{"id":1090317,"date":"2026-06-13T01:38:27","date_gmt":"2026-06-13T01:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1090317\/"},"modified":"2026-06-13T01:38:27","modified_gmt":"2026-06-13T01:38:27","slug":"gruenau-gestern-heute-morgen-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1090317\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnau gestern, heute, morgen \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Feier<\/strong><\/p>\n<p>Die Sonne scheint, der Brunnen pl\u00e4tschert, um das Brunnenbecken herum finden sich neue Holzkonstruktionen mit Pflanzfl\u00e4chen, die das Stadtplanungsamt gemeinsam mit der Leipziger Modellschule und anwohnenden Menschen anfertigten, die LWB verteilt Luftballons in Unternehmensfarben, das Maskottchen vom Handballbundesligaabsteiger SC DHfK verteilt Autogrammkarten. Das Stadtgeschichtliche Museum zeigt Aufnahmen aus den ersten Jahrzehnten von Harald Kirschner (<a href=\"https:\/\/kreuzer-leipzig.de\/2026\/05\/28\/leipzig-gruenau-harald-kirschner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier im Interview<\/a>). Neben dem Spielplatz \u2013 genaugenommen eine Sandgrube mit Edelmetallkonstruktion, an der sich Flatterb\u00e4nder der Regionalligisten Lok Leipzig und Hallescher FC schl\u00e4ngeln \u2013 k\u00f6nnen Kinder an Tischen basteln.<\/p>\n<p>Die Feier anl\u00e4sslich der Grundsteinlegung f\u00fcr Gr\u00fcnau am 1. Juni 1976 l\u00e4uft vergangenen Montag gut an. Junge bis alte Menschen sind gekommen ebenso wie Stadtr\u00e4tinnen und Stadtr\u00e4te, Landtagsabgeordnete, der Baub\u00fcrgermeister und die Kulturb\u00fcrgermeisterin, die Musikalische Kom\u00f6die sorgt f\u00fcr musikalische Untermalung w\u00e4hrend der Redebeitr\u00e4ge auf der kleinen B\u00fchne. Urspr\u00fcnglich sollte an dem Tag der namenlose Platz, der hinter dem PEP Center (Abk\u00fcrzung und kein Scherz von \u00bbPfiffige Einkaufs-Passage\u00ab) gen Allee Center liegt, in Horst-Siegel-Platz umbenannt werden \u2013 so zumindest der Wunsch und Antrag des SPD-Ortsverbandes Leipzig-West. Horst Siegel (1934\u20132020) kam 1967 aus Halle nach Leipzig und leitete bis 1985 das B\u00fcro des Chefarchitekten in Leipzig. So war er f\u00fcr Gr\u00fcnau verantwortlich wie auch f\u00fcr andere Leipziger Neubaugebiete, die vor 1989 entstanden sind. 1985 ging er nach Weimar und arbeitete als Professor f\u00fcr Industriebau an der Hochschule f\u00fcr Architektur und Bauwesen, nach 1991 als freier Architekt. <\/p>\n<p><strong><br \/>Der Fall<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings wurde die Umbenennung schon vor einigen Wochen gestoppt, da Die Welt am Sonntag Ende April auf den zwei Jahre alten Aufsatz des US-amerikanischen Historikers Andrew Demshuk verwies, der wiederum Siegels T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit beschrieb. Heute finden sich die Verweise selbst im Wikipedia-Artikel von Horst Siegel. <\/p>\n<p>Anselm Hartinger, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, erkl\u00e4rte bei der Jubil\u00e4umsfeier im \u00f6ffentlichen Gespr\u00e4ch mit dem Baub\u00fcrgermeister, dass nach dem Bekanntwerden der Forschungsergebnisse die Stadtverwaltung die Umbenennung ruhen lasse und nun angedacht wird, den Platz nach einem Menschen aus dem Kollektiv der Begr\u00fcnderinnen und Begr\u00fcnder von Gr\u00fcnau zu benennen. Er verwies dabei auf die Menschen aus der sogenannten zweiten Reihe, die damit auch einen geb\u00fchrenden Platz erhalten w\u00fcrden Siegel verstarb 2020 und im Stadtarchiv Leipzig finden sich Teile seines Nachlasses.<\/p>\n<p>Das Stadtarchiv, das seit dem 1. Juni auf Facebook das Gr\u00fcnauer Jubil\u00e4um mit historischen Fotografien und Geschichten begleitet, ver\u00f6ffentlichte am 9. Juni wiederum einen Beitrag zu Siegel. Was sich in dem Text nicht findet, ist seine T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Stasi, obwohl dieser Zusammenhang da bereits seit \u00fcber einem Monat bekannt war. Dies verwundert umso mehr, weil ein Archiv an sich als Ged\u00e4chtnis gilt und der objektive Umgang mit historischen Zeugnissen dazugeh\u00f6ren sollte. <\/p>\n<p><strong><br \/>Fotografien von damals<\/strong><\/p>\n<p>Auf den Fotografien, die das Stadtarchiv am 1. Juni ver\u00f6ffentlichte, ist der