{"id":1098014,"date":"2026-06-16T07:39:28","date_gmt":"2026-06-16T07:39:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1098014\/"},"modified":"2026-06-16T07:39:28","modified_gmt":"2026-06-16T07:39:28","slug":"plaene-zur-rodung-des-capa-waeldchens-will-die-verwaltung-den-stadtrat-einfach-ueberrumpeln-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1098014\/","title":{"rendered":"Pl\u00e4ne zur Rodung des Capa-W\u00e4ldchens: Will die Verwaltung den Stadtrat einfach \u00fcberrumpeln? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Es war von Anfang an ein fauler Kompromiss, den die Stadt da auf den Tisch packte: RB Leipzig wurden vertraglich Trainingsfl\u00e4chen in der N\u00e4he des Sportforums zugesprochen. Das Gel\u00e4nde der Kleinmesse stand daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung. Doch als die Verwaltung die Frage beantworten sollte, wo denn dann die Kleinmesse hin soll, druckste sie herum, versprach, anderswo in der Stadt ein neues Gel\u00e4nde zu suchen.<\/p>\n<p>Aber sie hat keins gefunden. Und so legte das Liegenschaftsamt am 10. Juni einen Vorschlag auf den Tisch, der nicht nur bei den Naturschutzverb\u00e4nden f\u00fcr Entsetzen sorgt: Das kleine W\u00e4ldchen an der Capastra\u00dfe soll gerodet werden.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/c08a88260ac04913b3de7fed094bd220.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/06\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>In Wortlaut der Meldung der Stadt klang das, als h\u00e4tte man sich bei der Suche nach Platz f\u00fcr das zugesagte Kleinmessegel\u00e4nde richtig M\u00fche gegeben: \u201eNach intensiver Suche und Abw\u00e4gung pr\u00e4sentiert die Stadt Leipzig jetzt eine L\u00f6sung f\u00fcr den Erhalt der Kleinmesse am traditionellen Standort, der sowohl die Interessen der Schausteller als auch von RB Leipzig und des Umwelt- und Naturschutzes ber\u00fccksichtigt. Die Planung sieht vor, eine bis zu 57.000 Quadratmeter gro\u00dfe Fl\u00e4che westlich des bestehenden Festplatzes dem Bundesligisten anzubieten, damit dieser dort seine Trainingskapazit\u00e4ten erweitern und den Herren-, Nachwuchs- und den Frauenfu\u00dfball konzentrieren kann.\u201c<\/p>\n<p>Ein <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029064&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">entsprechendes Mandat zum Start eines Verhandlungsverfahrens zwischen der Stadt und RB Leipzig<\/a> wurde durch den Oberb\u00fcrgermeister schon beschlossen und wird dem Stadtrat schon am 1. Juli zur Entscheidung vorgelegt.<\/p>\n<p>Kompensationsfl\u00e4chen \u2013 aber wo?<\/p>\n<p>Durch einen Verkauf der Fl\u00e4che an RB Leipzig werde \u2013 so meinte die Verwaltung \u2013 die jahrelange Suche nach einem geeigneten Ersatzstandort f\u00fcr die Kleinmesse in Leipzig beendet, welche nun am Cottaweg verbleiben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>\u201eDiese Suche war immer wieder an den Anforderungen an eine solche Fl\u00e4che gescheitert: Emissionsschutz, Erreichbarkeit per \u00d6PNV, Parkm\u00f6glichkeiten und den Kosten. Insgesamt waren 27 Standorte untersucht worden. Da sich die jetzt identifizierte Fl\u00e4che im Eigentum der Stadt Leipzig befindet und der Festplatz unber\u00fchrt bleibt, entstehen keine Erwerbs- und Erschlie\u00dfungskosten f\u00fcr eine neue Kleinmessefl\u00e4che\u201c, hie\u00df es in der Pressemitteilung der Stadt.