{"id":1095765,"date":"2026-06-15T09:18:16","date_gmt":"2026-06-15T09:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1095765\/"},"modified":"2026-06-15T09:18:16","modified_gmt":"2026-06-15T09:18:16","slug":"droht-den-taxis-in-halle-der-kahlschlag-durch-uber-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1095765\/","title":{"rendered":"Droht den Taxis in Halle der Kahlschlag durch Uber &#038; Co.?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Firefly_Die-Autiokennzeichen-muessen-wir-verwischen-125101.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t<img alt=\"Droht den Taxis in Halle der Kahlschlag durch Uber &amp; Co.?\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Firefly_Die-Autiokennzeichen-muessen-wir-verwischen-125101-1440x564_c.jpg\" decoding=\"async\" class=\"lazyload\" data-eio-rwidth=\"1440\" data-eio-rheight=\"564\"\/>\t\t<\/a><\/p>\n<p>\n\t\t\tFoto: Symbolbild \/ KI-generiert mit Adobe Firefly\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\tvon <a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/author\/kn\/\" title=\"Beitr\u00e4ge von Keven Nau\" rel=\"author nofollow noopener\" target=\"_blank\">Keven Nau<\/a>\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.hallelife.de\/2026\/06\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">15. Juni 2026<\/a>&#13;<\/p>\n<p class=\"caps\">Am Taxistand vor dem Hauptbahnhof warten Kombis und Limousinen auf Fahrg\u00e4ste. Wer eine Fahrt ben\u00f6tigt, steigt direkt ein, bestellt telefonisch ein Taxi oder winkt ein freies Fahrzeug heran. Gleichzeitig ver\u00e4ndern digitale Vermittlungsdienste den Markt. Fahrten werden per App gebucht, der Preis steht bereits vor Fahrtbeginn fest, bezahlt wird kontaktlos.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Nach Angaben der Stadtverwaltung Halle (Saale) sind derzeit 83 Fahrzeuge mit Mietwagengenehmigung zugelassen. Die Taxi- und Mietwagengenossenschaft Halle berichtet bislang von keinen sp\u00fcrbaren wirtschaftlichen Auswirkungen, verfolgt die Entwicklung jedoch aufmerksam.<\/p>\n<p>Drago Bock, Pressesprecher der Stadt Halle (Saale), teilt auf Anfrage mit: \u201eKonkrete Genehmigungsantr\u00e4ge mit unmittelbarem Bezug zu Uber wurden bei der Stadt Halle (Saale) bislang nicht eingereicht.\u201c In der Branche, in der Politik und unter Fahrg\u00e4sten, die entsprechende Angebote aus anderen St\u00e4dten kennen, ist die Plattform dennoch l\u00e4ngst Thema.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Taxigewerbe im Wartestand<\/p>\n<p>Konkurrenz ist wichtig. Wir sehen die Entwicklung aber kritisch, weil m\u00f6glicherweise ein unfairer Wettbewerb entstehen k\u00f6nnte\u201c, sagt Winfried Bahr, Vorsitzender der Taxi- und Mietwagengenossenschaft Halle.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Lage der Unternehmen derzeit stabil. Allerdings unterscheiden sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen deutlich. Taxis unterliegen Tarif- und Betriebspflichten. Sie m\u00fcssen auch nachts, an Feiertagen und auf weniger rentablen Strecken verf\u00fcgbar sein. Mietwagenunternehmen k\u00f6nnen ihre Eins\u00e4tze flexibler planen und sich auf besonders rentable Fahrten konzentrieren.<\/p>\n<p>In Halle werden Mietwagenfahrten bereits teilweise g\u00fcnstiger angeboten als Taxifahrten. Deshalb entscheiden sich einige Fahrg\u00e4ste f\u00fcr das preiswertere Angebot. \u201eBislang sp\u00fcren wir dadurch aber keine gr\u00f6\u00dferen finanziellen Einbu\u00dfen\u201c, sagt Bahr. \u201eDie Auswirkungen lassen sich derzeit nicht beziffern. Es h\u00e4ngt davon ab, wie lange die Unternehmen hier aktiv sind und wie sich der Markt entwickelt.