{"id":1093431,"date":"2026-06-14T09:20:16","date_gmt":"2026-06-14T09:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1093431\/"},"modified":"2026-06-14T09:20:16","modified_gmt":"2026-06-14T09:20:16","slug":"neue-maechte-der-energiewende-deutschland-zoegert-vietnam-und-thailand-ziehen-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1093431\/","title":{"rendered":"Neue M\u00e4chte der Energiewende: Deutschland z\u00f6gert, Vietnam und Thailand ziehen vorbei"},"content":{"rendered":"<p>Neue M\u00e4chte der EnergiewendeDeutschland z\u00f6gert, Vietnam und Thailand ziehen vorbei14.06.2026, 08:59 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christian-Herrmann-article21584372.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/DSC8670-Edit-3-7.webp\" alt=\"DSC8670-Edit-3-7\"\/>Interview: Christian Herrmann und Clara Pfeffer<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(13:55 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Hanoi-views-Genre-photography.webp\" alt=\"Hanoi-views-Genre-photography\"\/>Der Verkehr in Hanoi ist f\u00fcr viele Menschen nur mit Maske zu ertragen. Noch. (Foto: picture alliance \/ Sipa USA)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Lange Zeit ist Europa der Vorreiter der Energiewende. Inzwischen l\u00e4uft China L\u00e4ndern wie Deutschland den Rang ab. Im Umfeld der Volksrepublik erw\u00e4chst neue Konkurrenz. In Staaten wie Thailand oder Vietnam boomen Elektromobilit\u00e4t und erneuerbare Energien. Aus Eigennutz: Sie m\u00f6chten kein Geld mehr f\u00fcr fossile Importe ausgeben, sondern welches verdienen. Sie bauen deshalb um Zukunftsbranchen vollst\u00e4ndige Wertsch\u00f6pfungsketten auf. &#8222;S\u00fcdostasien bildet f\u00fcr mehrere Technologien ein neues geopolitisches Cluster&#8220;, sagt Maria Pastukhova von der Denkfabrik E3G im Podcast <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/Klima-Labor\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#8222;Das Klima-Labor von ntv&#8220;<\/a>. Die Leiterin des Forschungsprogramms &#8222;Globale Energiewende&#8220; legt Europa nahe, sich zu sputen, wenn es nicht abgeh\u00e4ngt werden m\u00f6chte: &#8222;Die Weltwirtschaft wartet nicht auf L\u00e4nder, die z\u00f6gern.&#8220; Die entscheidende Frage ist: Wie gelingt die Energiewende, ohne erneut abh\u00e4ngig zu werden? &#8222;Europa hat drei nicht so gute Optionen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">ntv.de: Ist die Energiewende Geopolitik?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Maria Pastukhova: Auf jeden Fall. Energiesysteme sind kapitalintensive und infrastrukturreiche Projekte. Diese Projekte liegen zum Teil in der nationalen Macht von L\u00e4ndern, zum Teil sind sie grenz\u00fcberschreitend und unmittelbar mit den Machtverh\u00e4ltnissen der betroffenen L\u00e4nder verbunden. Die Energiewende ist genauso geopolitisch wie das \u00f6l- und gasbasierte System.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Sie <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/posts\/maria-pastukhova-26182738_electrification-renewables-geopolitics-activity-7452100966029557760-bdjk?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop&amp;rcm=ACoAADBdsWIBWwRp3aUpzS0nAlm3mq-0IOGrNyg\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sagen<\/a>, dass sich die geopolitischen Zentren der Energiewende verschieben. Inwiefern? <\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Internationale Energieagentur (IEA) hat im April einen <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.iea.org\/reports\/global-energy-review-2026\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bericht<\/a> \u00fcber die Energietrends des vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlicht. Darin sieht man, dass die Bedeutung der OECD-Staaten bei der Energiewende zur\u00fcckgeht. Europa und die USA waren fr\u00fcher die Vorreiter. 2010 kam China dazu. Das ist inzwischen Marktf\u00fchrer. Jetzt r\u00fccken neben China andere asiatische Staaten ins Zentrum der Energiewende &#8211; nicht nur bei der Dekarbonisierung der Energiesysteme: Sie schaffen Wertsch\u00f6pfungsketten und kn\u00fcpfen Beziehungen mit anderen Energiewendem\u00e4chten, neben China vor allem mit Indien.