{"id":1095546,"date":"2026-06-15T07:11:16","date_gmt":"2026-06-15T07:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1095546\/"},"modified":"2026-06-15T07:11:16","modified_gmt":"2026-06-15T07:11:16","slug":"barkhausen-will-chipdesignzentrum-in-dresden-ansiedeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1095546\/","title":{"rendered":"Barkhausen will Chipdesignzentrum in Dresden ansiedeln"},"content":{"rendered":"<p>\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Masur25-Chip-wird-in-den-Sockel-eines-Evaluationsboardes-eingesetzt_Copyright-Rafael-Vinz_Barkhausen.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197836\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Masur25-Chip-wird-in-den-Sockel-eines-Evaluationsboardes-eingesetzt_Copyright-Rafael-Vinz_Barkhausen.webp\" alt=\"Ein Barkhausen-Mitarbeiter setzt einen Masur25-Chip in eine Test-Platine ein. Foto: Rafael Vinz f\u00fcr das Barkhausen-Institut\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Ein Barkhausen-Mitarbeiter setzt einen Masur25-Chip in eine Test-Platine ein. Foto: Rafael Vinz f\u00fcr das Barkhausen-Institut<br \/>\nInstitut beantragt Millionenf\u00f6rderung bei B\u00e4r<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 15.06.26. Barkhausen-Ingenieure haben \u2013 <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/08\/03\/dresden-und-muenchen-planen-gemeinsames-chipdesign-zentrum\/194871\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie zuvor schon avisiert<\/a> \u2013 bei Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) Geld f\u00fcr ein Chipdesign-Zentrum in Dresden beantragt. Der \u201eHub ChipDE-Digital\u201c in Sachsen soll eine von f\u00fcnf Au\u00dfenstellen des geplanten \u201enationalen Kompetenzzentrums Chipdesign\u201c (ChipDE) sein. Das hat das <a href=\"https:\/\/www.barkhauseninstitut.org\/pressemitteilung-designed-in-saxony-barkhausen-institut-reicht-antrag-fuer-nationales-kompetenzzentrum-chipdesign-ein\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Barkhausen-Institut Dresden heute mitgeteilt<\/a>.<\/p>\n<p>Bund will 40 Millionen f\u00fcr 5+1 Standorte und drei Jahre herausr\u00fccken<\/p>\n<p>Wenn das Bundesforschungsministerium den Antrag bewilligt, k\u00f6nnten die Chipdesigner Anfang 2027 loslegen. Insgesamt will der Bund daf\u00fcr 40 Millionen Euro f\u00fcr drei Jahre herausr\u00fccken. Da eine Koordinierungsstelle und f\u00fcnf regionale Au\u00dfenstellen geplant sind, w\u00fcrde dies f\u00fcr Dresden \u2013 im Falle eines Zuschlages \u2013 rechnerisch sechs bis sieben Millionen Euro ausmachen.<\/p>\n<blockquote><p>\n<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/260130-Barkhausen-Institut-Creator-Rene-Gaens-025106-R5C19327.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197331\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/260130-Barkhausen-Institut-Creator-Rene-Gaens-025106-R5C19327.webp\" alt=\"Prof. Gerhard Fettweis. Foto: Ren\u00e9 Gaens f\u00fcr das Barkhausen-Institut\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Prof. Gerhard Fettweis. Foto: Ren\u00e9 Gaens f\u00fcr das Barkhausen-Institut<\/p>\n<p><strong>\u201eMit dem konsequenten Aufbau von Kompetenzen im Chipdesign kann Sachsen seine starke Marktposition \u2026 \u00fcber die Chipproduktion hinaus erweitern.\u201c<br \/><\/strong>Prof. Gerhard Fettweis<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u201eHier ergibt sich eine besondere Chance f\u00fcr Sachsen\u201c, meint Instituts-Gr\u00fcnder Prof. Gerhard Fettweis. \u201eMit Silicon Saxony z\u00e4hlt der Freistaat schon heute zu einem der f\u00fchrenden Mikroelektronikstandorte Europas. Mit dem konsequenten Aufbau von Kompetenzen im Chipdesign kann Sachsen seine starke Marktposition langfristig festigen und \u00fcber die Chipproduktion hinaus erweitern.\u201c<\/p>\n<p>Europa will viele L\u00fccken in der langen Kette vom Sand \u00fcber den Chip bis zum Elektronik-Endprodukt schlie\u00dfen<\/p>\n<p>Hintergrund: Europa und Deutschland haben durchaus starke, spezialisierte Mikroelektronik-Unternehmen, aber auch deutliche L\u00fccken in der Halbleiter-Wertsch\u00f6pfungskette. So hat sich zwar seit den 1960er Jahren im Gro\u00dfraum Dresden ein Chipproduktions-Standort entwickelt, der inzwischen europaweit f\u00fchrend ist. Den Europ\u00e4ern fehlt es aber an Fabriken f\u00fcr Schaltkreise der neuesten Strukturgenerationen, an gro\u00dfen Chipdesign-Schmieden und Endmontagefabriken. Und seit dem Ende der DDR und dem Aus f\u00fcr das Computerkombinat Robotron gibt es auch im \u201eSilicon Saxony\u201c nur noch wenige Endkunden f\u00fcr die in Sachsen hergestellten Chips.