{"id":1106957,"date":"2026-06-19T20:42:52","date_gmt":"2026-06-19T20:42:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1106957\/"},"modified":"2026-06-19T20:42:52","modified_gmt":"2026-06-19T20:42:52","slug":"hamburgs-hafencity-jahrhundert-projekt-wurde-lange-geheim-gehalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1106957\/","title":{"rendered":"Hamburgs Hafencity: Jahrhundert-Projekt wurde lange geheim gehalten"},"content":{"rendered":"<p>\n                <strong>Video:<\/strong><br \/>\n                Hamburg damals: Erster Spatenstich in der Hafencity (4 Min)\n            <\/p>\n<p>\n                Stand: 19.06.2026 16:30 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Vor 25 Jahren hat der Bau der Hamburger Hafencity begonnen &#8211; ein einzigartiges Projekt in Europa. Ein &#8222;Mann der ersten Stunde&#8220; erz\u00e4hlt \u00fcber die Anfangszeit und verr\u00e4t, welcher Schachzug den erfolgreichen Start erst erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/aktuell-team\/marc-oliver-rehrmann,marcoliverrehrmann100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marc-Oliver Rehrmann<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Vier Herren im dunklen Anzug, vier Spaten und ein Haufen heller Sand: So sieht am 20. Juni 2001 der erste Spatenstich f\u00fcr den neuen Stadtteil in Hamburg aus. &#8222;Der Anfang der Hafencity ist gemacht&#8220;, wird das &#8222;Hamburger Abendblatt&#8220; am folgenden Tag schreiben. Die Stadt will die Innenstadt zum Wasser hin erweitern. Ein Mix aus B\u00fcros, Wohnen, Handel und Freizeit soll entstehen. Das ist der gro\u00dfe Plan. Daf\u00fcr soll ein 155 Hektar gro\u00dfes Gebiet der Hafenwirtschaft entzogen werden &#8211; zwischen Speicherstadt und Elbufer.<\/p>\n<p>    &#8222;Der Standort hat uns sofort zugesagt&#8220;<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafencity-146.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafencity-146.webp\" alt=\"Spatenstich f\u00fcr das SAP-Geb\u00e4ude in der Hamburger Hafencity mit Senator Thomas Mirow\" title=\"So f\u00e4ngt alles an: Der Spatenstich f\u00fcr das SAP-Geb\u00e4ude in der Hafencity im Sommer 2001. Mit dabei: Wirtschaftssenator Thomas Mirow (2. v.l.). | dpa\/dpaweb, Stefan Hesse\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    So f\u00e4ngt alles an: Der Spatenstich f\u00fcr das SAP-Geb\u00e4ude in der Hafencity im Sommer 2001. Mit dabei: Wirtschaftssenator Thomas Mirow (2. v.l.).<\/p>\n<p class=\"\">Das erste Unternehmen, das sich in der Hafencity ansiedelt, ist das Software-Unternehmen SAP. Geplant ist ein Neubau f\u00fcr ein Schulungszentrum. &#8222;Wir sind mit unserer Vorreiter-Rolle zufrieden. Der Standort hat uns sofort zugesagt&#8220;, sagt damals Bernd Kraus von SAP Deutschland.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Das Grundst\u00fcck war eines der Filet-Grundst\u00fccke in der fr\u00fchen Hafencity&#8220;, sagt Reiner Nagel. Er hat das Projekt Hafencity als Stadtentwickler im Dienste der Stadt von Anfang an vorangetrieben. Von der Architektur des SAP-Geb\u00e4udes seien die Planer nicht begeistert gewesen. &#8222;Das war nicht die Stararchitektur, die wir uns an dieser Stelle gew\u00fcnscht h\u00e4tten&#8220;, sagt Nagel im Gespr\u00e4ch mit dem NDR. Auch der damalige Oberbaudirektor Egbert Kossak habe sich \u00fcber den schlichten Bau ge\u00e4rgert.<\/p>\n<p>    &#8222;Die Investoren haben bis heute ein breites L\u00e4cheln&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Aber wichtiger ist, dass es mit der Hafencity endlich losgeht. Denn zun\u00e4chst haben viele Investoren abgewartet, wie das vollmundig angepriesene Projekt anl\u00e4uft. &#8222;Nach dem Spatenstich haben die Investoren gesagt: &#8218;Huch, da geht ja jemand in den <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Geschichte-des-Hamburger-Hafens-Der-Weg-zum-Container-Riesen,hafenhamburggeschichte101.html\" title=\"Hamburgs Hafen: Mit einer gef\u00e4lschten Urkunde fing 1189 alles an\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hafen<\/a> rein'&#8220;, erinnert sich Nagel. &#8222;So wurde es zum gro\u00dfen Investoren-Interesse. Und alle, die damals investiert haben, die haben bis heute ein breites, zufriedenes L\u00e4cheln, weil es sich f\u00fcr sie gelohnt hat.