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Was genau verschiebt sich?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr eine Energiewende ben\u00f6tigt man Zugang zu Wertsch\u00f6pfungsketten, zu Ressourcen, zu Solarpanels oder auch zu Wechselrichtern. S\u00fcdostasien bildet f\u00fcr mehrere Technologien ein neues geopolitisches Cluster. Ein weiterer <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.iea.org\/reports\/global-ev-outlook-2026\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">IEA-Bericht<\/a> zeigt, dass sich etwa die Verk\u00e4ufe im Bereich der Elektromobilit\u00e4t im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt haben. Der Anteil von E-Autos bei den Neuwagen lag bei knapp 20 Prozent. Das ist in etwa das Niveau, das <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Europas-Automarkt-ist-dank-Elektrofahrzeugen-im-Aufwind-id30861032.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Europa<\/a> und <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/ticker\/In-Deutschland-werden-im-Maerz-mehr-Elektroautos-als-Benziner-neu-zugelassen-id30688202.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutschland<\/a> seit einigen Jahren halten. Angef\u00fchrt wird die Verbreitung von L\u00e4ndern wie Vietnam, Indonesien und Thailand. Wir reden also nicht einmal von China.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">In s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern verkaufen sich E-Autos genauso gut wie in Europa, oder welche Botschaft ziehen Sie aus diesen Zahlen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das kommt auf das Land an. Europa hat 2025 wieder zugelegt, aber einzelne M\u00e4rkte in S\u00fcdostasien haben Europa bereits \u00fcberholt. In Vietnam waren vergangenes Jahr fast 40 Prozent der neu verkauften Autos elektrisch. Mit Vinfast hat Vietnam auch einen eigenen E-Auto-Hersteller. Thailand steht bei 25 Prozent und damit nahe am europ\u00e4ischen Niveau. E-Mobilit\u00e4t w\u00e4chst in vielen asiatischen L\u00e4ndern rasant.<\/p>\n<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Betreffen diese Angaben ausschlie\u00dflich E-Autos oder werden alle Optionen aus dem Bereich der Elektromobilit\u00e4t zusammengefasst? E-Mobilit\u00e4t gibt es ja in allen Farben und Formen. E-Bikes, Roller und die kleinen Scooter geh\u00f6ren auch dazu.<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">E-Autos. Zwei- und Dreir\u00e4der sind in den Angaben nicht enthalten. Dort ist das Wachstum noch st\u00e4rker. 2025 wurden weltweit etwa 11 Millionen elektrische Zwei- und Dreir\u00e4der verkauft. Das sind etwa 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten in China, aber das ist keine Geschichte chinesischer Dominanz. In vielen M\u00e4rkten entstehen drumherum lokale Industrien. In Vietnam haben sich die Verk\u00e4ufer elektrischer Zweir\u00e4der 2025 zum Beispiel auf rund 735.000 Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Indien ist ein weiteres Beispiel. Dort sind Scooter die dominante Art, sich fortzubewegen. Und die T\u00fcrkei zeigt <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/auto\/Tuerkisches-SUV-faehrt-vor-Togg-T10X-klopft-an-Europas-Tueren-id30221609.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mit der eigenen Marke Togg als Anker<\/a>, dass Elektromobilit\u00e4t inzwischen auch als Industriepolitik verstanden wird. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Wird die Verbreitung in diesen L\u00e4ndern politisch gesteuert und gef\u00f6rdert oder entscheiden sich die Menschen daf\u00fcr, weil es das bessere Angebot ist?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es sind haupts\u00e4chlich wirtschaftliche Faktoren. Viele der L\u00e4nder h\u00e4ngen im Mobilit\u00e4tsbereich extrem von \u00d6limporten ab, also von Lieferungen aus dem Mittleren Osten. Die versuchen seit einigen Jahren, davon wegzukommen. Seit der Iran-Krise noch mehr. Dazu kommt, dass E-Autos in den vergangenen Jahren g\u00fcnstiger geworden sind. Das gilt nicht nur f\u00fcr chinesische, sondern auch f\u00fcr vietnamesische oder t\u00fcrkische. In vielen F\u00e4llen ist E-Mobilit\u00e4t auch mit dem Ausbau der heimischen Industrie verbunden. Thailand etwa war lange immer ein Auto-Hub.