{"id":1101402,"date":"2026-06-17T15:44:27","date_gmt":"2026-06-17T15:44:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101402\/"},"modified":"2026-06-17T15:44:27","modified_gmt":"2026-06-17T15:44:27","slug":"eklat-in-berlin-polizei-nimmt-polnischen-grenzschutz-aktivisten-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101402\/","title":{"rendered":"Eklat in Berlin: Polizei nimmt polnischen Grenzschutz-Aktivisten fest"},"content":{"rendered":"<p>Der Vorfall ereignete sich w\u00e4hrend eines Marsches von Robert B\u0105kiewicz und Mitgliedern seiner Bewegung Ruch Obrony Granic (Grenzverteidigungsbewegung), die Polen vor illegaler Einwanderung aus Deutschland &#8222;sch\u00fctzen&#8220; will. Die Gruppe sammelte sich, um zu einem Denkmal zu gehen, das an im Zweiten Weltkrieg get\u00f6tete Polinnen und Polen erinnert, und dort ein Kreuz aufzustellen. B\u0105kiewicz berichtete im Sender TV Republika, die Teilnehmer h\u00e4tten eine Genehmigung f\u00fcr den Marsch bekommen, allerdings ohne Kreuz und ohne Tafeln mit Aufschriften. Ein vor Ort eingesetzter Polizist habe die Versammelten informiert, dass die Veranstaltung mindestens eine Woche zuvor bei einer deutschen Beh\u00f6rde h\u00e4tte angemeldet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Streit um den Marsch mit dem Kreuz<\/p>\n<p>Nach Angaben der Berliner Polizei versammelten sich am Dienstag &#8222;rund 15 Personen in gelben Westen&#8220; im Skulpturenpark vor dem Reichstagsgeb\u00e4ude im Tiergarten. Sie h\u00e4tten Transparente und ein gro\u00dfes Holzkreuz getragen und lautstark Parolen gerufen. Die Gruppe habe sich zum polnischen Gedenkstein begeben wollen.<\/p>\n<p>Nach Darstellung der Polizei boten die Einsatzkr\u00e4fte den Teilnehmern an, eine station\u00e4re Kundgebung im Skulpturenpark abzuhalten oder sich einzeln zum Denkmal zu begeben. Die Gruppe zog trotzdem mit Kreuz und Transparenten in Richtung des Gedenksteins los. Daraufhin griff die Polizei ein.<\/p>\n<p>Die Mitglieder der Bewegung kamen laut Polizei nach dem Einsatz wieder frei. Robert B\u0105kiewicz sprach dagegen von einem &#8222;Skandal&#8220; in Berlin und warf den deutschen Beh\u00f6rden vor, Polinnen und Polen ein &#8222;christliches Gedenken an die Millionen polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs&#8220; zu verweigern. Vor dem Eingreifen der Polizei hatten die Versammelten ein patriotisches Lied gesungen.<\/p>\n<p>B\u0105kiewicz: In &#8222;K\u00e4fig&#8220; eingesperrt<\/p>\n<p>B\u0105kiewicz schilderte den Ablauf auf der Plattform X. Sein Beitrag verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken.<\/p>\n<p>TV Republika zeigte die Ereignisse ebenfalls aus der Sicht von B\u0105kiewicz. Er behauptete, die Polizei habe ihn w\u00e4hrend der Aktion in eine &#8222;k\u00e4figartige Zelle ohne Luft&#8220; gesperrt.<\/p>\n<p>&#8222;Dort haben sie uns zusammengedr\u00fcckt, die Deutschen haben einfach gelacht, sie sperrten mich in so einen K\u00e4fig ohne Luft (&#8230;) Man sieht, ihre Methoden sind immer noch dieselben&#8220;, klagte der Anf\u00fchrer der nationalistischen Bewegung in TV Republika. &#8222;Sie steckten mir Finger in die Augen, in die Nase, sie w\u00fcrgten mich, sie schlugen mich. Das sind Banditen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Chef von TV Republika, Tomasz Sakiewicz, k\u00fcndigte an, Werbung deutscher Firmen aus dem Programm des Senders zu nehmen und rief zum Boykott deutscher Produkte auf.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Sikorski w\u00fcnscht &#8222;gelungenen Urlaub im Ausland&#8220;<\/p>\n<p>Auch polnische Politiker reagierten rasch. Au\u00dfenminister Rados\u0142aw Sikorski kommentierte die Ereignisse mit einem ironischen Eintrag und empfahl, die Informationsseite &#8222;Polak Za Granic\u0105&#8220; (Pole im Ausland) zu verfolgen.<\/p>\n<p>&#8222;Angesichts der beginnenden Urlaubssaison empfehle ich, die Seite Polak Za Granic\u0105 zu verfolgen. Man sollte das lokale Recht beachten und den Anweisungen der Ordnungskr\u00e4fte folgen. Die Konsuln der Republik Polen leisten Hilfe, k\u00f6nnen aber nicht immer vor den Folgen unklugen Verhaltens sch\u00fctzen. Ich w\u00fcnsche einen gelungenen Urlaub und eine sichere R\u00fcckkehr in die Heimat&#8220;, schrieb er auf X.