{"id":1101514,"date":"2026-06-17T16:49:16","date_gmt":"2026-06-17T16:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101514\/"},"modified":"2026-06-17T16:49:16","modified_gmt":"2026-06-17T16:49:16","slug":"juedische-kultur-sichtbar-machen-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101514\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Kultur sichtbar machen \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>\u00bbUnser Selbstverst\u00e4ndnis ist nicht nur, J\u00fcdinnen und Juden in Leipzig zu sch\u00fctzen, sondern beides, j\u00fcdisches Leben und j\u00fcdische Kultur, als festen und wertvollen Bestandteil Leipzigs sichtbar zu machen und zu st\u00e4rken\u00ab, bekr\u00e4ftigte Burkhard Jung in seinen einleitenden Worten im Programm der 17. J\u00fcdischen Woche in Leipzig.<\/p>\n<p>Sie beginnt am kommenden Sonntag und findet anl\u00e4sslich des Themenjahrs \u00bbTacheles 2026 \u2013 Jahr der j\u00fcdischen Kultur in Sachsen\u00ab ausnahmsweise nicht im traditionellen Rhythmus aller zwei Jahre, sondern bereits nach der 16. Ausgabe im vergangenen Jahr dieses Jahr wieder statt.<\/p>\n<p>130 Veranstaltungen k\u00f6nnen zwischen dem 21. und 28. Juni besucht werden:  von Ausstellungen bis Lesungen, Workshops zur aktuellen Situation, Konzerten und Theaterauff\u00fchrungen. Vor allem K\u00fcf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde, betonte beim Pressetermin in der vergangenen Woche seine gro\u00dfe Freude, dass die j\u00fcdische Gemeinde als Akteur und nicht nur als Statist auftritt.<\/p>\n<p>Seit 1995 findet zur Festwoche auch das Besuchsprogramm statt, bei dem ehemalige Leipzigerinnen und Leipziger j\u00fcdischen Glaubens sowie ihre Familien in die Stadt eingeladen werden. In diesem Jahr haben sich \u00fcber 80 G\u00e4ste aus Israel, den USA, Kanada, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Australien und Neuseeland angemeldet.<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung findet am 21. Juni um 15 Uhr in der Oberen Wandelhalle des Neuen Rathauses mit K\u00fcf Kaufmann und Kulturb\u00fcrgermeisterin Skadi Jennicke statt, die beim Pressetermin besonders hervorhob, dass in dem Veranstaltungsprogramm mehr als 70 Vereine und Institutionen involviert seien. Sie versteht dies \u00bbals ein starkes Zeichen f\u00fcr das breite gesellschaftliche Engagement und f\u00fcr die Bedeutung dieses Fests f\u00fcr die Stadt.\u00ab <\/p>\n<p><strong><br \/>Ein Ausblick auf ausgew\u00e4hlte Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n<p>Zu den 130 Veranstaltungen geh\u00f6ren traditionellerweise F\u00fchrungen \u2013 etwa durch die Brodyer Synagoge in der Keilstra\u00dfe (21.6., 23.6., 25.6.), \u00fcber den Alten Israelitischen Friedhof in der Berliner Stra\u00dfe (21.6., 23.6., 25.6.) und den Neuen Israelitischen Friedhof in der Delitzscher Stra\u00dfe (22.6.). Ebenso k\u00f6nnen die Henriette-Goldschmidt-Schule oder die Anne-Frank-Shoah-Bibliothek in der Deutschen Nationalbibliothek besucht werden. <\/p>\n<p><strong><br \/>Verlegung von Stolpersteinen<\/strong><\/p>\n<p>Am 25. Juni werden Stolpersteine verlegt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern \u2013 beispielsweise um 11.15 Uhr in Wahren Am Hirtenhaus 5. Hier vor dem ehemaligen j\u00fcdischen Schu\u00dfheim\u2019schen Altersheim werden die Stolpersteine der Eheleute Lesser, die in den vergangenen Jahren immer wieder gesch\u00e4ndet wurden, mit denen f\u00fcr die zwei Schwestern Elise und Rosa Beermann neu verlegt. Um 14 Uhr bekommen im Ranst\u00e4dter Steinweg 15 die Familie Rosenstein zehn Steine. Sie wurde im Zuge der sogenannten Polenaktion Ende Oktober 1938 nach Polen abgeschoben. Von den acht Kindern \u00fcberlebten nur zwei den Holocaust. In der Dresdner Stra\u00dfe 82 wird ab 15.45 Uhr ein Stolperstein an Max Ferda erinnern, der Ferda\u2019s Lesezirkel organisierte. Geboren 1886 in Leipzig, wurde der Kaufmann am 9. September 1941 verhaftet und am 5. Februar 1942 wegen staatsfeindlicher \u00c4u\u00dferungen vom Sondergericht Leipzig zu sechs Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt undnach Auschwitz deportiert, wo er am 24. Januar 1943 starb.<\/p>\n<p><strong><br \/>Konzerte<\/strong><\/p>\n<p>Jeden Tag finden an der Gedenkst\u00e4tte am Ort der Gro\u00dfen Gemeindesynagoge in der Gottschedstra\u00dfe um 17 Uhr Musikauff\u00fchrungen statt.