{"id":1108262,"date":"2026-06-20T09:30:17","date_gmt":"2026-06-20T09:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108262\/"},"modified":"2026-06-20T09:30:17","modified_gmt":"2026-06-20T09:30:17","slug":"15-000-euro-zu-gewinnen-obdachlose-entscheiden-ueber-preistraeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108262\/","title":{"rendered":"15.000 Euro zu gewinnen: Obdachlose entscheiden \u00fcber Preistr\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"15.000 Euro zu gewinnen: Obdachlose entscheiden \u00fcber Preistr\u00e4ger\" title=\"15.000 Euro zu gewinnen: Obdachlose entscheiden \u00fcber Preistr\u00e4ger\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.c8ad880a-e4a8-4fe9-8d7a-45c1c3b57518.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tGef\u00fchrt werden die Gespr\u00e4che von obdachlosen Menschen. Der Ablauf erinnert bewusst an ein klassisches Bewerbungsgespr\u00e4ch.\u00a0Foto: Thomas Lenden\t\t\t<\/p>\n<p>Im Theater Rampe in Stuttgart bestimmen obdachlose Menschen im Rahmen der Kunstaktion \u201eStop being poor\u201c, wer 15.000 Euro erh\u00e4lt. Das Projekt versteht sich als soziales Experiment.<\/p>\n<p> Im Theater Rampe in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> l\u00e4uft seit Donnerstag letzter Woche eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Kunstaktion: In einem Glaskasten entscheiden obdachlose Menschen dar\u00fcber, wer am Ende 15.000 Euro geschenkt bekommt. Schauspielerin Eva L\u00f6bau, die unter anderem aus dem \u201eTatort\u201c bekannt ist, erkl\u00e4rt das Konzept: \u201eWir haben beschlossen, einer Person 15.000 Euro auszuh\u00e4ndigen\u201c.<\/p>\n<p>Bewerbung um Preisgeld durch pers\u00f6nliche Interviews <\/p>\n<p>Um den Gewinner oder die Gewinnerin zu ermitteln, werden \u00fcber einen Zeitraum von sieben Tagen t\u00e4glich zw\u00f6lf Interviews gef\u00fchrt. Jedes Gespr\u00e4ch dauert rund 20 Minuten. Die Bewerberinnen und Bewerber m\u00fcssen dabei erl\u00e4utern, weshalb sie sich f\u00fcr das Preisgeld beworben haben.<\/p>\n<p>Pro Tag wird eine Person ausgew\u00e4hlt, die sich f\u00fcr das Finale am 21. Juni qualifiziert. Aus den insgesamt sieben Tagessiegerinnen und Tagessiegern wird schlie\u00dflich die Person bestimmt, die die 15.000 Euro erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Obdachlose f\u00fchren die Gespr\u00e4che vor Publikum <\/p>\n<p>Die Interviews finden \u00f6ffentlich statt. Eine eigens gestaltete Strandkulisse mit Schirmen, aufgeblasenen Schwimmtieren und Badet\u00fcchern soll dabei eine sorglose Traumwelt symbolisieren. Gef\u00fchrt werden die Gespr\u00e4che von obdachlosen Menschen. Der Ablauf erinnert bewusst an ein klassisches Bewerbungsgespr\u00e4ch. Zun\u00e4chst geht es mit lockerem Small Talk los \u2013 etwa mit Fragen zum bisherigen Tagesverlauf. Anschlie\u00dfend r\u00fcckt die eigentliche Motivation in den Mittelpunkt: Warum bewirbt sich die Person um das Preisgeld?<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/media.media.e2380584-9a85-4f06-98fd-c64d2ff1c494.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Interviews finden \u00f6ffentlich statt. Eine eigens gestaltete Strandkulisse soll dabei eine sorglose Traumwelt symbolisieren.    Foto: LEX VESSEUR    <\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf werden die Gespr\u00e4che pers\u00f6nlicher. Neben biografischen Angaben geht es auch um Selbstwahrnehmung, den Umgang mit Geld und die eigenen Lebensumst\u00e4nde. Zum Abschluss erhalten die Bewerberinnen und Bewerber die M\u00f6glichkeit, selbst Fragen an die Jurymitglieder zu stellen. Dabei wird es recht emotional, wie ein Jurymitglied im Anschluss erz\u00e4hlt. Es sei zehrend, von so vielen pers\u00f6nlichen Geschichten und Schicksalsschl\u00e4gen zu erfahren. \u201eMir geht es im Gegensatz zu denen ja teilweise gut\u201c, so ein Jurymitglied, das auch erz\u00e4hlt, dass er inzwischen sogar am Marienplatz erkannt werde.<\/p>\n<p>Die Kandidatinnen und Kandidaten f\u00fcr die 15.000 Euro sind zwischen 19 und 65 Jahren, im Durschnitt Mitte, Ende 30. Am Freitagabend war sogar eine Frau aus Bremen angereist. Es sind alleinerziehende M\u00fctter, queere Personen, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, Aktivisten, Studierende, B\u00fcrgergeldbeziehende &#8211; ein Querschnitt durch die Gesellschaft.<\/p>\n<p>\u201eStop being poor\u201c als soziales Experiment <\/p>\n<p>Die Aktion tr\u00e4gt den Titel \u201eStop being poor\u201c \u2013 auf Deutsch etwa \u201eH\u00f6r(t) auf, arm zu sein\u201c. Regisseur Julian Hetzel bezeichnet das Projekt als gesellschaftliches Experiment. Was passiert, wenn man die Verh\u00e4ltnisse umdreht? Bei \u201eStop being poor\u201c bek\u00e4men Menschen Macht, die sonst keine Macht h\u00e4tten und unsichtbar seien, indem sie Kulturf\u00f6rdermittel und Steuergelder in die Hand bek\u00e4men, um eine Entscheidung zu treffen, die das Leben einer anderen Person ver\u00e4ndern kann, so Regisseur Hetzel.<\/p>\n<p>   Kunstaktion reagiert auf K\u00fcrzungen im Kulturbereich <\/p>\n<p>Nach Angaben von Eva L\u00f6bau ist das Projekt auch eine Reaktion auf die aktuellen Sparma\u00dfnahmen in der Kultur. Viele Einrichtungen seien von sinkenden \u00f6ffentlichen Mitteln betroffen. In Zeiten knapper Budgets und nachdem die Politik drastische K\u00fcrzungen im Bereich von Darstellender Kunst und Theater angek\u00fcndigt hat, h\u00e4tte sich das Team dazu entschieden, in die Kassen zu greifen und Geld auszugeben, erkl\u00e4rt L\u00f6bau. Das gro\u00dfe Finale der Kunstaktion findet am Sonntag um 20 Uhr statt. F\u00fcr den Eintritt gilt ein solidarisches Preismodell: Besucherinnen und Besucher zahlen so viel, wie sie k\u00f6nnen, mindestens jedoch sechs Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gef\u00fchrt werden die Gespr\u00e4che von obdachlosen Menschen. 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