{"id":1106302,"date":"2026-06-19T14:22:18","date_gmt":"2026-06-19T14:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1106302\/"},"modified":"2026-06-19T14:22:18","modified_gmt":"2026-06-19T14:22:18","slug":"grossbritannien-andy-burnham-fordert-britischen-premier-keir-starmer-heraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1106302\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien \u2013 Andy Burnham fordert britischen Premier Keir Starmer heraus"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img322714\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/322714.jpeg\" alt=\"Andy Burnham von der Labour-Partei nach seinem Sieg bei der Nachwahl in Makerfield.\"\/><\/p>\n<p>Andy Burnham von der Labour-Partei nach seinem Sieg bei der Nachwahl in Makerfield.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Jon Super<\/p>\n<p>So einen krachenden Sieg hatte man dann doch nicht erwartet. Andy Burnham, der Labour-Kandidat, war zwar in vergangenen Tagen zunehmend als Favorit gehandelt worden. Aber dass er die Ersatzwahl im nordenglischen Makerfield so deutlich gewinnen w\u00fcrde, hatte niemand erwartet. Ann\u00e4hernd 25\u2009000 W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler stimmten am Donnerstag f\u00fcr Burnham, das entspricht 55 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein Rivale von der Rechtspartei Reform UK, Robert Kenyon, erhielt weniger als 16\u2009000 Stimmen, also 35 Prozent.<\/p>\n<p>Die Nachwahl f\u00fcr den Unterhaussitz wird entscheidende Folgen haben f\u00fcr die landesweite Politik. Denn Burnham will sich nicht mit einem Platz auf den Regierungsb\u00e4nken begn\u00fcgen: Er will Premierminister werden \u2013 und nach seinem Triumph stehen die Chancen gut, dass er Keir Starmer bald ersetzen wird. Burnham hat seinen F\u00fchrungsanspruch nie versteckt, und seine Worte nach dem Sieg waren deutlich: \u00bbAlle wissen, dass die Politik nicht funktioniert\u00ab, sagte er in seiner Dankesrede. Dieses Wahlergebnis aber \u00bbk\u00f6nnte den Wendepunkt markieren.\u00ab Er wolle daf\u00fcr sorgen, dass \u00bbder Name Makerfield f\u00fcr den Wandel steht, den dieses Land braucht.\u00ab Es sei \u00bbLabours letzte Chance\u00ab.<\/p>\n<p>Kein Labour-Politiker ist beliebter als Burnham<\/p>\n<p>Die Labour-Maschinerie hatte alle Ressourcen lockergemacht, um Makerfield zu gewinnen; mehrere tausend Aktivistinnen und Aktivisten waren in den vergangenen Wochen im Klinkenputz-Einsatz. Keir Starmer gab sich erfreut, er schrieb am Donnerstagmorgen auf X: \u00bbDie W\u00e4hler haben Labours Kampagne der Hoffnung und der Zuversicht gew\u00e4hlt.\u00ab Aber auch der Premierminister wei\u00df, dass es vor allem ein pers\u00f6nlicher Sieg f\u00fcr Burnham ist.<\/p>\n<p>Der ehemalige B\u00fcrgermeister von Manchester ist der bei Weitem beliebteste Labour-Politiker, und kein anderer Kandidat h\u00e4tte es wohl geschafft, Reform UK \u2013 die aktuell in Umfragen st\u00e4rkste Partei in Gro\u00dfbritannien \u2013 so deutlich auf den zweiten Platz zu verweisen. Noch vor wenigen Wochen, in den Lokalwahlen Anfang Mai, hatte Nigel Farages Rechtspartei im lokalen Gemeinderat etliche Sitze hinzugewonnen. Dass Burnham als Vertreter einer unbeliebten Regierungspartei in einer Nachwahl einen noch gr\u00f6\u00dferen Stimmenanteil gewann als in den Parlamentswahlen vor zwei Jahren, ist laut dem Politologen Rob Ford \u00bbeine seltene Errungenschaft\u00ab.