<\/p>\n<p>Chipdesign-Zentrum geht auf noch junge Bundes-Mikroelektronikstrategie zur\u00fcck<\/p>\n<p>Diese L\u00fccken wollen sowohl der Freistaat Sachsen, wie auch Bund und EU auf unterschiedlichen Wegen schlie\u00dfen. Dazu geh\u00f6ren das neue EU-Chipgesetz aus Br\u00fcssel, die s\u00e4chsische Ansiedlungsstrategie, aber eben auch die <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/10\/15\/deutschland-richtet-seine-mikroelektronik-strategie-neu-aus\/195466\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">noch junge Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung<\/a>. Die sieht <a href=\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2026\/05\/200526-HTAD.html?templateQueryString=Chipdesign\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">laut Bundesforschungsministerium <\/a>unter anderem den \u201eAusbau der Chipdesignf\u00e4higkeiten in Deutschland\u201c durch das \u201eKompetenzzentrum Chipdesign\u201c, aber auch neue Chipfabriken und Pilotlinien vor.<\/p>\n<p>Deutsche Politiker setzen weiter auf kleinteilige, verteilte Strukturen<\/p>\n<p>Wie in Deutschland \u00fcblich, richtet der Bund aber nicht ein schlagkr\u00e4ftiges Zentrum an einem Ort ein, sondern verteilt die Gelder auf mehrere Standorte, um finanzielle und regionalpolitische Begehrlichkeiten der verschiedenen Bundesl\u00e4nder zu stillen. \u00c4hnlich ging es bereits bei der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) zu, die \u2013 anders als es der Name suggeriert \u2013 auf zahlreiche, teils auch recht kleine Standorte in der ganzen Bundesrepublik verteilt ist, die sporadisch zusammenarbeiten. Von daher ist auch in den n\u00e4chsten Jahren nicht absehbar, dass in Deutschland ein \u00e4hnlich hochkar\u00e4tiges Mikroelektronik-Forschungszentrum wie das Imec in Flandern entsteht.<\/p>\n<p>Projekt soll Europas Abh\u00e4ngigkeit mindern<\/p>\n<p>Dennoch w\u00e4ren L\u00fcckenschl\u00fcsse beim Chipdesign zweifellos ein gro\u00dfer Fortschritt f\u00fcr die deutsche Mikroelektronikindustrie und -entwicklung. Das neue, dezentrale Zentrum werde \u201edie technologische Souver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands im Bereich der Mikroelektronik st\u00e4rken\u201c, sind die Dresdner \u00fcberzeugt. Zugleich k\u00f6nne es die \u201eAbh\u00e4ngigkeit von externen Entwicklungen und Lieferketten verringern\u201c. Sachsen bringe daf\u00fcr \u201ebesonders gute Voraussetzungen mit\u201c, argumentieren die Dresdner. \u201eMit der Gr\u00fcndung des Barkhausen Instituts hat Sachsen bereits 2018 die Weichen f\u00fcr genau diese Entwicklungen gestellt, die Europa heute vorantreibt. Das Institut forscht an vertrauensw\u00fcrdigen Chip- und Systemarchitekturen und entwickelt neuartige Konzepte f\u00fcr ein schnelles und kosteng\u00fcnstiges Chipdesign. Dies wird besonders in f\u00fcr Sachsen bedeutsamen Zukunftsfeldern wie Medizintechnik und Verteidigung immer wichtiger.\u201c Und: Regionale Chipdesign-F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten jungen Unternehmen helfen, Ideen f\u00fcr neue Technologieprodukte rascher zu realisieren. Dies k\u00f6nnte f\u00fcr einen Nachfrageschub sorgen, der wiederum modernere Chipfabriken in Europa auslasten k\u00f6nnte \u2013 an dieser Nachfrage-Stellschraube will auch die EU mit ihrem Chipgesetz 2.0 gerade drehen.<\/p>\n<p>Je eine Chipdesign-Au\u00dfenstelle f\u00fcr Digitalchips, Mixed-signal, KI, Funk und Chiplets<\/p>\n<p>Wenn die f\u00fcnf regionalen Teile des neuen nationalen Chipdesignzentrums benannt und dotiert sind, soll das \u201eChipDE\u201c ab dem 1. Januar 2027 Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen beim Chipdesign unterst\u00fctzen. \u201eDurch den Zugang zu modernen Entwicklungswerkzeugen, europ\u00e4ischen Designplattformen und Expertenwissen sollen die Kosten und Einstiegsh\u00fcrden f\u00fcr neue Chip\u2011Entw\u00fcrfe erheblich gesenkt werden\u201c, hei\u00dft es aus dem Barkhausen-Institut. Neben den Dresdnern d\u00fcrften auch die M\u00fcnchner gute Chancen auf einen Zuschlag haben: In Bayern sitzen Infineon und weitere Elektronikunternehmen sowie Halbleiter-Abnehmer aus der Autoindustrie. Die f\u00fcnf Teilzentren sollen Themen wie digitale Schaltkreisen, Mixed-signal-Chips, aber auch Funk- und KI-Elektronik und Chiplets bearbeiten. Au\u00dferdem ist eine Koordinierungsstelle geplant, die zus\u00e4tzlich die Querschnittsaufgaben quelloffene Technologien (Open-Source) und Technologiezugang beackert.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: Barnkhausen-Institut Dresden, Oiger-Archiv, BMFTR<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Barkhausen-Mitarbeiter setzt einen Masur25-Chip in eine Test-Platine ein. 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