{"id":1105151,"date":"2026-06-19T03:29:19","date_gmt":"2026-06-19T03:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1105151\/"},"modified":"2026-06-19T03:29:19","modified_gmt":"2026-06-19T03:29:19","slug":"rund-die-haelfte-aller-schwerverletzten-in-deutschland-verunglueckt-im-strassenverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1105151\/","title":{"rendered":"Rund die H\u00e4lfte aller Schwerverletzten in Deutschland verungl\u00fcckt im Stra\u00dfenverkehr"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anl\u00e4sslich des Tags der Verkehrssicherheit am 20. Juni hat die DGOU auf die hohe Rate von Schwerverletzten durch Ungl\u00fccke im Stra\u00dfenverkehr hingewiesen. Die Fachgesellschaft unterst\u00fctzt die Forderung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) nach mehr Sicherheit auf Deutschlands Stra\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund die H\u00e4lfte aller Schwerverletzten in Deutschland verungl\u00fcckt im Stra\u00dfenverkehr. Besonders betroffen sind Kopf, Brustkorb und Extremit\u00e4ten. W\u00e4hrend Verletzungen von Kopf und Brustkorb h\u00e4ufig akut lebensbedrohlich sind, k\u00f6nnen schwere Sch\u00e4digungen an Armen und Beinen die Behandlung erschweren und die Mobilit\u00e4t sowie Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen langfristig beeintr\u00e4chtigen, konstatiert die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie (DGOU).<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um f\u00fcr mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, beschreibt eine Infobox, was jeder Verkehrsteilnehmer auch selbst f\u00fcr mehr Sicherheit tun kann. \u201eWir versorgen t\u00e4glich schwerstverletzte Patientinnen und Patienten nach Verkehrsunf\u00e4llen und entwickeln die Unfallversorgung kontinuierlich weiter. Trotz aller Fortschritte in der Medizin bleibt entscheidend, dass schwere Unf\u00e4lle gar nicht erst passieren\u201c, sagt Prof. Frank Hildebrand, DGOU-Pr\u00e4sident und Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Unfallchirurgie (DGU).<\/p>\n<p><strong>Pl\u00e4doyer f\u00fcr Eigeninitiative und eCall-Systeme in Fahrzeugen<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Sicht der DGOU braucht es Ma\u00dfnahmen auf zwei Ebenen. Zum einen kann jeder Einzelne dazu beitragen, sich besser zu sch\u00fctzen, etwa durch das Tragen von Helmen beim Radfahren und E-Scooter-Fahrten, geeigneter Schutzkleidung auf dem Motorrad oder durch die konsequente Nutzung von Sicherheitsgurten im Auto. Zum anderen ist entscheidend, dass die Rahmenbedingungen stimmen: Sichere Rad- und Fu\u00dfwege, angepasste Geschwindigkeiten, klare Verkehrsf\u00fchrung und moderne Fahrzeugsicherheitssysteme tragen wesentlich dazu bei, die Kr\u00e4fte bei einem Unfall zu reduzieren und schwere Verletzungen zu vermeiden. \u201eModerne Fahrerassistenzsysteme k\u00f6nnen dabei zus\u00e4tzlich Leben retten. Dazu z\u00e4hlen etwa Systeme zur Erkennung von Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4ngern sowie Radfahrern, die warnen oder automatisch bremsen, auch bei schlechten Sichtverh\u00e4ltnissen. Ebenso wichtig ist das eCall-System, das im Falle eines Unfalls automatisch einen Notruf ausl\u00f6st und so die Rettungskette beschleunigt, etwa wenn Fahrzeuginsassen nicht mehr ansprechbar sind\u201c, sagt PD Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Pr\u00e4vention.<a href=\"https:\/\/dgou.de\/fileadmin\/_processed_\/2\/a\/csm_TraumaRegister_DGU_Grafik_Verletzungsmuster_a1b439bb81.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><strong>Verletzungsmuster unterscheiden sich<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daten aus dem TraumaRegister DGU\u00ae zeigen: Je nach Verkehrsteilnahme unterscheiden sich die <a href=\"https:\/\/newsletter.dgou.de\/r.html?uid=1.134.waf.mqq.pklrrjm8h2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Verletzungsmuster<\/a> deutlich (s. Abb.). Radfahrende erleiden bei schweren Unf\u00e4llen besonders h\u00e4ufig Kopfverletzungen, Motorradfahrende vor allem Verletzungen an Brustkorb, Armen und Becken. Autoinsassen sind besser gesch\u00fctzt, dennoch bleibt der Brustkorb stark belastet. Besonders gef\u00e4hrdet sind ungesch\u00fctzte Verkehrsteilnehmende wie Radfahrer, E-Scooter-Nutzer und Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4nger. Sie erleiden \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig Mehrfachverletzungen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1040\" height=\"690\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bild1_tr_dgu-1040x690.