{"id":1102799,"date":"2026-06-18T05:05:16","date_gmt":"2026-06-18T05:05:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102799\/"},"modified":"2026-06-18T05:05:16","modified_gmt":"2026-06-18T05:05:16","slug":"von-reisevlogs-zu-kreml-propaganda-warum-die-eu-eine-influencerin-sanktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1102799\/","title":{"rendered":"Von Reisevlogs zu Kreml-Propaganda: Warum die EU eine Influencerin sanktioniert"},"content":{"rendered":"<p>Der Rat der Europ\u00e4ischen Union hat am 15. Juni 34 Personen und 47 Organisationen auf seine Sanktionsliste gesetzt. Darunter sind zehn Personen und eine Organisation, denen vorgeworfen wird, gezielt Desinformation zu verbreiten, um Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen, zu f\u00f6rdern oder zu legitimieren.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Konkret werden ihre Verm\u00f6genswerte eingefroren. B\u00fcrger und Unternehmen in der EU d\u00fcrfen ihnen weder Geld noch andere finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erscheinen einige der Betroffenen als eher ungew\u00f6hnliche Ziele solcher Ma\u00dfnahmen \u2013 darunter die russisch-amerikanische Reise-Influencerin Alexandra Jost.<\/p>\n<p>Jost wurde in Hongkong geboren und tritt in sozialen Netzwerken unter dem Namen Sasha Meets Russia auf. Dort ver\u00f6ffentlicht sie Beitr\u00e4ge \u00fcber russische Traditionen und Kultur sowie Reisevlogs.<\/p>\n<p>Hinter dieser scheinbar harmlosen Fassade mischt sie jedoch regelm\u00e4\u00dfig prorussische Propaganda in ihre Inhalte. Nach Angaben des Rates der Europ\u00e4ischen Union hat sie sich &#8222;unter dem Deckmantel kultureller Berichterstattung eine gro\u00dfe Anh\u00e4ngerschaft aufgebaut, konzentriert sich aber in Wirklichkeit auf kriegsbef\u00fcrwortende und kremltreue Propaganda zur Ukraine und unterst\u00fctzt das politische Establishment des Kremls sowie die russischen Streitkr\u00e4fte&#8220;.<\/p>\n<p>Bereits vor Inkrafttreten der neuen Sanktionen hatten YouTube und Instagram reagiert: Im M\u00e4rz 2025 sperrten die Plattformen Josts Konten. Zur Begr\u00fcndung hie\u00df es, sie habe Desinformation verbreitet und Russlands neokoloniale Gebietsanspr\u00fcche auf die Ukraine sowie den milit\u00e4rischen Angriff auf das Land unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>&#8222;So habe sie sich etwa an den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj gewandt und erkl\u00e4rt, die Krim sei Russland und bald werde die ganze Ukraine Russland sein&#8220;, erkl\u00e4rte der Rat.<\/p>\n<p>Am 15. Juni reagierte Jost in einem Video auf X auf die Sanktionen.<\/p>\n<p>&#8222;Sie haben einen interessanten Grund daf\u00fcr genannt, warum sie mich sanktioniert haben. Sie schreiben, ich h\u00e4tte Wolodymyr Selenskyj auf X geantwortet und gesagt, die Krim sei Russland und bald werde die ganze Ukraine Russland sein&#8220;, sagte sie ihren Followern. &#8222;Okay, wo ist da die L\u00fcge? Was ist das Problem?&#8220;<\/p>\n<p>Zu Josts weiteren prorussischen Botschaften geh\u00f6rt es, den Krieg gegen die Ukraine als &#8222;Spezialoperation&#8220; zu bezeichnen \u2013 und nicht als gro\u00df angelegte Invasion Moskaus.<\/p>\n<p>Zum vierten Jahrestag des Angriffs verbreitete Jost auf X \u00e4hnliche Aussagen. &#8222;Vier Jahre danach ist mir klar geworden, dass dieser Konflikt nicht mehr nur Russland gegen Ukraine ist. Es geht um Gut gegen B\u00f6se. Moral gegen Verfall. Es ist ein Krieg auf physischer wie geistiger Ebene.