{"id":1099390,"date":"2026-06-16T20:37:29","date_gmt":"2026-06-16T20:37:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1099390\/"},"modified":"2026-06-16T20:37:29","modified_gmt":"2026-06-16T20:37:29","slug":"castor-transport-nach-brokdorf-behaelter-werden-in-brunsbuettel-umgeladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1099390\/","title":{"rendered":"Castor-Transport nach Brokdorf: Beh\u00e4lter werden in Brunsb\u00fcttel umgeladen"},"content":{"rendered":"<p>\n                Stand: 16.06.2026 20:22 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Ein Transport mit radioaktiven Abf\u00e4llen aus Gro\u00dfbritannien hat am Dienstag Brunsb\u00fcttel erreicht. Dort werden die Beh\u00e4lter nun umgeladen. Ziel ist das Zwischenlager Brokdorf, wo am sp\u00e4ten Nachmittag eine Mahnwache abgehalten wurde.<\/p>\n<p class=\"\">Seit Dienstagvormittag werden im Elbehafen Brunsb\u00fcttel (<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Dithmarschen-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,dithmarschen254.html\" title=\"Dithmarschen - Aktuelle Nachrichten und Videos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreis Dithmarschen<\/a>) Beh\u00e4lter mit hochradioaktiven Abf\u00e4llen verladen. Sie sollen in das zw\u00f6lf Kilometer entfernte Zwischenlager in Brokdorf im <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Steinburg-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,steinburg118.html\" title=\"Steinburg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreis Steinburg<\/a> transportiert werden, wie die Gesellschaft f\u00fcr Nuklear-Service (GNS) mitgeteilt hat. Den Angaben zufolge handelt es sich um sieben Beh\u00e4lter mit radioaktivem M\u00fcll &#8211; sogenannte Castoren.<\/p>\n<p class=\"\">Der atomare Abfall stammt aus einer Wiederaufbereitungsanlage in Gro\u00dfbritannien. Von dort war das Spezialschiff &#8222;Pacific Grebe&#8220; in der vergangenen Woche gestartet und am Dienstag in den fr\u00fchen Morgenstunden in Brunsb\u00fcttel angekommen.<\/p>\n<p>    Vorbereitungen f\u00fcr Weitertransport &#8211; Route geheim<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/castorschiff-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/castorschiff-104.webp\" alt=\"Castor-Beh\u00e4lter wird auf Schiff verladen.\" title=\"Am Dienstagvormittag wurde der erste Castor-Beh\u00e4lter umgeladen. | Daniel Freidrichs\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Am Dienstagvormittag wurde der erste Castor-Beh\u00e4lter umgeladen.<\/p>\n<p class=\"\">Laut GNS laufen die Verladearbeiten bislang planm\u00e4\u00dfig und ohne Vorf\u00e4lle ab. Am Dienstagvormittag wurde der erste Castor-Beh\u00e4lter vom Schiff auf einen Spezial-Lkw umgeladen. Daf\u00fcr kam ein besonderer Kran zum Einsatz, der die schweren Castoren anhebt. Mit einem zweiten Kran wurde Material bewegt, das das Personal zum Umladen braucht, berichtet ein NDR Reporter vor Ort. Die Umlade-Arbeiten werden laut GNS mindestens bis in den Mittwoch dauern. Wann der Weitertransport auf der Stra\u00dfe nach Brokdorf beginnt, ist ungewiss. Die genaue Route ist geheim.<\/p>\n<p>    Polizei sichert Hafen<\/p>\n<p class=\"\">Die Polizei sperrt seit dem Dienstagmorgen mit mehreren Einsatzfahrzeugen die Zufahrten zum Hafen ab. &#8222;Die Polizei passt auf, dass alles vern\u00fcnftig \u00fcber die B\u00fchne geht&#8220;, sagte der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Matthiesen. Er lobte die Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei und K\u00fcstenwache, die das Spezialschiff bereits auf dem Wasser begleitet hatten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/castor-122.webp\" alt=\"Castor-Transport: Ein Beh\u00e4lter mit radioaktivem M\u00fcll wird verladen.\" title=\"Castor-Transport: Ein Beh\u00e4lter mit radioaktivem M\u00fcll wird verladen. | Gesellschaft f\u00fcr Nuklear-Service\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am Dienstag hat ein Schiff mit radioaktiven Abf\u00e4llen in Brunsb\u00fcttel angelegt. Dort laufen Vorbereitungen f\u00fcr den Weitertransport nach Brokdorf.