{"id":1097733,"date":"2026-06-16T04:58:21","date_gmt":"2026-06-16T04:58:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1097733\/"},"modified":"2026-06-16T04:58:21","modified_gmt":"2026-06-16T04:58:21","slug":"tapinoma-magnum-in-stuttgart-invasive-ameisen-bei-bauhaus-entdeckt-stadt-rechnet-mit-ausbreitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1097733\/","title":{"rendered":"Tapinoma magnum in Stuttgart: Invasive Ameisen bei Bauhaus entdeckt \u2013 Stadt rechnet mit Ausbreitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Gro\u00dfe Dr\u00fcsenameise bildet Kolonien mit Millionen Tieren. Nun wurde sie auch bei Bauhaus in Stuttgart entdeckt. Die Stadt warnt: Die Ausbreitung sei nur noch eine Frage der Zeit.<\/p>\n<p>\u201eBauhaus ist \u00fcber das Vorkommen der Dr\u00fcsenameise (Tapinoma magnum) im Umfeld des Bauhaus-Fachcentrums Stuttgart-Untert\u00fcrkheim informiert\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Unternehmens. Nach gegenw\u00e4rtigem Kenntnisstand handele es sich um einen lokal begrenzten Befall, der sich prim\u00e4r auf den Parkplatz und den Gr\u00fcnstreifen eingrenze. \u201eDie Niederlassung selbst und vor allem der Stadtgarten sowie die dortige Verkaufs- und Pflanzware sind vom Befall, soweit uns bekannt ist, nicht betroffen\u201c, so das Unternehmen.<\/p>\n<p>Drei Ameisenv\u00f6lker auf dem Parkplatz <\/p>\n<p>Laut der Einsch\u00e4tzung eines Experten handele es sich um bis zu drei V\u00f6lker an Ameisen, die sich im Umfeld des Parkplatzes aufhalten. Zwei V\u00f6lker davon seien als heimisch und unter Schutz gestellt eingestuft, was die Bek\u00e4mpfung erschwere. Bauhaus stehe im Austausch mit Fachleuten und setze auf eine fachgerechte Bek\u00e4mpfung sowie ein Monitoring der betroffenen Bereiche.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.7590abc4-2847-4f71-bfb9-eb3424125ee4.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Ameisen sind komplett schwarz gef\u00e4rbt, zwischen zwei und f\u00fcnf Millimeter gro\u00df und treten in vielen verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen gemeinsam auf.    Foto: dpa    <\/p>\n<p>Das Unternehmen weist darauf hin, dass das Einschleppen von invasiven Ameisen \u00fcber Pflanzen oder Erde nur ein m\u00f6glicher Eintragsweg unter vielen sei. Auch Urlaubsreisen oder Handelsstr\u00f6me aus S\u00fcdeuropa, etwa Obst- und Gem\u00fcselieferungen, k\u00e4men in Betracht. Gleichwohl nehme man die Situation zum Anlass, die Vorg\u00e4nge vor Ort und im Bedarfsfall auch bundesweit nochmals kritisch zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Stadt: \u201eNur eine Frage der Zeit\u201c <\/p>\n<p>Der Stadt Stuttgart war der konkrete Fall in Untert\u00fcrkheim nicht bekannt. Das Amt f\u00fcr Umweltschutz best\u00e4tigt jedoch: \u201eDie Ameisenart Tapinoma magnum, die gro\u00dfe sogenannte Superkolonien bilden kann, wandert zu oder wird mit Pflanzmaterial aus anderen L\u00e4ndern im Bodenmaterial zu uns gebracht.\u201c<\/p>\n<p>Auf Stuttgarter Gemarkung sei bislang erst ein Tapinoma-magnum-Befall gemeldet worden, sagt ein Stadtsprecher. Ende Mai ging bei der Stadtspitze der Hinweis aus der B\u00fcrgerschaft ein \u2013 eine Privatperson meldete per E-Mail einen st\u00e4rkeren Befall. \u201eIn der Umgebung von Stuttgart wurden Best\u00e4nde bereits nachgewiesen. Also ist es nur eine Frage der Zeit.\u201c<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.e0b27de8-911f-4fa1-8daa-32ef082af54f.original1024.media.jpeg\"\/>     Ein Mitarbeiter der Stadt   <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kehl\" title=\"Kehl\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kehl<\/a> spritzt hei\u00dfes   <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wasser\" title=\"Wasser\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasser<\/a> in die Eing\u00e4nge eines riesigen Ameisenbaus, der sich unter einem Spielplatz erstreckt.    Foto: dpa    <\/p>\n<p>Rechtlich sind den Beh\u00f6rden die H\u00e4nde gebunden. Das Amt f\u00fcr \u00f6ffentliche Ordnung erkl\u00e4rt: \u201eF\u00fcr eine Zust\u00e4ndigkeit nach dem Polizeigesetz fehlt es \u2013 mal abgesehen von Extremf\u00e4llen wie wegen Befalls kurzgeschlossenen Elektroverteilerk\u00e4sten oder unterh\u00f6hlten Wegen \u2013 an der polizeirechtlich relevanten Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit und Ordnung.\u201c<\/p>\n<p>Die Ameisen seien vielleicht l\u00e4stig, vor allem durch massenhaftes Auftreten, verhinderten aber kaum die Nutzung des Grundst\u00fccks. Auch das Infektionsschutzgesetz greife nicht, da die Ameisen keine Krankheiten \u00fcbertragen.