damalige Oberb\u00fcrgermeister Karl-Heinz M\u00fcller bei der Grundsteinlegung zu sehen. Der Ort \u2013 G\u00e4rtnerstra\u00dfe 179 \u2013 befindet sich nahe der Br\u00fcnner Stra\u00dfe, an der S-Bahnstrecke kurz vor der Station Gr\u00fcnauer Allee. An den Beginn des Neubauplattengebietes \u2013 heute wird der Begriff Gro\u00dfsiedlung in der Administration sehr gern benutzt \u2013 erinnert seit 1986 eine Edelsteinplastik mit in sich verschlungenen Rechtecken von Gerd Nawroth. Allein sie k\u00f6nnte wohl einige Geschichten \u00fcber die letzten Jahrzehnte in Gr\u00fcnau erz\u00e4hlen. Vor 40 Jahren stand sie in unmittelbarer N\u00e4he zu einem Geb\u00e4udekomplex. Dann mit dem sogenannten Stadtumbau (dem staatlich subventionierten Abrriss zu Beginn des 21. Jahrhunderts) leerte sich ihr unmittelbares Umfeld. Wer zum 40. Geburtstag von Gr\u00fcnau ein Foto von ihr machte, bildete sie einsam auf einer gr\u00fcnen Wiese ab. Das f\u00fchrte den Anspruch der Grundsteinleger mit Gr\u00fcnau die neue Heimat von 100.000 Menschen zu schaffen ins Absurde. In den letzten zehn Jahren wird in Gr\u00fcnau wieder gebaut und die Einwohnerzahl steigt, so dass heute die Skulptur nicht mehr allein auf einer Wiese, sondern an den Zaun einer neu errichteten Kindereinrichtung grenzt.<\/p>\n<p><strong><br \/>Vom Osten in den Westen<\/strong><\/p>\n<p>So wie sich das Umfeld der Plastik in den letzten Jahren grundlegend ver\u00e4nderte, ging es auch anderen Gebieten in Gr\u00fcnau. Fast ganz an den Anfang gehen die Fotografien von Harald Kirschner in der Ausstellung \u00bb50 Jahre Gr\u00fcnau \u2013 als Gr\u00fcnau noch Schlammhausen\u00ab, die bis Mitte September im Komm-Haus zu sehen ist. Zudem er\u00f6ffnete in der vergangenen Woche im Stadtteilladen Gr\u00fcnau in der Stuttgarter Allee die Ausstellung \u00bbAus der Kuchengartenstra\u00dfe nach Gr\u00fcnau\u00ab von Karla Voigt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/21781261224037605-upload.jpg\" data-image-link=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/21781261224037605-upload.jpg\" alt=\"\" data-rotate=\"\" data-image-link=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/21781261224037605-upload.jpg\" data-proportion=\"true\" data-size=\"279px,175px\" data-align=\"right\" data-file-name=\"21781261224037605-upload.jpg\" data-file-size=\"0\" data-origin=\",\" origin-size=\"2000,1247\" style=\"width: 279px; height: 175px; transform: rotate(0deg);\"\/><\/a>Fotografie von Karla Voigt<\/p>\n<p>Die Ausstellung war 2019 bereits im Stadtgeschichtlichen Museum zu sehen, in dessen Bestand sich die Serie auch befindet, und das hier mit dem Stadtteilladen kooperiert.<\/p>\n<p>Voigt, die an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst Fotografie studierte, begleitete f\u00fcr ihre Diplomarbeit von 1979-81 den Umzug von Menschen einer Hausgemeinschaft aus der Kuchengartenstra\u00dfe 8 in Reudnitz nach Gr\u00fcnau. Zu sehen sind die Alltagsrealit\u00e4ten in einem heruntergekommenen Gr\u00fcnderzeitviertel,wie sich die Menschen und vor allem die Kinder darin eingerichtet hatten und wie sie Gr\u00fcnau zwischen Pf\u00fctzen und Betonplatten f\u00fcr sich eroberten. <\/p>\n<p>Am <strong>30. Juni <\/strong>l\u00e4dt das Stadtgeschichtliche Museum und das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig um 18 Uhr in den Stadtteilladen zur Veranstaltung \u00bb100 Jahre Gr\u00fcnau. Von der Siedlung zum Stadtviertel\u00ab. Dabei geht es neben der Siedlung Gr\u00fcnau, die am 30. Juli 1926 als Verein im Vereinsregister des Amtsgerichts Leipzig eingetragen wurde auch um die Versuchsstation der Firma Rudolf Sack, die Bodenbearbeitungsger\u00e4te herstellte und den heutigen Robert-Koch-Park begr\u00fcndete. Die Kaserne in Sch\u00f6nau, die 1935\/36 die Wehrmacht errichtete und sp\u00e4ter von der Sowjetarmee genutzt wurde, bevor sich nach 1990 hier Eigenheime ansiedelten wird beleuchtet. Und nat\u00fcrlich der Kulkwitzer See, sowie der Aufbau und der Abrissen im Zuge des sogenannten Stadtumbaus. Dar\u00fcber sprechen Evelin M\u00fcller (Gr\u00fcnauer Geografin und Stadtteilf\u00fchrerin), Christoph Kaufmann (ehemaliger Leiter der Fotothek des Stadtgeschichtlichen Museums) und Klaus Ober (Mitverantwortlicher f\u00fcr den Bau der Gro\u00dfwohnsiedlung Gr\u00fcnau in verschiedenen Positionen).