{"id":1108632,"date":"2026-06-20T13:17:22","date_gmt":"2026-06-20T13:17:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108632\/"},"modified":"2026-06-20T13:17:22","modified_gmt":"2026-06-20T13:17:22","slug":"zwischen-schutzraum-und-hoersaal-das-studium-in-der-wuppertaler-partnerstadt-kamjanske-blickfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1108632\/","title":{"rendered":"Zwischen Schutzraum und H\u00f6rsaal: Das Studium in der Wuppertaler Partnerstadt Kamjanske &#8211; blickfeld"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Explosionen in der etwa 40 Kilometer entfernten <strong>Stadt Dnipro<\/strong> h\u00f6rt <strong>Anastasiia Tkach<\/strong> je nach Intensit\u00e4t. Die Nachbarstadt wird regelm\u00e4\u00dfig von russischen Drohnen und Raketen angegriffen \u2013 so fand laut dem <strong><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/ukraine-krieg-acht-tote-nach-stundenlangen-angriffen-auf-dnipro-a-9d671b5c-8909-40a7-8c30-c590e6322323\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">SPIEGEL<\/a><\/strong> Ende April ein massiver <strong>russischer Luftangriff<\/strong> statt, mit acht toten und zahlreichen verletzten Menschen. Auch <strong>Kamjanske <\/strong>bleibt nicht verschont: So berichtet der <strong><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/toter-nach-drohnenangriffen-auf-russische-stadt-wolgograd-acht-verletzte-in-der-ukraine-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Deutschlandfunk<\/a> <\/strong>von einem <strong>Drohnenangriff <\/strong>auf die Industriestadt Anfang <strong>November 2025<\/strong> mit <strong>acht Verletzten<\/strong>. Das Portal <a href=\"https:\/\/liveuamap.com\/en\/2026\/3-april-07-cruise-missiles-flying-towards-kamiansk-dnipropetrovsk\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">liveuamap.com<\/a> hat Anfang April einen <strong>Marschflugk\u00f6rper <\/strong>n\u00f6rdlich der Stadt erfasst.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eW\u00e4hrend des Beschusses oder eines Luftangriffs wei\u00df man nie genau, wohin eine Rakete oder Drohne fliegt: Es kann Dnipro sein, Kamjanske oder eine andere Stadt in der N\u00e4he\u201c, erkl\u00e4rt Anastasiia Tkach, die von gro\u00dfer Angst und Sorge in diesen Situationen spricht: \u201eWenn man Explosionen h\u00f6rt oder Warnmeldungen \u00fcber eine Gefahr erh\u00e4lt, beginnt man sofort, die Nachrichten zu verfolgen, den <strong>Kontakt zu den Angeh\u00f6rigen<\/strong> zu pr\u00fcfen und abzuwarten, bis klar wird, was genau passiert ist. Dieses <strong>st\u00e4ndige Gef\u00fchl der Ungewissheit<\/strong> ist einer der <strong>schwierigsten Teile des Lebens<\/strong> w\u00e4hrend des Krieges.\u201c<\/p>\n<p>Verdoppelung der Studierendenzahlen seit Kriegsbeginn<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>N\u00e4he zur Front<\/strong> beeinflusst sowohl das <strong>Leben<\/strong> in der Stadt als auch das <strong>Studium<\/strong> an der Universit\u00e4t. An dieser studieren derzeit rund <strong>1.800 Menschen<\/strong>, denen <strong>Studieng\u00e4nge <\/strong>etwa in den Bereichen <strong>Maschinenbau, Metallurgie oder Informationstechnologie<\/strong> offenstehen. Werden die drei weiteren, zwar eigenst\u00e4ndigen, aber zur Universit\u00e4t geh\u00f6renden Fachkollegien, darunter Lebensmitteltechnologie, hinzugerechnet, steigt die Zahl der Studierenden auf etwa <strong>4.000<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Studierendenzahl <\/strong>hat sich laut Anastasiia Tkach seit dem Ausbruch des Krieges nahezu <strong>verdoppelt<\/strong>. Fr\u00fcher h\u00e4tten sich junge Menschen aus ihrer Stadt auch an <strong>Universit\u00e4ten im Osten der Ukraine<\/strong>, insbesondere in den aktuell dauerhaft unter russischen Angriffen stehenden <strong>(Front-)St\u00e4dten Charkiw und Saporischschja<\/strong>, eingeschrieben. \u201eJunge Menschen suchen sich Universit\u00e4ten in der <strong>n\u00e4heren Umgebung<\/strong> oder in relativ <strong>sicheren Regionen<\/strong> \u2013 dazu geh\u00f6rt auch Kamjanske und die Dniprower Staatliche Technische Universit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/dstu_kamjanske.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1220074734\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"47232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/dstu_kamjanske.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47239\"  \/><\/a>Dniprower Staatlichen Technischen Universit\u00e4t (DSTU) \u2013 Foto: DSTU<\/p>\n<p>Seit zw\u00f6lf Jahren im Krieg<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anastasiia Tkach ist seit <strong>2024 Studentin<\/strong> an der mittlerweile \u00fcber <strong>100 Jahre alten<\/strong> und als Arbeiter-Polytechnikum gegr\u00fcndeten <strong>Technischen Universit\u00e4t<\/strong>. Sie studiert seit ihrem 17. Lebensjahr die <strong>Fachrichtung Software-Engineering<\/strong> und zog mit ihrer Familie 2014, mit Beginn des <strong>Donbass-Krieges<\/strong>, von <strong>Donezk nach Kamjanske<\/strong>. \u201eF\u00fcr meine Familie dauert der Krieg nun schon \u00fcber <strong>zw\u00f6lf Jahre<\/strong>. Wir haben uns f\u00fcr Kamjanske entschieden, weil meine Mutter hier geboren ist und meine Gro\u00dfeltern in der Stadt leben. F\u00fcr sie \u2013 als damals Sechsj\u00e4hrige \u2013 war der Umzug weniger traumatisch gewesen als f\u00fcr ihre Eltern, die mit Beginn der K\u00e4mpfe \u201epraktisch <strong>alles zur\u00fcckgelassen<\/strong> haben, was wir besa\u00dfen\u201c. Der Donbass beziehungsweise die ihn bildenden <strong>Regionen Donezk und Luhansk<\/strong> wurden <strong>2022 von Russland annektiert<\/strong>, werden jedoch von der russischen Armee nicht vollst\u00e4ndig kontrolliert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr <strong>Studienalltag <\/strong>sei gepr\u00e4gt von t\u00e4glich mehreren <strong>Luftalarmen<\/strong>: \u201eNormalerweise dauert ein Alarm etwa <strong>anderthalb Stunden<\/strong>, und im Laufe des Tages gibt es durchschnittlich etwa drei.\u201c An vielen ukrainischen Universit\u00e4ten finde der Unterricht ganz oder teilweise im Fernunterricht statt \u2013 anders an der DSTU, die weiterhin eine <strong>Pr\u00e4senz-Universit\u00e4t<\/strong> ist. \u201eEs geh\u00f6rt zu unserem Alltag, bei einem Luftalarm in den <strong>Schutzraum <\/strong>zu gehen \u2013 keine sch\u00f6ne \u201aGewohnheit\u2018.\u201c Nicht immer k\u00f6nne der Unterricht dort auch fortgesetzt werden, etwa bei praktischen \u00dcbungen. Dann m\u00fcsse das Ende des Luftalarms abgewartet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/kamjanske_liveuamap-com.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"713984447\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"47232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/kamjanske_liveuamap-com.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47693\"  \/><\/a>Das Portal <a href=\"https:\/\/liveuamap.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">liveuamap.com<\/a> hat Anfang April einen Marschflugk\u00f6rper n\u00f6rdlich der Stadt Kamjanske erfasst, die rund 100km von der Frontlinie entfernt liegt \u2013 Foto: <a href=\"https:\/\/liveuamap.