{"id":110092,"date":"2025-05-14T14:09:10","date_gmt":"2025-05-14T14:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/110092\/"},"modified":"2025-05-14T14:09:10","modified_gmt":"2025-05-14T14:09:10","slug":"proteste-grossbritannien-gleichstellung-nicht-fuer-trans-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/110092\/","title":{"rendered":"Proteste \u2013 Gro\u00dfbritannien: Gleichstellung nicht f\u00fcr trans Frauen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img304569\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/304569\" alt=\"Aufschrift in der N\u00e4he des Parlaments in London\"\/><\/p>\n<p>Aufschrift in der N\u00e4he des Parlaments in London<\/p>\n<p>Foto: AFP\/HENRY NICHOLLS<\/p>\n<p>Vor dem Supreme Court in London knallten kurz vor Ostern die Champagnerkorken: Gro\u00dfbritanniens Oberstes Gericht hatte in einem wegweisenden Urteil einstimmig entschieden, dass sich das Gleichstellungsgesetz nur auf das biologische Geschlecht bezieht. Das hei\u00dft: Transfrauen werden unter diesem Gesetz nicht als Frauen gesch\u00fctzt. \u00bbHeute haben die Richter best\u00e4tigt, was wir schon immer wussten, n\u00e4mlich dass Frauen durch ihr biologisches Geschlecht gesch\u00fctzt sind\u00ab, sagte Susan Smith, Mitgr\u00fcnderin der Kampagne For Women Scotland, die den Fall vors Gericht gebracht hatte.<\/p>\n<p>Supreme-Court-Richter Patrick Hodge betonte bei der Urteilsverk\u00fcndung, dass es nicht als Sieg f\u00fcr die eine oder andere gesellschaftliche Gruppe interpretiert werden sollte. Aber dennoch war der Jubel unter genderkritischen Aktivistinnen und Aktivisten gro\u00df. Die Kl\u00e4gerinnen h\u00e4tten mit ihrem Sieg \u00bbdie Rechte von Frauen und M\u00e4dchen in ganz Gro\u00dfbritannien gesch\u00fctzt\u00ab, schrieb Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190539.europaparlament-frauenrechte-in-der-eu-fahrplan-mit-verspaetungen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Rechtsstreit begann 2018. Damals erlie\u00df die schottische Regierung ein Gesetz, laut dem die H\u00e4lfte der Aufsichtsr\u00e4te in Unternehmen Frauen sein m\u00fcssen. <\/a>Sie legte fest, dass dies auf alle Menschen zutrifft, die sich als Frauen identifizieren. Die Kampagne For Women Scotland, die sich daraufhin formierte, focht diesen Entscheid an und forderte, dass einzig das biologische Geschlecht z\u00e4hlen sollte. Daraufhin spezifizierte die Regierung des Landteils in Edinburgh, dass mit Transgenderfrauen diejenigen gemeint sind, die \u00fcber eine amtliche Best\u00e4tigung ihres Geschlechterwechsels verf\u00fcgen. For Women Scotland zog auch dagegen vor Gericht. Der Rechtsstreit eskalierte und endete schlie\u00dflich vor dem Supreme Court in London.<\/p>\n<p>Das Urteil scheint auf den ersten Blick klar. Die zw\u00f6lf Richter hatten eine der zentralen Fragen im Gender-Kulturkampf \u2013 \u00bbWas ist eine Frau?\u00ab \u2013 beantwortet: In Bezug auf das Gleichstellungsgesetz von 2010 z\u00e4hlt einzig das biologische Geschlecht. Aber bez\u00fcglich der praktischen Konsequenzen f\u00fcr Transgendermenschen bestand Uneinigkeit unter den Juristen. Richter Hodge sagte, dass Transgendermenschen bereits gesch\u00fctzt werden, \u00bbnicht nur vor Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsumwandlung\u00ab, sondern auch gegen \u00bbdirekte und indirekte Diskriminierung in ihrem angenommenen Geschlecht\u00ab.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbTransmenschen f\u00fcrchten, dass ihr Existenzrecht jetzt bedroht ist.