{"id":1108268,"date":"2026-06-20T09:33:18","date_gmt":"2026-06-20T09:33:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108268\/"},"modified":"2026-06-20T09:33:18","modified_gmt":"2026-06-20T09:33:18","slug":"tagung-in-frankfurt-am-main-syrien-droht-ein-christenfreier-raum-zu-werden-warnt-ein-diakon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108268\/","title":{"rendered":"Tagung in Frankfurt am Main: Syrien droht ein \u201echristenfreier Raum\u201c zu werden, warnt ein Diakon"},"content":{"rendered":"<p>Verfolgen die neuen syrischen Machthaber eine Islamisierung des bisher multireligi\u00f6sen und multikulturellen Landes? Mittlerweile kursierten schon Videos, in denen Nicht-Sunniten als unreine \u201eSchweine\u201c verunglimpft w\u00fcrden, mahnt ein orthodoxer Diakon.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Amill Gorgis, der in der syrisch-orthodoxen Kirche in Berlin die Funktionen eines Diakons aus\u00fcbt, hat auf die Bedr\u00e4ngnis der Minderheiten in Syrien aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p>\u201eWir haben die gro\u00dfe Sorge, dass Syrien zu einem christenfreien Raum wird\u201c, sagte Gorgis am Rande einer Veranstaltung des evangelischen <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/zentrum-oekumene.de\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/zentrum-oekumene.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Zentrums Oekumene <\/a>in Frankfurt am Main dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die neuen Machthaber unter dem Interimspr\u00e4sidenten Ahmed al-Scharaa verfolgten eine Islamisierung des bisher multireligi\u00f6sen und multikulturellen Landes.<\/p>\n<p>So habe die syrische Regierung die Trennung von Frauen und M\u00e4nnern in Schulen, Hochschulen und im \u00f6ffentlichen Personenverkehr verf\u00fcgt. An den Gerichten seien als Vorsitzende Richter die Juristen von islamischen Geistlichen ersetzt worden. Die \u2013 fr\u00fcher regelm\u00e4\u00dfigen \u2013 Dialoge zwischen f\u00fchrenden islamischen Geistlichen und Bisch\u00f6fen seien eingestellt worden. Stattdessen t\u00f6nten aus den Lautsprechern von Moscheen Predigten, die Andersdenkende und -glaubende ver\u00e4chtlich machten. In den Schulen werde im islamischen Religionsunterricht gelehrt, Christen und Juden seien \u201evon Gott geschlagen\u201c.<\/p>\n<p>Kreuze zerst\u00f6rt, Glocken besch\u00e4digt<\/p>\n<p>\u201eDie neuen Machthaber sind keine Br\u00fcckenbauer, sie betonen das Trennende zwischen den Religionen und \u00e4u\u00dfern Verachtung f\u00fcr Andersdenkende\u201c, sagte Gorgis, der ausgebildeter Elektroingenieur ist. In Syrien kursierten mittlerweile Videos, in denen Nicht-Sunniten als unreine \u201eSchweine\u201c verunglimpft w\u00fcrden. \u201eDer Schritt vom Ver\u00e4chtlichmachen bis zur Tat ist nicht gro\u00df\u201c, mahnte Gorgis.<\/p>\n<p>Anders als gegen die Alawiten und Drusen, an denen es nach der Macht\u00fcbernahme in Syrien Massaker gab, h\u00e4tten Christen bisher aber nur vereinzelt k\u00f6rperliche Gewalt erfahren. Allerdings gebe es Muslime, die aggressive Mission in christlichen D\u00f6rfern betrieben, Kreuze zerst\u00f6rten oder Kirchenglocken besch\u00e4digten.<\/p>\n<p>\u201eRadikale lassen die Christen sp\u00fcren, dass sie in Syrien unerw\u00fcnscht sind\u201c, sagte Gorgis. \u201eEltern \u00fcberlegen sich, ob ihre Kinder im Land noch eine Zukunft haben.\u201c Die Mehrzahl der Christen sei im Lauf des B\u00fcrgerkriegs vertrieben worden oder geflohen. 1970 h\u00e4tten die rund zwei Millionen Christen noch 18 Prozent der Bev\u00f6lkerung Syriens ausgemacht. Heute seien h\u00f6chstens noch 350.000 Christen im Land verblieben, die weniger als zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung ausmachten.<\/p>\n<p>Das gesellschaftliche Mosaik Syriens mit seiner Vielfalt an Religionen, V\u00f6lkern und Kulturen sei bedroht, sagte Gorgis, der B\u00fccher mit syrisch-orthodoxer Liturgie und Geschichte aus dem Aram\u00e4ischen ins Deutsche \u00fcbersetzt hat. Noch aber gebe es in Tr\u00e4gerschaft der Kirchen Schulen und Krankenh\u00e4user. Sie st\u00fcnden allen Menschen offen und seien Br\u00fccken zwischen den Bev\u00f6lkerungsgruppen.<\/p>\n<p>Der Betrieb vieler stehe aber vor dem Aus, da die finanzierende Mittelschicht nach 13 Jahren B\u00fcrgerkrieg verarmt sei. Hier w\u00e4re eine Unterst\u00fctzung aus Europa \u00fcberlebensnotwendig, betonte Gorgis.<\/p>\n<p>epd\/krott<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verfolgen die neuen syrischen Machthaber eine Islamisierung des bisher multireligi\u00f6sen und multikulturellen Landes? 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