{"id":1107129,"date":"2026-06-19T22:23:16","date_gmt":"2026-06-19T22:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1107129\/"},"modified":"2026-06-19T22:23:16","modified_gmt":"2026-06-19T22:23:16","slug":"warum-wir-uns-so-vor-den-backrooms-fuerchten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1107129\/","title":{"rendered":"Warum wir uns so vor den &#8222;Backrooms&#8220; f\u00fcrchten"},"content":{"rendered":"<p>So etwas wie &#8222;Backrooms&#8220; gab es im Kino noch nie. Denn im neuen Horrorfilm der Produktionsfirma A24 ist der Schurke weder ein D\u00e4mon noch ein Vampir. Angst und Schrecken verbreitet hier stattdessen ein B\u00fcrogeb\u00e4ude. Ein unendliches Gewirr aus beige-gelb ausgeleuchteten Korridoren, in denen seltsam verformte M\u00f6bel mit dem Boden zu verschmelzen scheinen. Als M\u00f6belverk\u00e4ufer Clark diese Hinterzimmer eines Nachts im Keller seiner Filiale entdeckt, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. <\/p>\n<p>Das r\u00e4tselhafte Verschwinden eines M\u00f6belhausbesitzers <\/p>\n<p>&#8222;Backrooms&#8220; spielt in\u202feiner US-Kleinstadt in den\u202fNeunzigern und konzentriert sich auf zwei Personen: Psychologin\u202fDr. Mary Kline, gespielt von Renate\u202fReinsve, und ihren Patienten, den M\u00f6belhausbesitzer Clark, gespielt von Chiwetel Ejiofor. Nachdem Clark die &#8222;Backrooms&#8220; entdeckt hat, erz\u00e4hlt er Mary in einer Sitzung davon. Weil ihm Mary zun\u00e4chst nicht glaubt, dringt Clark tiefer in die &#8222;Backrooms&#8220; ein, um Beweise zu sammeln. Als er nicht zur\u00fcckkehrt, muss auch Mary die unheimlichen Hinterzimmer erkunden, um Clark zu retten. <\/p>\n<p>So funktionieren die &#8222;Backrooms&#8220;<\/p>\n<p>Die &#8222;Backrooms&#8220; sind dabei eine Art Parallelwelt, die ein Eigenleben f\u00fchrt. Sie kopiert unsere Realit\u00e4t, aber bildet dabei vor allem\u202fAbsurdit\u00e4ten ab. So entdecken die Figuren, die in die Hinterzimmer eindringen, ein schauriges Abziehbild unserer Welt. Mary\u202ffindet zum Beispiel ihr altes Elternhaus wieder. Sie hatte verdr\u00e4ngt, dass es abgerissen \u2013 und durch ein Hochglanzb\u00fcro ersetzt wurde. In den Hinterzimmer steht es pl\u00f6tzlich wieder. Und die &#8222;Backrooms&#8220; kopieren auch Menschen. Zum Beispiel M\u00f6belmann Clark. Eine verlorene Seele, der seine Wohnung verloren hat und im B\u00fcro schl\u00e4ft.\u202fIn der echten Welt\u202fspielt Clark\u202fnoch\u202fden freundlichen Verk\u00e4ufer, doch die\u202f&#8220;Backrooms&#8220;\u202fhaben schon eine monstr\u00f6se, blutr\u00fcnstige Clark-Kopie erschaffen, die ihre Wut an jedem ausl\u00e4sst, der sich dort verirrt.\u202f <\/p>\n<p>Gro\u00dfraumb\u00fcro-Parodie und Gesellschaftskritik <\/p>\n<p>Die &#8222;Backrooms&#8220;\u202fsind also nicht nur gruselige B\u00fcros. Sie sind auch R\u00e4ume, die die Schattenseiten der Gesellschaft hervorheben.\u202fDer Film atmet Widerspr\u00fcchlichkeit, vor allem in den Hinterzimmern: Da steht in einem Raum ein halbherzig dekorierter\u202fWeihnachtsbaum.\u202fAber hinten in der Ecke\u202fliegt auch ein Torso, der irgendwie mit dem Boden verschmolzen ist.\u202fUnd\u202fhinter dem Weihnachtsbaum wartet\u202fein\u202fMonster.\u202fWiderspr\u00fcchlich ist auch die Kamera: Immer wieder wechselt &#8222;Backrooms&#8220; zwischen Hochglanz-Bildern, die es auch in die Pinakothek der Moderne schaffen k\u00f6nnten, und alptraumhafter VHS-Rekorder-Wackelkamera hin und her. F\u00fcr die Gen Z ist &#8222;Backrooms&#8220; schon jetzt ein Kulthorrorfilm. Was auch am Regisseur liegt: Kane Parsons ist im Jahr 2005 geboren \u2013 <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/backrooms-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nachdem der YouTuber im Internet mit kurzen &#8222;Backrooms&#8220;-Clips ber\u00fchmt geworden ist<\/a> (Quelle: tagesschau.de), hat ihn die Produktionsfirma A24 f\u00fcr den Film eingekauft.  <\/p>\n<p>Warum R\u00e4ume Angst und Schrecken verbreiten <\/p>\n<p>Aber: Die Furcht vor R\u00e4umlichkeiten passt auch in die aktuelle Zeit. Vergeblich suchen junge Menschen zum Beispiel dritte Orte, wo sie sich aufhalten k\u00f6nnen, ohne zu konsumieren. Auch Wohnraum ist f\u00fcr viele Menschen immer st\u00e4rker an Existenzangst gekoppelt. Zum Beispiel, wenn die n\u00e4chste Nebenkostenabrechnung zum Briefkasten hineinflattert und <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/trend-zu-hoeheren-mieten-in-bayern-ungebrochen,VLVZGs9\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weil Mieten weiter steigen<\/a>. Gleichzeitig verbringen viele mehr Zeit in Gro\u00dfraumb\u00fcros, um dort mehr Leistung zu erbringen. Vergeblich, kann sich ein Haus an vielen Orten doch nur noch der leisten, der eines erbt. Das sind Widerspr\u00fcche zum wahnsinnig werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"So etwas wie &#8222;Backrooms&#8220; gab es im Kino noch nie. 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