<\/p>\n<p>    Friedliche Protest-Kundgebung vor AKW Brokdorf<\/p>\n<p class=\"\">Um 17.30 Uhr versammelten sich etwa zehn Personen zu einer Mahnwache am AKW Brokdorf. Sie kritisieren den Castor-Transport und Atomkraft im Allgemeinen aus verschiedenen Gr\u00fcnden. Einer lautet, dass es noch kein festes Endlager f\u00fcr den Atomm\u00fcll gibt und die Zwischenlager &#8211; wie in Brokdorf &#8211; zu ungeeigneten Langzeitlagern werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<blockquote><p>\n        Keiner wei\u00df, wohin mit diesem Atomm\u00fcll. Der Betrieb von AKW war f\u00fcr mich wie ein Flugzeug ohne Landebahn, und wir suchen immer noch die Landebahn.<\/p>\n<p>                C\u00e9cile Lecomte, Teilnehmerin der Mahnwache<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">Doch unter den wenigen Menschen herrschte teils Uneinigkeit. David Gramatzki betonte, dass der atomare Abfall nat\u00fcrlich zur\u00fcckgenommen werde &#8211; dazu sei Deutschland schlie\u00dflich verpflichtet. Dieser m\u00fcsse sicher verwahrt und entsorgt werden. Die Polizei begleitete die Protestierenden.<\/p>\n<p>    Am Mittwoch sind weitere Mahnwachen geplant<\/p>\n<p class=\"\">Die Initiative &#8222;Castor stoppen!&#8220; hatte die Kundgebung vorab angek\u00fcndigt. Auch f\u00fcr Mittwoch sind laut einem Aktivisten Mahnwachen entlang der m\u00f6glichen Route von Brunsb\u00fcttel Richtung Brokdorf geplant. Gr\u00f6\u00dfere Protestaktionen sind dem NDR bislang nicht bekannt.<\/p>\n<p>    Keine Anti-Atomkraft-Proteste am Dienstagmorgen<\/p>\n<p class=\"\">Am fr\u00fchen Dienstagmorgen hielten sich Aktivisten nur vereinzelt rund um den Elbehafen auf. Eine Gruppe von Castor-Gegnern mit dem Namen &#8222;Brokdorf &#8211; Castor stoppen!&#8220; hatte zwar bereits im Vorfeld vermutet, dass das Atomm\u00fcll-Schiff am Dienstag in Brunsb\u00fcttel anlegen wird. Da aber ein Schiff der K\u00fcstenwache seit Montagabend mit langsamer Fahrt von Helgoland auf dem Weg Richtung Brunsb\u00fcttel war, waren Anti-Atomkraft-Aktivisten davon ausgegangen, dass die &#8222;Pacific Grebe&#8220; erst gegen Mittag in Brunsb\u00fcttel ankommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>    Polizei ist auf Proteste vorbereitet<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Grunds\u00e4tzlich kann man sagen, dass in Deutschland Castor-Transporte ein gewisses Protestpotenzial haben&#8220;, sagte Frank Matthiesen von der Polizei <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/itzehoe-aktuelle-nachrichten-und-videos,itzehoe456.html\" title=\"Itzehoe - Aktuelle Nachrichten und Videos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Itzehoe<\/a>. Die Polizei ist demnach auf Proteste &#8211; auch entlang des weiteren Transportweges &#8211; vorbereitet und beobachtet m\u00f6gliche Aufrufe im Internet.<\/p>\n<p>    Letzter Castor-Transport aus England nach Deutschland<\/p>\n<p class=\"\">In den Beh\u00e4ltern befinden sich laut GNS radioaktive Abf\u00e4lle. Sie stammen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im britischen Sellafield. Dorthin wurden die Brennelemente vor 2005 aus deutschen Kernkraftwerken transportiert. Bei der Wiederaufarbeitung sind radioaktive Abf\u00e4lle entstanden. Diese muss Deutschland wieder zur\u00fccknehmen.<\/p>\n<p class=\"\">Die meisten befinden sich schon in anderen Zwischenlagern in Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen. Die heute angekommene Ladung der &#8222;Pacific Grebe&#8220; ist der letzte Castor-Transport von Gro\u00dfbritannien nach Deutschland &#8211; und auch der letzte radioaktive Abfall, der in Brokdorf ankommt.<\/p>\n<p>    Kritik an Transporten zu Zwischenlagern<\/p>\n<p class=\"\">Aktivisten wie Christian V\u00f6lker kritisieren Transporte dieser Art. &#8222;Das Narrativ ist: Wir m\u00fcssen es wieder zur\u00fccknehmen. Aber es wird wieder Zeug durch die Gegend gekarrt, damit sind wieder Gefahren verbunden und es gibt wieder kein Endlager-Konzept&#8220;, sagte er NDR Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>\n            <strong>Video:<\/strong><br \/>\n            Castor-Transport zum AKW Brokdorf (1 Min)\n        <\/p>\n<p>Nach Angaben der GNS werden die sieben Beh\u00e4lter nach Ankunft des Spezialschiffs per Kran auf ein Transportfahrzeug umgeladen. In den R\u00f6hren sind laut Gesellschaft f\u00fcr Zwischenlagerung mbH (BGZ) die hochradioaktiven Abf\u00e4lle in Glas eingeschmolzen und in Edelstahlgussformen gef\u00fcllt. Allein ein solcher Beh\u00e4lter wiegt \u00fcber einhundert Tonnen. Wie lange der Umschlag dauert, ist unklar. <\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2005 wurden laut GNS verbrauchte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach England und Frankreich transportiert. Dort sind spezialisierte Anlagen, die aus dem Material wertvolle Brennstoff\u00fcberreste separieren, die wiederverwendet werden k\u00f6nnen. Gleichzeitig entstehen jedoch auch nicht weiter verwertbare radioaktive Stoffe, die entsorgt werden m\u00fcssen. Die Praxis der Wiederaufarbeitung wurde von der Bundesregierung im Jahr 2005 gesetzlich beendet. Zur R\u00fccknahme der radioaktiven Abf\u00e4lle haben sich sowohl die Betreiber der Kernkraftwerke privatrechtlich als auch die Bundesrepublik Deutschland v\u00f6lkerrechtlich verpflichtet.