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">liveuamap.com<\/a><\/p>\n<p>Zeitweise 17 Stunden am Tag ohne Strom<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Herausforderungen geh\u00f6ren auch <strong>regelm\u00e4\u00dfige Stromausf\u00e4lle<\/strong>, wobei die <strong>Energieversorgung <\/strong>zwischenzeitlich <strong>stabilisiert <\/strong>wurde und nun durchgehend erfolgt. Zeitweise musste die Bev\u00f6lkerung laut Anastasiia Tkach t\u00e4glich <strong>17 Stunden<\/strong>, in der Spitze bis zu <strong>20 Stunden<\/strong>, <strong>ohne Strom<\/strong> auskommen. \u201eUnter den Ukrainern hat sich in dieser Zeit ein <strong>Witz<\/strong> verbreitet: Man sagt, noch niemand hat mich mitten in der Nacht so schnell aus dem Schlaf rei\u00dfen k\u00f6nnen wie der <strong>Energieversorger<\/strong>, wenn er pl\u00f6tzlich wieder Strom liefert\u201c, so die Studentin.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gesamte Leben richtete sich nach einem (aktuell ausgesetzten) <strong>Stromversorgungsplan <\/strong>\u2013 sowohl die Arbeit als auch die Hausarbeit. Durch die von den Versorgern herausgegebenen Pl\u00e4ne erfuhren Einwohner:innen der Stadt, wann ihnen Strom zur Verf\u00fcgung stehe \u2013 kurzfristige Reparaturen und Sch\u00e4den am Netz nicht inbegriffen: \u201eW\u00e4sche waschen, Essen zubereiten, Ger\u00e4te aufladen. Ich habe zum Beispiel zu Hause nur einen Elektroherd, daher gibt es w\u00e4hrend eines Stromausfalls keine Alternative zum Kochen.\u201c Manchmal entstehe dabei ein <strong>Gef\u00fchl der Leere<\/strong> oder gar leichten <strong>Apathie oder Unruhe<\/strong> in ihr, wenn der Strom ausf\u00e4llt. \u201eDas gewohnte <strong>Hintergrundrauschen <\/strong>verschwindet, und man bleibt mit seinen Gedanken allein.\u201c Diese Situation habe aber auch etwas <strong>Positives<\/strong>: \u201eW\u00e4hrend solcher erzwungenen Pausen bleibt mehr <strong>Zeit f\u00fcr Familie und Freunde<\/strong>. Ich habe begonnen, solche Momente viel mehr zu sch\u00e4tzen und meinen Lieben bewusst mehr Zeit zu widmen.\u201c<\/p>\n<p>Unterst\u00fctze die CampusZeitung blickfeld<\/p>\n<p><strong>Schon ein kleiner Beitrag hilft uns, unseren Job noch besser zu machen!<\/strong> So kannst du uns unterst\u00fctzen:<\/p>\n<p>Abo per <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/blickfeld-wuppertal\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Steady<\/a>, <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.paypal.me\/blickfeldwtal\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Einmalzahlung<\/a> oder <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/anzeigen-abo\/werbeanzeige-schalten\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Anzeige<\/a><\/p>\n<p>Damit wir unser Engagement ausbauen k\u00f6nnen, ist eure Unterst\u00fctzung gefragt &#8211; f\u00fcr mehr Recherchen und Berichte.<\/p>\n<p><strong>Ihr k\u00f6nnt uns mit einem monatlichen oder einmaligen Beitrag unterst\u00fctzen oder eine Anzeige schalten.