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Thailand?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ja. Thailand hat eine starke Autoindustrie. Das ist ein zentraler Industriesektor. Dort werden viele Autos f\u00fcr die Region gefertigt. Jetzt r\u00fcstet die Autoindustrie auf Elektromobilit\u00e4t um, weil sie ihren Status behalten m\u00f6chte. Das wird von chinesischen Investitionen getrieben, ist aber auch an die lokale Produktion und Export-Ambitionen gekoppelt. Elektromobilit\u00e4t ist in vielen L\u00e4ndern alles zusammen: Industriepolitik sowie der Versuch, g\u00fcnstigere Fortbewegungsmethoden f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zu schaffen und Importabh\u00e4ngigkeiten zu beenden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Machen sich diese L\u00e4nder nicht trotzdem von China abh\u00e4ngig? Davor wird in Europa und den USA gewarnt.<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Japan versucht im Rahmen der <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.meti.go.jp\/english\/policy\/energy_environment\/global_warming\/azec\/azec_en.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">AZEC-Initiative<\/a> auch, eigene Technologien in der Region zu verankern. Die stammen aber haupts\u00e4chlich aus dem Kohle- und Gasbereich, weil die heimische Nachfrage nicht mehr so stark ist. Aber ja, der industrielle Aufstieg der Region ist haupts\u00e4chlich China-getrieben. Speziell in Zukunftstechnologien stecken viele chinesische Investitionen. Diese engen Beziehungen schaffen wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeiten.<\/p>\n<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Aber keine technologischen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Man muss beim China-Risiko unterscheiden: Das geringste Risiko besteht dort, wo Technologie passiv, austauschbar und standardisiert und nicht in kritische Steuerungssysteme eingebettet ist. Solarmodule sind austauschbar. Dort ist das Risiko die Lieferabh\u00e4ngigkeit. Wenn Europa keine mehr bekommt, haben wir ein Problem mit dem weiteren Ausbau, aber keinen Systemkollaps, denn es sind viele Solaranlagen bereits installiert. Die s\u00fcdostasiatischen L\u00e4nder adressieren dieses Risiko, indem sie um die chinesischen Investitionen herum ein eigenes Industriecluster mit eigener Fertigung aufbauen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Es geht aber nicht nur um Technologien, sondern auch um die notwendigen Rohstoffe daf\u00fcr. Gibt es daf\u00fcr in den s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern oder auch in der T\u00fcrkei eigene Lieferketten?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">China ist als &#8222;Electro State&#8220; (Elektrostaat), der die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette von den Rohstoffen hin zu den High-Tech-Produkten kontrolliert, ein Einzelfall. Das ist nirgendwo sonst m\u00f6glich, weil nirgendwo sonst die notwendigen Skalen vorhanden sind. Das w\u00e4re ineffizient. Teile der Wertsch\u00f6pfung deckt die Region aber gut ab. Indonesien verf\u00fcgt \u00fcber eine starke Rohstoffbasis. Nickel geh\u00f6rt zu den kritischen Rohstoffen, die f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Technologien ben\u00f6tigt werden. Indonesien hat auch eigene Batterie- und EV-Cluster. Die werden durch China unterst\u00fctzt, S\u00fcdkorea investiert aber auch sehr stark.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">China ist nicht allein?