<\/p>\n<p>Und schon einmal f\u00fcr den Kalender erw\u00e4hnt sei: Am <strong>6. August<\/strong> beginnt im Komm-Haus um 17 Uhr ein Spaziergang zum Thema \u00bbBaseballschl\u00e4gerjahre in Gr\u00fcnau\u00ab, dem sich um 18.30 Uhr ein Podiumsgespr\u00e4ch anschlie\u00dft. <\/p>\n<p>Bis dahin finden eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des Gr\u00fcnauer Kultursommers statt. So etwa am kommenden Samstag zur gro\u00dfen Geburtstagsfeier von Gr\u00fcnau in der Stuttgarter Allee von 14 bis 22 Uhr. Von 14 bis 18 Uhr k\u00f6nnen in der V\u00f6lkerfreundschaft im Rahmen des Projektes der Stadtkuratorin Geschichten zur verlorenen Kunst im \u00f6ffentlichen Raum erz\u00e4hlt werden. Am darauffolgenden Samstagl\u00e4dt das Projekt mit dem Titel \u00bbHappy Birthday Gr\u00fcnau. Wir suchen deine verlorenen Sch\u00e4tze\u00ab au\u00dferdem von 14 bis 18 Uhr zum Erz\u00e4hlcaf\u00e9 ins Komm-Haus ein. Auch das neue Heft der \u00bbGeschichten aus Gr\u00fcnau\u00ab, das in dieser Woche erschien, widmet sich dem Thema.<\/p>\n<p><strong><br \/>Gr\u00fcnau heute<\/strong><\/p>\n<p>Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung schaffte es am 1. Juni nicht zur Feier. Er war in Berlin, wo die Stadt ihre Olympiabewerbung f\u00fcr die Spiele 2036, 2040 und 2044 wieder einmal propagierte, bei denen Leipzig assistiert. Allerdings las der Baub\u00fcrgermeister Thomas Dienberg in Gr\u00fcnau eine Botschaft von Burkhard Jung vom Handy ab: \u00bbWelche Chancen und Herausforderungen auf lange Sicht in einer Gro\u00dfwohnsiedlung liegen, das zeigt Gr\u00fcnau wie unter einem Brennglas: Die Menschen im Stadtteil haben vom rasanten Wachstum \u00fcber die Schrumpfung bis hin zur Neugestaltung alles erlebt und gemeistert. Sie sind zu Recht stolz auf ihr Quartier und f\u00fchlen sich eng mit ihm verbunden. F\u00fcr uns als Verwaltung liegt darin eine besondere Verantwortung, der wir uns weiterhin mit Elan stellen werden.\u00ab\u00a0<\/p>\n<p>&gt; \u00bb50 Jahre Gr\u00fcnau \u2013 als Gr\u00fcnau noch Schlammhausen\u00ab Fotografien von Harald Kirschner, KOMM-Haus, Selliner Str. 17, bis 18.9., dienstags 10-13.30 Uhr, donnerstags 15-19 Uhr sowie am 13. Juni und 20. Juni von 14-18 Uhr sowie am 12. und 26. Juli von 14 bis 18 Uhr.<\/p>\n<p>&gt; \u00bbAus der Kuchengartenstra\u00dfe nach Gr\u00fcnau\u00ab Fotografien von Karla Voigt, Stadtteilladen Gr\u00fcnau, Stuttgarter Allee 19, bis 22.9., dienstags von 13-18 Uhr, donnerstags von 10-15 Uhr<\/p>\n<p>&gt; Das gesamte Programm zum Jubil\u00e4um findet sich unter <a href=\"http:\/\/www.leipzig.de\/50-jahre-gr\u00fcnau\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.leipzig.de\/50-jahre-gr\u00fcnau<\/a> und zum <a href=\"http:\/\/gruenauer-kultursommer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">hier zum Gr\u00fcnauer Kultursommer<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Feier Die Sonne scheint, der Brunnen pl\u00e4tschert, um das Brunnenbecken herum finden sich neue Holzkonstruktionen mit Pflanzfl\u00e4chen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1090318,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[53542,2710,2252,3364,29,22140,2701,30,16112,3009,39376,71,28758,859,72186,91083,16754,3699,33065,3866,20183],"class_list":["post-1090317","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-53542","tag-2710","tag-architekt","tag-de","tag-deutschland","tag-feier","tag-geburtstag","tag-germany","tag-gruenau","tag-jubilaeum","tag-kultursommer","tag-leipzig","tag-platz","tag-sachsen","tag-seidel","tag-stasi","tag-umbenennung","tag-veranstaltung","tag-veranstaltung-leipzig","tag-veranstaltungen","tag-veranstaltungshinweis"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116740247288834853","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1090317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1090317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1090317\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1090318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1090317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1090317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1090317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}