<\/strong><\/p>\n<p><a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/blickfeld-wuppertal\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Abo per Steady<\/a> | <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.paypal.me\/blickfeldwtal\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Einmalzahlung mit PayPal<\/a> | <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/anzeigen-abo\/werbeanzeige-schalten\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Anzeige schalten<\/a><\/p>\n<p>Zur CampusZeitung blickfeld:<\/p>\n<p>Seit 2011 versorgen wir als <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">unabh\u00e4ngiges Medium an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal<\/a> die Studierenden, Mitarbeiter\/-innen und alle Interessierten aus dem Bergischen St\u00e4dtedreieck und dar\u00fcber hinaus mit Nachrichten vom Campus und aus dem Tal. Unsere <strong>Unabh\u00e4ngigkeit<\/strong> ist unsere st\u00e4rkste Eigenschaft. Wir sind weder eine Zeitung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) noch eine Publikation unter der Schirmherrschaft der Universit\u00e4t. Damit sind wir keinen fremden Interessen verpflichtet, k\u00f6nnen frei Themen w\u00e4hlen und dabei auch unbequem werden. <a class=\"gofollow\" data-track=\"MTIsMCwxMA==\" href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">Mehr \u00fcber uns &#8230;<\/a><\/p>\n<p>Universit\u00e4t im Gr\u00fcnen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam Zeit verbringen Studierende ihrer Universit\u00e4t, etwa bei Kursausfall oder in Pausen, im Umfeld der Universit\u00e4t. Diese befindet sich im <strong>Gr\u00fcnen <\/strong>und in unmittelbarer <strong>N\u00e4he am Dnipro<\/strong>, wo an warmen Tagen die <strong>Uferpromenade<\/strong> zum Verweilen einl\u00e4dt. Am Campus bereiten Tkach und ihre Kommilitonen in der <strong>Uni-Cafeteria<\/strong> oder in einem nahegelegenen Caf\u00e9 ihre Kurse vor, verabreden sich zu <strong>Brettspieltreffen <\/strong>und anderen Aktivit\u00e4ten. Ein warmes Mittagessen am Campus gibt es derzeit nicht, weil die <strong>Mensa <\/strong>laut Anastasiia Tkach aufgrund von Umbauarbeiten nicht in Betrieb ist, was sich jedoch in naher Zukunft \u00e4ndern soll.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im <strong>Vergleich zum deutschen Hochschulstudium<\/strong>, das eine <strong>individuelle Kursauswahl<\/strong> und <strong>kaum Anwesenheitspflicht<\/strong> beinhaltet, ist das <strong>Studium in der Ukraine \u201everschulter\u201c<\/strong> \u2013 mit fest vorgegebenen Lehr- und Stundenpl\u00e4nen sowie einer hohen Anwesenheitspflicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/vortrag-tschernobyl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47689\"  \/>Ende April fand eine Gedenkveranstaltung zur Tschernobyl-Katastrophe statt, zu der Anastasiia Tkach einen Vortrag hielt \u2013 Foto: DSTU<\/p>\n<p>Brummen auf den Stra\u00dfen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den <strong>Treffpunkten innerhalb der Stadt<\/strong> geh\u00f6ren neben zahlreichen Parks, Str\u00e4nden und Flussufern auch kulturelle Einrichtungen und ein Jugendzentrum mit Workshop- und Bildungsangeboten, insbesondere f\u00fcr Studierende und junge Menschen. Eines der bekanntesten historischen Bauwerke der Stadt ist die <strong>r\u00f6misch-katholische St.-Nikolaus-Kirche<\/strong>, ein Denkmal der Sakralarchitektur des sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesch\u00e4fte und Unternehmen in der Stadt h\u00e4tten im Zuge der <strong>eingeschr\u00e4nkten Energieversorgung<\/strong> <strong>Generatoren <\/strong>angeschafft, um weiterarbeiten zu k\u00f6nnen. \u201eAuf den Stra\u00dfen h\u00f6rte man oft das <strong>Brummen der Generatoren<\/strong> \u2013 sie werden direkt vor Gesch\u00e4ften oder kleinen Lokalen in Betrieb genommen. Dadurch steigen aber auch die Kosten erheblich, insbesondere f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen\u201c, so Tkach. Bei einem Luftalarm k\u00f6nnen B\u00fcrger:innen Zuflucht in Schutzr\u00e4umen, meist in Schulen oder in sogenannten <strong>\u201ePunkten der Unbeugsamkeit\u201c<\/strong>, aufsuchen.