{"id":1108505,"date":"2026-06-20T12:02:20","date_gmt":"2026-06-20T12:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108505\/"},"modified":"2026-06-20T12:02:20","modified_gmt":"2026-06-20T12:02:20","slug":"sachsen-europa-wird-fuer-ki-und-robotik-eine-neue-spitzen-chipfabrik-brauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108505\/","title":{"rendered":"Sachsen: Europa wird f\u00fcr KI und Robotik eine neue Spitzen-Chipfabrik brauchen"},"content":{"rendered":"<p>\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/260130-Barkhausen-Institut-Creator-Rene-Gaens-025106-R5C19327.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197331\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/260130-Barkhausen-Institut-Creator-Rene-Gaens-025106-R5C19327.webp\" alt=\"Prof. Gerhard Fettweis. Foto: Ren\u00e9 Gaens f\u00fcr das Barkhausen-Institut\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Prof. Gerhard Fettweis. Foto: Ren\u00e9 Gaens f\u00fcr das Barkhausen-Institut<br \/>\nSilicon Saxony empfiehlt sich f\u00fcr neue Mikroelektronik-Projekte des EU-Chipgesetzes 2.0<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 20.06.26. Bisher k\u00f6nnen weltweit nur die Taiwanesen und S\u00fcdkoreaner Chips der neuesten Strukturgenerationen unterhalb von f\u00fcnf Nanometern liefern, wie sie beispielsweise f\u00fcr KI-Beschleuniger gebraucht werden. Intel in den USA wie auch <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2026\/06\/18\/sachsens-chipindustrie-sucht-schulterschluss-mit-japan-und-irland\/197921\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rapidus<\/a> in Japan holen gerade auf, sind in dieser Spitzenliga noch nicht lieferf\u00e4hig. Europas Chipfabriken hingegen fertigen kaum etwas unter 18 Nanometern, wenn man einmal von den Intel-Fabs in Leixlip absieht. Das bei\u00dft sich mit den hochfliegenden Mikroelektronik-Ambitionen der Europ\u00e4er und speziell der EU-Kommission, die auch gerne eine Chipfabrik der Spitzenklasse haben will.<\/p>\n<p>Seit Jahren hapert das daran, dass es daf\u00fcr kaum Abnehmer aus der europ\u00e4ischen Industrie gibt. All dies k\u00f6nnte sich aber in naher Zukunft \u00e4ndern, meinen der Elektronikexperte Prof. Gerhard Fettweis vom Dresdner Barkhausen-Institut und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Frank B\u00f6senberg vom Branchenverband \u201eSilicon Saxony\u201c.<\/p>\n<p>Bedarf f\u00fcr Sub-10-nm-Fab kommt mit der intelligenten Robotik<\/p>\n<p>\u201eIm Moment brauchen wir keine 7-Nanometer-Fab\u201c, erkl\u00e4rt Fettweis. \u201eAber viele europ\u00e4ische Unternehmen engagieren sich inzwischen in Physical AI.\u201c Das bedeutet: Diese Firmen pflanzen Robotern, Exoskeletten, Autos, Waschmaschinen und anderen Maschinen \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz\u201c (KI, englisch: AI) ein \u2013 die auch lokal, also ohne stete Internetverbindung zur KI-Rechnerwolke in \u00dcbersee funktionieren soll. Daraus werde ein wachsender Bedarf an Spitzenchips f\u00fcr lokale KIs (\u201eEdge AI\u201c) entstehen. \u201eDann brauchen wir solche Fabriken\u201c, prognostiziert Fettweis.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/nvidia-cosmos.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197961\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/nvidia-cosmos.webp\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Humanoide und andere intelligente Roboter werden die Nachfrage nach Hochleistungschips weiter befeuern \u2013 wohl auch in Europa. Visualisierung: Nvidia<br \/>\nB\u00f6senberg: Es muss nicht immer Dresden sein \u2013 Silicon Saxony reicht weiter<\/p>\n<p>Und der s\u00e4chsische Mikroelektronik-Verbund \u201eSilicon Saxony\u201c sieht sich selbst als idealen N\u00e4hrboden f\u00fcr solch eine europ\u00e4ische Mega-Fab der Sub-10-Nanometer-Klasse: Hier gebe es das \u00d6kosystem aus Zulieferern, Dienstleistern und Halbleiterwerken, das f\u00fcr solch eine Gro\u00dfinvestition n\u00f6tig sei. \u201eDas muss aber nicht zwingend in Dresden oder Sachsen sein\u201c, betont B\u00f6senberg. \u201eUnser Cluster reicht dar\u00fcber hinaus.\u201c<\/p>\n<p>Br\u00fcssel laboriert seit \u00fcber 13 Jahren vergebens an Aufholjagd<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Chipfabrik der technologischen Spitzenklasse in Europa anzusiedeln, w\u00fcnschen sich die EU-Kommissare schon seit \u00fcber zehn Jahren \u2013 damals noch unter dem Projektnamen \u201eEuropafoundry\u201c gehandelt und mit den damals \u00fcblichen Nanometer-Werten. Daraus wurde indes nichts \u2013 eben auch, weil potenzielle Investoren keine Highend-Kunden daf\u00fcr in Europa erkennen konnten. Genauso scheiterte trotz zweier Anl\u00e4ufe der EU-Plan, Europas Weltmarktanteil an der globalen Mikroelektronik-Produktion binnen zehn Jahren auf 20 Prozent zu verdoppeln.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frank-Boesenberg-Silicon-Saxony_Foto_Tommy-Halfter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-187020\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Frank-Boesenberg-Silicon-Saxony_Foto_Tommy-Halfter.jpg\" alt=\"Frank B\u00f6senberg. Foto: Tommy Halfter f\u00fcr Silicon Saxony\" width=\"900\" height=\"1125\"  \/><\/a>Frank B\u00f6senberg. Foto: Tommy Halfter f\u00fcr Silicon Saxony<\/p>\n<p><strong>\u201eWir profitieren in jedem Fall vom neuen Chipgesetz.\u201c<br \/><\/strong>Frank B\u00f6senberg, \u201eSilicon Saxony\u201c<\/p>\n<p>In ihrem neuen \u201eChipgesetz 2.0\u201c sattelt die Von-der-Leyen-Kommission in Br\u00fcssel das Pferd nun von der anderen Seite auf: Milliarden sollen flie\u00dfen, um europ\u00e4ischer Chipdesignschmieden aufzubauen und einen echten Bedarf an Spitzenchips in der Wirtschaft zu entfachen, damit sich eine Sub-10-nm-Fab in Europa lohnt. Geld hat von der Leyen daf\u00fcr freilich nicht: Sie und ihre Kommissarinnen wollen eher die Planziele formulieren, bezahlen sollen das andere.<\/p>\n<p>Dennoch ist die Branche im Freistaat zuversichtlich: \u201eIch denke, wir profitieren in jedem Fall vom neuen Chipgesetz\u201c, meint B\u00f6senberg. \u201eSachsen ist f\u00fcr alle strategischen Projekte des Chipgesetzes ger\u00fcstet.\u201c<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: Einsch\u00e4tzungen Fettweis und B\u00f6senberg, Oiger-Archiv<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Prof. Gerhard Fettweis. 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