{"id":1109038,"date":"2026-06-20T17:15:14","date_gmt":"2026-06-20T17:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1109038\/"},"modified":"2026-06-20T17:15:14","modified_gmt":"2026-06-20T17:15:14","slug":"komponist-fuer-doom-und-duke-nukem-3d-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1109038\/","title":{"rendered":"Komponist f\u00fcr \u201eDoom\u201c und \u201eDuke Nukem 3D\u201c verstorben"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Komponist f\u00fcr \u201eDoom\u201c und \u201eDuke Nukem 3D\u201c verstorben<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Alter von 81 Jahren ist der US-amerikanische Komponist und Jurist Robert Caskin Prince III, genannt Bobby, am vergangenen Dienstag verstorben. Der schon zu Lebzeiten legend\u00e4re Musiker pr\u00e4gte den Sound von Computerspielen der 1990er Jahre und blieb der Branche auch dar\u00fcber hinaus verbunden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bevor es jedoch so weit kam, strebte Prince gleich mehrere Karrieren an. Zwar spielte er schon zu seiner Schulzeit in einer Band, studierte danach aber erst einmal bis zum Bachelor-Abschluss Psychologie. Nachdem er nach <a href=\"https:\/\/www.legacy.com\/legacy\/robert-bobby-prince-lll\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Angaben seiner Familie<\/a> von 1969 bis 1970 im Vietnam-Krieg k\u00e4mpfte, machte er auch noch den Master-Abschluss und h\u00e4tte Counselor werden k\u00f6nnen, vergleichbar mit dem Beruf des Psychotherapeuten. Dann wandte er sich jedoch der Jura zu, promovierte 1980 und wurde als Rechtsanwalt zugelassen.<\/p>\n<p>Vom Juristen zum Spiele-Musiker<\/p>\n<p>Seiner Familie zufolge lie\u00df ihn die Musik jedoch nie los, und so antwortete er Anfang der 1990er Jahre auf eine Online-Nachricht von Scott Miller \u2013 dem Gr\u00fcnder von Apogee Software, bei denen sp\u00e4ter \u201eWolfenstein 3D\u201c erscheinen sollte. Miller suchte Komponisten f\u00fcr Spiele, zun\u00e4chst die erfolgreiche Serie \u201eCommander Keen\u201c. W\u00e4hrend bei gro\u00dfen japanischen Spielefirmen die Musiker oft fest angestellt waren, arbeiteten zu dieser Zeit in den USA viele Komponisten auf Basis von Auftr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Und da muss man sich an die Vorgaben der Designer halten und immer weiterempfohlen werden. Das konnte Bobby Prince offenbar sehr gut, zu seinem gr\u00f6\u00dften Erfolg, dem Soundtrack <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/30-Jahre-Doom-Zur-Hoelle-mit-dir-9566275.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">des ersten \u201eDoom\u201c (1993)<\/a>, kam es auch durch exakte Umsetzung dessen, was die Designer wollten. Der inhaltliche Doom-Mastermind, John Romero, gab Prince einige CDs, darunter aktuelle Werke von Alice in Chains, Pantera und Metallica \u2013 und so klingen die St\u00fccke in \u201eDoom\u201c dann eben auch: Wie der moderner gewordene Metal und Grunge der fr\u00fchen 1990er, nicht mehr nach dem hektischen, brutalen Thrash, mit dem Metallica neben anderen Anfang der 1980er der harten US-Rockmusik eine ganz neue Richtung gegeben hatten.<\/p>\n<p>Metal war die Vorgabe<\/p>\n<p>Von Romeros Studio, id Software, kam vor \u201eDoom\u201c auch schon 1992 \u201eWolfenstein 3D\u201c, das ebenfalls auf Rock bis Metal setzt. Die M\u00f6glichkeiten der PC-Soundsysteme, vor allem des allgegenw\u00e4rtigen \u201eSound Blaster\u201c von Creative Labs waren da aber noch sehr begrenzt. F\u00fcr \u201eDoom\u201c konnte Bobby Prince dann aber die M\u00f6glichkeiten des General-Midi-Standards ausreizen. Dass insbesondere die charakteristische <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BSsfjHCFosw\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Musik des ersten Levels (E1M1)<\/a> je nach Qualit\u00e4t des Gitarren-Samples der Soundkarte unterschiedlich klingt, fiel auch damals schon auf. In einem Video \u00fcber einen Besuch bei id Software vom November 1993 erkl\u00e4rt Prince seine Arbeitsweise <a href=\"https:\/\/youtu.be\/HpEBUV_g9vU?t=126\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">mit General Midi an dieser Stelle<\/a>.