{"id":1094304,"date":"2026-06-14T18:05:28","date_gmt":"2026-06-14T18:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1094304\/"},"modified":"2026-06-14T18:05:28","modified_gmt":"2026-06-14T18:05:28","slug":"vw-setzt-auf-die-telekom-t-systems-baut-weltweite-cloud-fuer-volkswagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1094304\/","title":{"rendered":"VW setzt auf die Telekom: T-Systems baut weltweite Cloud f\u00fcr Volkswagen"},"content":{"rendered":"<p>Volkswagen geht bei seiner digitalen Transformation neue Wege und setzt bei der IT-Infrastruktur auf europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t. In einem gro\u00dfen, finanziell nicht bezifferten Deal hat der Wolfsburger Automobilriese die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems damit beauftragt, die sogenannte \u201eGroup Private Cloud 2.0\u201c aufzubauen und weltweit zu betreiben. Diese IT-Infrastruktur soll als Nervensystem f\u00fcr Anwendungen aller Konzernmarken \u2013 von Audi und Porsche bis zu Skoda und der Kernmarke VW \u2013 dienen. Neue IT-Applikationen werden ab sofort direkt in dieser neuen Umgebung laufen. Langfristig ist geplant, einen Gro\u00dfteil der klassischen IT-Landschaft im Eigenbetrieb in diese Cloud-Umgebung zu migrieren.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das Ziel hinter diesem Schritt <a href=\"https:\/\/www.telekom.com\/de\/medien\/medieninformationen\/detail\/grossauftrag-volkswagen-group-setzt-auf-t-cloud-1105580\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">gibt VW-IT-Vorstand Hauke Stars so aus<\/a>: Es gehe darum, die digitale Resilienz des Autobauers durch eine Kombination aus Technologiepartnerschaften und eigener Infrastruktur zu st\u00e4rken. Durch mehr Datenverarbeitung in Eigenregie innerhalb des europ\u00e4ischen Rechtsraums will sich Volkswagen wirtschaftlich und technologisch unabh\u00e4ngiger aufstellen.<\/p>\n<p>T-Systems-Chef Ferri Abolhassan hob hervor, dass digitale Souver\u00e4nit\u00e4t nicht teuer sein m\u00fcsse. Die genutzte Produktbasis soll nach Angaben des IT-Dienstleisters nicht nur Unabh\u00e4ngigkeit und hohe Sicherheitsstandards garantieren, sondern preislich sogar viele Public-Cloud-Angebote der gro\u00dfen US-Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud unterbieten. Zudem erhalte VW dadurch direkten Zugang zur KI-Infrastruktur von T-Systems in M\u00fcnchen, um industrielle KI-Anwendungen voranzutreiben.<\/p>\n<p>Fokus auf Datensicherheit und europ\u00e4isches Recht<\/p>\n<p>Aus technologischer und strategischer Sicht bietet das Vorhaben durchaus Vorteile f\u00fcr den Autokonzern. Eine private Cloud verbindet die Flexibilit\u00e4t, Skalierbarkeit und Automatisierung moderner Rechnerwolken mit der Kontrolle \u00fcber die zugrunde liegende Infrastruktur. Da gesch\u00e4ftskritische Anwendungen und sensible Fahrzeug- sowie Kundendaten in einer dedizierten, geschlossenen Umgebung verarbeitet werden, lassen sich europ\u00e4ische Vorgaben wie die Datenschutz-Grundverordnung (<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/DSGVO\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">DSGVO<\/a>) und regulatorische Anforderungen besser umsetzen als in einer geteilten Public-Cloud-Infrastruktur. Auch der Schutz vor Cyberangriffen und Wirtschaftsspionage l\u00e4sst sich in einer exklusiven Umgebung theoretisch besser bewerkstelligen.<\/p>\n<p>Der Systemwechsel wirft aber auch Fragen auf. Zwar betonen beide Konzerne die neu gewonnene Unabh\u00e4ngigkeit. Doch in der Realit\u00e4t tauscht Volkswagen ein St\u00fcck weit nur eine Abh\u00e4ngigkeit gegen eine andere. Statt eines \u201eVendor Lock-ins\u201c bei au\u00dfereurop\u00e4ischen Cloud-Riesen begibt sich VW in eine langfristige Interdependenz von T-Systems als alleinigem Betreiber dieser gesch\u00e4ftskritischen Infrastruktur. Ein Scheitern oder Verz\u00f6gern des Projekts k\u00f6nnte die Digitalstrategie des Autobauers l\u00e4hmen, der ohnehin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cariad-VW-Tochter-stellt-eigene-Software-Entwicklung-weitgehend-ein-10711997.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit Jahren mit Softwareproblemen in der Fahrzeugentwicklung k\u00e4mpft<\/a>.<\/p>\n<p>Preis- und Innovationsfrage<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Zudem muss sich das Versprechen von T-Systems, die Preise der Hyperscaler zu schlagen, erst noch erf\u00fcllen. Die US-Giganten verf\u00fcgen \u00fcber enorme Skaleneffekte und weltweite Rechenzentrumskapazit\u00e4ten, die ein europ\u00e4ischer Dienstleister kaum im selben Ma\u00dfe bieten kann. Private-Cloud-Infrastrukturen neigen bei weltweitem Betrieb im Vergleich zu Public Clouds oft zu h\u00f6heren Wartungs- und Update-Kosten.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt bleibt die Herausforderung der Migration: Die \u00dcberf\u00fchrung tausender historisch gewachsener Altsysteme aller Konzernmarken in die neue Cloud ist ein IT-Projekt am offenen Herzen, das erfahrungsgem\u00e4\u00df gro\u00dfe Ressourcen verschlingt und fehleranf\u00e4llig ist.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nie@heise.de\" title=\"Nico Ernst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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