<\/p>\n<p>Engagement in der Stadt und am Campus<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anastasiia Tkach engagiert sich in ihrer Heimatstadt im <strong>Zentrum f\u00fcr Jugendinitiativen<\/strong>, eine kommunale Einrichtung zur Unterst\u00fctzung und F\u00f6rderung von jungen Menschen in Kamjanske \u2013 durchaus vergleichbar mit einem <strong>Jugendrat<\/strong>, wie es ihn in Wuppertal gibt. \u201eIch m\u00f6chte etwas f\u00fcr die Jugend bewegen\u201c, so ihre Motivation. Auf st\u00e4dtischer Ebene organisierte sie gemeinsam mit weiteren Engagierten beispielsweise eine <strong>Spendenaktion f\u00fcr ein Kinderheim<\/strong> und verbrachte anschlie\u00dfend Zeit mit den Kindern \u201emit einem kleinen Bastelkurs und Kinderschminken.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ukraine-kinderheim.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1065834683\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"47232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/ukraine-kinderheim.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47686\"  \/><\/a>Anastasiia Tkach war an einer Spendenaktion f\u00fcr ein Kinderheim beteiligt \u2013 Foto: privat<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist auch am <strong>Campus <\/strong>engagiert: Wie an der Bergischen Universit\u00e4t existiert auch an der DSTU eine <strong>studentische Selbstverwaltung<\/strong>. Seit Ende 2025 ist Anastasiia Tkach <strong>Vorsitzende des Jugend-Studierendenparlaments<\/strong>. \u201eWir vertreten die <strong>Interessen der Studierenden<\/strong> und sind an zahlreichen Gremien und Entscheidungsprozessen beteiligt. Das betrifft zum Beispiel Fragen der <strong>Wohnheimunterbringung<\/strong>, der <strong>Studienorganisation oder -bedingungen<\/strong>, aber auch die Vergabe von <strong>Stipendien<\/strong>.\u201c Zudem organisiere das Parlament kulturelle und bildungsbezogene Veranstaltungen an der Universit\u00e4t sowie verschiedene (Sport-)Wettbewerbe und Angebote f\u00fcr neue Studierende \u2013 und Aktionen \u00fcber den Campus hinaus: \u201eEnde M\u00e4rz haben wir uns mit vielen Studierenden unserer Universit\u00e4t an einer <strong>Umweltaktion zur S\u00e4uberung der Ufer des Dnipro<\/strong> beteiligt.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier zogen mit dem Krieg <strong>Ver\u00e4nderungen <\/strong>ein: W\u00e4hrend fr\u00fcher <strong>allgemeine Wahlen<\/strong> zum Studierendenparlament stattfanden, werden die studentischen Vertreter:innen nun im Rahmen einer <strong>Vollversammlung <\/strong>gew\u00e4hlt, zu der jede Fakult\u00e4t eine gleiche Anzahl an Delegierten entsendet. Das schaffe <strong>Gleichberechtigung zwischen den Fakult\u00e4ten<\/strong> und vereinfache die Wahlorganisation. \u201eInnerhalb der Fakult\u00e4ten w\u00e4hlen weiterhin alle Studierenden ihre Vertretung\u201c, erkl\u00e4rt Tkach.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/aktion-am-dnipro.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47688\"  \/>Umweltaktion am Dnipro \u2013 Foto: DSTU<\/p>\n<p>Studienfinanzierung: staatlich gef\u00f6rdert oder privat finanziert<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund sehr guter Leistungen profitiert Anastasiia Tkach von einer <strong>staatlichen F\u00f6rderung<\/strong>, die ihr ein <strong>kostenloses Studium<\/strong> und dar\u00fcber hinaus ein <strong>Stipendium<\/strong> erm\u00f6glicht. \u201eNeben staatlich finanzierten und gef\u00f6rderten Studienpl\u00e4tzen gibt es das geb\u00fchrenpflichtige Vertragsstudium\u201c, erg\u00e4nzt die junge Studentin.