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<blockquote><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bb<strong>Wir haben die M\u00f6glichkeit, das Ruder herumzurei\u00dfen und dem Land das Gef\u00fchl zu geben, dass es wieder funktioniert.<\/strong>\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nAndy Burnham\u2003Labour-Abgeordneter<\/p><\/blockquote>\n<p>&#13;<\/p>\n<p>F\u00fcr den kommenden Kampf ums Premierministeramt ist dies entscheidend. Denn Burnham kann argumentieren, dass er der beste Kandidat sei, um Reform UK landesweit zu schlagen und Labour in eine zweite Amtszeit zu f\u00fchren. Allerdings d\u00fcrfte es schwierig werden, als Premierminister dieselbe Dynamik zu entfesseln, die ihm in Makerfield zum Erfolg verholfen hat; in der Nachwahl trat er als Lokalpolitiker an, und gleichzeitig pr\u00e4sentierte er sich als interner Rebell gegen das Labour-Establishment. Demgegen\u00fcber w\u00fcrde er als Regierungschef genau dieses Establishment verk\u00f6rpern. Auch hat Burnham bislang kein koh\u00e4rentes Regierungsprogramm vorgelegt \u2013 inwiefern er von der Politik Starmers abweichen w\u00fcrde, ist noch unklar.<\/p>\n<p>Premier Starmer will nicht weichen<\/p>\n<p>F\u00fcr den Moment stellt sich jedoch zun\u00e4chst die Frage, wie Burnham \u00fcberhaupt in die Downing Street einziehen k\u00f6nnte. Denn Keir Starmer hat \u00fcberhaupt nicht vor, das Feld zu r\u00e4umen und den Posten freiwillig an Burnham zu \u00fcbergeben. \u00bbSollte es einen F\u00fchrungskampf geben, dann werde ich antreten\u00ab, sagte Starmer am Donnerstagmorgen gegen\u00fcber Journalisten.<\/p>\n<p id=\"ext-gen1985\">Burnham m\u00fcsste also Starmer herausfordern. Dazu br\u00e4uchte er die Unterst\u00fctzung von mindestens 20 Prozent der Fraktion \u2013 also 81 Labour-Abgeordnete. Diese k\u00f6nnte er laut Z\u00e4hlung britischer Medien ohne Probleme zusammentrommeln. Wenn der F\u00fchrungskampf ausgel\u00f6st ist, w\u00e4re der Premierminister automatisch im Rennen. Auch Wes Streeting, der vor einigen Wochen als Gesundheitsminister aus Protest gegen Starmer zur\u00fcckgetreten ist, hat angek\u00fcndigt, er werde antreten. Streeting hat sogar gesagt, dass er bereit sei, Anfang n\u00e4chster Woche in Aktion zu treten und einen F\u00fchrungskampf auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Viele Labour-Abgeordnete fordern Starmers R\u00fccktritt<\/p>\n<p>Bislang haben rund 100 Labour-Abgeordnete Starmers R\u00fccktritt gefordert. Es d\u00fcrften bald noch mehr werden \u2013 Burnham scheine jetzt \u00bbkaum mehr zu stoppen\u00ab zu sein, schreibt der \u00bbGuardian\u00ab. Derzeit h\u00f6rt man aus dem Umfeld von Burnham, dass er erst mal abwarten wolle. Er w\u00fcrde es bevorzugen, wenn Starmer einen Plan f\u00fcr seinen geordneten Abgang vorlegen w\u00fcrde, anstatt auf seinem Posten zu beharren, bis er herausgefordert wird. Ein namentlich nicht genannter Labour-Politiker sagte gegen\u00fcber Sky News: \u00bbStarmer muss ausw\u00e4hlen zwischen einem blutigen Abgang und einem w\u00fcrdevollen Abgang.\u00ab<\/p>\n<p>In seiner Siegesrede, die Burnham am Freitagvormittag hielt, sagte er: \u00bbWir haben die M\u00f6glichkeit, das Ruder herumzurei\u00dfen und dem Land das Gef\u00fchl zu geben, dass es wieder funktioniert.\u00ab Es sei an der Zeit, den Briten wieder Hoffnung zu geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Andy Burnham von der Labour-Partei nach seinem Sieg bei der Nachwahl in Makerfield. 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