{"id":1102779,"date":"2026-06-18T04:54:55","date_gmt":"2026-06-18T04:54:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102779\/"},"modified":"2026-06-18T04:54:55","modified_gmt":"2026-06-18T04:54:55","slug":"kinder-brauchen-am-wasser-aufmerksame-erwachsene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102779\/","title":{"rendered":"\u201eKinder brauchen am Wasser aufmerksame Erwachsene\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die ersten warmen Tage des Jahres ziehen Familien nach drau\u00dfen \u2013 an Seen, ins Freibad oder an den heimischen Pool. F\u00fcr Kinder gibt es kaum etwas Sch\u00f6neres als Wasser. Es wird geplanscht und gelacht. Wasser bedeutet Sommer und unbeschwerte Stunden mit der Familie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gerade deshalb m\u00f6chte ich \u00fcber eine Gefahr sprechen, die viele Menschen untersch\u00e4tzen. Ein kurzer Blick aufs Handy, ein Gespr\u00e4ch mit Freunden, das Eincremen eines Geschwisterkindes \u2013 manchmal gen\u00fcgt ein Moment der Unaufmerksamkeit am Wasser. Als Direktor des Zentrums f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin am Helios Universit\u00e4tsklinikum Wuppertal erleben wir leider jedes Jahr Kinder, die nach Badeunf\u00e4llen behandelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ertrinken z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten t\u00f6dlichen Unfallursachen bei Kleinkindern. Viele Menschen stellen sich vor, dass Ertrinken laut und spektakul\u00e4r abl\u00e4uft \u2013 mit Hilferufen, wildem Rudern und viel Aufregung. Die Wirklichkeit sieht meist aber anders aus. Kinder ertrinken h\u00e4ufig sehr still. Oft passiert es innerhalb weniger Sekunden und manchmal nur wenige Meter von Erwachsenen entfernt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kleinkinder sind besonders gef\u00e4hrdet. Sie sind total neugierig, immer in Bewegung und untersch\u00e4tzen Gefahren naturgem\u00e4\u00df. Schon in wenigen Zentimetern Wasser k\u00f6nnen insbesondere S\u00e4uglinge und Kleinkinder in lebensbedrohliche Situationen geraten. Dabei denken viele zun\u00e4chst an Seen oder Schwimmb\u00e4der. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen auch ein kleines Planschbecken im Garten, ein Gartenteich oder sogar die eigene Badewanne zum Risiko werden, wenn ein Kind f\u00fcr einen Moment unbeaufsichtigt bleibt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn Eltern mich fragen, wie sie ihr Kind am besten sch\u00fctzen k\u00f6nnen, lautet meine Antwort eigentlich immer gleich: N\u00e4he. Kleine Kinder sollten am Wasser niemals allein sein. Nicht in Sichtweite, sondern tats\u00e4chlich in Griffweite. Schwimmfl\u00fcgel und andere Auftriebshilfen k\u00f6nnen hilfreich sein, sie ersetzen aber niemals eine aufmerksame Begleitperson. Sie sind keine Lebensrettungsger\u00e4te und ersetzen niemals die Aufsicht durch Erwachsene.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kommt es dennoch zu einem Unfall, z\u00e4hlt jede Minute. Das Kind muss sofort aus dem Wasser geholt werden. Atmet das Kind nicht normal oder ist bewusstlos, muss sofort der Notruf 112 verst\u00e4ndigt werden. Anschlie\u00dfend sollten umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden. Gerade nach einem Ertrinkungsunfall spielt die Beatmung eine wichtige Rolle. Viele Eltern haben Angst, in einer solchen Situation etwas falsch zu machen. Diese Sorge kann ich gut verstehen, dennoch ist es wichtig, zu wissen: Nicht zu handeln ist fast immer der gr\u00f6\u00dfere Fehler. Pr\u00e4gen Sie sich folgenden Satz gerne ein, der in jeglicher Erste-Hilfe-Situation gilt: Jede Hilfe ist besser als keine Hilfe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In meiner Sprechstunde werde ich au\u00dferdem h\u00e4ufig gefragt, wann nach einem entsprechenden Beinahe-Ertrinken \u00e4rztliche Hilfe notwendig ist. Treten Beschwerden wie anhaltender Husten, schnelle oder angestrengte Atmung, Erbrechen oder auff\u00e4llige Verhaltens\u00e4nderungen auf, sollte das Kind immer \u00e4rztlich untersucht werden. Deshalb habe ich einen Wunsch an alle Betreuungspersonen: Nutzen Sie die M\u00f6glichkeit, einen Kindernotfallkurs zu besuchen. Dort lernt man nicht nur Wiederbelebungsma\u00dfnahmen, man gewinnt vor allem Sicherheit \u2013 und diese Sicherheit kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen. Kinder brauchen am Wasser keine perfekten Eltern. Sie brauchen aufmerksame Erwachsene. Oft ist genau das der beste Schutz.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Prof. Kai O. Hensel ist Direktor des Zentrums f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin am Helios Universit\u00e4tsklinikum Wuppertal<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die ersten warmen Tage des Jahres ziehen Familien nach drau\u00dfen \u2013 an Seen, ins Freibad oder an den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1102780,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1840],"tags":[233619,233623,3364,29,19183,9210,30,233621,88264,2917,233624,3124,1460,233622,8235,135780,36119,1209,4106,4418,233620],"class_list":["post-1102779","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wuppertal","tag-aufmerksame","tag-auftriebshilfen","tag-de","tag-deutschland","tag-ertrinken","tag-erwachsene","tag-germany","tag-geschwisterkindes","tag-hensel","tag-hilfe","tag-hilferufen","tag-kai","tag-kind","tag-kindernotfallkurs","tag-kleinkinder","tag-kleinkindern","tag-moment","tag-nordrhein-westfalen","tag-wasser","tag-wuppertal","tag-zentrums"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116769333400700304","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1102779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1102779"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1102779\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1102780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1102779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1102779"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1102779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}