{"id":1104884,"date":"2026-06-19T00:54:23","date_gmt":"2026-06-19T00:54:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1104884\/"},"modified":"2026-06-19T00:54:23","modified_gmt":"2026-06-19T00:54:23","slug":"sachsens-chipindustrie-sucht-schulterschluss-mit-japan-und-irland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1104884\/","title":{"rendered":"Sachsens Chipindustrie sucht Schulterschluss mit Japan und Irland"},"content":{"rendered":"<p>\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Infineon-Dresden-IMG_20240327_135151.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197923\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Infineon-Dresden-IMG_20240327_135151.webp\" alt=\"Infineon-Chipfabrik in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Infineon-Chipfabrik in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt<br \/>\nAlle drei Mikroelektronik-Standorte sind auf Ausbaukurs<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 18.06.26. Sachsens Mikroelektroniker und Wirtschaftspolitiker haben beim \u201eSilicon Saxony Day\u201c in Dresden die Chancen auf mehr Gesch\u00e4fte und gute Partnerschaften mit Irland und Japan ausgelotet. \u201eF\u00fcr s\u00e4chsische Unternehmen ist dieses wachsende Marktumfeld und der Austausch mit solchen innovativen Unternehmen wichtig f\u00fcr die eigene Weiterentwicklung und die Sicherung zuk\u00fcnftiger Absatzm\u00f6glichkeiten\u201c, <a href=\"https:\/\/www.medienservice.sachsen.de\/medien\/news\/1098078\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">betont Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Horn von der Wirtschaftsf\u00f6rderung Sachsen <\/a>(WFS).<\/p>\n<p>Irland legt \u201eSilicon Island\u201c auf, Japaner wollen Halbleiter-Spitzenposition zur\u00fcck<\/p>\n<p>Beide L\u00e4nder investieren derzeit kr\u00e4ftig in ihre nationalen Halbleiterindustrien: Die gr\u00fcne Insel, die mit den Intelfabriken in Leixlip einen wichtigen Nukleus hat, will durch das Programm \u201eSilicon Island\u201c bis 2040 seine Mikroelektronik massiv ausbauen und zu einem f\u00fchrenden Standort f\u00fcr Design, Fertigung und Forschung im Halbleiterbereich aufsteigen. Nippon wiederum versucht derzeit, seine in den 1990er verlorene F\u00fchrungsposition zur\u00fcckgewinnen. Die japanische Regierung subventioniert deshalb \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rapidus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rapidus<\/a>\u201c und andere einheimische Chiphersteller. In beiden F\u00e4llen sehen s\u00e4chsische Technologie-Zulieferer einerseits Marktchancen, andererseits auch Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr gemeinsame Projekte.<\/p>\n<blockquote><p>\n<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20240318_110403.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197922\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/20240318_110403.webp\" alt=\"Thomas Horn ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsf\u00f6rderung Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Thomas Horn ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsf\u00f6rderung Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p><strong>\u201eIn der Mikroelektronik passen Japan und Sachsen seit jeher hervorragend zusammen.\u201c<br \/><\/strong>WFS-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Horn<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u201eIn der Mikroelektronik passen Japan und Sachsen seit jeher hervorragend zusammen\u201c, argumentiert Horn mit Blick auf Nippon. \u201eJapanische Unternehmen geh\u00f6ren zu den f\u00fchrenden Lieferanten von Halbleiterausr\u00fcstung und -materialien und decken etwa 30 Prozent des globalen Umsatzes in diesem Bereich ab.\u201c Parallel dazu bauen die Japaner ihre Chipproduktion wieder massiv aus. Mit Schaltkreisen der Strukturgenerationen unterhalb von zehn Nanometern wollen sie dabei technologisch (wieder) auf Augenh\u00f6he mit Taiwan, S\u00fcdkorea und den USA kommen.<\/p>\n<p>Fabriken reichen nicht: Sachsen will auch bei Chipdesign und 3D-Endmontage 1. Geige spielen<\/p>\n<p>Der Freistaat wiederum hat sich in den sechs vergangenen Dekaden zum f\u00fchrenden Mikroelektronik-Standort in Europa entwickelt \u2013 mit milliardenteuren Chipfabriken, aber auch vielen hochspezialisierten Zulieferern. Nun sind die Sachsen dabei, ihre Wertsch\u00f6pfungskette in beide Richtungen abzurunden: \u201eDer Freistaat will das Cluster weiterentwickeln und dabei insbesondere Forschung, Design und die Integration mehrerer spezialisierter Mikrochips in einem einzigen Modul \u2013 das <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Advanced_packaging_(semiconductors)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Advanced Packaging<\/a> \u2013 st\u00e4rken\u201c, betont Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD).<\/p>\n<p>Keine Einbahnstra\u00dfe<\/p>\n<p>Die japanische Au\u00dfenwirtschaftsorganisation \u201eJetro\u201c sieht daraus Vorteile f\u00fcr beide Seiten erwachsen: Man wolle einerseits japanische Innovationen in einem der f\u00fchrenden Halbleiterzentren Europas vorstellen, betont Shigeki Okamoto, der das Berliner Jetro-B\u00fcro leitet. Parallel dazu f\u00f6rdere die Organisation \u201eneue Partnerschaften zwischen japanischen Unternehmen und der europ\u00e4ischen Industrie und Forschung\u201c.<\/p>\n<p>Toshiba l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen: Chip-Kooperation reicht bis in DDR zur\u00fcck<\/p>\n<p>Schon zu DDR-Zeiten kooperierten die ostdeutschen und japanischen Mikroelektroniker \u2013 auch wenn die Japaner nicht mehr unbedingt daran erinnert werden wollen. Denn Toshiba lieferte der DDR in den 1980er Jahren zeitweise Technologiebeschreibungen und Schablonen f\u00fcr Speicherchips, die unter anderem f\u00fcr das \u201e<a href=\"https:\/\/oiger.de\/2023\/08\/18\/im-dresdner-megabit-chip-steckten-5050-ddr-und-westtechnologie\/187885\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zentrum f\u00fcr Mikroelektronik Dresden<\/a>\u201c (ZMD) und die Erfurter Fabriken im Kombinat Mikroelektronik bestimmt waren. Mit ihrer Embargopolitik schoben die USA diesen Gesch\u00e4ften schlie\u00dflich einen Riegel vor. Toshiba holte die Schablonen und Unterlagen aus der DDR wieder ab und vernichtete sie \u2013 da hatten die ostdeutschen Ingenieure aber l\u00e4ngst Kopien angefertigt. Das Ganze wurde in der westlichen Presse als Teil der \u201eToshiba-Aff\u00e4re\u201c publik gemacht.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: WFS, Heiko Weckbrodt: \u201eInnovationspolitik in der DDR\u201c, Wikipedia, Oiger-Archiv<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Infineon-Chipfabrik in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt Alle drei Mikroelektronik-Standorte sind auf Ausbaukurs Dresden, 18.06.26. 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