<\/p>\n<p>Und dass man die 5,7 Hektar jungen Waldes einfach roden kann, begr\u00fcndete die Stadt so: \u201eDie ins Auge gefasste Fl\u00e4che war \u00fcber Jahrzehnte als Kleingarten genutzt, wurde aber in den 1990er Jahren aufgegeben und ist seitdem verwaldet. Bei der Entwicklung der Fl\u00e4che sollen m\u00f6glichst viele B\u00e4ume erhalten werden, da das angrenzende Vogelschutzgebiet besonders gesch\u00fctzt ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung zu einem erweiterten Trainingsgel\u00e4nde f\u00fcr RB Leipzig wird die Stadt Kompensationsfl\u00e4chen identifizieren \u2013 unter diesen Vorzeichen ist die Entwicklung des Bundesligisten auf diesem Gebiet wirtschaftlich, \u00f6kologisch und stadtplanerisch die sinnvollste M\u00f6glichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Kompensationsfl\u00e4chen aber hei\u00dft: Irgendwo anders pflanzt man dann wieder ein paar B\u00e4umchen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20260612_RB_Wald_Capastrasse_0009.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-660499 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20260612_RB_Wald_Capastrasse_0009.jpg\" alt=\"Das artenreiche Waldst\u00fcck an der Capastra\u00dfe. Foto: Initiative Stadtnatur\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Das artenreiche Waldst\u00fcck an der Capastra\u00dfe. Foto: Initiative Stadtnatur<\/p>\n<p>Clemens Sch\u00fclke, Beigeordneter f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Digitales, jedenfalls war sich sicher, dass die gefundene L\u00f6sung die richtige ist: \u201eWir haben m\u00f6gliche Alternativstandorte f\u00fcr die Kleinmesse im gesamten Stadtgebiet sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft. Dabei hat sich gezeigt, dass jeder Standort mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Mit diesem Vorschlag schaffen wir einen Ausgleich aller beteiligten Interessen. Das kann eine pragmatische und wirtschaftlich \u00fcberzeugende L\u00f6sung f\u00fcr alle Beteiligten werden. Um die Gespr\u00e4che mit RB Leipzig auf einer belastbaren Grundlage zu f\u00fchren und die beh\u00f6rdlichen Fragen zielgerichtet zu kl\u00e4ren, werben wir im ersten Schritt um den R\u00fcckhalt des Stadtrates.\u201c<\/p>\n<p>Und Heiko Rosenthal, Beigeordneter f\u00fcr Umwelt, Ordnung und Sport, zeigte sich nicht gerade als Verteidiger des so wichtigen St\u00fcckchens Wald an der Capastra\u00dfe: \u201eAuch wenn f\u00fcr diese L\u00f6sung die Rodung eines Geh\u00f6lzbestandes entlang der Capastra\u00dfe notwendig wird, bin ich fest davon \u00fcberzeugt, dass insgesamt damit ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Stadt und den Sport in Leipzig einhergeht. Dass die Kleinmesse am Cottaweg erhalten bleibt, ist ein zus\u00e4tzlicher Pluspunkt.\u201c<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Die Rodung der Waldfl\u00e4che an der Capastra\u00dfe ist nicht verhandelbar!<\/p>\n<p>Die Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen Leipzig kritisiert den Vorschlag der Stadtverwaltung zur Zukunft des Waldes an der Capastra\u00dfe umgehend scharf und lehnt die geplante Rodung der Waldfl\u00e4che entschieden ab.<\/p>\n<p>\u201eDieser Vorschlag ist kein Kompromiss, sondern ein umweltpolitischer Offenbarungseid\u201c, sagt Nicole Schreyer-Krieg, Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tin und umweltpolitische Sprecherin. \u201eEs ist f\u00fcr uns v\u00f6llig inakzeptabel, dass eine funktionierende L\u00f6sung f\u00fcr RB Leipzig und die Kleinmesse nicht konsequent weiterverfolgt wird und stattdessen wertvolle Waldfl\u00e4chen geopfert werden sollen. Der Erhalt dieses Geh\u00f6lzbestandes ist aus \u00f6kologischer Sicht nicht verhandelbar.