&#8220;<\/p>\n<p>    Ein modernes Container-Terminal f\u00fcr den Hafen<\/p>\n<p class=\"\">Begonnen hat die Geschichte der Hafencity in den <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/1990er-jahre-wiedervereinigung-ungluecke-und-rechte-gewalt,neunzigerjahre114.html\" title=\"1990er-Jahre: Wiedervereinigung, Ungl\u00fccke und Rechte Gewalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1990er-Jahren<\/a> &#8211; und mit jahrelanger Geheimniskr\u00e4merei. Der wichtigste Mann im Rathaus ist der damalige <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Henning-Voscherau-Hanseat-und-leidenschaftlicher-Taktiker,voscherau120.html\" title=\"Henning Voscherau: Hanseat und leidenschaftlicher Taktiker\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erste B\u00fcrgermeister Henning Voscherau<\/a> von der SPD. Zusammen mit dem Chef des Hafenlogistik-Unternehmens HHLA, Peter Dietrich, t\u00fcftelt er 1992 folgenden heiklen Plan aus: Die Stadt bekommt die Hafencity &#8211; und der Hafen im Gegenzug im Stadtteil <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/Altenwerder-Das-verschwundene-Dorf-nur-die-Kirche-blieb,altenwerder101.html\" title=\"Altenwerder: Das verschwundene Dorf - nur die Kirche blieb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Altenwerder<\/a> ein neues Container-Terminal.<\/p>\n<p class=\"\">Das Hafengel\u00e4nde in Innenstadt-N\u00e4he wird eh immer unbedeutender. Denn die Containerschiffe mit ihrem enormen Tiefgang k\u00f6nnen die Kaimauern dort ohnehin nicht mehr anlaufen, weil der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/schauplaetze\/alter-elbtunnel-in-hamburg-ein-saniertes-baudenkmal,alterelbtunnel105.html\" title=\"Hamburger Wahrzeichen: Der Alte Elbtunnel von 1911\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alte Elbtunnel<\/a> auf H\u00f6he der Landungsbr\u00fccken im Weg ist.<\/p>\n<p>    Eng verbunden: Altenwerder und die Hafencity<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/reiner-nagel-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/reiner-nagel-100.webp\" alt=\"Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur\" title=\"Reiner Nagel hat wie kaum jemand anderes die Anf\u00e4nge der Hafencity hautnah miterlebt. | Lidia Tirri\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Reiner Nagel hat wie kaum jemand anderes die Anf\u00e4nge der Hafencity hautnah miterlebt.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Aus Sicht des Hafens war es die historische Chance, den Hafen \u00fcberhaupt noch Welthafen-tauglich zu halten, indem man in Altenwerder ein Container-Terminal baut&#8220;, macht Nagel deutlich. &#8222;Aber die erforderlichen 406 Millionen D-Mark (208 Millionen Euro) gab es nicht, daf\u00fcr war kein Geld im Haushalt da.&#8220; Und so sollte der Verkauf der Fl\u00e4chen in der k\u00fcnftigen Hafencity das n\u00f6tige Geld f\u00fcr den Bau des Terminals einbringen. So lautet zumindest die Idee in der Anfangszeit der Hafencity. Sp\u00e4ter wird dieses Junktim vom Senat aufgegeben.<\/p>\n<p>    &#8222;Alle haben dicht gehalten&#8220;<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/voscherau-110.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/voscherau-110.webp\" alt=\"Hamburgs ehemaliger B\u00fcrgermeister Henning Voscherau (SPD) - circa 1998\" title=\"Geheimsache Hafencity: B\u00fcrgermeister Voscherau weiht zun\u00e4chst nur wenige Menschen in seine Pl\u00e4ne ein. | picture alliance\/United Archives | Valdmanis\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Geheimsache Hafencity: B\u00fcrgermeister Voscherau weiht zun\u00e4chst nur wenige Menschen in seine Pl\u00e4ne ein.