{"id":1103574,"date":"2026-06-18T12:26:18","date_gmt":"2026-06-18T12:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1103574\/"},"modified":"2026-06-18T12:26:18","modified_gmt":"2026-06-18T12:26:18","slug":"ausbaustrecke-chemnitz-leipzig-sachsen-stellt-spar-variante-vor-gruene-sind-entsetzt-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1103574\/","title":{"rendered":"Ausbaustrecke Chemnitz\u2013Leipzig: Sachsen stellt Spar-Variante vor, Gr\u00fcne sind entsetzt \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-notice\">This article is also available in English: <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/en\/economy\/metropolitan-region\/2026\/06\/chemnitz-leipzig-rail-link-saxony-unveils-cost-cutting-plan-the-greens-are-appalled-660984\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Read this article in English<\/a>.<\/p>\n<p>Es ist ein Trauerspiel um den Ausbau und die Elektrifizierung der Eisenbahn-Direktverbindung von Leipzig nach Chemnitz. Jahrelang haben Bahn, Bund und Freistaat den Ausbau vertr\u00f6delt. Jetzt ist er mitten hineingeraten in eine Zeit der radikalen K\u00fcrzungen. Und so meldete das S\u00e4chsische Staatsministerium f\u00fcr Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) am Mittwoch, dem 17. Juni: \u201eDer Ausbau des Nordabschnitts der Bahnstrecke Chemnitz\u2013Leipzig ist im vorhandenen Finanzrahmen machbar. Das ist das zentrale Ergebnis der vom Freistaat Sachsen initiierten und durch die DB InfraGO AG beauftragten Machbarkeitsuntersuchung.\u201c<\/p>\n<p>Diese Machbarkeitsuntersuchung weise einen gleicherma\u00dfen leistungsf\u00e4higen wie finanzierbaren Weg aus \u2013 mit gezielt zweigleisigen Abschnitten dort, wo sie f\u00fcr Takt, Kapazit\u00e4t und Betriebsstabilit\u00e4t erforderlich sei.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/b82088948cd048f08400ac62dd6f3896.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/metropolregion\/2026\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/metropolregion\/2026\/06\/1\"\/><\/p>\n<p>Die Untersuchung war erforderlich geworden, nachdem eine Kostenindikation der DB InfraGO AG vom Februar 2026 f\u00fcr einen vollst\u00e4ndig zweigleisigen Ausbau mit 1,32 Milliarden Euro deutlich \u00fcber dem einger\u00e4umten Finanzierungsrahmen lag. Vor diesem Hintergrund hatten sich die Beteiligten darauf verst\u00e4ndigt, eine belastbare Pr\u00fcfung f\u00fcr eine leistungsf\u00e4hige und finanzierbare L\u00f6sung vorzunehmen.<\/p>\n<p>20 Kilometer doch nur eingleisig<\/p>\n<p>Konkret sieht die Untersuchung vor, rund 24 der insgesamt 44 Kilometer des Nordabschnitts zweigleisig auszubauen. Die Kosten daf\u00fcr beziffert die Studie auf rund 531 Millionen Euro. Dieser Betrag umfasst neben den Bau- und Planungskosten auch die Nominalisierung \u00fcber die Bauzeit sowie einen Risikopuffer in H\u00f6he von 30 Prozent f\u00fcr unvorhergesehene Kosten, so das SMIL. F\u00fcr den zweigleisigen Ausbau soll der vorhandene Finanzierungsweg \u00fcber das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) genutzt werden.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Elektrifizierung der Strecke beziffert die Untersuchung auf rund 149 Millionen Euro. Auch dieser Betrag enth\u00e4lt neben Bau- und Planungskosten eine Nominalisierung \u00fcber die Bauzeit sowie einen Risikopuffer in H\u00f6he von 30 Prozent. Damit liegen die Gesamtkosten f\u00fcr den leistungsf\u00e4higen Ausbau einschlie\u00dflich Elektrifizierung bei rund 680 Millionen Euro. F\u00fcr die Finanzierung der Elektrifizierung soll eine F\u00f6rderung \u00fcber das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erschlossen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die vollst\u00e4ndige Finanzierung der Gesamtl\u00f6sung befinde sich der Freistaat in intensiven Abstimmungsgespr\u00e4chen mit dem Bund, dessen Mitwirkung hierf\u00fcr erforderlich ist.<\/p>\n<p>Im Stundentakt nach Chemnitz?