{"id":1104731,"date":"2026-06-18T23:30:32","date_gmt":"2026-06-18T23:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1104731\/"},"modified":"2026-06-18T23:30:32","modified_gmt":"2026-06-18T23:30:32","slug":"psychotherapeuten-social-media-verbot-greift-zu-kurz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1104731\/","title":{"rendered":"Psychotherapeuten: Social-Media-Verbot greift zu kurz"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Hannover. In der Debatte \u00fcber m\u00f6gliche Einschr\u00e4nkungen sozialer Medien f\u00fcr Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren warnt die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen vor zu einfachen L\u00f6sungen. Verbote allein griffen zu kurz und h\u00e4tten nicht den gew\u00fcnschten Effekt, teilte die Kammer mit. Stattdessen brauche es verbindliche Schutzmechanismen und klare Regeln f\u00fcr Plattformanbieter. <\/p>\n<p>Die Verantwortung f\u00fcr einen gesunden Umgang mit digitalen Medien d\u00fcrfe nicht auf Heranwachsende abgew\u00e4lzt werden, hei\u00dft es in einem Positionspapier der Kammer. Vor allem Plattformanbieter und die Politik m\u00fcssten st\u00e4rker in die Pflicht genommen werden. Freiwillige Ma\u00dfnahmen reichten nicht aus. <\/p>\n<p>Kammerpr\u00e4sidentin Kristina Sch\u00fctz sagte, die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sei ein komplexes Thema. Klar sei aber: Kinder- und Jugendschutz m\u00fcsse auf Plattformen konsequent durchgesetzt werden. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Kammer fordert mehr Medienkompetenz \u2013 auch bei Erwachsenen <\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rten etwa Regeln zu Nutzungszeiten, suchtf\u00f6rdernden Mechanismen, manipulativen Algorithmen und jugendgef\u00e4hrdenden Inhalten. Auch eine wirksame Altersverifikation k\u00f6nne Plattformen st\u00e4rker in die Verantwortung nehmen. <\/p>\n<p>Zugleich fordert die Kammer mehr Medienkompetenz \u2013 nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen. Eltern m\u00fcssten bef\u00e4higt werden, ihre Kinder beim Umgang mit digitalen Medien gut zu begleiten. Dazu geh\u00f6re auch, das eigene Nutzungsverhalten zu hinterfragen. <\/p>\n<p>Studienlage zur Nutzung sozialer Medien bislang nicht eindeutig <\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der Kammer ist die Studienlage zur Nutzung sozialer Medien durch Heranwachsende bislang nicht eindeutig. Hinweise gebe es aber darauf, dass lange Nutzungszeiten, passiver Konsum und belastende Inhalte wie Cybermobbing negative Folgen f\u00fcr das psychische Wohlbefinden haben k\u00f6nnten. Psychotherapeuten erlebten in Praxen, Kliniken und Beratungsstellen, dass exzessiver Medienkonsum die Entwicklung von Heranwachsenden beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nne. <\/p>\n<p>Die Kammer fordert zudem einen Ausbau psychotherapeutischer Behandlungsangebote. Au\u00dferdem m\u00fcssten junge Menschen st\u00e4rker in die Debatte einbezogen werden, weil m\u00f6gliche Verbote unmittelbar in ihre Lebenswelt eingriffen. <\/p>\n<p>Auch Armut oder Gewalt haben gro\u00dfen Einfluss auf Wohlbefinden <\/p>\n<p>Schutz vor digitalen Gefahren sei wichtig, d\u00fcrfe aber nicht isoliert von realen Lebensbedingungen betrachtet werden. Armut, Vernachl\u00e4ssigung, Gewalt, Diskriminierung und Leistungsdruck h\u00e4tten gro\u00dfen Einfluss auf das Wohlbefinden von Heranwachsenden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Hannover. 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