\u201c<\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025298&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Biotopverbundkonzept der Stadt Leipzig<\/a> wird deutlich: Der betroffene Bereich liegt genau an der Grenze der Unterbrechung der Kernfl\u00e4chenkomplexe des Biotopverbunds zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald. Er erf\u00fcllt damit eine zentrale Funktion f\u00fcr Artenvielfalt und Klimaanpassung in Leipzig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-660497\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Karte-3_Ausschnitt-Kleinmesse-RB.jpg\" alt=\"Der betroffene Bereich liegt genau an der Grenze der Unterbrechung der Kernfl\u00e4chenkomplexe des Biotopverbunds zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald. Karte: Stadt Leipzig \/ Gr\u00fcne\" width=\"2250\" height=\"1324\"  \/>Der betroffene Bereich liegt genau an der Grenze der Unterbrechung der Kernfl\u00e4chenkomplexe des Biotopverbunds zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald. Karte: Stadt Leipzig\/Gr\u00fcne<\/p>\n<p>Das Ziel aus dem INSEK, den Gr\u00fcnverbund am Cottaweg \u2013 an der engsten Stelle zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald \u2013 zu st\u00e4rken, werde mit einer Rodung komplett konterkariert, kritisierten die Gr\u00fcnen. Die Fraktion bezweifelt, dass der dauerhafte Verlust dieses \u00f6kologisch wertvollen Raumes alternativlos ist und dass absolut keine andere Fl\u00e4che f\u00fcr die Kleinmesse m\u00f6glich sein soll.<\/p>\n<p>\u201eWer Klimaschutz und Biodiversit\u00e4t ernst nimmt, darf nicht immer den Weg des geringsten Widerstands gehen und muss Kompromisse eingehen, auch bei den Kosten\u201c, so Nicole Schreyer-Krieg.<\/p>\n<p>Zudem best\u00fcnden erhebliche Zweifel an der Genehmigungsf\u00e4higkeit des Vorhabens aus umweltrechtlicher Sicht. Die N\u00e4he zu gesch\u00fctzten Gebieten und die Bedeutung des Areals f\u00fcr den Naturhaushalt lie\u00dfen aus Sicht der Gr\u00fcnen eine Umsetzung als \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig erscheinen.<\/p>\n<p>Unverantwortliche Schnellsch\u00fcsse<\/p>\n<p>\u201eStatt unverantwortlicher Schnellsch\u00fcsse m\u00fcssen jetzt alle Akteure und ihre Interessen an einen Tisch gebracht und L\u00f6sungsoptionen transparent diskutiert werden\u201c, fordert Tobias Peter, Fraktionsvorsitzender der Gr\u00fcnen. \u201eDas Interesse von RB Leipzig an einer Weiterentwicklung des Trainingsstandortes ist nachvollziehbar und grunds\u00e4tzlich anerkannt. Der jetzige Vorschlag l\u00f6st das Problem jedoch nicht nachhaltig, sondern verschiebt es lediglich und birgt rechtliche und damit planerische Risiken f\u00fcr RB. Wer ernsthaft behauptet, Klimaschutz habe Priorit\u00e4t, kann nicht gleichzeitig bereit sein, gewachsene Waldstrukturen f\u00fcr kurzfristige L\u00f6sungen zu opfern. Das ist widerspr\u00fcchlich und politisch unglaubw\u00fcrdig. Es ist offensichtlich, dass auch Ausgleichsma\u00dfnahmen am Elsterflutbecken den Waldverlust nicht ann\u00e4hernd kompensieren k\u00f6nne.\u201c<\/p>\n<p>Besonders kritisch sehen die B\u00fcndnisgr\u00fcnen, dass der Vorschlag ausgerechnet vom zust\u00e4ndigen Umwelt- und Klimab\u00fcrgermeister mitgetragen wird. \u201eDas zeugt von einem eklatanten Mangel an Verantwortungsbewusstsein gegen\u00fcber Natur- und Klimaschutz\u201c, erkl\u00e4rt Tobias Peter.