<\/p>\n<p class=\"\">Ganze f\u00fcnf Jahre lang h\u00e4lt Voscherau den Hafencity-Plan geheim. Nicht einmal den Oberbaudirektor weiht er ein &#8211; auch nicht die eigene SPD-B\u00fcrgerschaftsfraktion. Sogar die meisten Politiker seines Senats ahnen nichts. &#8222;Es hei\u00dft oft, dass nur sechs oder sieben Leute in Hamburg eingeweiht gewesen seien&#8220;, sagt Reiner Nagel heute. &#8222;Ich denke schon, dass es ein paar mehr waren: vielleicht 40 Personen. Aber die haben alle dicht gehalten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Dem Ersten B\u00fcrgermeister sei klar gewesen: &#8222;Je mehr Leute eingebunden sind, desto mehr \u00f6ffentliches Gerede, Spekulationen und Komplexit\u00e4t entsteht&#8220;, erkl\u00e4rt Nagel. An der Vorgehensweise Voscheraus gibt es aber auch Kritik. Mit der Hamburger Verfassung sei die Geheimnistuerei nicht unbedingt vereinbar gewesen. F\u00fcr den Erfolg der Hafencity hingegen erweist sich der Schachzug als elementar.<\/p>\n<p>    Hafenbetriebe werden kurzerhand verlagert<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafen-218.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafen-218.webp\" alt=\"Blick am 08.11.2015 in Hamburg auf den Hafen mit den Stadtteilen Neustadt (links), HafenCity (links, Mitte), Kleiner Grasbrook (Mitte) und Steinwerder (rechts) mit dem Baumwall (Mitte, unten), der Speicherstadt (links; Mitte), der Elbphilharmonie (Mitte). \" title=\"Ausquartiert: Viele Hafenbetriebe bekommen einen neuen Standort auf der S\u00fcdseite der Elbe (rechts im Bild). | picture alliance\/dpa | Daniel Bockwoldt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Ausquartiert: Viele Hafenbetriebe bekommen einen neuen Standort auf der S\u00fcdseite der Elbe (rechts im Bild).<\/p>\n<p class=\"\">Einem kleinen Kreis um Voscherau gelingt es, die meisten Hafenbetriebe ger\u00e4uschlos aus dem Gebiet der sp\u00e4teren Hafencity auf die S\u00fcdseite der Elbe zu verlagern. &#8222;Den Hafenfirmen ging es Mitte der 90er-Jahre zum Teil nicht gut. Die freuten sich \u00fcber ihre neuen Ausweichquartiere auf der S\u00fcdseite&#8220;, schildert Nagel die damalige Stimmung.<\/p>\n<p class=\"\">Und warum dann die Geheimnistuerei? &#8222;Nun, wenn die Hafenleute gewusst h\u00e4tten, was wir eigentlich vor hatten, dann w\u00e4re das sicherlich doppelt oder dreimal so teuer geworden.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>\n        Jetzt muss sich die Innenstadt in den n\u00e4chsten Jahrzehnten ausdehnen  k\u00f6nnen, um f\u00fcr metropoltypische Wirtschaftszweige attraktiv zu sein &#8211; und f\u00fcr die R\u00fcckkehr zentrumsnahen Wohnens in einer der reizvollsten Lagen Europas am Elbufer. <\/p>\n<p>                Henning Voscherau, Erster B\u00fcrgermeister von Hamburg am 7. Mai 1997<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Und dann l\u00e4sst Voscherau die Katze aus den Sack<\/p>\n<p class=\"\">Am 7. Mai 1997 geht Henning Voscherau schlie\u00dflich an die \u00d6ffentlichkeit. Bei einem Festakt des \u00dcbersee-Clubs stellt er in Anwesenheit von Bundespr\u00e4sident Roman Herzog seine Vision der Hafencity vor: &#8222;Es geht darum, mit einer Gro\u00dftat unserer Stadt und unserer Wirtschaft neue, hochwertige Entwicklungsr\u00e4ume zu \u00f6ffnen &#8211; in bewusster Abkehr von den in mehr als 100 Jahren gewachsenen Strukturen.&#8220; Die Innenstadt soll in Richtung Wasser wachsen: &#8222;Entscheiden wir uns nach vier Generationen f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Stadt an die Elbe&#8220;, so Voscherau.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafencity-148.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/hafencity-148.webp\" alt=\"Eine Prinzipskizze aus dem Jahr 1996 vom Hamburger Architekturb\u00fcro gmp zeigt einen Entwurf f\u00fcr die Hafencity.