<\/p>\n<p>Am 21. Juni gastiert in der Grieg-Begegnungsst\u00e4tte Ben Cruchley. Der kanadische Pianist spielt unter anderem Werke von Hanns Eisler. Einen Tag sp\u00e4ter findet das 3. J\u00fcdische Stra\u00dfenmusikfestival von 15 bis 18 Uhr in der Innenstadt statt.<\/p>\n<p><strong><br \/>Ausstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Die im Stadtgeschichtlichen Museum zu sehende Ausstellung \u00fcber das Fotoarchiv Mittelmann erz\u00e4hlt \u00fcber die Geschichte des Fotostudios und dessen Ende der 1980er Jahren auf dem Dachboden im Haus Petersteinweg 15 gefundenen 2.000 Aufnahmen auf Glasnegativen, die vor allem Menschen portr\u00e4tierten. \u00dcber 860 konnten mittlerweile identifiziert werden. Die Ausstellung zeigt neben den Biografien der Familie Mittelmann die Lebensgeschichten der Abgebildeten anhand ausgew\u00e4hlter Beispiele. Im Rahmen der J\u00fcdischen Woche l\u00e4dt das Museum am 24.6. und 27.6. zu F\u00fchrungen ein. <\/p>\n<p>Mit \u00bbYou are looking at one! Lebenswege ungarischer J\u00fcdinnen\u00ab stellt der Kulturbahnhof Markkleeberg im Rathaus von Markkleeberg bis zum 26. Juni die Recherchen von Mandy Gehrt zu den Biografien der Insassinnen des KZ-Au\u00dfenlagers am Equipagenweg aus. Die K\u00fcnstlerin stellt das Projekt zudem am 24. Juni um 18 Uhr in der Galerie f\u00fcr Zeitgen\u00f6ssische Kunst vor. Am 25. Juni er\u00f6ffnet die Ausstellung zu 25 Jahre J\u00fcdische Gedenkst\u00e4tte Gottschedstra\u00dfe in der Alten Nikolaischule<\/p>\n<p><strong><br \/>Lesungen und Vortr\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>Zu einer szenischen Lesung mit dem Titel \u00bbJ\u00fcdische Selbstzeugnisse aus der Riebeckstra\u00dfe\u00ab l\u00e4dt die Riebecksta\u00dfe 63 am 23. Juni um 18 Uhr ein. \u00dcber j\u00fcdische Identit\u00e4ten in der DDR dreht sich die Lesung am 23. Juni um 19 Uhr Frauenkultur oder um 19.30 Uhr im Literaturhaus, wenn die Autoren Alexander Walther und Philipp Graf ihre jeweiligen B\u00fccher zur Shoah in der DDR und zum Umgang mit j\u00fcdischer Geschichte in Halberstadt vorstellen. Im Capa-Haus und in der Deutschen Nationalbibliothek sind aktuell Arbeiten des j\u00fcdischen Fotografen Fred Stein zu sehen. Am 23. Juni stellt Daniel Siemens seine Biografie \u00fcber ihn vor. <\/p>\n<p>\u00dcber j\u00fcdische Migration aus der ehemaligen Sowjetunion handelt der Vortrag in der HTWK am 24. Juni um 17.15 Uhr im Trefftz-Bau. Ihr Buch \u00bbGefeiert und vergessen? J\u00fcdischn und im Nationalsozialismus verfolgte K\u00fcnstler an der Leipziger Oper 1890\u20131933\u00ab stellt Allmuth Behrendt am 25.6. um 18 Uhr Capa-Haus vor. Wer am 27. Juni am Workshop \u00bbAntisemitismus reloaded\u00ab teilnehmen m\u00f6chte, der melde sich unter der Emailadresse an <a href=\"https:\/\/kreuzer-leipzig.de\/2026\/06\/17\/mailto:info@goase-ev.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">info@goase-ev.de<\/a>.<\/p>\n<p>&gt; J\u00fcdische Woche, 21.-28.6., verschiedene Orte<br \/>&gt; Das komplette Programm gibt es unter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leipzig.de\/kultur-und-freizeit\/veranstaltungen\/jubilaeen-und-festivals\/juedische-woche\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.leipzig.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00bbUnser Selbstverst\u00e4ndnis ist nicht nur, J\u00fcdinnen und Juden in Leipzig zu sch\u00fctzen, sondern beides, j\u00fcdisches Leben und j\u00fcdische&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1101515,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,6367,1597,233469,78839,1310,80,71,101,810,859,3699,33065,3866,33066,20183,33067,33068,6152],"class_list":["post-1101514","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-jude","tag-juden","tag-juedin","tag-juedisch","tag-konzert","tag-kultur","tag-leipzig","tag-lesung","tag-musik","tag-sachsen","tag-veranstaltung","tag-veranstaltung-leipzig","tag-veranstaltungen","tag-veranstaltungseroeffnung","tag-veranstaltungshinweis","tag-veranstaltungsreihe","tag-veranstaltungstipp","tag-woche"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116766478614578315","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1101514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1101514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1101514\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1101515"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1101514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1101514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1101514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}