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ja. Unterschiedliche L\u00e4nder kontrollieren den Zugriff auf bestimmte Ressourcen. Viele befinden sich in Afrika oder Lateinamerika. Bei denen steckt China fast immer mit drin. Alternativ ist Russland leider auch ein gro\u00dfer Lieferant kritischer Rohstoffe. Man braucht also nicht unbedingt eine eigene Rohstoffgewinnung, um unabh\u00e4ngig zu sein. Die Verarbeitung ist ein viel gr\u00f6\u00dferes Problem, denn ohne sind kritische Rohstoffe nutzlos. Ein nicht verarbeitetes St\u00fcck seltene Erde ist letztlich ein Stein. Es dauert im Schnitt etwa sieben Jahre, diese Kapazit\u00e4ten aufzubauen. Die Verarbeitung selbst ist au\u00dferdem toxisch. Wenn sie nicht streng reguliert wird, bestehen erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken, etwa durch Abw\u00e4sser, S\u00e4uren oder auch radioaktive Begleitstoffe. Deshalb ist die Frage, wo Europa Verarbeitungskapazit\u00e4ten f\u00fcr Lithium und andere Materialien aufbauen k\u00f6nnte, so umstritten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Gibt es eine L\u00f6sung?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es wird \u00fcberlegt, strategische Partnerschaften mit anderen L\u00e4ndern zu schlie\u00dfen, zum Beispiel in Afrika oder Lateinamerika. Die suchen ebenfalls nach Alternativen zum chinesischen Gesch\u00e4ftsmodell. Europa ist nicht auf sich allein gestellt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Es gibt den Vorschlag, dass <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_kommentare\/Endlich-traut-sich-ein-Staatsmann-die-bittere-Wahrheit-auszusprechen-id30270738.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mittelm\u00e4chte wie Deutschland, Kanada, Australien oder auch Brasilien<\/a> enger zusammenarbeiten m\u00fcssen, um sich vor China, aber auch den USA zu sch\u00fctzen. Was halten Sie davon?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Europa hat drei nicht so gute Optionen, die es navigieren muss.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">N\u00e4mlich?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Europa kann erstens versuchen, die komplette Wertsch\u00f6pfung in Europa aufzubauen. Das ist extrem kostspielig und dauert. Die zweite Option ist das andere Extrem: komplette Offenheit gegen\u00fcber China. Man w\u00e4re abh\u00e4ngig, h\u00e4tte aber einen Zufluss an g\u00fcnstigen Technologien. Die dritte Option w\u00e4re, die Energiewende zu verlangsamen und in dem System zu bleiben, in dem wir sind. Alle drei Optionen sind riskant. Die dritte Option ist vielleicht am riskantesten, wenn man sich die Entwicklung der \u00d6l- und Gaspreise anschaut.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Die deutsche Regierung scheint die dritte Option zu w\u00e4hlen. Es wird zwar nicht vom Verlangsamen der Energiewende gesprochen, aber darauf l\u00e4uft das geplante <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/50-Hertz-Chef-Kapferer-Der-Solarzubau-benoetigt-kein-weiteres-Tempo-das-muss-man-so-klar-sagen-id30882267.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Angleichen oder &#8222;Synchronisieren&#8220; der unterschiedlichen Geschwindigkeiten<\/a> hinaus.<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Wege sind bekannt. Deutschland und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder setzen sich weiterhin einer extrem fragilen Welt aus, wenn sie sich an das alte System klammern. Niemand wei\u00df, wie lange ein Zehntel des globalen \u00d6ls und ein F\u00fcnftel des globalen Fl\u00fcssiggases auf dem Markt fehlen werden. Es wei\u00df auch niemand, was weniger Tempo f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dieser L\u00e4nder bedeutet, denn w\u00e4hrend hier langsamer gemacht wird, beschleunigen andere L\u00e4nder. Darunter sind viele Entwicklungsl\u00e4nder in S\u00fcdostasien, von denen man es wahrscheinlich nicht erwarten w\u00fcrde. Das sieht man auch bei den Emissionen. Die sind 2025 in den OECD-Staaten das erste Mal in den vergangenen 30 Jahren schneller gestiegen als in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Dort war der Anstieg immer h\u00f6her, weil die Energienachfrage so stark gewachsen ist.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Durch das Bev\u00f6lkerungswachstum und weil bisher viel Strom mit Kohle erzeugt wurde?