<\/p>\n<p>      Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p class=\"opt-in__description\">\n    Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.\n  <\/p>\n<p>            YouTube-Video immer laden<\/p>\n<p>        YouTube-Video jetzt laden\n      <\/p>\n<p>Wie viele Computermusiker dieser Zeit nutzte er also die technischen M\u00f6glichkeiten so gut wie m\u00f6glich aus. Die Plattformen, neben einer Vielzahl von PC-Soundsystemen auch Konsolen, waren damals auch in ihren musikalischen F\u00e4higkeiten sehr unterschiedlich. Dass der \u201eDoom\u201c-Soundtrack zum Klassiker, und schlie\u00dflich sogar <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Doom-Soundtrack-wird-in-den-USA-zum-Kulturgut-11294419.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zum US-Kulturgut wurde<\/a>, ist aber vor allem der klaren, einfachen Komposition zu verdanken. Bobby Biggs traf die von Romero gew\u00fcnschte Horror- und Metal-Atmosph\u00e4re sehr genau, und war auch insgesamt f\u00fcr das Sounddesign verantwortlich. Die Effekte st\u00f6ren die Musik nicht, sondern passen ins Gesamtkonzept.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Nach \u201eDoom\u201c auch der \u201eDuke\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Welterfolg von \u201eDoom\u201c, der 3D-Shooter als Genre fest etablierte, arbeitete Prince auch an dessen unmittelbaren Konkurrenten <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/30-Jahre-Duke-Nukem-3D-Come-Get-Some-11156682.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eDuke Nukem\u201c (1996)<\/a> von 3D Realms, da er ja nicht fest an id Software gebunden war. Dessen unverkennbares Titelst\u00fcck \u201eGrabbag\u201c, das schlie\u00dflich auch die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0ublbrqrTAg\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Thrash-Band Megadeth coverte<\/a>, stammt jedoch nicht von ihm. Diesen Song steuerte Lee Jackson bei, mit dem Prince h\u00e4ufiger zusammenarbeitete. F\u00fcr \u201eDuke\u201c schrieb und arrangierte Prince jedoch mindestens zwei andere Songs.<\/p>\n<p>Als id Software sich dann kurz nach dem \u201eDuke\u201c 1996 aufmachten, das Shooter-Genre mit \u201eQuake\u201c erneut umzukrempeln \u2013 unter anderem mit echter 3D-Grafik samt Hardware-Beschleunigung \u2013 war Prince jedoch aus dem Rennen. id Software, namentlich Co-Designer American McGee, wollten f\u00fcr die dann auch als Audio-CD verf\u00fcgbare Musik einen noch gr\u00f6\u00dferen Namen haben. Die Wahl fiel auf Trent Reznor und dessen Projekt \u201eNine Inch Nails\u201c.<\/p>\n<p>Seine letzte bekannte Arbeit f\u00fcr ein Spiel lieferte Bobby Prince erst 2014 ab. \u201eWrack\u201c ist eine in knallbuntem Comic-Stil gehaltene Hommage an fr\u00fche Shooter, und da passte das Sounddesign von Prince gut. Seine Familie schreibt in einem Nachruf davon, dass Prince zuletzt krank gewesen sei. Es bleibt nur zu hoffen, dass er die Aufnahme seines <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Doom-Soundtrack-wird-in-den-USA-zum-Kulturgut-11294419.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werks f\u00fcr \u201eDoom\u201c in die US-Nationalbibliothek<\/a> vor wenigen Wochen noch bewusst miterlebt hat.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nie@heise.de\" title=\"Nico Ernst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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