{"id":1105390,"date":"2026-06-19T05:47:25","date_gmt":"2026-06-19T05:47:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1105390\/"},"modified":"2026-06-19T05:47:25","modified_gmt":"2026-06-19T05:47:25","slug":"grossbritannien-premierminister-starmer-droht-das-aus-rivale-gewinnt-nachwahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1105390\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Premierminister Starmer droht das Aus \u2013 Rivale gewinnt Nachwahl"},"content":{"rendered":"<p>Andy Burnham hat die wegweisende Nachwahl im Kreis Makerfield in Gro\u00dfbritannien gewonnen. Damit kann er nun eine F\u00fchrungswahl erzwingen \u2013 und Premierminister Keir Starmer abl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Dem britischen Premierminister Keir Starmer droht nach der Nachwahl im Kreis Makerfield mehr denn je das politische Aus. Wie die Ausz\u00e4hlung in der Nacht ergab, gewann Starmers potenzieller parteiinterner Herausforderer Andy Burnham den vakanten Parlamentssitz des Bezirks. Als \u201eMP\u201c (Member of Parliament) kann Burnham nun den Premierminister in eine F\u00fchrungswahl zwingen \u2013 und ihn mit dem R\u00fcckhalt der Regierungspartei Labour abl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Burnham holte in dem kleinen Wahlkreis, der normalerweise wenig mit der gro\u00dfen Politik in Westminster zu tun hat, knapp 10.000 Stimmen mehr als der Kandidat der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Robert Kenyon. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,78 Prozent. Seinen Posten als B\u00fcrgermeister von Greater Manchester wird Burnham zugunsten des Labour-Parlamentssitzes aufgeben. Sein Sieg sei \u201eeine letzte Chance auf Ver\u00e4nderung\u201c, sagte Burnham nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. <\/p>\n<p>Starmer steht seit Monaten massiv unter Druck, mehrere Minister kehrten ihm bereits den R\u00fccken \u2013 zuletzt der einflussreiche Verteidigungsminister John Healey. Schlagzeilen wie \u201eStarmer am Abgrund\u201c oder \u201eDas Chaos kehrt nach Westminster zur\u00fcck\u201c h\u00e4uften sich in den vergangenen Wochen in verschiedenen Abwandlungen.<\/p>\n<p>Zugespitzt hatte sich die Lage insbesondere durch die herben Verluste f\u00fcr Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai zugunsten von Reform. Einen R\u00fccktritt oder zumindest die Ausarbeitung eines Zeitplans f\u00fcr einen geregelten R\u00fcckzug hat Starmer aber bislang ausgeschlossen. Der Premier verwies immer wieder auf seinen gro\u00dfen Wahlsieg im Sommer 2024 und den Auftrag, das Land aus der Krise zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Burnham hat den Ruf eines bodenst\u00e4ndigen Machers<\/p>\n<p>Entsprechend gro\u00df war die Hoffnung der Kritiker auf einen Nachwahlsieg von Burnham. Der charismatische 56-J\u00e4hrige gilt als Liebling des moderat-linken Parteifl\u00fcgels. In Manchester erarbeitete er sich den Ruf eines bodenst\u00e4ndigen Machers mit Visionen. Vor knapp zehn Jahren hatte Burnham das Parlament nach einem gescheiterten Versuch, an die Parteispitze zu gelangen, verlassen. Jetzt gilt als sicher, dass er sehr bald den n\u00e4chsten Versuch ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Um Starmer herauszufordern, ben\u00f6tigen Burnham und weitere m\u00f6gliche Kandidatinnen und Kandidaten die Unterst\u00fctzung von jeweils 20 Prozent der Labour-Abgeordneten, derzeit sind das 81. Dann w\u00fcrde eine Urabstimmung unter den Mitgliedern und weiteren Wahlberechtigten folgen. Als aktueller Vorsitzender st\u00fcnde Starmer automatisch zur Wahl. Als weiterer Bewerber gilt der als Gesundheitsminister zur\u00fcckgetretene Wes Streeting.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrungswahl w\u00e4re allerdings nicht innerhalb weniger Tage erledigt \u2013 sondern folgt einem festen Prozess, der sich \u00fcber Wochen oder gar Monate ziehen k\u00f6nnte. Weil dieser naturgem\u00e4\u00df von einem parteiinternen Wahlkampf begleitet werden wird, spielt das Labour-Chaos vor allem auch den Gegnern im Parlament in die Karten. Reform, die Partei von Brexit-Vork\u00e4mpfer <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/nigel-farage\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/nigel-farage\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nigel Farage<\/a>, macht seit Monaten Stimmung gegen die Regierung. Farage selbst hat kein Geheimnis daraus gemacht, selbst Premierminister werden zu wollen. Die n\u00e4chste regul\u00e4re Unterhauswahl ist erst f\u00fcr 2029 vorgesehen.<\/p>\n<p>Burnham macht auch am Wahltag noch Werbung<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet ein Bezirk im Nordwesten Englands pl\u00f6tzlich so entscheidend f\u00fcr die britische Zukunft wurde, hat nichts mit der Region an sich zu tun. Ausgel\u00f6st wurde die Nachwahl durch den R\u00fccktritt des bisherigen Parlamentsabgeordneten Josh Simons, der nach den desastr\u00f6sen Kommunal- und Regionalwahlen seinen Sitz r\u00e4umte, um Burnham die R\u00fcckkehr nach Westminster zu erm\u00f6glichen und einen F\u00fchrungswechsel bei Labour anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Verbunden war das mit dem Risiko, dass Reform die Wahl gewinnen k\u00f6nnte \u2013 am Ende ging die Rechnung der Starmer-Gegner aber auf. Am Wahltag am Donnerstag wimmelte es in dem Bezirk von Wahlk\u00e4mpfern aller Parteien. Farage klopfte Medienberichten zufolge an T\u00fcren, um die Menschen zur Stimmabgabe zu bewegen. Auch Burnham fuhr gro\u00df auf und machte Werbung f\u00fcr sich auf den letzten Metern.<\/p>\n<p>Gewonnen hat er Beobachtern zufolge nicht, weil er Labour angeh\u00f6rt \u2013 sondern weil er als Typ beliebt ist. Auf die Frage, wo das Kreuzchen gesetzt wird, hie\u00df es in Ashton-in-Makerfield, der gr\u00f6\u00dften Stadt des Wahlbezirkes, oft: Burnham oder Reform \u2013 aber kaum Labour oder Reform. \u201eHoffentlich Andy\u201c war das Motto vieler \u2013 offiziell auch von Starmer, der seinen Parteikollegen unterst\u00fctzen musste. Stark gemacht hat er damit aber eben auch seinen jetzt gr\u00f6\u00dften Herausforderer.<\/p>\n<p>dpa\/AFP\/luwi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Andy Burnham hat die wegweisende Nachwahl im Kreis Makerfield in Gro\u00dfbritannien gewonnen. 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