<\/p>\n<p>\u201eDer sogenannte Kompromiss tr\u00e4gt klar die Handschrift des Oberb\u00fcrgermeisters \u2013 offenbar mit dem Ziel, es allen recht zu machen, jedoch auf Kosten zentraler Umweltbelange und entgegen der kritischen Positionen innerhalb der eigenen Verwaltung.\u201c<\/p>\n<p>Die Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen fordert die Stadtverwaltung auf, die Planungen in dieser Form zu stoppen und stattdessen eine tragf\u00e4hige, langfristige und \u00f6kologisch verantwortbare L\u00f6sung f\u00fcr die Kleinmesse zu entwickeln. \u201eDie bisherige Suche nach Festplatzalternativen erfolgte aus unserer Sicht zu schematisch nach starren Kriterien. Wir fordern die Verwaltung auf, alle Potenziale \u00f6ffentlicher Fl\u00e4chen offenzulegen, m\u00f6gliche Probleme l\u00f6sungsorientiert anzugehen und grunds\u00e4tzlich denkbare L\u00f6sungen wie auf der Alten Messe vertieft zu untersuchen\u201c, so Peter.<\/p>\n<p>Auch der \u00d6kol\u00f6we e.V. stellt sich gegen Waldrodung durch Stadt und RB Leipzig<\/p>\n<p>Auch der Leipziger \u00d6kol\u00f6we e.V. lehnt die geplante Waldrodung f\u00fcr RB Leipzig entschieden ab. \u00dcber den Verkauf des rund 5 Hektar gro\u00dfen Waldst\u00fccks neben der Kleinmesse an den Fu\u00dfballklub soll bereits in der n\u00e4chsten Ratsversammlung am 1. Juli abgestimmt werden.<\/p>\n<p>Das betroffene Waldst\u00fcck liegt mitten im Biotopverbund Leipziger Auwald und nimmt dort eine \u00f6kologisch einzigartige Rolle ein, betont der \u00d6kol\u00f6we. Es ist die letzte schmale Verbindungsstelle zwischen dem n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Auwald. Pflanzen und Tiere sind auf diesen Verbindungskorridor angewiesen, um sich auszubreiten, genetisch auszutauschen und auf den Klimawandel zu reagieren.<\/p>\n<p>\u201eDie Verbindung zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald ist bereits heute gef\u00e4hrdet \u2013 eine Rodung w\u00fcrde sie unwiderruflich kappen, warnt Bo\u017eena Nawka, Umweltpolitische Sprecherin des \u00d6kol\u00f6we e.V. \u201eStatt den Biotopverbund zu schw\u00e4chen, muss er an dieser Stelle dringend gest\u00e4rkt werden. Wer jetzt zul\u00e4sst, dass dieser Wald verschwindet, gef\u00e4hrdet die Natur im Leipziger Auwald.\u201c<\/p>\n<p>Der \u00d6kol\u00f6we e.V. fordert Oberb\u00fcrgermeister Burkhard Jung deshalb ausdr\u00fccklich dazu auf, die Beschlussvorlage zur\u00fcckzuziehen. Sollte die Vorlage dennoch zur Abstimmung kommen, appelliert der \u00d6kol\u00f6we an alle Stadtratsfraktionen, ihr nicht zuzustimmen.<\/p>\n<p>Initiative Stadtnatur: Ein Handstreich der Verwaltung<\/p>\n<p>F\u00fcr die Initiative Stadtnatur ist die Vorlage des Liegenschaftsamtes so knapp vor der Sommerpause eine regelrechte \u00dcberrumpelung f\u00fcr den Stadtrat. Im Handstreich sollen hier jetzt Tatsachen geschaffen werden.<\/p>\n<p>\u201eDass der Bereich der Kleinmesse am Cottaweg und an der Capastra\u00dfe ein sehr sensibles Nadel\u00f6hr des Biotopverbundsystems und Auwaldkomplexes in Leipzig darstellt, ist seit Langem bekannt. Regelm\u00e4\u00dfig wird seitens der Naturschutzverb\u00e4nde eine deutliche Aufwertung und fl\u00e4chenhafte Verbreiterung des Gr\u00fcnzugs eingefordert\u201c, beschreibt die Initiative das zugrunde liegende Problem, das von der Verwaltung einfach ignoriert wird.