{"id":1101522,"date":"2026-06-17T16:53:18","date_gmt":"2026-06-17T16:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101522\/"},"modified":"2026-06-17T16:53:18","modified_gmt":"2026-06-17T16:53:18","slug":"stadtplanung-in-stuttgart-b14-soll-zum-boulevard-werden-wo-soll-der-verkehr-von-der-stadtautobahn-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1101522\/","title":{"rendered":"Stadtplanung in Stuttgart: B14 soll zum Boulevard werden \u2013 wo soll der Verkehr von der Stadtautobahn hin?"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt will die Bundesstra\u00dfe zwischen Mineralb\u00e4dern und Marienplatz umgestalten. Das w\u00fcrde aber an vielen anderen Stellen in Stuttgart zu einer deutlich h\u00f6heren Belastung sorgen.<\/p>\n<p> F\u00fcr das b\u00fcrgerliche Lager ist es \u201eein illusorisches Hirngespinst, das der Wirtschaft in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> schaden w\u00fcrde\u201c (Alexander Kotz, CDU), f\u00fcr die \u00f6kosoziale Mehrheit ein \u201eJahrhundertprojekt der Stadtreparatur und der Verkehrswende\u201c (Christoph Ozasek, Klimaliste). Die Stadt will die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/B14\" title=\"B14\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B14<\/a>, welche Stuttgart als 4,5 Kilometer lange, breite Schneise zwischen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.fataler-wasserrohrbruch-hiobsbotschaft-fuer-stuttgart-mineralbad-berg-bleibt-ganzen-sommer-geschlossen.37c97353-bab7-4f11-a93d-174f3d8d00b4.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mineralb\u00e4dern<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.ecotriis-am-marienplatz-der-lebendige-sonnenschutz-in-stuttgart-hat-jetzt-internet.df319523-d282-4fca-8173-04c9007e6fe1.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Marienplatz<\/a> durchzieht, zu einem Boulevard umbauen. Die Voraussetzung daf\u00fcr ist aber, wie vom Gemeinderat beschlossen, dass der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Verkehr\" title=\"Verkehr\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verkehr<\/a> auf der Stadtautobahn um 50 Prozent gesenkt werden m\u00fcsste. Das ist laut einer Studie zwar m\u00f6glich, h\u00e4tte aber an anderen Stellen massive Auswirkungen.<\/p>\n<p>Immerhin 15 Prozent der gesamten Kfz-Fahrleistung im Talkessel entf\u00e4llt auf die B14 zwischen Heslacher und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.autofahrer-in-stuttgart-atmen-auf-es-geht-schon-jetzt-deutlich-schneller-umbau-des-leuzeknotens-vor-abschluss.b64a96a1-c5ef-4567-942d-d09016848045.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Schwanenplatzunnel<\/a> \u2013 80.000 Fahrzeuge am Tag. Die Reduzierung \u201esei zwar m\u00f6glich\u201c, erkl\u00e4rte Professor Markus Friedrich vom Institut f\u00fcr Stra\u00dfen- und Verkehrswesen der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Universit%C3%A4t_Stuttgart\" title=\"Universit\u00e4t Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t Stuttgart<\/a> der Vorstellung im gemeinder\u00e4tlichen Ausschuss f\u00fcr Stadtentwicklung und Technik, \u201eaber dadurch kommt es zu Verlagerungen\u201c. Laut dem Gutachten k\u00f6nnte der Verkehr unter anderem auf der Olgastra\u00dfe und der Verl\u00e4ngerung der Alexanderstra\u00dfe sowie der Talstra\u00dfe im Stuttgarter Osten um 100 Prozent steigen.<\/p>\n<p>B14: Stau auf die Zufahrtsstra\u00dfen verlagern <\/p>\n<p>Deshalb seien begleitende Ma\u00dfnahmen erforderlich. Unter anderem die konsequente Fortsetzung des Baus von Radwegen an Hauptstra\u00dfen sowie stadtweite Fahrradstra\u00dfen sowie die Umwandlung von Parkpl\u00e4tzen zu \u00f6ffentlichem Raum aus dem<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.klimamobilitaetsplan-stuttgart-100-millionen-klimabonus-vom-land-aber-dafuer-wird-parken-teurer.c844587d-dbc2-48b4-881c-750ebc22ac2a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Klimamobilit\u00e4tsplan<\/a>. \u201eDas w\u00fcrde den Verkehr um rund 16 Prozent senken\u201c, sagte Friedrich. Zudem soll das Parkraummanagement beibehalten und das Parken generell teurer werden. Und nicht zuletzt eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde gelten. Doch das alleine reiche noch nicht aus.