einer Schwerlastdrohne in Nordrhein-Westfalen. Bis 2029 k\u00f6nnten durch das Projekt der Frachtdrohne Victor U250 des Technologieunternehmens ERC System Arbeitspl\u00e4tze in dreistelliger H\u00f6he geschaffen werden. Die hybrid-elektrische Frachtdrohne soll bis zu 250 Kilogramm \u00fcber 300 Kilometer Entfernung transportieren k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt Papperger: \u201eAm Ende wollen wir im Idealfall gemeinsam mit ERC und dem Land Nordrhein-Westfalen die Schwerlastdrohne technologisch und industriell skalieren.\u201c<\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und \u201e<\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\"><b>Business Insider Deutschland<\/b><\/a><b>\u201c erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/gerhard-hegmann\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/gerhard-hegmann\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Gerhard Hegmann<\/b><\/a><b> ist freier Wirtschaftsredakteur und berichtet seit Jahrzehnten insbesondere \u00fcber die R\u00fcstungs- und Raumfahrtindustrie.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Kampfjet-Aus w\u00e4chst die Sorge um das n\u00e4chste deutsch-franz\u00f6sische R\u00fcstungsprojekt. 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