\" title=\"Mit dieser Skizze versucht B\u00fcrgermeister Voscherau 1997, die \u00d6ffentlichkeit von seiner Vison Hafencity zu begeistern. | gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Mit dieser Skizze versucht B\u00fcrgermeister Voscherau 1997, die \u00d6ffentlichkeit von seiner Vison Hafencity zu begeistern.<\/p>\n<p class=\"\">Das &#8222;Abendblatt&#8220; titelt am n\u00e4chsten Morgen: &#8222;Hamburgs Chance. Gro\u00dfe Zustimmung zu Voscheraus Hafen-City&#8220;. Auch Reiner Nagel schildert, dass die Reaktionen in der Stadt weitgehend positiv ausgefallen seien. &#8222;Ich habe keine einzige negative Stimme geh\u00f6rt. Aber es kann auch sein, dass ich da in der Blase unterwegs war.&#8220;<\/p>\n<p>    Mit dem Masterplan 2000 wird es konkret<\/p>\n<p class=\"\">Politisch geht dann alles recht schnell. Noch im Mai 1997 beschlie\u00dft der Senat einstimmig das Projekt. Im August desselben Jahres folgt der Segen der B\u00fcrgerschaft. Nun geht die Planung f\u00fcr die Hafencity ins Detail. Und am 29. Februar 2000 stimmt der Senat <a href=\"https:\/\/www.hafencity.com\/_Resources\/Persistent\/d\/5\/1\/2\/d512918240e451fd33d6ed76fa1138e604fa428f\/z_de_broschueren_5_arbeitsheft_4.pdf\" title=\"Der Masterplan f\u00fcr die Hafencity aus dem Jahr 2000\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr den Masterplan<\/a>, der die Eckpunkte f\u00fcr die Entwicklung der Hafencity verbindlich festlegt. Darin hei\u00dft es, dass dort sp\u00e4testens im Jahr 2020 rund 12.000 Menschen in 5.500 Wohnungen leben und etwa 20.000 Frauen und M\u00e4nner arbeiten sollen.<\/p>\n<p>    Das Drama um die Stadtbahn<\/p>\n<p class=\"\">Auch Reiner Nagel ist intensiv an der Entwicklung des Masterplans beteiligt. Er ist damals bei der st\u00e4dtischen Entwicklungsgesellschaft GHS angestellt &#8211; dem Vorg\u00e4nger der heutigen Hafencity Hamburg GmbH.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr den Start sei es wichtig gewesen, den Investoren zu signalisieren, dass die Stadt es wirklich ernst meint mit der Hafencity. &#8222;So haben wir schnell die Stra\u00dfen f\u00fcr die Baufahrzeuge gebaut und auch die Kaimauern saniert&#8220;, so Nagel.<\/p>\n<p class=\"\">Ein entscheidender Punkt f\u00fcr den Erfolg der Hafencity sei gewesen, wie das Gebiet an den \u00f6ffentlichen Nahverkehr angeschlossen wird. &#8222;Zun\u00e4chst war nur eine Busverbindung vorgesehen&#8220;, verr\u00e4t der Stadtentwickler. Das w\u00e4re viel zu wenig gewesen. &#8222;Wir haben dann gesagt, dass wir die Hafencity nicht mit einer Busanbindung vermarkten k\u00f6nnen.&#8220; Doch dann schien die L\u00f6sung nah: Eine neue Stra\u00dfenbahn-Linie sollte als &#8222;Stadtbahn&#8220; in die Hafencity f\u00fchren.<\/p>\n<p>    &#8222;Dann machen wir die U-Bahn&#8220;<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/vonbeust-106.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/vonbeust-106.webp\" alt=\"Ole von Beust (CDU) deutet am 14.08.2001 auf H\u00e4user der Hamburger Speicherstadt.\" title=\"Als neuer B\u00fcrgermeister streicht Ole von Beust 2001 die Stra\u00dfenbahn - um dann eine Hafencity-U-Bahn bauen zu lassen. | picture-alliance \/ dpa\/dpaweb | Ulrich_Perrey\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Als neuer B\u00fcrgermeister streicht Ole von Beust 2001 die Stra\u00dfenbahn &#8211; um dann eine Hafencity-U-Bahn bauen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"\">Aber nach dem Wahlsieg der CDU im September 2001 begr\u00e4bt Ole von Beust als neuer B\u00fcrgermeister das Projekt aus Kostengr\u00fcnden. &#8222;Das war ein Schock f\u00fcr uns&#8220;, erinnert sich Nagel. &#8222;Wir sind dann zu Ole von Beust gegangen und haben ihn darauf hingewiesen, dass mit der Streichung der Stra\u00dfenbahn die Hafencity keine Verkehrsanbindung mehr hat. Und er hat daraufhin gesagt: &#8218;Oh, daran habe ich nicht gedacht. Dann machen wir die U-Bahn.'&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Der erste Spatenstich f\u00fcr die U-Bahn-Strecke durch die Hafencity erfolgt schlie\u00dflich im Sommer 2007. Heute f\u00fchrt die U4 bis zu den Elbbr\u00fccken.