<\/p>\n<p>\u201eDurch die Rodung w\u00fcrde sich der bewaldete Verbundkorridor zwischen n\u00f6rdlichem und s\u00fcdlichem Auwald an dieser Stelle westlich des Elsterbeckens von 200 m Breite auf nur 70 m reduzieren. Schon jetzt schafft es z.B. die Wildkatze nicht, die den Weg vom Harz in den n\u00f6rdlichen Auwald gefunden hat, diese schmale Verbindung in den s\u00fcdlichen Auwald zu \u00fcberwinden.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20260612_RB_Wald_Capastrasse_0005.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-660498 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20260612_RB_Wald_Capastrasse_0005.jpg\" alt=\"Das artenreiche Waldst\u00fcck an der Capastra\u00dfe. Foto: Initiative Stadtnatur\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Das artenreiche Waldst\u00fcck an der Capastra\u00dfe. Foto: Initiative Stadtnatur<\/p>\n<p>Zahlreiche neue Fu\u00dfballfelder und das neue Trainingszentrum haben in den letzten Jahren das Biotopverbundpotenzial an dieser Stelle bereits geschw\u00e4cht. \u201eInzwischen aber hat die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des RB Leipzig \u00f6kologische und soziale Verantwortung als zentralen Unternehmenswert verankert\u201c, geht die Initiative Stadtnatur auf die Rolle von RB ein.<\/p>\n<p>\u201eEin klimafreundliches An- und Abreisekonzept (\u00d6PNV, Fahrradparkpl\u00e4tze) soll die Nachhaltigkeit der Heimspiele in der Red-Bull-Arena reduzieren. Vor Jahren hatte RB sich um eine versiegelte Fl\u00e4che vor der Arena beworben, was damals vom Stadtrat abgelehnt wurde und das heutige Dilemma heraufbeschworen hat.\u201c<\/p>\n<p>Ein wertvolles Biotop<\/p>\n<p>Bei dem nun zur Rodung vorgesehenen Waldst\u00fcck handelt es sich um einen 30-j\u00e4hrigen. strukturreichen Waldbestand, der in der Baumschicht vor allem von Stieleiche, Gemeiner Esche, Bergahorn, aber auch Schwarzerle, Linde und Baumweiden gepr\u00e4gt wird. In der artenreichen und teils sehr dichten Strauchschicht sind u.a. Wei\u00dfdorn, Schwarzer Holunder und Roter Hartriegel zu finden und der Waldboden ist stellenweise mit einer sehr \u00fcppigen Eschen-Naturverj\u00fcngung bedeckt. Eine Artenzusammensetzung also, die sehr gut zur Artenausstattung des s\u00fcdlich und n\u00f6rdlich befindlichen FFH-Schutzgebietes \u201eLeipziger Auensystem\u201c passt, betont die Initiative.<\/p>\n<p>Zudem sei der Wald eine ehemalige naturschutzrechtliche Ausgleichsma\u00dfnahme. Das Waldst\u00fcck wurde vor rund 30 Jahren als Ersatz f\u00fcr andere st\u00e4dtische Eingriffe aufgeforstet und unterliegt seitdem offensichtlich der nat\u00fcrlichen Entwicklung, was die aktuelle Naturn\u00e4he begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Initiative jedenfalls spricht direkt von einer \u00dcberrumpelungstaktik seitens der Stadtverwaltung.<\/p>\n<p>Dabei ignoriere die Verwaltung das offizielle Biotopverbundkonzept der Stadt. Biotopfl\u00e4chen sollen untereinander verbunden bleiben und die Lebensr\u00e4ume der Tier- und Pflanzenarten dauerhaft vernetzen.<\/p>\n<p>\u201eWie kann es sein, dass sich sowohl unser Baub\u00fcrgermeister als auch unser Umweltb\u00fcrgermeister f\u00fcr die dringend erforderliche Entwicklung eines Biotopverbundsystems aussprechen, dann aber der wichtigste und empfindlichste Gr\u00fcnzug dieses Verbundsystems mit dem Scheinargument der Alternativlosigkeit geopfert werden soll?\u201c, fragt Wiebke Engelsing von der Initiative Stadtnatur.