<\/p>\n<p>Das Ziel vom Hafen aus ist das Zwischenlager Brokdorf (<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/Steinburg-Aktuelle-Nachrichten-und-Videos,steinburg118.html\" title=\"Steinburg - Aktuelle Nachrichten und Videos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreis Steinburg<\/a>). Damit w\u00e4re es die bislang einzige R\u00fcckf\u00fchrung hin zu einem schleswig-holsteinischen Standort. Wann das radioaktive Material dort eintrifft, ist unklar. <\/p>\n<p>Insgesamt fanden in den letzten 30 Jahren f\u00fcnfzehn R\u00fcckf\u00fchrungen statt. 108 Castoren aus der franz\u00f6sischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sind ins zentrale Zwischenlager im nieders\u00e4chsischen Gorleben gebracht und dort eingelagert worden. 2015 hatte die Bundesregierung ein Konzept f\u00fcr die Aufbewahrung der noch \u00fcbrigen 24 deutschen Castoren festgelegt. Neben den Standorten Biblis (Hessen), Philippsburg (Baden-W\u00fcrttemberg) und Isar (Bayern) geht der letzte geplante Transport nach Brokdorf.<\/p>\n<p>Laut dem Inhaber der Zwischenlager, der Gesellschaft f\u00fcr Zwischenlagerung mbH (BGZ),  f\u00fchren Fachkr\u00e4fte nach der Ankunft des Transports letzte Sicherheitsvorkehrungen an den Beh\u00e4ltern durch. Au\u00dferdem wird nach Angaben der Gesellschaft der Hohlraum zwischen beiden Deckeln mit Helium gef\u00fcllt. Dies erm\u00f6gliche es, bei Druckverlust M\u00e4ngel an der Dichtungsabsicherung zu finden. Schlie\u00dflich werden Beh\u00e4lter auf den finalen Stellplatz im Lagerbereich deponiert und an ein \u00dcberwachungssystem angeschlossen. Mit den sieben neuen Castoren w\u00e4ren somit 83 von 100 Stellpl\u00e4tze in der Anlage belegt. Diese sollen so lange dort bleiben, bis es ein Endlager gebe, teilt die BGZ mit. Dies k\u00f6nne mehrere Jahrzehnte dauern, so die Gesellschaft.<\/p>\n<p>\n        17:19 Uhr\n    <\/p>\n<p class=\"correction\">Zun\u00e4chst hatten wir geschrieben, dass sich in den Beh\u00e4ltern wiederaufbereitete Brennelemente befinden und Deutschland diese zur\u00fccknehmen muss. Das ist jedoch falsch. Richtig ist, dass Deutschland verpflichtet ist, die radioaktiven Abf\u00e4lle zur\u00fcckzunehmen. Diese befinden sich in den Beh\u00e4ltern. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/brokdorf-116.webp\" alt=\"Gewaltt\u00e4tige Demonstranten werden w\u00e4hrend Ausschreitungen vor dem Kernkraftwerk Brokdorf am 7. Juni 1986 von Polizeiwasserwerfern getroffen.\" title=\"Gewaltt\u00e4tige Demonstranten werden w\u00e4hrend Ausschreitungen vor dem Kernkraftwerk Brokdorf am 7. Juni 1986 von Polizeiwasserwerfern getroffen. | picture alliance \/ AP | -\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am 7. Juni 1986 demonstrieren in Brokdorf 30.000 Menschen gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks. Eine Chronologie von der Planung bis zum Atomausstieg.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/brokdorf336.webp\" alt=\"Das Atomkraftwerk in Brokdorf.\" title=\"Das Atomkraftwerk in Brokdorf. | Chris Emil Jan\u00dfen, Chris Emil Jan\u00dfen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In den 1960er-Jahren gingen die ersten Kernkraftwerke ans Netz. Seit dem 15. April 2023 ist die Atomkraft in Deutschland Geschichte.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/brokdorf388.webp\" alt=\"Das AKW Brokdorf\" title=\"Das AKW Brokdorf | NDR, Lilli Michaelsen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Vor 40 Jahren ist der Kernreaktor in Tschernobyl explodiert. BUND und die Gr\u00fcnen nehmen das als Anlass f\u00fcr eine Mahnwache. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.06.2026 20:22 Uhr Ein Transport mit radioaktiven Abf\u00e4llen aus Gro\u00dfbritannien hat am Dienstag Brunsb\u00fcttel erreicht. 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