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Anteil \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter Studienpl\u00e4tze<\/strong> variiere von Jahr zu Jahr und je nach Studiengang. Wer die Kosten selbst tragen muss, zahle f\u00fcr ein Bachelorstudium derzeit j\u00e4hrlich \u2013 abh\u00e4ngig von der Fachrichtung \u2013 zwischen <strong>20.000 und 40.000 Hrywnja (knapp 400 bis 800 Euro)<\/strong>. Zum Vergleich: Der <strong>gesetzliche Mindestlohn<\/strong> in der Ukraine betr\u00e4gt im Jahr 2026 monatlich 8.647 Hrywnja, also etwa 170 Euro. \u201eViele Studierende arbeiten neben dem Studium, um die steigenden Lebenshaltungskosten und gegebenenfalls Studiengeb\u00fchren zu finanzieren, insbesondere im Vertragsstudium\u201c, so Tkach, die froh ist, sich dank der staatlichen F\u00f6rderung auf ihr Studium und ihr gesellschaftliches Engagement konzentrieren zu k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter m\u00f6chte sie in ihrem Fachgebiet in einem <strong>internationalen IT-Unternehmen<\/strong> arbeiten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer aus der Region kommt, wohnt, \u00e4hnlich wie Tkach, bei seiner Familie. Studierende aus anderen Landesteilen w\u00fcrden bei der Vergabe der <strong>g\u00fcnstigen Wohnheimpl\u00e4tze<\/strong> bevorzugt. Dort zahlen sie <strong>700 Hrywnja (14 Euro) im Monat<\/strong>, w\u00e4hrend <strong>Wohnungen <\/strong>in der Stadt laut Tkach bei etwa <strong>3.000 Hrywnja (zirka 60 Euro)<\/strong> beginnen. \u201eDie Mieten stiegen erheblich an, da immer mehr <strong>Binnenfl\u00fcchtlinge <\/strong>aus den besetzten oder direkt an der Front befindlichen Gebieten in die Stadt kommen\u201c, erg\u00e4nzt sie.<\/p>\n<p>Gehen oder bleiben?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kamjanske <\/strong>ist in etwa so weit von der <strong>aktuellen Front<\/strong> entfernt wie <strong>Aachen von Wuppertal<\/strong>. Die Frage <strong>\u201eGehen oder bleiben?\u201c<\/strong> ist angesichts der regelm\u00e4\u00dfigen Angriffe in der Region allgegenw\u00e4rtig. \u201eManchmal belasten mich die <strong>Gedanken \u00fcber die Zukunft<\/strong> und die Unsicherheit aufgrund der Lage sehr. Viele meiner <strong>Freunde und Bekannten<\/strong> sind bereits ins Ausland gegangen, um dort zu studieren oder zu arbeiten.\u201c Trotzdem m\u00f6chte Anastasiia Tkach bleiben: \u201eDas Studium k\u00f6nnte ich grunds\u00e4tzlich als Fernstudium fortsetzen, doch das <strong>Leben im Westen der Ukraine<\/strong> ist mit dem Krieg teurer geworden. Dies gilt auch f\u00fcr das <strong>Ausland<\/strong>, wozu noch sprachliche H\u00fcrden kommen. Deshalb bleibe ich \u2013 aber das kann sich jederzeit \u00e4ndern. Meine <strong>Familie <\/strong>unterst\u00fctzt mich bei allen Entscheidungen. Das ist f\u00fcr mich sehr wichtig, weil die Unterst\u00fctzung der Angeh\u00f6rigen in so schwierigen Zeiten ein <strong>Gef\u00fchl von Halt und Sicherheit<\/strong> gibt.\u201c \u00bb<a href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\/blickfeld-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mw<\/a>\u00ab<\/p>\n<p>Staatliche Technische Universit\u00e4t Dnipro (DSTU)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Explosionen in der etwa 40 Kilometer entfernten Stadt Dnipro h\u00f6rt Anastasiia Tkach je nach Intensit\u00e4t. 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