{"id":1098117,"date":"2026-06-16T08:36:15","date_gmt":"2026-06-16T08:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1098117\/"},"modified":"2026-06-16T08:36:15","modified_gmt":"2026-06-16T08:36:15","slug":"was-deutschland-von-frankreichs-erwachsenentaufen-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1098117\/","title":{"rendered":"Was Deutschland von Frankreichs Erwachsenentaufen lernen kann"},"content":{"rendered":"<p>Die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz hat im Rahmen einer Delegationsreise nach Paris das Ph\u00e4nomen der Erwachsenentaufen in Frankreich untersucht. Hintergrund sind ver\u00e4nderte religi\u00f6se Suchbewegungen in s\u00e4kularisierten Gesellschaften, wie sie auch in Deutschland durch die j\u00fcngste Kirchenmitgliedsuntersuchung festgestellt wurden.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-06\/frankreich-erwachsenentaufen-veraendern-kirchliches-leben.html\" title=\"Frankreich: Erwachsenentaufen ver\u00e4ndern kirchliches Leben\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/afp\/2026\/06\/06\/17\/1780759881421.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Frankreich: Erwachsenentaufen ver\u00e4ndern kirchliches Leben\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Die wachsende Zahl von Erwachsenentaufen ver\u00e4ndert das kirchliche Leben in Frankreich nachhaltig. Davon zeigte sich eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz nach mehreren &#8230;\n     <\/p>\n<p><b>Mario Galgano \u2013 Vatikanstadt<\/b><\/p>\n<p>Katharina Karl, Professorin f\u00fcr Pastorale Theologie an der Katholischen Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt und Beraterin der Jugendkommission, begleitete die Reise und erl\u00e4utert die Erkenntnisse der Exkursion.<\/p>\n<p><b>Unterschiedliche Rahmenbedingungen durch das laizistische System<\/b> <\/p>\n<p>In Frankreich erschwert das laizistische Staatsprinzip eine genaue statistische Erfassung der katholischen Bev\u00f6lkerung, da keine offiziellen Daten vorliegen. Die Kirche orientiert sich daher an den Einwohnerzahlen der Regionen statt an Mitgliederlisten. Aufgrund der historischen Trennung von Staat und Kirche verf\u00fcgt die franz\u00f6sische Kirche \u00fcber geringe finanzielle Mittel und ist im staatlichen oder sozialen Bereich kaum institutionell verankert. Die Arbeit konzentriert sich auf die klassische Gemeindepastoral und die Glaubensverk\u00fcndigung in den Pfarreien, die \u00fcberwiegend durch ehrenamtliche Kr\u00e4fte getragen werden.<\/p>\n<p>Trotz dieser Strukturen verzeichnen die franz\u00f6sischen Di\u00f6zesen seit f\u00fcnf Jahren ein Wachstum bei den Anfragen nach dem Katechumenat, der Vorbereitung auf die Taufe. Die Zunahme betrifft st\u00e4dtische Regionen st\u00e4rker als l\u00e4ndliche Gebiete, ist jedoch landesweit sp\u00fcrbar. Die Bist\u00fcmer um Paris widmen sich dieser Entwicklung derzeit in einer speziellen Versammlung, der sogenannten Provinzversammlung der Kirche der \u00cele-de-France. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Gemeinden Menschen dauerhaft dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, einen christlichen Lebensstil zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Soziale Zusammensetzung und Motive der Taufbewerber<\/b> <\/p>\n<p>Die Personen, die ein Katechumenat beginnen, lassen sich keinem einheitlichen Milieu zuordnen. Die Anfragen stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten, einschlie\u00dflich sozial prek\u00e4rer Bereiche. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Taufbewerber verf\u00fcgt \u00fcber einen famili\u00e4ren, christlichen Hintergrund ohne eigene religi\u00f6se Praxis. Die andere H\u00e4lfte besitzt keine Vorkenntnisse \u00fcber das Christentum. Der Anteil von Konversionen aus dem Islam liegt unter zehn Prozent. Viele Bewerber sind in Frankreich geboren, weisen jedoch eine diverse ethnische Herkunft auf, die h\u00e4ufig mit der Migrationsgeschichte ihrer Familien zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Als Motive f\u00fcr das Interesse am Christentum werden pers\u00f6nliche Krisenerfahrungen wie Krankheiten oder Verluste genannt, ebenso wie die Suche nach Orientierung in einer komplexen Welt. Einige Befragte gaben an, dass das regelm\u00e4\u00dfige Gebetsleben von Menschen in ihrem Umfeld oder die Erfahrung von Frieden und Trost w\u00e4hrend eines Gottesdienstes den Impuls zur Kontaktaufnahme gaben. Auch eine Faszination f\u00fcr die Liturgie wird als wesentlicher Faktor beschrieben.<\/p>\n<p><b>Impulse f\u00fcr die Pastoraltheologie in Deutschland<\/b> <\/p>\n<p>Die Erkenntnisse aus Frankreich lassen sich aufgrund der abweichenden kirchlichen und finanziellen Strukturen nicht als fertiges Modell auf Deutschland \u00fcbertragen. Dennoch liefert der Austausch theologische Impulse f\u00fcr die Praxis in Deutschland. Da w\u00e4re zum einen die <b>Etappen der Begleitung:<\/b> In Frankreich wird jedem Taufbewerber eine feste Begleitperson zugeordnet, die am Alltag des Katechumenen Anteil nimmt. Zudem spielen rituelle Schritte im Vorbereitungsprozess eine zentrale Rolle, die \u00a0als Strukturierung des christlichen Lebens verstanden <a rel=\"external nofollow\" target=\"_blank\">werden<\/a>\u00a0. In Deutschland sind Erwachsenentaufen demgegen\u00fcber oft auf spezifische Stellen f\u00fcr Glaubensorientierung konzentriert und weniger stark im regul\u00e4ren Pfarrgemeinden verankert.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt betrifft die<b> Offenheit der Gemeinden:<\/b> Die franz\u00f6sische Kirche steht vor der Aufgabe, traditionelle Gemeindestrukturen f\u00fcr neue Mitglieder zu \u00f6ffnen. Die Erfahrung zeigt, dass etablierte Gruppen bisweilen dazu neigen, sich abzukapseln. Das theologische Konzept der Gastfreundschaft kann \u00a0hierbei als zentraler Begriff <a rel=\"external nofollow\" target=\"_blank\">dienen<\/a>, um interkulturelle und religi\u00f6se Unterschiede innerhalb des Katholizismus zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich gehe es um den <b>internationalen Austausch:<\/b> Angesichts globaler Krisen und der damit verbundenen Verwundbarkeit von Individuen pl\u00e4diert Karl f\u00fcr einen verst\u00e4rkten internationalen Austausch in der Pastoraltheologie. W\u00e4hrend in Deutschland die gesellschaftliche Wirksamkeit der Kirche im Fokus steht und auch bleiben muss, bietet der Blick nach Frankreich erg\u00e4nzende Perspektiven f\u00fcr die Begleitung individueller religi\u00f6ser Suchbewegungen und die Qualifizierung von Ehrenamtlichen.<\/p>\n<p>(vatican news)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz hat im Rahmen einer Delegationsreise nach Paris das Ph\u00e4nomen der Erwachsenentaufen in Frankreich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1098118,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3974],"tags":[331,332,29,548,663,3934,3980,156,13,2134,14,15,101386,19171,12],"class_list":["post-1098117","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-france","tag-frankreich","tag-headlines","tag-interview","tag-nachrichten","tag-news","tag-pastoral","tag-sakramente","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116758878883927848","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1098117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1098117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1098117\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1098118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1098117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1098117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1098117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}