<\/p>\n<p>2024 klang das noch anders<\/p>\n<p>Auf dem \u201eImpulsforum Leipziger Auwald\u201c 2024 <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/region\/2024\/11\/viertes-impulsforum-leipzig-auwald-arbeit-608621\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">klang Umweltb\u00fcrgermeister Rosenthal noch so<\/a>: \u201eWir haben als Stadtgesellschaft gemeinsam eine gro\u00dfe Verantwortung \u00fcbernommen, den Leipziger Auwald als wertvolles \u00d6kosystem und wichtigsten Bestandteil der gr\u00fcn-blauen Infrastruktur inmitten der Gro\u00dfstadt zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Und wie ist das mit dem Hinweis der Stadtverwaltung, man werde \u201eKompensationsfl\u00e4chen identifizieren\u201c? Aus Sicht der Initiative Stadtnatur ist das reine Augenwischerei. \u201eKompensationsma\u00dfnahmen am Elsterbecken wie angedacht sind bereits aus fachlicher Sicht nicht m\u00f6glich, <a href=\"http:\/\/www.leipzig.de\/newsarchiv\/news\/loesung-fuer-den-cottaweg-erweiterung-fuer-rb- kleinmesse-bleibt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-wplink-url-error=\"true\">da hier kein Aufwertungspotenzial besteht.<\/a> Zudem hat sich h\u00e4ufig genug gezeigt, dass Leipzig keine Ausgleichsfl\u00e4chen vorweisen kann und deshalb auf die benachbarten Landkreise ausgewichen werden soll, z.B. bei der Planung der PV-Anlage Seehausen oder beim Bauvorhaben Bayerischer Bahnhof.\u201c<\/p>\n<p>Das Fazit der Initiative: \u201eVollmundige Aussagen und sch\u00f6n formulierte Konzepte zum Natur- und Umweltschutz entpuppen sich hier wieder einmal als reine Lippenbekenntnisse ohne Umsetzungswillen.\u201c<\/p>\n<p>Und dass das kleine Waldst\u00fcck auch in der Klimaanpassung der Stadt eine wichtige Rolle spielt, darauf geht inzwischen auch <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2030706&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">eine Einwohneranfrage ein, die am 1. Juli in der Ratversammlung beantwortet werden soll.<\/a><\/p>\n<p>Der Einreicher jedenfalls wird sehr deutlich: \u201eDer Eindruck entsteht, dass bereits bei der letzten Beschlussfassung angedacht war, obwohl scheinbar nach L\u00f6sungen gesucht wurde, hier den Wald zu roden.<br \/>Wieder einmal zeigt sich daher, dass Umweltschutz in einer Stadt, die bislang v\u00f6llig unzureichend auch auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet ist, offenbar als nachrangig behandelt wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war von Anfang an ein fauler Kompromiss, den die Stadt da auf den Tisch packte: RB Leipzig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1098015,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[168150,109880,3364,29,30,148419,20969,71,44567,1655,859],"class_list":["post-1098014","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-biotopverbund","tag-capastrasse","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-initiative-stadtnatur","tag-kleinmesse","tag-leipzig","tag-oekoloewe","tag-rb-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116758654150423132","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1098014","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1098014"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1098014\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1098015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1098014"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1098014"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1098014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}