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Politik zwischen gef\u00fchlter Realit\u00e4t und neuen Regeln<\/p>\n<p>\u201eUber gewinnt auch in Sachsen-Anhalt mindestens in Magdeburg und Halle an Bedeutung. Das ist aber eine gef\u00fchlte Realit\u00e4t. Zahlen gibt es dazu nicht\u201c, sagt Falko Grube, Parlamentarischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag.<\/p>\n<p>Mit der Reform des Personenbef\u00f6rderungsrechts im Jahr 2021 erhielten Kommunen zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten, den Mietwagenverkehr zu steuern. Sie k\u00f6nnen Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen und weitere Vorgaben f\u00fcr Anbieter erlassen. Damit soll verhindert werden, dass Fahrpreise entstehen, die das Taxigewerbe wirtschaftlich benachteiligen. Grube sagt: \u201eGrunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen wir nicht in die Situation kommen, dass Uber die Taxis verdr\u00e4ngt. Dazu sind sie als Teil des \u00f6ffentlichen Personenverkehrs zu wichtig.\u201c<\/p>\n<p>Sollten Plattformanbieter ihren Marktanteil deutlich ausbauen, m\u00fcsste die Frage nach fairen Wettbewerbsbedingungen neu bewertet werden. Welche Ma\u00dfnahmen dann erforderlich w\u00e4ren, h\u00e4nge von der Entwicklung vor Ort ab.<\/p>\n<p>Das Ministerium f\u00fcr Infrastruktur und Digitales sieht Plattformanbieter als Erg\u00e4nzung bestehender Mobilit\u00e4tsangebote. Infrastrukturministerin Dr. Lydia H\u00fcskens (FDP) sagt: \u201eWir wollen die Mobilit\u00e4tsangebote f\u00fcr unsere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sinnvoll erweitern und noch besser miteinander verkn\u00fcpfen. Plattformanbieter k\u00f6nnen dabei durchaus eine gute Erg\u00e4nzung zum \u00f6ffentlichen Personennahverkehr sein, beispielsweise auf der ersten und letzten Meile, in Randlagen oder zu Zeiten mit geringer Angebotsdichte.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig verweist die Ministerin auf die Bedeutung des Taxi- und Mietwagengewerbes, insbesondere au\u00dferhalb gr\u00f6\u00dferer St\u00e4dte. Zus\u00e4tzlichen Regelungsbedarf sieht das Ministerium derzeit nicht. Stattdessen setzt es auf die bestehenden gesetzlichen M\u00f6glichkeiten und beh\u00f6rdliche Kontrollen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Leipziger Pr\u00e4zedenzfall<\/p>\n<p>Besonders aufmerksam verfolgt die Branche die Entwicklung in Leipzig. Die Stadt f\u00fchrte als erste deutsche Gro\u00dfstadt Mindestbef\u00f6rderungsentgelte f\u00fcr Mietwagen ein. Nach einer gerichtlichen Entscheidung wurde die Regelung jedoch wieder aufgehoben.<\/p>\n<p>Mit den Vorgaben sollte verhindert werden, dass Plattformfahrten deutlich g\u00fcnstiger angeboten werden als Taxifahrten. Das Verwaltungsgericht Leipzig best\u00e4tigte grunds\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit kommunaler Mindestbef\u00f6rderungsentgelte zum Schutz \u00f6ffentlicher Verkehrsinteressen. Die konkrete Regelung bewertete das Gericht jedoch als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Die festgelegten Entgelte lagen teilweise \u00fcber den Taxitarifen und schr\u00e4nkten die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit von Mietwagenunternehmen nach Auffassung des Gerichts zu stark ein.