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-519344\"  \/>Verletzungsmuster 2022 in Deutschland (Grafik: TraumaRegister DGU)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eKopf- und Brustverletzungen sind deshalb so kritisch, weil hier lebenswichtige Organe betroffen sind, etwa Gehirn, Herz und Lunge. Schwere Verletzungen in diesen Bereichen f\u00fchren besonders h\u00e4ufig zu lebensbedrohlichen Zust\u00e4nden\u201c, sagt Spering. Aber auch schwere Verletzungen der Extremit\u00e4ten spielen bei Verkehrsunf\u00e4llen eine wichtige Rolle: In Kombination mit weiteren Verletzungen k\u00f6nnen sie lebensbedrohlich sein und den Verlauf der Behandlung ma\u00dfgeblich beeinflussen. \u201eZugleich geht es nicht nur ums \u00dcberleben, sondern auch um die langfristigen Folgen: Viele Betroffene leiden dauerhaft unter Einschr\u00e4nkungen im Alltag sowie in ihrer Arbeits- und Leistungsf\u00e4higkeit. Die gesundheitsbezogene Lebensqualit\u00e4t ist oft erheblich beeintr\u00e4chtigt\u201c, erl\u00e4utert Spering, der den Vorstandsausschuss Verkehrsmedizin des DVR leitet.<\/p>\n<p><strong>\u201eVerkehrsinfrastruktur muss dringend angepasst werden\u201c<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er sagt weiter: \u201eMehr als jeder sechste Verkehrsunfalltote geh\u00f6rt zu den ungesch\u00fctzten Verkehrsteilnehmern. Das zeigt, wie dringend die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden muss: Kreuzungspunkte unterschiedlicher Verkehrsteilnehmenden m\u00fcssen reduziert, \u00fcbersichtlicher gestaltet und vor allem so konstruiert werden, dass Fehler der Verkehrsteilnehmenden nicht unmittelbar zu einem Unfall f\u00fchren.\u201c Andere L\u00e4nder wie Schweden oder die Niederlande machten bereits vor, wie wirksam solche Ans\u00e4tze sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hintergrund:<\/strong> Das TraumaRegister DGU\u00ae erfasst j\u00e4hrlich rund 25.000 schwer verletzte Unfallopfer, die in Kliniken versorgt werden, darunter nicht nur Verkehrsunf\u00e4lle, sondern beispielsweise auch schwere St\u00fcrze. Ber\u00fccksichtigt werden dabei ausschlie\u00dflich Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Verletzungen, die lebend die Kliniken erreichen. Die amtliche Stra\u00dfenverkehrsunfallstatistik kommt hingegen auf \u00fcber 350.000 Verletzte pro Jahr, da sie auch leichte Verletzungen abbildet. Zus\u00e4tzlich werden hier die Verkehrsunfalltoten aufgef\u00fchrt, die sowohl noch an der Unfallstelle versterben oder innerhalb der ersten 30 Tage in einer behandelnden Klinik nach dem Unfall.<\/p>\n<p><strong>Wirksame Sicherheitstipps der DGOU f\u00fcr Verkehrsteilnehmende<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kopf und Brustkorb sch\u00fctzen<\/strong><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>beim Radfahren und auf dem E-Scooter immer einen gutsitzenden Helm tragen<\/li>\n<li>auf dem Motorrad Schutzkleidung mit Protektoren nutzen<\/li>\n<li>im Auto den Sicherheitsgurt konsequent anlegen \u2013 auch auf kurzen Strecken und auf der R\u00fcckbank.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit erh\u00f6hen<\/strong><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>helle oder reflektierende Kleidung tragen, besonders bei Dunkelheit und schlechtem Wetter<\/li>\n<li>Ablenkungen vermeiden: kein Smartphone am Steuer, Lenker oder beim \u00dcberqueren der Stra\u00dfe<\/li>\n<li>ausreichend Abstand halten und defensiv fahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Geschwindigkeit anpassen und Risiken vermeiden<\/strong><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geschwindigkeit an Wetter, Verkehr und Sichtverh\u00e4ltnisse anpassen<\/li>\n<li>Kreuzungen, abbiegende Fahrzeuge und tote Winkel besonders aufmerksam beobachten<\/li>\n<li>Niemals unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss fahren<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Referenzen:\u00a0<\/strong><br \/>1. <a href=\"http:\/\/dgou.de\/fileadmin\/dgu-online\/Dokumente\/9._Presse\/TraumaRegister_DGU_Grafik_Verletzungsmuster.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Grafik Verletzungsmuster<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch interessant:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/biermann-medizin.de\/strassenverkehrsunfallstatistik-soll-verletzungsfolgen-besser-abbilden\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stra\u00dfenverkehrs\u00adunfallstatistik soll Verletzungsfolgen besser abbilden<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/biermann-medizin.de\/studie-zu-e-scooter-unfaellen-mehr-helme-und-weniger-tempo-mindern-verletzungsrisiken\/\" id=\"https:\/\/biermann-medizin.de\/studie-zu-e-scooter-unfaellen-mehr-helme-und-weniger-tempo-mindern-verletzungsrisiken\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Studie zu E-Scooter-Unf\u00e4llen: Mehr Helme und weniger Tempo mindern Verletzungsrisiken<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/biermann-medizin.de\/e-scooter-unfallursachen-und-verletzungsmuster\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">E-Scooter \u2013 Unfallursachen und Verletzungsmuster<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/biermann-medizin.de\/sommerzeit-ist-verletzungszeit\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sommerzeit ist Verletzungszeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anl\u00e4sslich des Tags der Verkehrssicherheit am 20. 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