<\/p>\n<p>    &#8222;Wir k\u00f6nnen doch nicht die Wasserbecken zusch\u00fctten&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Worauf die Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der Hafencity besonderen Wert legten: die Hafenbecken zu erhalten. &#8222;Die g\u00fcnstigsten Baugrundst\u00fccke h\u00e4tten wir gehabt, wenn wir die Wasserbecken einfach zugesch\u00fcttet h\u00e4tten&#8220;, sagt Reiner Nagel. &#8222;Dann h\u00e4tten wir uns auch die teure Sanierung der Kaimauern sparen k\u00f6nnen. Aber wir dachten: Wir k\u00f6nnen ja keine Hafencity machen und dann die Wasserbecken zusch\u00fctten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Schon im Masterplan von 2000 sei als pr\u00e4gendes Merkmal der Hafencity eine Wassernutzung vorgesehen gewesen. &#8222;Anders als in Kopenhagen, Amsterdam, Rotterdam und Sydney. Wir haben beispielsweise von Anfang den heutigen Traditionshafen mitgedacht.&#8220;<\/p>\n<p>    Statt Deichen: Die Hafencity wird aufgesch\u00fcttet<\/p>\n<p class=\"\">Die allermeisten alten Hafenschuppen \u00fcberdauern die <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/2000er-Jahre-NSU-Morde-Ungluecke-Abschiede,zweitausenderjahre110.html\" title=\"2000er-Jahre: NSU-Morde, Ungl\u00fccke, Abschiede\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2000er-Jahre<\/a> nicht. &#8222;Wegen des Hochwasserschutzes mussten wir das gesamte Gel\u00e4nde um einige Meter aufsch\u00fctten&#8220;, sagt Nagel. Das bedeutete das Aus f\u00fcr die Schuppen. &#8222;Wir haben uns aber eng mit dem Denkmalschutz abgesprochen. Da gab es keinen Konflikt damals. Wir wollten ja selbst so viel Hafenmilieu wie m\u00f6glich erhalten. So haben wir auch die Hafenkr\u00e4ne gerettet, saniert und wieder aufgestellt.&#8220; Zum Beispiel an der Elbphilharmonie und im Baakenhafen-Quartier.<\/p>\n<p>    Von der Elbphilharmonie ist noch nicht die Rede<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mediacityport104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/mediacityport104.webp\" alt=\"Der Siegerentwurf (Ausschnitt) aus dem Jahr 2001 f\u00fcr das geplante Medienhaus &quot;MediaCityPort&quot; am Standort des Kaispeicher A in der Hamburger Hafencity\" title=\"Weil der Kaispeicher A um das Jahr 2001 als Lagerhaus schon l\u00e4ngst nutzlos ist, gibt es Pl\u00e4ne f\u00fcr eine andere Nutzung. Dort soll nun das Medienhaus &quot;MediaCityPort&quot; entstehen. | Benthem Crouwel\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Weil der Kaispeicher A um das Jahr 2001 als Lagerhaus schon l\u00e4ngst nutzlos ist, gibt es Pl\u00e4ne f\u00fcr eine andere Nutzung. Dort soll nun das Medienhaus &#8222;MediaCityPort&#8220; entstehen.<\/p>\n<p class=\"\">An die Elbphilharmonie hat zum Start der Hafencity allerdings noch keiner gedacht. F\u00fcr den historischen Kaispeicher A gibt es damals zwar schon Pl\u00e4ne. Aber vorgesehen ist im Jahr 2001 noch das Medienhaus &#8222;MediaCityPort&#8220;. Erst 2003 wird das Millionen-Projekt begraben. So wird der Weg frei f\u00fcr die Elbphilharmonie, die heute das Wahrzeichen der Hafencity ist.<\/p>\n<p>    Der Wohnungsbau wird immer wichtiger<\/p>\n<p class=\"\">Die Hafencity w\u00e4chst nach und nach. Das Gebiet ist in acht Quartiere eingeteilt, die nacheinander entwickelt werden. F\u00fcr die \u00f6stliche Hafencity wird der urspr\u00fcngliche Masterplan im Jahr 2010 \u00fcberarbeitet: Der Baakenhafen soll nun dichter bebaut werden als anfangs geplant. So wird die Anzahl der Wohnungen von 5.500 auf rund 7.500 erh\u00f6ht. Bis heute sind sogar schon rund 8.000 Wohnungen in der gesamten Hafencity entstanden. Die Summe der privaten Investitionen betr\u00e4gt rund zehn Milliarden Euro. Es entstehen bis zu 45.000 Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>    &#8222;Die Hafencity ist ein ganz normaler Stadtteil&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Auch 25 Jahre nach dem ersten Spatenstich gibt es noch freie Fl\u00e4chen in der Hafencity, die Bauarbeiten laufen weiter. Fr\u00fchestens in den sp\u00e4ten 2030er-Jahren sollen alle Geb\u00e4ude stehen. &#8222;Aber auch dann gilt: Die Hafencity wird nie fertig sein&#8220;, sagt Stadtplaner Reiner Nagel. &#8222;Das ist jetzt ein normaler Stadtteil. Und normale Stadtteile werden nie fertig.