{"id":109258,"date":"2025-05-14T06:28:14","date_gmt":"2025-05-14T06:28:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/109258\/"},"modified":"2025-05-14T06:28:14","modified_gmt":"2025-05-14T06:28:14","slug":"in-essen-beginnt-die-arbeit-in-der-neuen-diamorphinambulanz-ein-erster-einblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/109258\/","title":{"rendered":"In Essen beginnt die Arbeit in der neuen Diamorphinambulanz &#8211; ein erster Einblick!"},"content":{"rendered":"<p>Essen hat jetzt eine eigene Diamorphinambulanz<\/p>\n<p>In Essen k\u00f6nnen suchtkranke Menschen jetzt auch medizinisch hergestelltes Heroin bekommen. Das Medikament hei\u00dft Diamorphin und wird unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der neu geschaffenen Ambulanz verabreicht. Radio Essen bekommt erste Einblicke in die Ambulanz bei der Suchthilfe direkt an der Hoffnungsstra\u00dfe. Dort sind alle froh, dass die Vorbereitungen f\u00fcr die neue Ambulanz endlich abgeschlossen sind. Daf\u00fcr gibt es in den Gesetzen, bei der Bezirksregierung und bei der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung eine Menge Regelungen. Direkt nach den Osterfeiertagen konnten die ersten Patientinnen und Patienten jetzt in die Ambulanz kommen. Bisher mussten Patientinnen und Patienten in die Nachbarst\u00e4dte nach Wuppertal oder D\u00fcsseldorf fahren, um Diamorphin zu bekommen. Viele sind erleichtert, dass sie die Fahrt nicht mehr machen m\u00fcssen. Annette Pern ist \u00c4rztin in der Diamorphinambulanz in Essen und erz\u00e4hlt im Interview mit Radio-Essen-Moderatorin Anna Bartl, wie erleichtert sie ist, dass es den Ersatzstoff endlich auch in Essen gibt.<\/p>\n<p>Ambulanz in Essen muss hohe Sicherheitsstandards erf\u00fcllen<\/p>\n<p>Bei der Suchthilfe in Essen ist es sauber und einladend in der Diamorphinambulanz, wie wir das alle aus einer Arztpraxis kennen. Ein Teil der schon bestehenden Ambulanz f\u00fcr die Vergabe der anderen Ersatzstoffe wie Methadon und Polamidon wurde umgebaut. Es mussten vor allem ein neues Schlie\u00dfsystem und neue Kameras eingebaut werden. Die Kosten daf\u00fcr liegen bei rund 800.000 Euro. Die Patientinnen und Patienten kommen herein, bekommen einen Schl\u00fcssel f\u00fcr einen kleinen Spind und k\u00f6nnen dort ihre Sachen ablegen. Dann m\u00fcssen sie einen Alkoholtest machen. Ist alles in Ordnung, k\u00f6nnen sie zum einen ihr Methadon oder Polamidon bekommen. Andere Patienten, die Diamorphin bekommen, gehen durch eine unscheinbare T\u00fcr und stehen vor einem weiteren, gut gesicherten Tresen. Hier bekommen sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die f\u00fcr sie bestimmte Menge an Diamorphin und k\u00f6nnen sich das an den daf\u00fcr vorgesehenen Pl\u00e4tzen selbst spritzen. Danach halten sie die leere Spritze in die Kamera und mit einem Nicken sagt ihnen die Mitarbeiterin, dass sie diese durch ein Loch in einen verschlie\u00dfbaren Beh\u00e4lter werfen k\u00f6nnen. Sie machen auch ihren Platz wieder sauber und bleiben zehn Minuten im Aufenthaltsraum, damit alle sicher sind, dass es ihnen gut geht. Bis zu drei Mal am Tag kommen die Patientinnen und Patienten in die Praxis, um sich das Diamorphin zu spritzen. Das wirkt wie Heroin nur einige Stunden. \u00dcber Nacht bekommen die meisten einen anderen Ersatzstoff.<\/p>\n<p>Diamorphin in Essen &#8211; Chance f\u00fcr Abh\u00e4ngige <\/p>\n<p>In Essen k\u00f6nnen suchtkranke Patientinnen und Patienten nur nach genauen Vorgaben Diamorphin bekommen. Sie m\u00fcssen zum Beispiel l\u00e4ngere Zeit andere Ersatzstoffe erhalten haben, brauchten aber trotzdem weiter Heroin um klarzukommen. Diese Menschen k\u00f6nnen jetzt mit Diamorphin behandelt werden. Nur dieses Medikament erzeugt das gleiche warme, wohlige Gef\u00fchl wie Heroin, erkl\u00e4rt \u00c4rztin Annette Pern im Gespr\u00e4ch mit Radio Essen. Die Dosis wird individuell angepasst. Da es sich bei dem Pr\u00e4parat aber um reines Heroin handelt, ist die Dosis meist deutlich geringer als die Mengen, die sich Suchtkranke auf dem Schwarzmarkt beschaffen m\u00fcssen. Au\u00dferdem gibt es keine Gefahr durch Fremdstoffe, die immer im Heroin vom Schwarzmarkt zu finden sind.<\/p>\n<p>Patientinnen und Patienten zahlen wie alle gesetzlich Krankenversicherte einmal im Monat 10 Euro f\u00fcr die Vergabe. Wer seine Heroinsucht auf dem Schwarzmarkt befriedigen muss, zahlt mindestens 1.500 Euro pro Monat. Das bedeutet f\u00fcr die meisten Abh\u00e4ngigen, dass sie in die Abw\u00e4rtsspirale von Betteln, Kriminalit\u00e4t und Obdachlosigkeit geraten. Durch die Aufnahme in die Diamorphinambulanz l\u00e4sst sich dieser Kreislauf durchbrechen. Wenn einige es dann noch schaffen, mit immer weniger Diamorphin auszukommen, ist auch der Weg ganz raus aus der Sucht m\u00f6glich. Die Suchthilfe direkt bietet zahlreiche und umfangreiche Beratungen f\u00fcr Suchtkranke an. Im Kontaktladen k\u00f6nnen sie tags\u00fcber etwas essen, Kaffee trinken und sie bekommen einen Schlafplatz, wenn sie m\u00f6chten. Wer noch nicht so weit ist, sich von den Drogen zu verabschieden, kann auch im Drogenkonsumraum mit einer sauberen Spritze sein Heroin konsumieren oder es rauchen.<\/p>\n<p>Das Ziel der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Suchthilfe direkt ist es, suchtkranke Menschen zu unterst\u00fctzen. Inzwischen wird von der Gesellschaft die Realit\u00e4t anerkannt, dass niemand jemanden zwingen kann, seine Sucht aufzugeben, wenn der Mensch es selbst nicht will.<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus Essen<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/16645fe7d87f4915914f238e53cfae7f.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Essen hat jetzt eine eigene Diamorphinambulanz In Essen k\u00f6nnen suchtkranke Menschen jetzt auch medizinisch hergestelltes Heroin bekommen. 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