<\/p>\n<p>Der Fall verdeutlicht die rechtlichen Grenzen kommunaler Eingriffe in den Markt. Zugleich zeigt er, dass entsprechende Regelungen einer gerichtlichen \u00dcberpr\u00fcfung standhalten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Warum Fahrg\u00e4ste auf die App setzen<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Nutzer steht der Komfort im Vordergrund. Fahrten lassen sich in wenigen Sekunden buchen, der Preis ist vorab bekannt und die Bezahlung erfolgt digital.<\/p>\n<p>Eine von Civey im Auftrag der Mobilit\u00e4tsplattform Uber durchgef\u00fchrte Befragung aus dem Jahr 2025 nennt Preistransparenz, flexible Tarife und die einfache Buchung per App als wichtigste Gr\u00fcnde f\u00fcr die Nutzung. Besonders h\u00e4ufig werden solche Angebote am sp\u00e4ten Abend oder auf Strecken genutzt, die mit Bus und Bahn nur eingeschr\u00e4nkt erreichbar sind.<\/p>\n<p>Viele Nutzer sch\u00e4tzen au\u00dferdem, Fahrerprofil und Kennzeichen bereits vor Fahrtbeginn einsehen zu k\u00f6nnen und den Fahrtverlauf in Echtzeit zu verfolgen. Klassische Taxiunternehmen reagieren darauf mit eigenen Apps und digitalen Buchungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Kritiker verweisen auf unterschiedliche Kostenstrukturen und den wirtschaftlichen Druck auf Fahrerinnen und Fahrer. Niedrige Fahrpreise seien h\u00e4ufig nur m\u00f6glich, wenn Besch\u00e4ftigte lange Arbeitszeiten leisten und einen erheblichen Teil der laufenden Kosten selbst tragen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Zoll: Hinter dem Lenkrad beginnen die Probleme<\/p>\n<p>Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls \u00fcberpr\u00fcft regelm\u00e4\u00dfig Unternehmen im Personenbef\u00f6rderungsgewerbe. \u201eH\u00e4ufig werden Unterschreitungen des Mindestlohns festgestellt\u201c, sagt Andr\u00e9 Schneevoigt vom Hauptzollamt Magdeburg. \u201eBeispielsweise werden Wartezeiten nicht als Arbeitszeit verg\u00fctet. Zur Umgehung der Gew\u00e4hrung des gesetzlichen Mindestlohnes wurde durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ferner die Manipulation der vorgeschriebenen Arbeitszeitaufzeichnungen festgestellt.\u201c Hinzu kommen nicht abgef\u00fchrte Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge, Verst\u00f6\u00dfe gegen Meldepflichten sowie F\u00e4lle illegaler Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Die Kontrollen betreffen Taxiunternehmen ebenso wie Mietwagenbetriebe, deren Fahrten \u00fcber Plattformen vermittelt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Unternehmensstrukturen mit mehreren Subunternehmern, bei denen Verantwortlichkeiten f\u00fcr L\u00f6hne und Sozialabgaben oft nur schwer nachvollziehbar sind.<\/p>\n<p>Eine gesonderte Statistik f\u00fcr plattformvermittelte Fahrdienste gibt es in Sachsen-Anhalt nicht. Die festgestellten Verst\u00f6\u00dfe lassen sich daher keinem einzelnen Gesch\u00e4ftsmodell zuordnen, sondern verteilen sich auf verschiedene Bereiche des Personenbef\u00f6rderungsgewerbes. Nach Angaben des Zolls gelten f\u00fcr alle Anbieter dieselben gesetzlichen Vorgaben \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Fahrten per App, telefonisch oder \u00fcber eine Funkzentrale vermittelt werden.<\/p>\n<p>Der bef\u00fcrchtete Verdr\u00e4ngungswettbewerb ist in Halle bislang ausgeblieben. Weder die Stadt noch die Branche berichten derzeit von sp\u00fcrbaren wirtschaftlichen Auswirkungen. Wie sich der Markt entwickelt, d\u00fcrfte auch davon abh\u00e4ngen, welche Angebote Fahrg\u00e4ste k\u00fcnftig bevorzugen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Symbolbild \/ KI-generiert mit Adobe Firefly &#13; &#13; von Keven Nau &#13; 15. 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