<\/p>\n<p> Region <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Esslingen\" title=\"Esslingen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Esslingen<\/a> von Ameisen stark betroffen <\/p>\n<p>Die Dr\u00fcsenameise ist in der Region l\u00e4ngst keine Unbekannte mehr. In Esslingen und der umgebenden Region des mittleren Neckartals gibt es geh\u00e4ufte F\u00e4lle. Die Art breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in S\u00fcddeutschland aus. In Kehl kam es bereits zu Stromausf\u00e4llen, weil die Ameisen ihre Nester auf elektrische Anlagen ausbreiteten. In Karlsruhe legte ein Ameisenbefall im April eine Ampelanlage an vier Tagen lahm \u2013 es kam zu zwei Unf\u00e4llen mit mehreren Leichtverletzten.<\/p>\n<p>Besonders dramatisch ist die Situation in Esslingen-Sirnau. Die Insekten haben dort vermutlich unbemerkt \u00fcber mehrere Jahre eine 700 Meter lange Superkolonie mit Abermillionen von Tieren entlang der L\u00e4rmschutzwand der B10 gebaut.<\/p>\n<p> Superkolonien mit Millionen Tieren <\/p>\n<p>Diese Superkolonien bestehen aus zahlreichen Brutzentren mit jeweils mehreren K\u00f6niginnen und Tausenden Arbeiterinnen. So bildet sich \u00fcber die Jahre ein weitverzweigtes Netzwerk von Nestern, das aus Hunderttausenden bis Millionen von Arbeiterinnen und Tausenden K\u00f6niginnen besteht. Dadurch hat die Art das Potenzial, sich rasant fl\u00e4chig auszubreiten und l\u00e4sst sich nur sehr schwer bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.e5ae71b1-fd64-4230-b642-d91b11ad0baa.original1024.media.jpeg\"\/>     Tapinoma magnum breitet sich rasant aus.    Foto: Simon Granville    <\/p>\n<p>Eine sichere Bestimmung der Art ist f\u00fcr Laien schwierig, da es in Deutschland mehr als 120 Ameisenarten gibt. Hinweise k\u00f6nnen jedoch das Verhalten und die Gr\u00f6\u00dfe sein: Die Ameisen sind komplett schwarz gef\u00e4rbt, zwischen zwei und f\u00fcnf Millimeter gro\u00df und treten in vielen verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen gemeinsam auf. Bei St\u00f6rung str\u00f6men sie sehr schnell und zahlreich aus dem Boden. Zudem verstr\u00f6men sie bei Reizung einen intensiven Geruch, der oft mit ranziger Butter oder chemischen L\u00f6sungsmitteln verglichen wird.<\/p>\n<p> Was k\u00f6nnen B\u00fcrger bei Ameisenbefall tun? <\/p>\n<p>Das Naturkundemuseum r\u00e4t bei Verdacht zur Meldung. Vom Privateinsatz von Insektiziden wird abgeraten, da es meist nicht gelinge, ganze Kolonien dauerhaft zu beseitigen. Zudem k\u00f6nnen unsachgem\u00e4\u00df ausgebrachte Insektizide die Umwelt stark belasten.<\/p>\n<p>Empfohlen wird, die Gemeinde zu informieren, denn ein schnelles, koordiniertes Vorgehen im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab auf \u00f6ffentlichen und privaten Grundst\u00fccken sei entscheidend. In Kehl wird in diesem Jahr bereits fr\u00fchzeitig mit dem Einsatz von hei\u00dfem Wasser begonnen. In Z\u00fcrich konnte durch fr\u00fchzeitiges Erkennen und schnelles Handeln eine neue Kolonie eliminiert werden.<\/p>\n<p>Die Art Tapinoma magnum ist nicht in der EU-Liste f\u00fcr invasive Arten gelistet. Eine Gefahr f\u00fcr Menschen geht laut Stadt Stuttgart nicht von ihr aus. Sie k\u00f6nne aber l\u00e4stig sein und in Einzelf\u00e4llen technische Infrastruktur besch\u00e4digen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gro\u00dfe Dr\u00fcsenameise bildet Kolonien mit Millionen Tieren. Nun wurde sie auch bei Bauhaus in Stuttgart entdeckt. Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1097734,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[10018,1634,16006,47028,3364,29,76179,3439,30,232657,12983,1441,13319,4106],"class_list":["post-1097733","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-ausbreitung","tag-baden-wuerttemberg","tag-bauhaus","tag-befall","tag-de","tag-deutschland","tag-druesenameise","tag-esslingen","tag-germany","tag-jonas-alexander-schoell","tag-kehl","tag-stuttgart","tag-stuttgart-untertuerkheim","tag-wasser"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1097733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1097733"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1097733\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1097734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1097733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1097733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1097733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}