{"id":1091607,"date":"2026-06-13T14:27:13","date_gmt":"2026-06-13T14:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1091607\/"},"modified":"2026-06-13T14:27:13","modified_gmt":"2026-06-13T14:27:13","slug":"schweiz-stimmt-ueber-bevoelkerungsobergrenze-ab-stehen-eu-abkommen-auf-dem-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1091607\/","title":{"rendered":"Schweiz stimmt \u00fcber Bev\u00f6lkerungsobergrenze ab: Stehen EU-Abkommen auf dem Spiel?"},"content":{"rendered":"<p>ie Schweizerinnen und Schweizer stimmen \u00fcber die Initiative \u201eNein zu einer Schweiz mit zehn Millionen!\u201c ab. Ziel der Vorlage ist es, die Bev\u00f6lkerung des Landes bis 2050 unter der Marke von zehn Millionen Menschen zu halten.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Initiative wurde von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) lanciert und kam nach der Sammlung der erforderlichen 100.000 Unterschriften zustande.<\/p>\n<p>Die st\u00e4rkste Partei im Parlament bezeichnet das Vorhaben als \u201eNachhaltigkeitsinitiative\u201c und argumentiert, eine unkontrollierte Zuwanderung \u00fcberlaste den Wohnungsmarkt, die \u00f6ffentlichen Dienstleistungen und die Umwelt.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung der Schweiz ist in den vergangenen Jahren aufgrund des starken Arbeitsmarkts deutlich gewachsen. Ende 2025 lebten rund 9,1 Millionen Menschen im Land, etwa 27 Prozent davon ohne Schweizer Pass.<\/p>\n<p>Steigt die Bev\u00f6lkerungszahl \u00fcber 9,5 Millionen, m\u00fcsste das Parlament Ma\u00dfnahmen zur Einschr\u00e4nkung von Asyl und Familiennachzug ergreifen. Erreicht die Schweiz die Marke von zehn Millionen Einwohnern, m\u00fcsste die Regierung die Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der Europ\u00e4ischen Union aufk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Umfragen deuten darauf hin, dass die Initiative knapp scheitern k\u00f6nnte. Regierung und gro\u00dfe Wirtschaftsverb\u00e4nde lehnen die Vorlage entschieden ab. Sie warnen vor wirtschaftlichen Sch\u00e4den, Wohlstandsverlusten und Risiken f\u00fcr die Beziehungen zur Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Gegner k\u00f6nnte die Initiative den Wohlstand des Landes gef\u00e4hrden. Zahlreiche Branchen \u2013 von der medizinischen Forschung \u00fcber das Baugewerbe bis hin zum Gesundheitswesen \u2013 sind stark auf ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte angewiesen, insbesondere aus EU-Staaten.<\/p>\n<p>Auch die Hotelbranche w\u00e4re betroffen. \u201eMehr als 50 Prozent der Besch\u00e4ftigten sind Ausl\u00e4nder\u201c, sagt Martin von Moos, Pr\u00e4sident des Branchenverbands HotellerieSuisse. Er bef\u00fcrchtet, dass die Initiative den ohnehin bestehenden Personalmangel weiter versch\u00e4rfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>EU-Marktzugang in Gefahr<\/p>\n<p>Zudem gibt es Bef\u00fcrchtungen, dass die Initiative zentrale Abkommen mit dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Dazu geh\u00f6rt insbesondere das Abkommen \u00fcber die Personenfreiz\u00fcgigkeit aus dem Jahr 1999.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Schweizer Exporte ging im vergangenen Jahr in die Europ\u00e4ische Union. Ihr Wert lag bei mehr als 147 Milliarden Franken (159,2 Milliarden Euro).<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr uns ist der Zugang zum europ\u00e4ischen Markt lebenswichtig\u201c, sagt Pierre-Yves Bonvin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Textilmaschinenherstellers Steiger. Das Unternehmen mit Sitz in Vionnaz im S\u00fcdwesten der Schweiz exportiert seine gesamte Produktion in die EU.<\/p>\n<p>Ein Teil der Fertigung wurde zwar nach China verlagert, die Produktion besonders hochwertiger Maschinen bleibt jedoch in der Schweiz.<\/p>\n<p>Mehr als ein Drittel der 40 Besch\u00e4ftigten am Schweizer Standort besitzt keine Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit. \u201eIn der Schweiz finden wir Ingenieurinnen und Ingenieure, die die Maschinen entwerfen, daran arbeiten und sie montieren. Uns fehlt jedoch das Fachwissen, um sie zu testen und zu kalibrieren\u201c, sagte Bonvin.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr diesen Bereich gibt es in der Schweiz keine entsprechende Ausbildung mehr. Deshalb m\u00fcssen wir diese Spezialisten in Frankreich und Deutschland anwerben\u201c, erkl\u00e4rte er. Ohne diese Fachkr\u00e4fte k\u00f6nne das Unternehmen die Maschinen in der Schweiz nicht weiter produzieren.<\/p>\n<p>Auch Rudolf Minsch, Chef\u00f6konom des Wirtschaftsverbands Economiesuisse, kritisiert die Initiative. Der Vorsto\u00df \u201everkauft die Illusion einer einfachen L\u00f6sung\u201c und werde \u201eweder die Wohnungsprobleme noch die Verkehrsprobleme des Landes l\u00f6sen\u201c, sagte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"ie Schweizerinnen und Schweizer stimmen \u00fcber die Initiative \u201eNein zu einer Schweiz mit zehn Millionen!\u201c ab. 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