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gemeinsam werden wir stark bleiben. Um zu verteidigen, abzuschrecken, zu besiegen&#8220;, f\u00fcgte sie hinzu.<\/p>\n<p>In anderen Beitr\u00e4gen behauptete Jost zudem f\u00e4lschlich, im Unterschied zu Russland sei die Ukraine eine Diktatur.<\/p>\n<p>&#8222;Die Leute erz\u00e4hlen mir gern, ich w\u00fcrde in einer \u201aDiktatur\u2018 leben. Doch Russlands Pr\u00e4sident wurde gew\u00e4hlt \u2013 anders als in der Nachbarukraine, wo Wahlen komplett abgesagt werden. Also, welches Land ist jetzt die Diktatur?&#8220;, schrieb sie am 26. Mai.<\/p>\n<p>Wegen der russischen Invasion gilt in der Ukraine Kriegsrecht. Laut Verfassung darf das Land unter diesen Umst\u00e4nden keine Wahlen abhalten.<\/p>\n<p>Im April 2025 erkl\u00e4rte Jost auf Telegram, sie habe nie Geld daf\u00fcr bekommen, \u00fcber ihre Liebe zu Russland zu sprechen, und bezeichnete sich als Patriotin.<\/p>\n<p>Nach Angaben der EU erstellte sie jedoch Inhalte, w\u00e4hrend sie von TV-Novosti bezahlt wurde \u2013 der juristischen Person hinter dem bereits sanktionierten russischen Staatssender Russia Today.<\/p>\n<p>Durch die Sperrung ihrer Konten bei Instagram und YouTube im M\u00e4rz 2025 wurde es f\u00fcr Jost schwieriger, ihre Botschaften an westliche Zielgruppen zu verbreiten.<\/p>\n<p>Weitere Sanktionen: PR-Managerin und Bischof betroffen<\/p>\n<p>Zu den am 15. Juni von der Europ\u00e4ischen Union sanktionierten Personen geh\u00f6rt auch Maria Dudko, Direktorin der russischen PR-Agentur Limitless, auf Russisch Bezgranichnye.<\/p>\n<p>Anders als Influencerinnen wie Alexandra Jost arbeitet Dudko vor allem im Hintergrund. Nach Angaben des Rates der Europ\u00e4ischen Union steuert sie &#8222;westliche Influencer, die Kreml-Narrative und kriegsbef\u00fcrwortende Propagandaparolen nachsprechen und so die Ukraine und ihre Verb\u00fcndeten destabilisieren, indem sie den Informationsraum mit Desinformation fluten&#8220;.<\/p>\n<p>Dudkos Organisation wird von der russischen Regierung \u00fcber die Stiftung &#8222;Pr\u00e4sidialfonds f\u00fcr Kulturinitiativen&#8220; finanziert. Auch diese Stiftung steht nun wegen ausl\u00e4ndischer Manipulations- und Einflussoperationen auf der Sanktionsliste.<\/p>\n<p>Ebenfalls sanktioniert wurde Georgij Schewkunow. Der Bischof der Russisch-Orthodoxen Kirche, der unter dem Namen Tichon Schewkunow bekannt ist, gilt als Putins &#8222;pers\u00f6nlicher Beichtvater&#8220;.<\/p>\n<p>Der Rat erkl\u00e4rte, Schewkunow verbreite &#8222;systematisch kremltreue Desinformation&#8220;, darunter Behauptungen \u00fcber einen angeblichen &#8222;Nazismus&#8220; in der Ukraine. Zudem bestreite er die Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine und rechtfertige die russische Invasion als notwendig, defensiv und gottgewollt.<\/p>\n<p>&#8222;Durch Predigten, Medienauftritte, staatlich finanzierte Kulturprojekte und direkte Spendenaufrufe f\u00fcr russische Truppen im besetzten Krimgebiet f\u00f6rdert und unterst\u00fctzt er die milit\u00e4rischen Aktionen Russlands&#8220;, hie\u00df es weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Rat der Europ\u00e4ischen Union hat am 15. 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