{"id":1102357,"date":"2026-06-18T00:53:28","date_gmt":"2026-06-18T00:53:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102357\/"},"modified":"2026-06-18T00:53:28","modified_gmt":"2026-06-18T00:53:28","slug":"eu-parlament-lockert-regeln-fuer-gentechnik-keine-kennzeichnung-mehr-im-supermarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102357\/","title":{"rendered":"EU-Parlament lockert Regeln f\u00fcr Gentechnik \u2013 keine Kennzeichnung mehr im Supermarkt"},"content":{"rendered":"<p>Das EU-Parlament hat abgestimmt: Gentechnisch leicht ver\u00e4nderte Pflanzen m\u00fcssen im Supermarkt nicht mehr gekennzeichnet werden. Deutschland hatte das Vorhaben abgelehnt, konnte sich aber nicht durchsetzen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Einsatz von Gentechnik f\u00fcr neue Pflanzensorten wird in der Europ\u00e4ischen Union deutlich einfacher. Das Europaparlament stimmte am Mittwoch in Stra\u00dfburg daf\u00fcr, dass Produkte aus bestimmten gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen im Supermarkt k\u00fcnftig keine Kennzeichnung mehr tragen m\u00fcssen. Umweltpr\u00fcfungen vor der Zulassung sollen wegfallen.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig gibt es rechtlich zwei Kategorien f\u00fcr solche <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/gentechnik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/gentechnik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gentechnik<\/a>. Die Erleichterungen betreffen sogenannte Neue Genomische Techniken (NGT): Dabei geht es um eine begrenzte Anzahl gentechnischer Eingriffe \u2013 etwa durch die \u201eGen-Schere\u201c Crispr-Cas \u2013 die laut Gesetz lediglich eine herk\u00f6mmliche Z\u00fcchtung beschleunigen sollen. Bef\u00fcrworter erhoffen sich dadurch neue Sorten, die besser mit D\u00fcrren zurechtkommen und weniger D\u00fcnger ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Diese Sorten sollen dem neuen Gesetz zufolge nur noch auf dem Saatgut als gentechnisch ver\u00e4ndert gekennzeichnet werden m\u00fcssen. Umweltpr\u00fcfungen vor der Zulassung sollen wegfallen. Diese sind bisher so aufwendig, dass eine Zulassung so teuer ist und lange dauert, dass sie sich h\u00e4ufig nicht lohnt.<\/p>\n<p>Das Gesetz sieht au\u00dferdem vor, dass der Einsatz der neuen Sorten nicht mehr auf jedem Feld nachvollziehbar sein muss. Kritiker bef\u00fcrchten, dass gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen durch den Wind auch auf \u00c4cker getragen werden k\u00f6nnten, wo sie eigentlich nicht angebaut werden.<\/p>\n<p>Pflanzen mit weitreichenderen gentechnischen Ver\u00e4nderungen unterliegen weiter den alten, strengeren Regeln. Dies gilt auch f\u00fcr <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/pflanzen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/pflanzen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pflanzen<\/a>, deren Genom auf eine Resistenz gegen bestimmte Unkrautvernichter hin ver\u00e4ndert wurde.<\/p>\n<p>Die \u00c4nderungen wurden <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6930d7e211f914c89b852205\/eu-deregulierung-fuer-verbraucher-soll-der-hinweis-auf-gentechnik-in-lebensmitteln-entfallen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6930d7e211f914c89b852205\/eu-deregulierung-fuer-verbraucher-soll-der-hinweis-auf-gentechnik-in-lebensmitteln-entfallen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bereits von den EU-Staaten best\u00e4tigt<\/a> und sollen voraussichtlich ab Mitte 2028 angewendet werden. Bundesumweltminister Casten Schneider (SPD) hatte die Einigung auf EU-Ebene im Dezember als schweren Fehler bezeichnet. Bei der Abstimmung dar\u00fcber im Rat enthielt sich Deutschland im April entsprechend. Dennoch gab es eine Mehrheit.<\/p>\n<p>EU erlaubt Patente f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen<\/p>\n<p>Die EU l\u00e4sst auch Patente auf die neuen Sorten zu. \u201eDadurch droht eine weitere Konzentration des europ\u00e4ischen Saatgutmarktes in den H\u00e4nden weniger multinationaler Konzerne\u201c, kritisierte der Gr\u00fcnen-Abgeordnete Martin H\u00e4usling. Kleinere Saatguthersteller k\u00f6nnten sich die Patente h\u00e4ufig nicht leisten, die Kosten f\u00fcr Landwirtinnen und Landwirte k\u00f6nnten steigen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich hatten in den Verhandlungen auch konservative Abgeordnete und mehrere Mitgliedstaaten argumentiert, konnten sich aber nicht durchsetzen. Die CDU-Europaabgeordneten Peter Liese und Norbert Lins unterst\u00fctzten die Reform trotz des Patentstreits. \u201eEuropa darf bei dieser Zukunftstechnologie nicht weiter zur\u00fcckfallen\u201c, teilten sie in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung mit.<\/p>\n<p>\u201eGenau diese L\u00f6sungen werden gebraucht, wenn <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/landwirtschaft\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/landwirtschaft\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landwirtschaft<\/a> auch unter schwierigeren Bedingungen verl\u00e4sslich produzieren soll\u201c, erkl\u00e4rte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Biotechnologie-Verbands DIB, Ricardo Gent. Er forderte, die EU-Regeln \u201eohne neue b\u00fcrokratische H\u00fcrden\u201c in Deutschland umzusetzen.<\/p>\n<p>Es bestehe \u201eweiterhin erheblicher Regelungsbedarf\u201c, kritisierte hingegen die Umweltorganisation BUND\u00a0\u2013 sowohl beim Patentrecht als auch f\u00fcr Informationen in Superm\u00e4rkten. \u201eAuch der Schutz der gentechnikfreien Land- und Lebensmittelwirtschaft ist unzureichend geregelt, erkl\u00e4rte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. \u201eDarum muss sich die Bundesregierung jetzt k\u00fcmmern.\u201c<\/p>\n<p>AFP\/dpa\/sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das EU-Parlament hat abgestimmt: Gentechnisch leicht ver\u00e4nderte Pflanzen m\u00fcssen im Supermarkt nicht mehr gekennzeichnet werden. 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