{"id":1102274,"date":"2026-06-18T00:03:21","date_gmt":"2026-06-18T00:03:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102274\/"},"modified":"2026-06-18T00:03:21","modified_gmt":"2026-06-18T00:03:21","slug":"eichenprozessionsspinner-ausbreitung-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102274\/","title":{"rendered":"Eichenprozessionsspinner: Ausbreitung &#038; Hilfe"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen hintereinander her, die vielen langen Brennhaare sind deutlich zu erkennen.\" alt=\"Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen hintereinander her, die vielen langen Brennhaare sind deutlich zu erkennen.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/eichenprozessionsspinner-raupe-brennhaare-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  In Reih und Glied: Raupen des Eichenprozessionsspinners ziehen gemeinsam weiter. Ihre feinen Brennhaare k\u00f6nnen Haut und Atemwege reizen. (picture alliance \/ blickwinkel \/ Markus Wuchenauer \/ PIXELROHKOST)<\/p>\n<p>Warnschilder in Parks, abgesperrte Sportanlagen und Flatterb\u00e4nder an Eichen: Mit dem Fr\u00fchsommer beginnt in vielen Regionen Deutschlands die Hochphase des Eichenprozessionsspinners. Seine Raupen k\u00f6nnen ganze B\u00e4ume kahlfressen.<\/p>\n<p>Doch l\u00e4ngst ist er nicht mehr nur ein Thema f\u00fcr die Forstwirtschaft: Seine zunehmende Ausbreitung beeinflusst auch den Alltag vieler Menschen und stellt Kommunen, Gesundheitswesen und Umweltpolitik vor wachsende Herausforderungen.\u00a0 <\/p>\n<p>                Fachleute sehen die Art als Gewinner des Klimawandels. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter versch\u00e4rfen k\u00f6nnte. Wer einen Befall entdeckt, sollte dies m\u00f6glichst melden, etwa \u00fcber <a title=\"Link auf: EPS-Radar\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/eichenprozessionsspinner-melden.de\/\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/eichenprozessionsspinner-melden.de\/&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;diese Plattform&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Eichenprozessionsspinner - Invasion der Brennhaare&quot;,&quot;level2&quot;:1}\" rel=\"nofollow noopener\">diese Plattform<\/a>. <\/p>\n<p>Besonders betroffen sind derzeit der Nordosten mit Berlin und Brandenburg sowie Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz. In Berlin hat sich die Lage\u00a0zugespitzt: Bezirke berichten von\u00a0einem starken Befall nahezu jeder Eiche. Vorsorglich wurden Spiel- und Sportpl\u00e4tze gesperrt.\u00a0 <\/p>\n<p>Die Situation hat inzwischen auch eine politische Dimension erreicht: In Berlin ist die Bek\u00e4mpfung des Eichenprozessionsspinners zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen aufgeteilt. W\u00e4hrend die Umweltverwaltung vor allem koordinierend und beratend t\u00e4tig ist, liegt die Verantwortung bei akuten Gesundheitsrisiken bei der Gesundheitsverwaltung.<\/p>\n<p>Die konkrete Umsetzung von Ma\u00dfnahmen wiederum &#8211; etwa Absperrungen oder die Entfernung von Nestern \u2013 obliegt den Bezirken. Diese Aufgabenteilung f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfig zu Konflikten \u00fcber Zust\u00e4ndigkeiten, Ressourcen und Priorit\u00e4ten. Doch Berlin ist nur ein Beispiel f\u00fcr ein Problem, das sich seit Jahren in Deutschland ausbreitet. <\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich sind nicht die sp\u00e4teren Nachtfalter, sondern die Raupen. Sie wandern nach dem Schl\u00fcpfen in bis zu zehn Meter langen Kolonnen (\u201cProzessionen\u201d) \u00fcber St\u00e4mme und \u00c4ste von Eichen \u2013 daher ihr Name. Auch Hainbuchen k\u00f6nnen befallen sein.