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nMaggie Chapman\u2003Gr\u00fcne Partei Schottlands<\/p><\/blockquote>\n<p>Dennoch wird das Urteil wohl zur Konsequenz haben, dass Transfrauen keinen Zugang zu R\u00e4umen oder Dienstleistungen haben, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Frauen bestimmt sind \u2013 zum Beispiel in Krankenh\u00e4usern oder Selbsthilfegruppen f\u00fcr Missbrauchsopfer. Die Gleichstellungskommission EHRC k\u00fcndigte nun an, dass sie infolge des Urteils ihre Leitlinien \u00e4ndern werde, etwa f\u00fcr den staatlichen Gesundheitsdienst NHS oder f\u00fcr Gef\u00e4ngnisse. Die neuen Regelungen werden voraussichtlich im Sommer in Kraft treten. Kishwer Falkner, die Vorsitzende der EHRC, bezeichnete das Urteil als \u00bbenorm folgenreich\u00ab. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1175740.transrechte-mehr-selbstbestimmung-weniger-schikane.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aber es darf laut der Beh\u00f6rde nicht dazu f\u00fchren, dass \u00bbTransmenschen mehr Missbrauch ausgesetzt sind\u00ab. <\/a><\/p>\n<p>F\u00fcrsprecher von Transrechten bef\u00fcrchten, dass genau das passieren wird. F\u00fcr sie ist das Urteil ein heftiger R\u00fcckschlag. Maggie Chapman, Abgeordnete in Edinburgh f\u00fcr die Gr\u00fcne Partei Schottlands, sagte gegen\u00fcber der BBC, dass das Urteil \u00bbden Kulturkampf sch\u00fcren\u00ab werde; viele Transmenschen h\u00e4tten Angst, dass sie Zugang zu vielen Dienstleistungen, die sie seit Jahrzehnten nutzen, auf einmal verlieren k\u00f6nnten. Dass Women For Scotland und ihre Anh\u00e4nger den Entscheid als Triumph feiern, sei ein schlechtes Zeichen. \u00bbTransmenschen f\u00fcrchten, dass ihr Existenzrecht jetzt bedroht ist\u00ab, sagte Chapman.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich auch Kerrie Meyer. \u00bbIch wurde als Mann geboren. Gem\u00e4\u00df dem Gesetz bin ich eine Frau. Ich kleide mich wie eine Frau, ich benehme mich wir eine Frau. Ich bin eine Frau\u00ab, so die 77-J\u00e4hrige. Es sei \u00bbv\u00f6llig l\u00e4cherlich\u00ab, zu erwarten, dass sie jetzt in der \u00d6ffentlichkeit ihr Verhalten \u00e4ndern werde.<\/p>\n<p>Die Richterin Victoria McCloud, die ihr Geschlecht vor \u00fcber zwei Jahrzehnten \u00e4nderte und heute in Irland lebt, warnt, dass Transmenschen nach dem Urteil um ihre Rechte k\u00e4mpfen m\u00fcssen. \u00bbIch glaube, es wird der Startschuss sein f\u00fcr eine offeneren Vorsto\u00df, die Rechte von Transgendermenschen zu beschr\u00e4nken\u00ab, sagte sie gegen\u00fcber dem \u00bbGuardian\u00ab. Bereits jetzt herrschten \u00bbbe\u00e4ngstigende Zeiten\u00ab f\u00fcr Transmenschen. Wenn sie heute noch immer in Gro\u00dfbritannien leben w\u00fcrde, dann w\u00fcrde sie es vermeiden, eine \u00f6ffentliche Toilette zu benutzen. \u00bbIch wei\u00df im Moment nicht, ob ich ins M\u00e4nner- oder ins Frauenklo gehen soll.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aufschrift in der N\u00e4he des Parlaments in London Foto: AFP\/HENRY NICHOLLS Vor dem Supreme Court in London knallten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":110093,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,26305,2651,551,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-110092","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-gender","11":"tag-gleichberechtigung","12":"tag-grossbritannien","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-uk","18":"tag-united-kingdom","19":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","20":"tag-vereinigtes-koenigreich","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","22":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114506587448890056","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=110092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/110093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=110092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=110092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=110092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}