<\/p>\n<p>So m\u00fcsste der weiter zu erwartende Stau besser kontrolliert, sprich aus der Innenstadt herausgehalten werden. Daf\u00fcr sollen sogenannte Pf\u00f6rtnerampeln an allen Zufahrten sorgen. Verkehrsprofessor Friedrich kann sich das unter anderem an der B27 in Degerloch oder an der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.strassenbau-in-stuttgart-zuffenhausen-hat-das-nachsehen.bcca8343-a7cb-4e6c-a19a-29d701243d25.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Friedrichswahl in Zuffenhausen<\/a> vorstellen. Einen ersten \u201eVorgeschmack\u201c erhalte man in der Cannstatter Stra\u00dfe durch die bis Anfang der 2030er Jahre dauernde Erneuerung des Nesenbachkanals zwischen Mineralb\u00e4dern und Neckartor.<\/p>\n<p>30.000 Quadratmeter Fl\u00e4che werden entsiegelt <\/p>\n<p>Die Idee der Umgestaltung der B14 ist dabei alles andere als neu. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurde \u00fcber eine Umgestaltung der in den 1960er und 1970er Jahren f\u00fcr ein autogerechtes Stuttgart entwickelte Stadtautobahn diskutiert. Wie das Aussehen k\u00f6nnte, zeigen die Ideen des Stuttgarter B\u00fcros asp Architekten und Koeber Landschaftsarchitekten, die im September 2020 als Sieger aus dem st\u00e4dtebaulichen Planungswettbewerb \u201eNeuer Stadtraum B14\u201c als Sieger hervorgingen. Seitdem wird der Rahmenplan entwickelt, zuletzt mit einer B\u00fcrgerbeteiligung.<\/p>\n<p>Dabei \u201egeht es nicht nur um eine Stra\u00dfe, sondern um ein gro\u00df angelegtes st\u00e4dtebauliches Konzept, um den B\u00fcrgern Stadtraum zur\u00fcckzugeben\u201c, betonte Architekt Cem Arat von asp. Zuletzt mussten die ambitionierten Pl\u00e4ne jedoch deutlich zur\u00fcckgenommen werden, sind \u201ewir bei den baulichen Eingriffen deutlich zur\u00fcckhaltend gewesen\u201c. Dennoch sollen laut Arat \u201e30.000 Quadratmeter entsiegelt und mehr als 1000 B\u00e4ume gepflanzt werden\u201c.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.358da6d2-c300-431d-8bc3-e25be876fa1c.original1024.media.jpeg\"\/>     Zahlreiche neue Querungsm\u00f6glichkeiten sollen entlang der Stadtautobahn in Zukunft f\u00fcr eine bessere Vernetzung der verschiedenen Stadtbezirke sorgen.    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Ziel ist es, mehr Freiraum f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Sport\" title=\"Sport\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sport<\/a>, Freizeit, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Logistik\" title=\"Logistik\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Logistik<\/a> und auch den Radverkehr zu schaffen. Ebenso sollen neue Gr\u00fcnfl\u00e4chen und vor allem auch eine bessere Verbindung der Stadtbezirke durch zahlreiche Querungsm\u00f6glichkeiten geschaffen werden. Aus \u201eder heutigen Versiegelung mit reiner Monofunktionalit\u00e4t f\u00fcr den Verkehr sollen gr\u00fcne, belebte R\u00e4nder und Platz f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Gastronomie\" title=\"Gastronomie\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gastronomie<\/a> entstehen\u201c, erg\u00e4nzte Joachim K\u00f6ber.<\/p>\n<p> Umbau der B14 soll in f\u00fcnf Phasen erfolgen <\/p>\n<p>Unterteilt in f\u00fcnf Phasen k\u00f6nnte der Startschuss an den R\u00e4ndern auf der Cannstatter Stra\u00dfe oder auf der Seite zum Heslacher Tunnel begonnen werden. Aus Sicht von Kotz w\u00e4re das aber \u00fcberhaupt nicht n\u00f6tig: \u201eAngesichts der Schulden, welche die Stadt aufgrund der leeren Kassen machen muss, m\u00fcsste man das Projekt sofort stoppen.