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Unter anderem. Jetzt ist das Emissionswachstum in den Entwicklungsl\u00e4ndern so weit zur\u00fcckgegangen, dass es sich auf europ\u00e4ischem Niveau befindet. Wenn Europa so weitermacht, werden unsere Emissionen bald langsamer fallen als in diesen Regionen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Deutschland und Europa m\u00fcssen den Weg in Richtung Elektrogesellschaft klar und z\u00fcgig weitergehen und sich nur entscheiden, wo die notwendigen Technologien daf\u00fcr herkommen: Fertigen wir sie selbst, mit anderen oder kaufen wir alles in China ein?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Den Weg muss man weitergehen. Die Weltwirtschaft wartet nicht auf L\u00e4nder, die einen anderen einschlagen oder z\u00f6gern. Der richtige Weg ist aber weder Autarkie noch komplette Offenheit, sondern kontrollierte Offenheit.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Kontrollierte Offenheit?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das meint die schnelle Nutzung g\u00fcnstiger Technologien \u00fcberall dort, wo die Risiken beherrschbar sind. Das betrifft Solarpanels, Batterien oder auch W\u00e4rmepumpen. Die kann man relativ einfach austauschen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Bei Telekommunikationstechnologien bleibt man dagegen vorsichtig?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Genau. Wechselrichter, Smart Meter, Leittechnik und digitale Netzsteuerungssysteme sind nah an der Systemkontrolle dran. Damit kann man Strom nicht nur messen, sondern Energielieferungen und Energieservices auch steuern. Wenn diese Technologien kompromittiert werden oder der Hersteller keinen Support mehr leistet, kann das die Versorgungssicherheit gef\u00e4hrden. Deshalb muss Europa daf\u00fcr eigene Fertigungs- und Systemkompetenzen aufbauen &#8211; nicht zwingend autark und allein. Das geht mit verl\u00e4sslichen Partnern und Produktionshubs au\u00dferhalb der eigenen Grenzen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit Maria Pastukhova sprachen <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Clara-Pfeffer-article22772720.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Clara Pfeffer<\/a> und <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christian-Herrmann-article21584372.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Christian Herrmann<\/a>. Das Gespr\u00e4ch wurde zur besseren Verst\u00e4ndlichkeit gek\u00fcrzt und gegl\u00e4ttet. Das komplette Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Sie sich im Podcast &#8222;<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/das-klima-labor-von-ntv-s6g6gj4v6jnnz\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Das Klima-Labor von ntv&#8220; <\/a>anh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue M\u00e4chte der EnergiewendeDeutschland z\u00f6gert, Vietnam und Thailand ziehen vorbei14.06.2026, 08:59 Uhr Interview: Christian Herrmann und Clara Pfeffer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1093432,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[134],"tags":[26334,175,227,170,169,29,1728,1519,1520,9700,30,10883,30354,171,174,2043,23,173,172,10649,55],"class_list":["post-1093431","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-batteriezellen","tag-business","tag-china","tag-companies","tag-companies-markets","tag-deutschland","tag-elektroautos","tag-elektromobilitaet","tag-energiewende","tag-erneuerbare-energien","tag-germany","tag-indonesien","tag-industriepolitik","tag-markets","tag-maerkte","tag-podcast","tag-thailand","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-vietnam","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116747727864128317","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1093431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1093431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1093431\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1093432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1093431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1093431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1093431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}