<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr ein Betriebskonzept, das die Akzeptanz der beiden Verkehrstr\u00e4ger ZVMS und ZVNL gefunden hat, und den hierf\u00fcr mindestens notwendigen zweigleisigen Ausbau zwischen Leipzig und Geithain, liegt jetzt eine belastbare Grundlage auf dem Tisch\u201c, erkl\u00e4rte Staatsministerin Regina Kraushaar am Mittwoch. \u201eF\u00fcr die Elektrifizierung haben wir ebenso einen Plan: Hier werden wir gezielt den F\u00f6rderweg \u00fcber das GVFG suchen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Ausbau der Strecke innerhalb des vorhandenen Budgets soll das zweite Gleis gezielt auf den Abschnitten errichtet werden, auf denen sich Z\u00fcge begegnen m\u00fcssen und wo zus\u00e4tzliche Infrastruktur f\u00fcr einen dichteren, stabileren Takt erforderlich ist. Auf den \u00fcbrigen Abschnitten ist nach der Untersuchung f\u00fcr das zugrunde gelegte Betriebsprogramm ein zweites Gleis nicht zwingend erforderlich.<\/p>\n<p>Auch mit dem angepassten Ausbauumfang werde der in der Studie zugrunde gelegte Halbstundentakt des RE 6 in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 8 sowie zwischen 15 und 18 Uhr erreicht. Au\u00dferhalb dieser Zeiten ist ein Stundentakt vorgesehen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung sollen nun in die weiteren Planungsschritte \u00fcbernommen werden, so das SMIL. Der Freistaat Sachsen begleitet das Vorhaben \u00fcber eine eigens daf\u00fcr eingerichtete Stabsstelle f\u00fcr die technische Projektbegleitung auf der Ebene der Abteilungsleitung, die dem Staatssekret\u00e4r regelm\u00e4\u00dfig berichtet. Parallel dazu wird die Planung des S\u00fcdabschnitts weiter vorangetrieben. Valide Aussagen zu einer Zeitschiene seien aber erst nach Abschluss der Vorplanung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne: Die Sparvariante ist eine verkehrspolitische Bankrotterkl\u00e4rung<\/p>\n<p>Kritik an der vorgestellten Sparvariante gab es umgehend aus der Fraktion B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen im S\u00e4chsischen Landtag.<\/p>\n<p>\u201eDie vorgestellten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bleiben deutlich hinter dem zur\u00fcck, was die Bahnstrecke Chemnitz\u2013Leipzig braucht. 24 statt 44 Kilometer Zweigleisigkeit zementieren den Engpass\u201c, erkl\u00e4rte am Mittwoch Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen-Fraktion im S\u00e4chsischen Landtag. \u201eDas ist kein Zukunftsausbau, sondern eine verkehrspolitische Bankrotterkl\u00e4rung. Die wichtige Schienenverbindung braucht mehr Kapazit\u00e4t, mehr Stabilit\u00e4t und eine echte Perspektive f\u00fcr Wachstum. Stattdessen wird der zweigleisige Ausbau zusammengestrichen und auf ein Mindestprogramm geplant: Halbstundentakt im Regionalverkehr nur in der Hauptverkehrszeit, ansonsten Stundentakt. Schon heute liegt die Auslastung bei 140 Prozent. Wer jetzt ohne Puffer baut, schreibt den Mangel von heute auf Jahrzehnte fort.\u201c<\/p>\n<p>Besonders bitter sei der Etikettenschwindel beim Fernverkehr, so Meier. \u201eStatt eines verl\u00e4sslichen Zwei-Stunden-Taktes droht Chemnitz nun mit gerade einmal drei Z\u00fcgen pro Tag ein Schein-Fernverkehr. Das ist kein echter Anschluss f\u00fcr eine Gro\u00dfstadt und eine Region mit \u00fcber einer Million Einwohnern, sondern ein Alibi-Angebot, das die berechtigten Erwartungen der Region komplett torpediert.\u201c<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen fordern Sachsens Ministerpr\u00e4sidenten deshalb auf, den Ausbau zur Chefsache zu machen und die nun vorgelegte Variante nicht als abschlie\u00dfende L\u00f6sung zu akzeptieren. Der Bund m\u00fcsse sich an den Kostensteigerungen beteiligen. Zudem brauche es eine Verl\u00e4ngerungsm\u00f6glichkeit \u00fcber das Jahr 2038 hinaus, damit wichtige Strukturwandel-Bahnprojekte nicht am Zeitdruck scheitern.<\/p>\n<p>\u201eChemnitz braucht kein Sch\u00f6nreden, sondern eine leistungsf\u00e4hige, elektrifizierte und verl\u00e4ssliche Schienenanbindung nach Leipzig\u201c, betont Katja Meier. \u201eWenn der Bund Strukturwandel ernst meint, darf er Sachsen mit den gestiegenen Kosten nicht alleinlassen. Und die Staatsregierung darf sich nicht damit zufriedengeben, den Mangel m\u00f6glichst billig zu verwalten. Ziel muss ein Ausbau sein, der den 30-Minuten-Takt stabil tr\u00e4gt, Reserven f\u00fcr zus\u00e4tzliche Verkehre schafft und Chemnitz endlich eine echte Fernverkehrsperspektive er\u00f6ffnet.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"This article is also available in English: Read this article in English. 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