\u201c Und vielmehr die \u201ePflichtaufgaben erf\u00fcllen\u201c. Es fehle \u201eeinfach an der Alternative\u201c, erg\u00e4nzte Michale Schrade (Freie W\u00e4hler). Den Stau einfach an den Ortsrand von Stuttgart zu verlagern sei keine L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Erstaunen \u00fcber die \u201eRadikalisierung der CDU\u201c \u00fcber einen im Gemeinderat getroffenen Beschluss \u00e4u\u00dferte Bj\u00f6rn Peterhoff (B\u00fcndnis90\/Gr\u00fcne). Zumal man \u201emit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringen Ma\u00dfnahmen die st\u00e4dtebauliche Fehlplanung der 1960er und 1970er Jahre beheben k\u00f6nnte\u201c. Vor allem, um die trennende Wirkung der B14 und damit eine \u201everbesserte Vernetzung der Stadtbezirke wieder zu schaffen\u201c, so Hannes Rockenbauch (S\u00d6S).<\/p>\n<p>Einen Zeitplan, wann die ersten Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden k\u00f6nnten, gibt es bislang nicht. Fr\u00fchestens Ende des Jahres soll der endg\u00fcltige Rahmenplan vorgelegt werden, \u201eaber sicher ist das noch nicht\u201c, betonte Baub\u00fcrgermeister Peter P\u00e4tzold (Gr\u00fcne). Grunds\u00e4tzlich handele es sich zwar um ein st\u00e4dtebauliches Projekt, bei dem es aber am Ende darum gehe, was angesichts des Verkehrs m\u00f6glich sei. Denn klar sei: \u201eDie Innenstadt muss auch weiter erreichbar bleiben.\u201c<\/p>\n<p> Umgestaltung der B14 <\/p>\n<p class=\"infobox\">Um den Verkehr nicht komplett zum Erliegen zu bringen, wurde das Mammutprojekt in f\u00fcnf Phasen unterteilt.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Phase 1:<\/strong><br \/>Zwischen Marien- und \u00d6sterreichischem Platz sollen die Fahrspuren von vier auf zwei reduziert werden. Auf einen Radweg wird verzichtet, die Hauptradroute verl\u00e4uft parallel in der T\u00fcbinger Stra\u00dfe. So k\u00f6nnten drei kleine Pocket-Parks und neue Querungen entstehen.<\/p>\n<p class=\"infobox\">Am Leonhardsplatz sollen als Verl\u00e4ngerung der Kultur-Meile bis zum Gustav-Siegle-Haus deutlich mehr Freifl\u00e4che, zudem neue Querungen in die Innenstadt entstehen.<\/p>\n<p class=\"infobox\">In der Cannstatter Stra\u00dfe soll ein Hauptradweg auf der Seite zum Schlossgarten entstehen. Zudem soll die L\u00e4rmschutzwand an mehreren Stellen ge\u00f6ffnet und neue Querungen geschaffen werden. Auf H\u00f6he der Heinrich-Baumann-Stra\u00dfe soll ein gleichnamiger Park entstehen und die Neckarstra\u00dfe zur Tempo-30-Zone umgestaltet werden.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Phase 2:<\/strong><br \/>Der Wilhelmsplatz soll autofrei werden. So entsteht Platz f\u00fcr weitere Sport-, Freizeit- und Gastronomie-Angebote. In der Unterf\u00fchrung k\u00f6nnte ein Logistik-Hub f\u00fcr den Liefervekehr in der City entstehen.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Phase 3:<\/strong><br \/>Am \u00d6sterreichischem Platz entsteht ein Aktiv-Park mit 6000 Quadratmetern Fl\u00e4che. Trotz des Anschlusses an den City-Ring soll von acht auf vier Fahrspuren reduziert werden, und so gr\u00fcne Freir\u00e4ume entstehen.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Phase 4:<\/strong><br \/>Am Gebhard-M\u00fcller-Platz soll an der Kulturmeile ein gr\u00fcner Filter am Rand und durch die Verlegung der Fahrbahnen auch in der Mitte entstehen \u2013 auch f\u00fcr Sport und Freizeit. Durch die geplante Verlegung des City-Rings und der Sperrung der Schillerstra\u00dfe kann die Unterf\u00fchrung f\u00fcr Fahrradabstellpl\u00e4tze genutzt werden. Zudem sollen die Bonatz-Terrassen bis zur Uhlandsh\u00f6he fortgesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Phase 5:<\/strong><br \/>Am Charlottenplatz soll die Fl\u00e4che f\u00fcr den Autoverkehr um 30 Prozent verringert, und f\u00fcr den Fu\u00df- und Radweg sowie den \u00f6ffentlichen Nahverkehr um 20 Prozent gesteigert werden. In der Unterf\u00fchrung soll Platz f\u00fcr ein Angebot f\u00fcr Jugendliche geschaffen werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt will die Bundesstra\u00dfe zwischen Mineralb\u00e4dern und Marienplatz umgestalten. 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