<\/p>\n<p>Auf diese Worte reagierte die Tochter des Aktivisten und sprach von Scham. &#8222;Sie k\u00f6nnen sich \u00fcber meinen Vater lustig machen und die Polinnen und Polen belehren. Aber die Macht vergeht schneller, als man denkt. Die Scham \u00fcber solche Worte bleibt&#8220;, schrieb sie. Sikorski konterte: &#8222;Bitte richten Sie Ihrem Papa aus, er solle aufpassen, wenn er in Deutschland f\u00fcnf Bier bestellt, denn die Propagierung des Faschismus wird dort aus naheliegenden historischen Gr\u00fcnden streng bestraft.&#8220;<\/p>\n<p>Zu den Ereignissen \u00e4u\u00dferte sich auch der nationalkonservative Ex-Ministerpr\u00e4sident und PiS-Chef Jaros\u0142aw Kaczy\u0144ski. In einem Beitrag auf X sprach er von einem &#8222;Messer in den R\u00fccken&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Angesichts der brutalen Behandlung unserer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger heute in Berlin k\u00f6nnen wir von den Deutschen, die weder ihre nationalsozialistische und imperialistische Vergangenheit noch ihre Haltung zu den Polinnen und Polen aufgearbeitet haben, nur eines erwarten: einen Messerstich in den R\u00fccken&#8220;, erkl\u00e4rte er.<\/p>\n<p>Der PiS-Abgeordnete Przemys\u0142aw Czarnek nahm ebenfalls Stellung. Im Parlament behauptete er, &#8222;deutsche Schl\u00e4gertrupps in Uniform&#8220; h\u00e4tten polnische Patrioten brutal niedergekn\u00fcppelt und geschlagen, obwohl diese mit einem Kreuz an die Millionen ermordeten Polinnen und Polen erinnern wollten. Das Vorgehen der deutschen Dienste nannte er &#8222;deutschen Rassismus gegen\u00fcber den Polinnen und Polen&#8220;.<\/p>\n<p>Der Abgeordnete Roman Giertych, fr\u00fcher Vorsitzender der rechtsnationalen Liga Polskich Rodzin, meinte dagegen, &#8222;alles, was Herr B\u0105kiewicz macht, ist ein Hohn&#8220;.<\/p>\n<p>Auch Vizeregierungschef und Verteidigungsminister W\u0142adys\u0142aw Kosiniak-Kamysz kommentierte die Vorg\u00e4nge. Nach seiner Einsch\u00e4tzung handelt es sich bei den Aktionen von Robert B\u0105kiewicz um gezielte Provokationen, die den Interessen Polens schaden.<\/p>\n<p>&#8222;Die Provokationen von Herrn B\u0105kiewicz, in Polen wie im Ausland, dienen der Russischen F\u00f6deration. Das setzt eine Strategie der Gef\u00e4hrdung des polnischen Staates um, nicht eine Strategie seiner Sicherheit. Es zerst\u00f6rt die nationale Gemeinschaft, die europ\u00e4ische Staatengemeinschaft und schw\u00e4cht die NATO&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>Donald Tusk: \u201eIch k\u00e4me mir l\u00e4cherlich vor\u201c<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk bezeichnete das Verhalten von B\u0105kiewicz auf einer Pressekonferenz als &#8222;blamabel&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn ich jetzt damit anfangen w\u00fcrde, mir Gedanken dar\u00fcber zu machen, was B\u0105kiewicz tut und wie er agiert, k\u00e4me ich mir l\u00e4cherlich vor. Was B\u0105kiewicz macht, ist blamabel. Immer \u00f6fter muss ich die polnischen Dienste, die Polizei, den Grenzschutz vor B\u0105kiewicz in Schutz nehmen&#8220;, bem\u00e4ngelte Tusk. Er spielte damit auf die sogenannten B\u00fcrgerpatrouillen an, die die Bewegung Ruch Obrony Granic im Juli vergangenen Jahres an der polnisch-deutschen Grenze organisiert hatte.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer beobachteten damals den Grenzverkehr und versuchten, auf eigene Faust Migrantinnen und Migranten zu identifizieren. Diese Aktivit\u00e4ten sorgten f\u00fcr Kontroversen, Medien berichteten \u00fcber zahlreiche Vorf\u00e4lle und Spannungen mit Beteiligung der Patrouillen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Vorfall ereignete sich w\u00e4hrend eines Marsches von Robert B\u0105kiewicz und Mitgliedern seiner Bewegung Ruch Obrony Granic (Grenzverteidigungsbewegung),&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1101403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,16311,3917,166411,770,2657],"class_list":["post-1101402","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-grenzen","tag-polen","tag-polnische-politik","tag-rechtsextremismus","tag-zweiter-weltkrieg"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116766224649872116","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1101402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1101402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1101402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1101403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1101402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1101402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1101402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}