{"id":1100222,"date":"2026-06-17T04:27:18","date_gmt":"2026-06-17T04:27:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1100222\/"},"modified":"2026-06-17T04:27:18","modified_gmt":"2026-06-17T04:27:18","slug":"duesseldorf-knittkuhl-das-dorf-am-rande-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1100222\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf: Knittkuhl, das Dorf am Rande der Stadt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Dieses Dorf hatte schon viele \u00dcberv\u00e4ter: Knittkuhl geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich zur Honschaft Hasselbeck im Herzogtum Berg, ab 1930 dann zur Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach im Kreis <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mettmann\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mettmann<\/a>. Mit dem Bau der Bergischen Kaserne in den 1960er-Jahren wurde sie zur Soldaten-Siedlung und 1975 schlie\u00dflich Hubbelrath zugeordnet. Erst seit 2014 ist Knittkuhl D\u00fcsseldorfs 50. Stadtteil \u2013 und genie\u00dft seitdem so etwas wie eine eigene Identit\u00e4t. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hier gibt es nur eine Handvoll Stra\u00dfen, keine abgedrehte Architektur, kaum Infrastruktur, ein Supermarkt konnte nicht lange \u00fcberleben, immerhin h\u00e4lt ein Bus. Und doch ist das Gemeinschaftsgef\u00fchl hier so gro\u00df, dass alle mit Stolz sagen: \u201eIch bin Knittkuhler!\u201c Jeder kennt jeden, Anonymit\u00e4t ist verp\u00f6nt. Gelebte Nachbarschaft nennt man so etwas, und wer das sagt, kennt sich im Dorf aus: Christian Kl\u00f6hn ist Vorsitzender des SSV Knittkuhl, neben den Kulturfreunden der einzige Verein im Ort. Im SSV-Vereinsheim kamen jetzt zwei Dutzend Menschen zusammen, um sich ein wenig selbst und vor allem Knittkuhl zu feiern. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eingeladen hatte die Bezirksvertretung 7, die im Rahmen einer Veranstaltungsreihe auf die eigene Arbeit aufmerksam machen und eben die einzelnen Stadtteile des Stadtbezirks 7 st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken will. Und auch \u00fcber Knittkuhl gibt es halt eine Menge zu erz\u00e4hlen. Ein Beispiel: D\u00fcsseldorf ist ja gerade dabei, mit seinen in die Zweit- und Drittklassigkeit abrutschenden Vereinen im Leistungssport in der Versenkung zu verschwinden. Der SSV mit seinen 1360 Mitgliedern ist, und das wird nur allzu gerne in dieser Stadt vergessen, Landesleistungsst\u00fctzpunkt f\u00fcr die Rhythmische Sportgymnastik, veranstaltet mit dem City-Cup allj\u00e4hrlich ein hochrangiges Turnier und bringt auch eigene talentierte Sportlerinnen hervor.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und die Knittkuhler wissen sich zu wehren. Als die Bima (Bundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben) vor 16 Jahren ein mehr als 200 Hektar gro\u00dfes Gel\u00e4nde rund um den Segelflughafen f\u00fcr 12,6 Millionen Euro verkaufen wollte, um es bebauen zu lassen, regte sich in Knittkuhl der Protest besonders lautstark. \u201eWir hatten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, doch alle Vertreter der Stadt sagten einen Tag vorher ab. Sie durften wohl nicht kommen\u201c, erinnert sich Wolfgang Gru\u00df, der federf\u00fchrend in der rasch gegr\u00fcndeten B\u00fcrgerinitiative <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/aaper-wald\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aaper Wald<\/a> agierte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unterschriften wurden f\u00fcr ein B\u00fcrgerbegehren gesammelt, 22.000 St\u00fcck, die auf einmal wegen eines Formfehlers alle ung\u00fcltig waren. \u201eWir haben von vorne angefangen, hatten 81 Sammelstellen, in Praxen, Apotheken, Kneipen\u201c, berichtet Gru\u00df. Bis Juni 2011 waren es so wieder 14.000 Unterschriften. \u201eAm 28. Juni 2011 erhielt ich einen Anruf von Oberb\u00fcrgermeister <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/dirk-elbers\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dirk Elbers<\/a>, im Rathaus erz\u00e4hlte er mir, die Bima habe das Angebot zur\u00fcckgezogen. Das wusste ich aber vorher schon, auf dem Weg dorthin hatte mich ein Reporter der Rheinischen Post informiert\u201c, so Gru\u00df.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und gastfreundlich sind die Knittkuhler. Als die Fl\u00fcchtlingswelle 2016 auch Knittkuhl erreichte, tempor\u00e4re Unterk\u00fcnfte an der Blanckertzstra\u00dfe und auf dem Gel\u00e4nde der Bergischen Kaserne entstanden, war es die Grundschule mit ihrer Leiterin Antje Gr\u00fcneklee, die den Kindern zu einer festen Struktur verhalf. \u201eAber es waren eigentlich alle im Dorf, die mit Sach- und Geldspenden mitwirkten. Es entstand ein dichtes Netzwerk, um die Kinder mit Schulsachen zu versorgen, ich bekomme heute noch eine G\u00e4nsehaut, wenn ich daran denke\u201c, sagt Gr\u00fcneklee. \u201eWir haben Ausfl\u00fcge gemacht und zusammen Marmelade gekocht. Diese Zeit hat uns hier alle zusammengeschwei\u00dft. Denn manchmal standen morgens 50 weitere Kinder versch\u00fcchtert vor dem Schultor und wussten nicht so recht, wohin\u201c, so die Schulleiterin. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es gebe noch so einige Geschichten mehr \u00fcber Knittkuhl zu erz\u00e4hlen, etwa \u00fcber den Karneval, der nach einer feucht-fr\u00f6hlichen Nacht auch zu einem aufwendigen April-Scherz f\u00fchrte, als Knittkuhl pl\u00f6tzlich eine U-Bahn-Station erhalten sollte. War nat\u00fcrlich Quatsch, es blieb bei dem einen Bus. \u201eUnd der kommt sogar meistens, manchmal jedoch auch nicht\u201c, wei\u00df Christian Kl\u00f6hn. Aber dar\u00fcber regt sich in Knittkuhl schon lange keiner mehr auf. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieses Dorf hatte schon viele \u00dcberv\u00e4ter: Knittkuhl geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich zur Honschaft Hasselbeck im Herzogtum Berg, ab 1930 dann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1100223,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1831],"tags":[3364,29,13194,3405,42097,30,206631,233185,75198,233186,1209,16992,6053,18627,10434,17658],"class_list":["post-1100222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duesseldorf","tag-de","tag-deutschland","tag-dorf","tag-duesseldorf","tag-eigene","tag-germany","tag-gruss","tag-hasselbeck","tag-knittkuhl","tag-knittkuhler","tag-nordrhein-westfalen","tag-ssv","tag-stadtteil","tag-stadtteile","tag-verein","tag-vereinsheim"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116763561570053922","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1100222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1100222"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1100222\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1100223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1100222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1100222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1100222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}