&#8220; Irgendwo werde wieder etwas angebaut, umgebaut, umgewidmet oder neu gedacht.<\/p>\n<p class=\"\">Und wie gef\u00e4llt ihm die Hafencity heute? &#8222;Ich bin nicht der Typ, der wahnsinnig begeisterungsf\u00e4hig ist, aber ich bin schon sehr begeistert, wenn ich da mit dem Rad durchfahre&#8220;, sagt Reiner Nagel. Es sei faszinierend, wie aus den zweidimensionalen Pl\u00e4nen auf Papier ein dreidimensionaler Stadtteil geworden ist.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hafenhamburg141.webp\" alt=\"Blick auf den Hamburger Hafen im fr\u00fchen 19. Jahrhundert.\" title=\"Blick auf den Hamburger Hafen im fr\u00fchen 19. Jahrhundert. | picture-alliance \/ Mary Evans Picture Library\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Seit 837 Jahren schl\u00e4gt das wirtschaftliche Herz der Hansestadt im Hafen. Den Anfang machte eine gef\u00e4lschte Urkunde vom 7. Mai 1189.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/kaiserspeicher100.webp\" alt=\"Der historische Kaiserspeicher im Hamburger Hafen\" title=\"Der historische Kaiserspeicher im Hamburger Hafen | Stadtentwicklungsbeh\u00f6rde Hamburg\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Am 11. Februar 1875 wird in Hamburg der Kaiserspeicher er\u00f6ffnet. Ein markantes Lagerhaus, das zugleich den Takt des Hafens vorgibt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/speicherstadt300.webp\" alt=\"&quot;Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. an der Brooksbr\u00fccke, 29. Oktober 1888&quot; ist der Titel der Grafik von G. Arnould aus dem Jahre 1888.\" title=\"&quot;Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. an der Brooksbr\u00fccke, 29. Oktober 1888&quot; ist der Titel der Grafik von G. Arnould aus dem Jahre 1888. | picture-alliance \/ dpa\/dpaweb , Deutsches Zollmuseum\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Meisterliches Bauwerk auf Eichenpf\u00e4hlen: Am 29. Oktober 1888 weiht Wilhelm II. die Hamburger Speicherstadt ein. Etliche H\u00e4user wurden f\u00fcr sie abgerissen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/grasbrook194.webp\" alt=\"Eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1883 von Georg Koppmann\" title=\"Eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1883 von Georg Koppmann | Creative Commons Lizenz BY-SA 4.0, Georg Koppmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Wo heute die Hamburger Speicherstadt steht, lebten einst Zehntausende Menschen. Historische Fotos zeigen Wohnviertel kurz vor ihrem Abriss ab dem 1. November 1883.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Video: Hamburg damals: Erster Spatenstich in der Hafencity (4 Min) Stand: 19.06.2026 16:30 Uhr Vor 25 Jahren hat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1106958,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[29,30,2989,7782,692,12428,1989],"class_list":["post-1106957","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-deutschland","tag-germany","tag-geschichte","tag-hafencity","tag-hamburg","tag-hamburger-geschichte","tag-hamburger-hafen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116778725867442456","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1106957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1106957\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1106958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1106957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1106957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1106957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}