{"id":110306,"date":"2025-05-14T16:05:09","date_gmt":"2025-05-14T16:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/110306\/"},"modified":"2025-05-14T16:05:09","modified_gmt":"2025-05-14T16:05:09","slug":"olympia-attentat-1972-forschung-widerlegt-populaeren-mythos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/110306\/","title":{"rendered":"Olympia-Attentat 1972: Forschung widerlegt popul\u00e4ren Mythos"},"content":{"rendered":"<p>Schwer bewaffnete M\u00e4nner in Trainingsanz\u00fcgen, die auf den D\u00e4chern des Olympischen Dorfes herumklettern \u2013 im Visier das Apartment in der Connollystra\u00dfe 31, wo pal\u00e4stinensische Terroristen israelische Sportler als Geiseln halten. Diese Szenen geh\u00f6ren zu den bekanntesten Bildern des Olympia-Anschlags vom 5. September 1972 in M\u00fcnchen. Nicht zuletzt, weil das Fernsehen die Bilder in alle Welt live \u00fcbertragen hat. <\/p>\n<p>Mythos wird seit Jahrzehnten immer wieder aufgegriffen<\/p>\n<p>Auch der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/september-5-gewinnt-deutschen-filmpreis-in-gold,Ukh5Sn9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">oscarnominierte Kinofilm &#8222;September 5&#8220; <\/a>thematisierte die Rolle der Journalisten vor Ort, die damals live berichteten. Dabei wird auch angedeutet, was seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Erz\u00e4hlungen \u00fcber den Anschlag geh\u00f6rt: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachricht\/zeitstrahl-olympia-1972-das-attentat-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">n\u00e4mlich dass die Terroristen im Fernsehen live zuschauen konnten<\/a>, wie die Polizei versuchte, sie ins Visier zu nehmen. Und: Dass die Polizei daraufhin, als ihr das klar wurde, die Beamten abzog und der Einsatz deshalb scheiterte.  <\/p>\n<p>Es gab gar keinen Fernseher in der Wohnung<\/p>\n<p>Jetzt haben die Forscherinnen und Forscher aber herausgefunden: In der Wohnung in der Connollystra\u00dfe 31 gab es gar keinen Fernseher. Die Terroristen konnten demnach auch keine Livebilder vom Polizeieinsatz sehen. Belegt wird diese neue Erkenntnis durch mehrere Quellen, darunter Polizeiberichte und Fotos vom Tatort. Das teilte das Institut f\u00fcr Zeitgeschichte M\u00fcnchen-Berlin am Mittwoch mit. <\/p>\n<p>Die Grundrisse des Olympischen Dorfes w\u00fcrden zudem zeigen, dass keine Fernsehanschl\u00fcsse vorgesehen waren. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Abzug der Polizisten und der Aufforderung an die Journalisten, die Kameras abzuschalten, sei deshalb reiner Zufall gewesen, so die Historiker.  <\/p>\n<p>Abzug angeordnet, um Politiker nicht zu gef\u00e4hrden<\/p>\n<p>Der Abzug der Polizisten von den D\u00e4chern hatte laut dem Forschungsbericht des Instituts f\u00fcr Zeitgeschichte andere Gr\u00fcnde: Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher war mit Polizeipr\u00e4sident Manfred Schreiber und Bayerns Innenminister Bruno Merk zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg, um erneut vor dem Apartment mit den Terroristen zu verhandeln. Der archivierte Polizei-Funkverkehr dazu zeigt: Man wollte verhindern, dass die T\u00e4ter die Polizisten auf den D\u00e4chern entdeckten und die Politiker durch eine Eskalation gef\u00e4hrdet w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Olympia-Attentat wird umfassend wissenschaftlich erforscht<\/p>\n<p>Mehr als 50 Jahre nach dem Olympia-Attentat sollen die Geschehnisse <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/olympia-attentat-wird-nun-umfassend-wissenschaftlich-erforscht,Tp632sc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neu bewertet und erstmals umfassend wissenschaftlich aufgearbeitet werden<\/a>. Dazu wurde eine achtk\u00f6pfige internationale Forscherkommission gegr\u00fcndet, die zusammen mit dem Institut f\u00fcr Zeitgeschichte M\u00fcnchen-Berlin die Ereignisse neu untersucht.    <\/p>\n<p>Die Ergebnisse des dreij\u00e4hrigen Forschungsprojektes sollen in einem Bericht an das Bundesinnenministerium sowie in einen wissenschaftlichen Sammelband einflie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Schwer bewaffnete M\u00e4nner in Trainingsanz\u00fcgen, die auf den D\u00e4chern des Olympischen Dorfes herumklettern \u2013 im Visier das Apartment&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":110307,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,43140,1268,2339,43142,43141],"class_list":{"0":"post-110306","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-institut-fuer-zeitgeschichte","12":"tag-muenchen","13":"tag-oberbayern","14":"tag-olympia-attentat","15":"tag-olympia-attentat-1972"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114507043596812347","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=110306"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/110306\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/110307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=110306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=110306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=110306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}