\u00a0 <\/p>\n<p>Ab Mitte Mai entwickeln die Tiere feine Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Die Haare brechen leicht ab und werden vom Wind weit verbreitet. Dadurch treten Beschwerden auch ohne direkten Kontakt auf. Selbst alte Gespinste und Nester bleiben \u00fcber lange Zeit gef\u00e4hrlich.\u00a0<\/p>\n<p>Typisch sind Hautausschl\u00e4ge, die verz\u00f6gert auftreten. Laut dem\u00a0 Dermatologen Timo Buhl von der Universit\u00e4tsmedizin G\u00f6ttingen entstehen oft erst nach einigen Stunden juckende Kn\u00f6tchen auf der Haut. Viele Betroffene und auch \u00c4rzte erkennen den Zusammenhang daher nicht sofort: Die Brennhaare sind kaum sichtbar und nur schwer nachzuweisen.\u00a0 <\/p>\n<p>Auch Schleimh\u00e4ute k\u00f6nnen betroffen sein. M\u00f6glich sind juckende oder brennende Augen, eine laufende Nase sowie Reizungen der Atemwege. Selten l\u00f6sen eingeatmete Brennhaare Luftnot aus. Biologen warnen davor, Raupen oder ihre Nester zu ber\u00fchren oder selbst zu entfernen. <\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann jeder auf die Brennhaare reagieren \u2013 \u00e4hnlich wie auf Brennnesseln, sagt Buhl: \u201eEs braucht keine besondere Sensibilisierung.\u201c Einige Menschen k\u00f6nnen allerdings eine echte Allergie entwickeln und bei erneutem Kontakt zunehmend st\u00e4rker reagieren.\u00a0 <\/p>\n<p>Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika, etwa als Gel oder Salbe. Auch kortisonhaltige Cremes werden eingesetzt, um Entz\u00fcndungen zu lindern. Bei schweren Reaktionen mit Atembeschwerden ist eine \u00e4rztliche Behandlung zwingend n\u00f6tig, dann k\u00f6nnen spezielle Medikamente oder Asthmasprays erforderlich werden.\u00a0 <\/p>\n<p>Die wirksamste Bek\u00e4mpfung des Eichenprozessionsspinners beginnt lange, bevor die Brennhaare entstehen. \u201eDie muss eigentlich im Winter oder im Fr\u00fchjahr vorher passieren\u201c, sagt Buhl. Ist der Befall im Fr\u00fchsommer sichtbar, sind viele M\u00f6glichkeiten nur noch eingeschr\u00e4nkt wirksam.\u00a0<\/p>\n<p>Kommunen und Forstbetriebe setzen auf biologische Mittel gegen die Larven, die F\u00f6rderung nat\u00fcrlicher Feinde wie Meisen und Flederm\u00e4use oder das Absaugen von Nestern durch Spezialfirmen. Diese Ma\u00dfnahmen sind jedoch aufwendig und teuer. Gleichzeitig gibt es Zielkonflikte mit dem Natur- und Artenschutz.\u00a0 <\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt. Fachleute f\u00fchren das jedoch nicht allein auf Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen zur\u00fcck, sondern vor allem auf nat\u00fcrliche Schwankungen und \u00f6kologische Selbstregulierung: Witterungseinfl\u00fcsse, die Zunahme von Fressfeinden wie V\u00f6gel und Insekten und zyklische Entwicklungen haben die Best\u00e4nde sinken lassen.\u00a0 <\/p>\n<p>In stark belasteten Regionen wird der Alltag zunehmend schwierig. Hier gilt vor allem: Abstand halten. Experten empfehlen zudem, lange Kleidung, Handschuhe und gegebenenfalls eine Kopfbedeckung zu tragen. In Berlin berichten Anwohner allerdings, dass die Raupen inzwischen sogar ihre G\u00e4rten, Balkone und Hausfassaden erreichen.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Onlinetext: Olivia Gerstenberger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Reih und Glied: Raupen des Eichenprozessionsspinners ziehen gemeinsam weiter. 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